HANDBALL
Derby-Schmach: Leblose Nümbrechter werden von Gelpe/Strombach überrollt
Oberberg - Mit einer starken 5:1-Deckung zieht Gelpe/Strombach den Gästen vor 600 Zuschauern schon früh den Zahn - Die Handball-Regionalliga wird präsentiert von ‚Sportsbar Lutter‘.
HC Gelpe/Strombach – SSV Nümbrecht 43:29 (18:14).
Umgangssprachlich kann man es aus Nümbrechter Sicht ein „Kackspiel“ nennen. Ausgerechnet im prestigeträchtigen Derby beim HC Gelpe/Strombach lieferte der Aufsteiger seine wahrscheinlich schwächste Saisonleistung ab und verlor vollkommen verdient mit 29:43 beim oberbergischen Konkurrenten. SSV-Coach Manuel Seinsche brauchte für seine anschließende Analyse jedenfalls kaum zwei Minuten: „Das war heute gar nichts. Da war kein Feuer, das war leblos und wir haben ganz viele Weihnachtsgeschenke verteilt.“
Umso besser war die Stimmung im HC-Lager: Für Gelpe/Strombach war es einer der höchsten Derbysiege überhaupt in der jüngeren Geschichte. Die Duelle mit Nümbrecht waren in den vergangenen Jahren eigentlich stets Duelle auf Augenhöhe. „Ein Riesenkompliment an die Jungs. Dass sie das angenommen haben, was wir diese Woche vorbereitet haben“, sprach HC-Trainer Daniel Rodriguez von einem mehr als verdienten Erfolg. Schlüssel zum Sieg war vor allem die 5:1-Deckung um Indianer Malte Meinhardt, der Nümbrechts Spielfluss vollkommen zum Erliegen brachte. „Damit kamen sie überhaupt nicht klar und hatten auch keinen Plan B“, meinte Rodriguez, der aber auch Paul Roth im Innenblock sowie Julius Walch und Leonard Viebahn auf den Halbpositionen lobte.
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[Tobias Schröter bekam von seinem Trainer ein Sonderlob.]
Nicht verschwiegen werden darf allerdings auch die Personalsituation in beiden Lagern. Während die Hausherren mehrere Spieler aus dem Oberligakader hochzogen, um ihre Leistungsträger zu entlasten, merkte man einigen Nümbrechtern die Grippewelle der vergangenen Tage an. Niklas Witthaut konnte gar nicht eingesetzt werden, Dominik Donath wurde erst spät eingewechselt und war sichtlich geschwächt. Neuzugang Erik Hampel merkte man an, dass ihm noch die Bindung ans SSV-Spiel fehlt, was für Seinsche allerdings nur logisch ist: „Wir haben erst viermal mit ihm trainieren können und mussten ihn heute früh und viel spielen lassen. Er hatte gute Aktionen, aber das wird noch ein wenig dauern.“
[Felix Maier wurde von seinen Mitspielern immer wieder gesucht und traf zehnmal.]
Das Derby begann nicklig. Die erste Zeitstrafe kassierte ausgerechnet HC-Keeper Islam Elnoamany, der Dag Dissmann wegschubste, nachdem dieser den Ball gesperrt hatte. Doch die Unterzahlphase nutzte der HC zu einem 3:1-Lauf zum 5:3 (9.) und war auch anschließend die agilere Mannschaft. Über 9:6 (16.) blieben die Hausherren bis zum 14:10 (23.) stets in Führung und ließen sich nun auch von der Roten Karte gegen Lukas Altjohann nicht aus der Bahn werfen. Der Außen war nicht einmal 40 Sekunden auf dem Feld, als er an einem Foulspiel an Tim Hartmann beteiligt war. Der Nümbrechter Offensivmotor landete unglücklich auf dem Rücken und war fortan gehandicapt. Vermutlich ging das Foul eher von Paul Roth aus, Altjohann war aber ebenfalls nicht unbeteiligt. Trotzdem gingen die Gastgeber mit einem 18:14 in die Pause.
[Mit elf Toren bester Torschütze: Malte Meinhardt. Der Ex-Profi überzeugte aber vor allem auch defensiv.]
Nach der Pause ging es dann ganz schnell: Der spielfreudige Mike Heinzerling sowie die beiden überragenden Außen Malte Meinhardt und Felix Maier erzielten binnen 90 Sekunden drei Tore. Schon beim 24:15 (35.) war eine Vorentscheidung gefallen. Seinsche versuchte in einer Auszeit zwar noch einmal gegenzusteuern, Nümbrecht ergab sich in der verbleibenden Zeit aber in sein Schicksal und ließ die sonst gewohnte Emotionalität vollkommen vermissen. Während die Nümbrechter Keeper nahezu jeden Wurf ohne Gegenwehr auf ihr Tor bekamen, zeigten die beiden HC-Keeper Elnoamany und Felix Löpker starke Leistungen. Über 31:21 (44.) und 37:25 (53.) kam keinerlei Spannung mehr in der mit etwa 600 Zuschauern gut gefüllten Eugen-Haas-Halle auf.
„Wir haben es zu keinem Zeitpunkt geschafft, die Pässe auf ihre Außen zu unterbinden. Es war klar, dass wir uns erstmal wieder finden müssen. Trotzdem gibt es keine Entschuldigung, man kann trotzdem alles reinhauen. Spielerisch lief alles gegen uns, während beim Gegner einfach alles funktionierte. Das Spiel müssen wir nicht lange analysieren, sondern können es schnell abhaken“, nahm Seinsche lediglich Tobias Schröter aus der Kritik heraus. Rodriguez will auch in den kommenden verstärkt auf Spieler der zweiten Mannschaft setzen: „Sie haben unsere Leistungsträger nicht nur entlastet, sondern auch richtig abgeliefert. Den Abstiegskampf können wir damit annehmen.“
Gelpe/Strombach: Malte Meinhardt (11), Felix Maier (10/1), Arvid Pötz (7), Mike Heinzerling (6), Leonard Viebahn (4), Felix Soldanski (2), Jerome Dräger, Tobias Müller, Julius Walch (je 1).
Nümbrecht: Tobias Schröter, Marcel Miebach (je 8), Fabian Benger, Tim Hartmann, Dag Dissmann (je 3), Erik Hampel (2), Dominik Donath, Mats Weber (je 1).
KOMMENTARE
1
Sehr gutes Spiel des HC. Wie im Text bereits geschrieben muss der HC auf die Jungs aus der Zweiten setzten. Es tut mir Leid, aber sie machen einen sichereren Eindruck als manch ein Spieler der Ersten. Besonders Paul muss der Mannschaft mehr Stabilität geben.
Zu Nümbrecht eine Enttäuschung. Man hofft auf ein spannendes Spiel, aber ihre Leistung sah lustlos aus. Fast als ging es bei ihnen um nichts mehr. Meiner Meinung nach kam man das nicht nur auf Krankheit schieben. Das war ein Eistellungsproblem.
2
HC war in allen Belangen einfach besser . Taktisch als auch die Einstellung war einfach besser als der SSV. Beim HC konnte man das System gut erkennen .. Welches System hatte der SSV? Keine Ideen und Lösungen gegen die gute 5:1 Deckung des HC. SSV Spieler wechseln sich eigenständig aus ?! Vorgaben des Trainers werden nicht umgesetzt .. Wer hat da eigentlich das Kommando . ?!
SSV Fan, 11.01.2026, 14:32 Uhr3
Strombacher Taktik gewinnt gegen den üblichen Nümbrechter Krafthandball … das waren Welten
GM, 11.01.2026, 15:58 UhrLinks zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.

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