HANDBALL
Nur dank starker Abwehr: Nümbrecht ringt Biefang nieder
Oberberg - Die Regionalligahandballerinnen des SSV Nümbrecht feiern im Heimspiel gegen den Turnverein Biefang den dritten Saisonsieg - Die HBD Löwen unterliegen dem Tabellenführer TSV Bonn rrh..
Von Thomas Giesen
SSV Nümbrecht – Turnverein Biefang 24:20 (8:8).
Die Nümbrechterinnen hatten in den Herbstferien offenbar ordentlich Rost angesetzt. SSV-Trainer Martin Mokris war jedenfalls mehr als unzufrieden mit der Auftaktphase der Begegnung. „Wie vermutet hat uns die Spielpause über die Ferien nicht gut getan. Die Ballsicherheit war nicht auf dem Level, das wir wollten“, meinte Mokris und regte sich vor allem über die ersten Minuten auf. „Ich wusste, dass Biefang eine starke Abwehr, inklusive Törhüter hat, aber wir können nicht mit zwei verworfenen Siebenmetern und zwei technischen Fehlern im Gegenstoß starten. Das zieht sich dann durchs ganze Spiel. Nur wegen unserer starken Abwehr haben die Punkte nach Hause gebracht“, sagte er.
[Lara Schmalenbach verzeichnete drei ihrer insgesamt fünf Treffer in der Endphase der Begegnung und brachte damit den Sieg in trockene Tücher.]
2:0 lag der Turnverein vorne, ehe die Nümbrechterinnen ans Rollen kamen. Über 3:2 (10.) und 7:4 (23.) ging es mit mickrigen 8:8-Toren in die Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel schienen die Gasteberinnen in der Spur. Lotta Werthenbach traf doppelt, dann lief plötzlich nicht mehr viel zusammen und die Gäste übernahmen das Ruder. Als Biefang mit 15:12 (42.) führte nahm Mokris die Auszeit und traf offensichtlich den richtigen Ton. Auch wenn es im Angriff weiter schleppend lief, zogen die Nümbrechterinnen ihrem Gegner mit engagierter Deckungsarbeit den Zahn. Zu Beginn der Crunchtime war der SSV auf 16:16 herangerückt, ging zwar noch einmal mit 17:18 (53.) in Rückstand, rang den Gast dann aber doch noch nieder.
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[Hannah Fassbender war mit sechs Toren beste Werferin des SSV Nümbrecht.]
In Unterzahl gelang Lara Deinert der 19:18-Führungstreffer, knapp vier Minuten vor der Schlusssirene gestatteten die Nümbrechterinnen den Gästen das letzte Tor zum 20:20-Ausgleich. Dreimal traf anschließend noch Lara Schmalenbach und sicherte den Sieg für die Nümbrechterinnen. Auch eine Auszeit half den Gästen aus Oberhausen nicht. „Wir sind überglücklich über den Sieg. Wir haben uns, wie immer, durch unsere Abwehr im Spiel gehalten. In der zweiten Halbzeit hatten wir Probleme und lagen schon mit drei Toren hinten. Nur durch die stabile Abwehr sind wir zurück ins Spiel gekommen. Wir haben dann einige Tore über den Rückraum geworfen. Das war der Schlüssel, das Spiel noch zu drehen“, so Mokris.
Nümbrecht: Hannah Fassbender (6/2), Lara Schmalenbach (5), Lotta Werthenbach, Emily Hebekus (je 3), Elena Seiffarth, Lara Deinert (je 2), Valentina Fink (2/2), Bianka Steinkamp (1).
TSV Bonn rrh. – HBD Löwen Oberberg 30:27 (15:11).
Der Regionalliga-Tabellenführer behält auch gegen die Löwinnen seine weiße Weste. HBD-Trainer Dennis Hermann nahm die erste Saisonniederlage seiner Mannschaft gelassen hin: „Insgesamt kann man sagen, dass Bonn definitiv die beste Mannschaft ist, gegen die wir bisher gespielt haben“, sagt er. Von Beginn an versuchten die Bonnerinnen für klare Verhältnisse zu sorgen und gingen gleich mit Volldampf in die Partie. „Wir haben am Anfang etwas Zeit gebraucht, um mit dem Tempo und der Härte des Gegners klarzukommen. Wir liegen schnell zurück, kämpfen uns aber wieder heran. Später machen wir einige Fehler zu viel und gehen dann mit vier Toren Rückstand in die Pause“, fasste Hermann die erste Hälfte zusammen in der man zunächst mit 1:5 (7.) hinten lag, aber schnell zurück auf Augenhöhe war.
[Emily Hebekus hatte gegen die zupackende Deckung der Gäste aus Biefang Mühe, sich durchzusetzen.]
„In der zweiten Halbzeit kommen wir eigentlich besser rein, vergeben aber zunächst zu viele Chancen. Deshalb lagen wir irgendwann mit sieben Toren zurück, was überhaupt nicht nötig war“, ärgerte sich Hermann nach dem Seitenwechsel über die zwischenzeitliche Torflaute seiner Equipe, die zur Mitte des Durchgangs mit 18:25 hinten lag. „Im Laufe der Spielzeit nutzen wir dann unsere Chancen besser aus und sind noch auf drei Tore herangekommen. Dementsprechend haben wir gut gekämpft und uns ins Spiel reingebissen und besser verteidigt. Vorher hatten wir einige Male das Nachsehen im Eins-gegen-Eins. Am Ende verlieren wir verdient“, räumte Hermann unverblümt ein.
„Bonn ist die bessere Mannschaft gewesen, aber die Erkenntnis ist, wenn wir ein paar Fehler weniger machen, im Abschluss oder technische Fehler, dann sind wir nicht so weit weg davon entfernt. Dementsprechend können wir auch ein bisschen stolz sein auf unsere Leistung. Unser Rückraum wirft wieder viele Tore, aber was auch schön ist, wir konnten drei Tore über Sophie Angermann am Kreis werfen, die dann auch eine hundert Prozent Quote hatte. Wir haben es in dieser Saison bisher selten geschafft, dass wir auch den Kreis mal in Szene setzen konnten.“ Die Löwinnen haben jetzt eine dreiwöchige Pause. Dann geht es mit dem Auswärtsspiel bei Adler Königshof weiter.
HBD Löwen: Jessy Kuxdorf (7/2), Mia Schneider, Lina Kuxdorf (je 6), Sophie Angermann (3), Emma Brand, Leonie Wlodarek (je 2), Sophie Selter (1).
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