HANDBALL

Sensationeller Derbysieg: Nümbrecht schlägt Gelpe/Strombach

thg; 11.01.2026, 11:40 Uhr
Fotos: Silvia Wirczikowski --- Sensationell besiegt der krasse Außenseiter SSV Nümbrecht im Regionalligaderby den Favoriten HC Gelpe/Strombach.
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Sensationeller Derbysieg: Nümbrecht schlägt Gelpe/Strombach

thg; 11.01.2026, 11:40 Uhr
Oberberg – Als krasser Außenseiter ins Spiel gegangen, besiegen die Handballerinnen des SSV Nümbrecht im Regionalligaderby den HC Gelpe/Strombach und feiern wichtige Punkte im Rennen um den Klassenerhalt.

Von Thomas Giesen

 

HC Gelpe/Strombach – SSV Nümbrecht 27:30 (11:16).

 

Die Sensation ist perfekt. Im letzten Hinrundenspiel, gleichzeitig das erste Duell des neuen Jahres, besiegt der Regionalligaaufsteiger SSV Nümbrecht den großen Favoriten HC Gelpe/Strombach. SSV-Trainerin Martina Duckart rang zunächst nach Worten: „Es ist für mich schwierig zu beschreiben, wie stolz ich auf meine Mannschaft bin“, sagte sie, ehe es dann doch aus ihr heraussprudelte. „Die Freude ist natürlich riesengroß. Ich bin kein Fan von Floskeln, aber der Spruch, dass Derbys ihre eigenen Gesetze haben, passt hier mal wieder. Es muss immer erst gespielt werden. Wir haben leidenschaftlich gekämpft und verteidigt und haben endlich die Emotionen gezeigt, die ich mir schon für andere Spiele gewünscht habe“, so Duckart.

 

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Im Gegensatz zu den Nümbrechterinnen wirkten die Gastgeberinnen merkwürdig gehemmt, auch wenn die Auftaktphase noch recht ausgeglichen war. 2:0 (1.) führte Nümbrecht, ehe die Gelpe/Strombacherinnen auf 4:3 stellten (6.). Es sollte bis zur Schlusssirene die einzige Führung für die HC-Frauen bleiben. Bis zur 15. Spielminute und dem Stand von 9:9 blieben die Kontrahentinnen auf Augenhöhe, dann legten die Nümbrechterinnen einen 6:0-Lauf hin und nahmen schließlich fünf Tore Vorsprung mit in die Pause. „Wir sind nie richtig ins Spiel gekommen und haben zu keinem Zeitpunkt unser Leistungsvermögen gefunden. Wir sind immer wieder in klarsten Situationen an den starken Nümbrechter Torhüterinnen gescheitert. Das hat uns das Genick gebrochen. Wir waren frühzeitig hoch in Rückstand, haben dann die Geduld verloren und technische Fehler gemacht“, beschrieb HC-Trainer David Hoffmann den spielerischen Abwärtsstrudel in dem seine Equipe unterging.

 

[Nümbrechts Lara Schmalenbach (li.) setzt sich am Kreis gegen Gelpe/Strombachs Marie Wlodarek durch.]

 

„Die Stimmung in der Kabine war natürlich euphorisch. Das war ein Ergebnis, mit dem wir absolut nicht gerechnet haben, das muss ich ehrlich sagen. Klar wollen nicht irgendwo hinfahren, um zu verlieren, aber wir können Dinge auch realistisch einschätzen. Eigentlich ging es für uns hier nur darum, Schadensbegrenzung zu betreiben“, war Duckart auf der anderen Seite fassungslos über den Spielverlauf. Auch nach dem Seitenwechsel hielten die Nümbrechterinnen den Gegner zunächst auf Abstand, zwangen die HC-Offensive mit einer stabilen und beweglichen 6:0-Deckung immer wieder in schlechte Wurfsituationen und trafen im Angriff ziemlich konstant. „Es war uns aber klar, dass sich Strombach nicht abschütteln lassen wird und wir weiter so agieren müssen, wie in der ersten Halbzeit. Im weiteren Verlauf haben wir dann auch gesehen, dass einigen die Kräfte ausgegangen sind und es kamen einige Fehler hinzu. Wir hatten nur zwei echte Rückraumspielerinnen im Aufgebot“, so Duckart.

 

[Celine Blumberg (links) konnte mit ihren acht Toren die HC-Niederlage auch nicht verhindern.]

 

Bis zur 40. Spielminute gelang es den Gästen sogar, den Vorsprung noch zu vergrößern und stand bei 23:15 schon recht komfortabel da. Doch es sollte noch einmal eng werden. Der HC deckte nun offensiver und brachte die Gäste damit ins Straucheln. Im Angriff nahmen derweil vor allem Denise Szakacs und Celine Blumberg das Heft in die Hand und trieben ihre Mitspielerinnen an. Zu Beginn der Crunchtime hatten sich die Gelpe/Strombacherinnen auf 23:26 (50.) herangekämpft und waren in Minute 56 beim 26:27 in Schlagdistanz. Martina Duckart sah die Partie schon kippen: „Auch hier muss ich ehrlich sagen, dass ich geglaubt habe, dass Strombach das Ruder noch herumreißen wird. In solchen Spielen hält der Außenseiter lange Zeit gut mit und am Ende gewinnt der Favorit das Spiel. Das haben wir selbst ja schon erlebt. Deshalb war ich emotional schon darauf eingestellt“, beschrieb Duckart die bangen Minuten bis zum Ende.

 

[Elena Seiffarth (links) brachte  am Ende des Spiels mit drei Treffern in Folge den Sieg für Nümbrecht in trockene Tücher.]

 

Doch sie sollte sich irren. Mit drei Toren in Folge brachte Elena Seiffarth schließlich den Sieg unter Dach und Fach und löste ungezügelten Jubel im Lager der Nümbrechterinnen aus. „Wir haben in der zweiten Halbzeit nochmal alles versucht, bis zur 45. Minute am Ergebnis aber nichts drehen können. Danach haben wir kämpferisch alles probiert, was möglich war, aber insgesamt haben wir zu viele Fehler gemacht, die ein Handballspiel ausmachen. Deshalb gilt es für uns, den Nümbrechterinnen zum Sieg zu gratulieren und dem Gegner Respekt zu zollen, auch wenn die Niederlage wehtut. Das ist ein bitterer Tag für uns und ein empfindlicher Rückschlag. Aber ich bin sicher, dass wir daraus lernen können und werden“, kommentierte HC-Coach David Hoffmann den Ausgang der Begegnung.

 

HC Gelpe/Strombach: Denise Szakacs (8), Celine Blumberg (8/2), Leonie Wlodarek, Zoe Viebahn, Meike Domnick (je 3), Marie Wlodarek (2).

 

SSV Nümbrecht: Elena Seiffarth (7), Nadine Fischer, Lara Schmalenbach, Lotta Werthenbach (je 5), Laura Harscheid (4/2), Sabrina Kirchhoff (3), Kira Hartmann (1/1).

 

Ergebnisse und Tabelle

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