HANDBALL

„55 perfekte Minuten“: HC-Handballer schaffen Sensation

pn; 25.01.2026, 19:20 Uhr
Fotos: Thomas Wirczikowski ---- Arvid Pötz und der HC Gelpe/Strombach bleiben in 2026 ungeschlagen.
HANDBALL

„55 perfekte Minuten“: HC-Handballer schaffen Sensation

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pn; 25.01.2026, 19:20 Uhr
Oberberg - Gelpe/Strombach - überrennt Titelfavorit Korschenbroich - Gummersbach II bleibt verletzungsgebeutelt im Keller stecken - Nümbrecht mit zu vielen Fehlern in Haan - Die Handball-Regionalliga wird präsentiert von ‚Sportsbar Lutter‘ (AKTUALISIERT).

HC Gelpe/Strombach – TV Korschenbroich 32:29 (15:12).

 

Als Prophet geht Trainer Daniel Rodriguez noch nicht durch, doch den Überraschungssieg gegen den Tabellenführer TV Korschenbroich hatte der Spanier schon unter der Woche als keineswegs utopisch bezeichnet. Er sollte Recht behalten. Zum Abschluss der Hinrunde zeigten die Regionalliga-Handballer des HC Gelpe/Strombach ihre wohl beste Saisonleistung und demontierten den Titelfavoriten phasenweise geradezu. „Wir haben den Gegner im Vorfeld richtig gut analysiert und die Jungs haben das über 55 Minuten perfekt umgesetzt. Wir waren heute das bessere Team“, lobte Rodriguez seine Mannschaft nach dem Abpfiff. Zwischenzeitlich hatten die Oberberger sogar mit acht Toren geführt. Für Korschenbroich war es erst die zweite Saisonniederlage.

 

 

[Mit acht Toren bester HC-Torschütze: Felix Maier.]

 

„Wir haben das Spiel über das Tempo richtig gut kontrolliert“, fand der HC-Coach. Die Gastgeber agierten erneut mit ihrer dynamischen 5:1-Deckung um Indianer Malte Meinhardt und zogen damit den Gästen früh den Zahn. Korschenbroich kam kaum in sein Tempospiel und tat sich im Positionsangriff äußerst schwer gegen das HC-Bollwerk. „Die Abwehr war heute wieder richtig stabil, dazu hatten wir mit Islam Elnoamany wieder einen starken Torhüter zwischen den Pfosten“, so Rodriguez. Gelpe/Strombach gelang ein 3:0-Blitzstart (4.), ehe auch Korschenbroich besser ins Spiel fand. Zwar fiel ebenso schnell der 3:3-Ausgleich (8.), doch fortan lagen die Hausherren über 9:7 (20.) und 13:9 (26.) bis zur Pause ständig in Führung.

 

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste zwar erneut zum 16:16-Ausgleich (36.), anschließenden spielten die Oberberger aber wie aus einem Guss. Über 21:16 (41.) nahm die Sensation beim 27:19 (48.) bereits konkrete Formen an und das Match schien beim 30:23 (54.) entschieden zu sein. Von wegen! Zunächst kassierte Mike Heinzerling eine Zeitstrafe, dann wurde in der Schlussphase auch der starke Abwehrchef Paul Roth auf die Strafbank geschickt. Plötzlich hieß es nur noch 30:28 (59.). Nach einer Auszeit erlöste Heinzerling dann die Gastgeber aber mit seinem fünften Tor 30 Sekunden vor Schluss.

 

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„Die letzten fünf Minuten haben mir gar nicht gefallen, aber heute will ich nicht meckern“, meinte Rodriguez. Gelpe/Strombach springt durch den Sieg mindestens bis Sonntag auf Platz acht der Tabelle und hat nach dem dritten Sieg in Folge inzwischen sieben Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Rodriguez trat anschließend trotzdem ein wenig auf die Euphoriebremse: „Das bringt uns alles nichts, wenn wir nächste Woche bei BTB Aachen nicht nachlegen.“ Insgesamt ist er mit der Entwicklung aber zufrieden: „Es macht mich richtig happy zu sehen, wie sich die Jungs entwickeln. Das wird Woche für Woche besser. Trotzdem sind wir weiter im Umbruch und sollten die Kirche im Dorf stehen lassen.“

 

Gelpe/Strombach: Felix Maier (8/1), Malte Meinhardt (7), Leonard Viebahn, Mike Heinzerling (je 5), Arvid Pötz (4), Tobias Müller (3).

 

 

VfL Gummersbach II – OSC Rheinhausen 24:29 (14:15).

 

Die Luft wird für den VfL Gummersbach II im Tabellenkeller allmählich dünner. Nach der 24:29-Heimniederlage gegen den OSC Rheinhausen und dem 27:22-Sieg von BTB Aachen gegen die TSV Bonn rrh. beträgt der Rückstand der VfL-Handballer auf das rettende Ufer zum Ende der Hinrunde nun schon vier Punkte. Allerdings hat der Tabellenletzte auch noch zwei Nachholspiele, darunter den Abstiegskracher bei Borussia Mönchengladbach im März, zu absolvieren. „Die Situation ist, wie sie ist. Wir haben immer noch genug Zeit und müssen weitermachen und sehen, dass wir Mittel und Wege finden“, sagte VfL-Coach Jan Schwenzfeier nach dem Spiel.

 

[Hier ist Paul Roth nur mit einem Foul zu stoppen. Vor allem defensiv war der 24-Jährige eine Bank.]

 

Die Niederlage gegen Rheinhausen hatte für ihn mehrere Gründe. Personell ist Schwenzfeier weiter nicht zu beneiden. Mit Malte Petersen, Konstantin Kasch und Hannes Hartmann fielen erneut drei wichtige Kräfte aus. Zwar biss Moritz Riedel mit seiner Außenbandverletzung auf die Zähne, konnte dabei aber nur defensiv eingesetzt werden. Auch die 60 Minuten wurden zum Abnutzungskampf. Tim Rath wurde beim Zweikampf um einen Abpraller in die Tribüne gestoßen und konnte fortan nicht mehr mitwirken und Paul Britz knickte in der Schlussphase auch noch um. „Die Kadersituation ist derzeit maximal angespannt“, meinte Schwenzfeier, sah das Problem gegen Rheinhausen aber vor allem in den vielen Fehlern seines Teams: „Wir lassen deutlich zu viele Bälle liegen. 24 Tore sind nicht so richtig überzeugend.“

 

Rheinhausen zog sofort zum 1:5 (5.) davon, Gummersbach blieb anschließend aber zumindest in Schlagdistanz. Über 4:6 (9.), 6:11 (16.) und 10:13 (24.) kämpften sich die Oberberger bis zur Pause auf 14:15 heran. Über 16:17 (38.) sah Alexander Ernst nach dem Foul an Rath beim 17:21 (42.) die Rote Karte. Aus der Überzahlsituation konnte der VfL kein Kapital schlagen, verkürzte aber wenig später durch Britz zum 21:23 (50.), der dann aber kurz darauf ausfiel. In den Schlussminuten fehlten den Gastgebern die Kräfte, um für mehr in Frage zu kommen. Das 23:27 (57.) war die Vorentscheidung. „Wir waren die ganze Zeit in Schlagdistanz, schaffen es aber nie den Bock umzustoßen. Rheinhausen war nie wirklich weit weg, aber wir machen einfach zu viele Fehler, um uns trotz der Kadersituation mit irgendetwas zu belohnen“, so Schwenzfeier.

 

Gummersbach II: Tim Rath (7/3), Patrick Kiesewalter, Paul Britz (je 4), Fanou Ulmerich (3), Sota Shimizu (2), Julien Kübler, Malte Haglund, Hugo Fleisch, Jakob Patzelt (je 1).

 

[Mike Heinzerling sorgte in den Schlussminuten mit seinem Tor für die Entscheidung zu Gunsten Gelpe/Strombachs.]

 

DJK Unitas Haan - SSV Nümbrecht 34:31 (20:15).

 

Rückschlag für Nümbrechts Handballer im Abstiegskampf der Regionalliga. Der Aufsteiger unterlag im Duell der Tabellennachbarn bei Unitas Haan mit 31:34. Trainer Manuel Seinsche sprach anschließend von keinem schlechten Spiel seiner Mannschaft, „aber wir nutzen unsere Chancen nicht. Wir schaffen es nicht, zu vollenden, was wir uns erarbeiten. Uns fehlt schlicht die Belohnung für unser Spiel“. Die Anfangsminuten verliefen noch vollkommen ausgeglichen. Bis zum 7:7 (11.) war es ein Abtasten beider Mannschaften. Zu diesem Zeitpunkt saß Linksaußen Tim Henrichs bereits auf der Tribüne. Beim Zweikampf um einen Ball landete er unglücklich im Arm seines Gegenspielers, woraufhin die Schiedsrichter die Rote Karte zückten. Aus Sicht von Seinsche eine vertretbare Entscheidung, zumal er die Unparteiischen ausdrücklich lobte: „Die beiden waren gut wie immer.“

 

Nun fing sich Nümbrecht innerhalb von nicht einmal sechs Minuten allerdings drei Zeitstrafen ein, wodurch Dominik Donath nicht nur früh Rot-gefährdet war, sondern Haan sich auch über 12:9 (18.) zum 17:12 (25.) leicht absetzen konnte. Auch zur Pause betrug der SSV-Rückstand fünf Tore. „Haan hat das souverän ausgespielt. Diesem Rückstand rennen wir lange hinterher“, sagte Seinsche, den vor allem die vielen Fehler seiner Mannschaft wurmten. Nachdem Tim Hartmann kurz genommen wurde, agierten die Gäste mit dem siebten Feldspieler, produzierten dabei aber zu häufig leichte Fehler oder trafen das Tor nicht. Die Konsequenz: Schon zur Pause hatte Haan viermal ins verwaiste SSV-Gehäuse getroffen.

 

Auch nach dem Seitenwechsel gelang Nümbrecht lange keine Aufholjagd. Über 25:19 (38.) blieb Haan bis zum 32:24 (50.) jederzeit Herr der Lage. Daran änderten auch die guten Leistungen der beiden SSV-Youngster Lennart Last und Mats Weber nichts. Erst in der Schlussphase und nach einer Roten Karte gegen den Haaner Ole Völker (53.) gelang Nümbrecht noch Ergebniskosmetik. Über 33:25 war aber nicht mehr als der 34:31-Endstand drin. „Wir müssen aus dem Spiel lernen“, meinte Seinsche anschließend. Aus dem Spiel heraus kassierte Nümbrecht gerade einmal sieben Tore nach der Pause, den Rest über Gegenstöße oder per Empty-Net-Wurf. „Wir werden daran kaputtgehen, wenn wir diese Fehlerquote nicht minimieren. Das zieht sich schon seit Wochen durch unser Spiel. Jetzt beginnt die Rückrunde und da müssen wir eine Schippe drauflegen, wenn wir in dieser Liga bestehen wollen. Da sind wir alle in der Pflicht“, so der SSV-Coach.

 

Nümbrecht: Lennart Last (7), Dominik Donath (5), Mats Weber (5/2), Tim Hartmann, Fabian Benger (je 4), Marcel Miebach (3), Tobias Schröter (2), Erik Hampel (1).

 

Ergebnisse und Tabelle

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KOMMENTARE

1

Was macht Rodriguez da ? Vor dem Spiel gegen Nümbrecht kursierte das Gerücht das er kurz vor dem Rauswurf stand und jetzt das …zum Glück nur ein Gerücht . Er ist einer der besseren Trainer im Kreis und seine Erfolge sprechen für ihn.

Jedenfalls spielt diese junge Mannschaft einen sehr tollen Handball.

Fan Raul, 25.01.2026, 15:04 Uhr
2

@Fan wie du schon selber geschrieben hast, war das ein Gerücht! Mannschaft und das Trainerteam harmonieren sehr gut und es wird gut gearbeitet.

Spieler , 26.01.2026, 01:36 Uhr
3

Rodriguez ist derzeit die Lebensversicherung für den HC . Wenn die HC Verantwortlichen ihn wirklich entlassen wollen , dann fällt ihnen das dort auf die Füße . Aber immer gerne .. wir nehmen ihn gerne in Nümbrecht auf.

SSV Spieler, 26.01.2026, 16:12 Uhr
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