HANDBALL

Gelpe/Strombach müht sich zum Pokalsieg gegen die Löwen

thg; 01.05.2026, 20:00 Uhr
Fotos: Thomas Wirczikowski --- Die Handballerinnen des HC Gelpe/Strombach feiern den Kreispokalsieg gegen die Löwen Oberberg.
HANDBALL

Gelpe/Strombach müht sich zum Pokalsieg gegen die Löwen

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thg; 01.05.2026, 20:00 Uhr
Oberberg – Im Kreispokalfinale der Frauen setzt sich der Regionalligist HC Gelpe/Strombach knapp gegen die klassentieferen HBD Löwen durch – Kurz vor der Schlusssirene stand das Endspiel auf der Kippe (AKTUALISIERT).

Von Thomas Giesen

 

HC Gelpe/Strombach – HBD Löwen Oberberg 27:25 (16:13).

 

Das Kreispokalfinale der Frauen endete mit einem Favoritensieg. Die Regionalligahandballerinnen des HC Gelpe/Strombach hatten allerdings große Mühe, die klassentieferen HBD Löwen in die Schranken zu weisen. In der Crunchtime wurde es nämlich noch einmal spannend. 25:23 führten die Gelpe/Strombacherinnen in Minute 53, als Mia Klose für zwei Minuten vom Feld gestellt wurde. Der HC wackelte nun, verlor zweimal den Ball, doch die Löwinnen vergaben jeweils gegen HC-Torfrau Saskia Schmidt die Chancen im Gegenzug. Beim dritten Ballverlust der Strombacherinnen traf endlich Jessy Kuxdorf zum Anschluss, doch die Uhr tickte unerbittlich herunter. Strombachs Celine Blumberg verwandelte einen Siebenmeter zum 26:24 (58.), Lina Kuxdorf traf anschließend für die Spielgemeinschaft und Gelpe/Strombachs Coach David Hoffmann nahm vor den übriggebliebenen 35 Sekunden eine Auszeit. Denise Szakacs verwandelte den letzten Wurf gegen längst in offener Manndeckung verteidigende Löwinnen zur Entscheidung.

 

 

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HBD-Coach Dennis Hermann war nur wenig enttäuscht und zog ein positives Fazit: „Insgesamt sieht man, dass wir näher rangekommen sind. Letztes Jahr verlieren wir mit zwölf Toren Unterschied, diesmal nur mit zwei. Das Spiel hätte auch kippen können. Ich denke, wenn es fünf Minuten länger gegangen wäre, bin ich mir sicher, dass wir das Spiel auch gewonnen hätten. Der einzige Kritikpunkt ist, dass wir zu viele einfache Fehler gemacht haben. In Überzahl und in den Situationen, in denen wir sie hätten kriegen können oder auf unentschieden zu gehen. Auf der anderen Seite haben wir gesehen, wir spielen Oberliga, wahrscheinlich steigen wir auch nicht auf. Aber wir sind mittlerweile so weit, dass wir auch gegen solche Regionalligamannschaften mithalten können. Nümbrecht haben wir auch deutlich geschlagen. Und unser Ziel war vor der Saison, in zwei Jahren wollen wir spielerisch auf Regionalliganiveau sein und da sage ich deutlich, da sind wir punktuell jetzt schon“, sprudelte Hermann vor Begeisterung.

 

[Merle Schreibelmayer gelangen drei Tore für den HC Gelpe/Strombach.] 

 

Die erste Hälfte verlief lange Zeit ausgeglichen. Jessy Kuxdorf gelang in Minute 11 beim 5:4 die erste Führung für die Löwinnen, die bis zum 13:12 in Minute 28 Bestand haben sollte. Dann kippte die Begegnung in Richtung der Gelpe/Strombacherinnen, die zuvor schon neunmal Pfosten und Latte getroffen hatten. Lina Kuxdorf kassierte eine Hinausstellung und der Regionalligist nutzte die Überzahl, um sich bis zur Halbzeitsirene auf drei Tore abzusetzen. Nach dem Seitenwechsel legte der HC noch zwei Tore drauf und führte in Minute 45 mit 24:19. Dann stotterte der Motor des Favoriten. „Die Phase nach der Halbzeit ist die, die mich am meisten ärgert. Ab der 25. Minute bekommen es gut in den Griff, verteidigen gut gegen den siebten Feldspieler und treffen ins leere Tor, was uns gut tut. Wir gehen dann nach der Pause auf fünf weg und spielen uns dann auch gute Chancen heraus, die wir aber dann liegen lassen. Wir sind zwar immer drei oder vier Tore vorne, aber das reicht dann nicht. Man muss dann schon auf sieben oder acht weggehen, um sicher zu sein“, ahnte HC-Trainer Hoffmann schon, dass es eine spannende Schlussphase werden würde. In Minute 51 brachte Mia Schneider die Löwinnen mit dem Treffer zum 23:24 in Schlagdistanz. Trotz aller Bemühungen reichte es nicht mehr zum Sieg.

 

[Mia Schneider war für die Löwen viermal erfolgreich.]

 

„Ärgerlich waren die Minuten vor der Halbzeit. Da waren wir ein Tor vorne und zur Halbzeit drei hinten. Das war vielleicht die entscheidende Phase. Dem Rückstand rennen wir dann hinterher. Die Mannschaft kann stolz darauf sein, wie sie sich entwickelt hat. Aber natürlich wären wir hier auch gerne als Sieger vom Feld gegangen, vor allem zu Hause. Die Halle war gut gefüllt und ich denke, das war Werbung für den Frauenhandball“, bilanzierte HBD-Trainer Dennis Hermann und wollte unbedingt eine Spielerin herausheben. „Ich glaube man hat gesehen, dass Jessy Kuxdorf die beste Handballerin im oberbergischen Kreis ist. Wir haben bei Gelpe/Strombach und auch bei uns sehr gute Handballspielerinnen, aber sie ist herausragend, weil sie hinten alles wegverteidigt und vorne nicht zu stoppen ist. Das musste ich jetzt mal loswerden“, so Hermann.

 

[Dennis Hermann zog für seine Löwinnen ein positives Fazit, auch wenn es zum Pokalsieg nicht reichte.]

 

David Hoffmann war derweil überglücklich mit dem Ausgang der Begegnung und ließ einige Sektduschen über sich ergehen. Für ihn war es das letzte Spiel als Trainer für den HC Gelpe/Strombach. „Es ist für mich ein besonderer Moment. Ich habe sehr viel Zeit mit der Mannschaft im vergangenen Jahr verbracht. Es war bis vor acht Wochen ja auch nicht geplant, dass ich den Verein verlasse. Der Abschied fällt schwer, weil es eine tolle Mannschaft ist und es tolle Mädels sind. Deshalb bin ich froh, dass wir das Spiel gewinnen konnten. Es war mir ganz wichtig, mich mit einem Sieg zu verabschieden“, so Hoffmann, der mit der spielerischen Leistung seiner Truppe aber nicht ganz einverstanden war.

 

[HC-Coach David Hoffmann war in seinem letzten Spiel für den Verein nicht immer zufrieden mit den Geschehnissen auf dem Feld, war aber überglücklich, dass er sich mit einem Sieg verabschieden konnte.]

 

„Das Spiel war ein Spiegelbild der Saison. Wie so oft das Thema Chancenverwertung eines war. Zehn Prozent der Spiele vielleicht nicht, 90 Prozent war es eins. In der ersten Halbzeit allein acht oder neun Mal Pfosten oder Latte. Wenn wir da ein bisschen konsequenter gewesen wären, wäre es heute auch deutlicher ausgegangen. Das waren wir aber nicht. Und dann muss ich dem Gegner auch ein Kompliment machen, dass er nie aufgesteckt hat und bis zum Schluss das Spiel unbedingt gewinnen wollte. Das ist eine Mannschaft, die Qualität hat. Und dafür muss man ihnen auch Respekt zollen. Sie haben heute ein tolles Spiel gemacht“, schilderte Hoffmann seine Eindrücke und wollte unbedingt eine Spielerin herausheben. „Ich mache das eigentlich nie, aber natürlich rettet die Parade von Saskia Schmidt am Ende uns den Sieg“, so Hoffmann. Ein persönliches Anliegen zum Schluss war es, seine Arbeit in der Jugendabteilung des HC zu erwähnen: „Was mir ganz besonders wichtig ist, dass für mich die Arbeit mit der B-Jugend genauso viel Spaß gemacht hat, wie mit den Frauen. Da sind wir Vizemeister geworden. Ich bin sehr dankbar, dass ich mit diesen Mädels arbeiten konnte.“

 

HC Gelpe/Strombach: Desiree Horn (7), Celine Blumberg (6/4), Meike Domnick (4), Merle Schreibelmayer, Denise Szakacs (je 3), Kathleen Hertes (2), Ayleen Sudami, Victoria Viebahn (je 1).

 

HBD Löwen Oberberg: Jessy Kuxdorf (10/3), Lina Kuxdorf (6), Mia Schneider (4), Jessica Mertens (3), Melis Tokac, Laura Bogdanski (je 1).

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KOMMENTARE

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Genau der Sieger, den der HKO haben wollte. Eine absolute Frechheit was die jungen Schiris zwischenzeitlich gepfiffen haben. Die HCGS war deutlich die schlechtere Mannschaft

Markus Melanus, 01.05.2026, 20:30 Uhr
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