HANDBALL
Neue Saison, viele Fragezeichen: Drei oberbergische Regionalligisten vor dem Auftakt
Oberberg – Nach dem Aufstieg der HBD Löwen startem erstmals drei oberbergische Frauenhandballmannschaften in der Regionalliga – Aber auch für den HC Gelpe/Strombach und den SSV Nümbrecht ist vieles neu - Marienheide/Müllenbachs Auftakt verschoben.
Vorschau Regionalliga Frauen
HC Gelpe/Strombach – TV Aldekerk II (Samstag, 17:30 Uhr).
Es fehlen: Desiree Horn, Denise Szakacs, Saskia Schmidt.
Für die Gelpe/Strombacherinnen beginnt die neue Regionalligaspielzeit gleich mit einer Wundertüte. „Wie es so ist. Bei zweiten Mannschaften weiß man nie, ob Spielerinnen aus der ersten Mannschaft oder aus der A-Jugend in den Kader rücken. Das ist immer eine besondere Aufgabe“, weiß HC-Trainer Maik Pallach nicht genau, was auf ihn zukommt. „Im Vorfeld war es schwierig, an Informationen zu kommen. Wir können uns nur auf Hörensagen berufen. Das ist eine junge Gruppe, die über Tempospiel kommen will. Alle sind gut ausgebildet. Im Kollektiv hapert es vielleicht, da müssen wir auch auf die individuellen Qualitäten der Spielerinnen achten“, erklärt er.
Sicher ist, dass die Aldekerkerinnen einen großen Umbruch hinter sich haben. Nicht nur Trainer Benjamin Tenscher verließ den Verein, sondern auch sieben Spielerinnen des letztjährigen Kaders sind nicht mehr dabei. Pallach, der selbst neu in der Frauen-Regionalliga ist, hat sich Videos aus der vorangegangenen Saison angeschaut. Die sind allerdings nach den schwerwiegenden Kaderveränderungen ziemlich hinfällig. „Im vergangenen Jahr haben sie eine offensive Abwehr gespielt. Ob sie das diese Saison auch machen, oder sich defensiver verhalten, werden wir sehen. Wir sind auf beides vorbereitet.“ Pallach will, dass seine Equipe selbstbewusst in die erste Saisonpartie geht. „Darauf ist der Fokus in der ersten Trainingswoche gerichtet. Wir wollen zeigen, dass wir Fortschritte gemacht haben“, so Pallach, dem die Verletzung von Denise Szakacs (Foto) jedoch gleich eine neue Herausforderung beschert hat.
„Sie fehlt natürlich und das merkt man auch. Aber dafür müssen andere die Position ausfüllen, die ihre Position auch spielen können“, sagt er und nennt Victoria Viebahn, Kathleen Schluroff, Celine Blumberg und Marlin Keuper, die in die Szakacs-Rolle schlüpfen und sogar neue Impulse setzen könnten. Grundlage für einen Erfolg gegen die Drittligareserve sei eine stabile Abwehr. „Am Ende sind wir diejenigen, die an den Reglern drehen, in welche Richtung es gehen soll.“ (thg)
TD Lank – HBD Löwen Oberberg (Samstag, 18 Uhr).
Es fehlen: Line Berscheid, Marie Wlodarek, Sheila Breer, Xenia Kanelakis.
Die Löwinnen bekommen es an ihrem ersten Regionalligaspieltag gleich mit einem echten Urgestein zu tun. „Lank ist eine Mannschaft, die über Jahre hinweg in der Regionalliga etabliert ist. Die haben eine Zeit lang auch 3. Liga gespielt“, weiß HBD-Coach Dennis Hermann. Die Vergangenheit ist allerdings fast unerheblich, denn das Gesicht der Mannschaft ist nicht mehr das der vergangenen Saison, als man auf Platz vier der Liga einlief.
„Lank ist für mich ein bisschen eine Überraschung, weil sich der Kader der Mannschaft grundlegend verändert hat. Sie haben viele talentierte Spielerinnen dazu bekommen, aber es haben auch einige Spielerinnen den Verein verlassen. Sie waren in den vergangenen Jahren eigentlich immer unter den ersten drei oder vier in der Regionalliga. Sie haben einen erfahrenen Trainer, der das Ganze schon lange macht. Ich denke, die haben ihre Mannschaft auch in diesem Jahr wieder gut geformt und auf die Regionalligasaison vorbereitet“, macht sich Hermann auf ein schwieriges Auswärtsspiel gefasst. Der erste Auftritt nach dem Regionalligaaufstieg sei selbstredend etwas absolut Besonderes und die Vorfreude groß. Aber es ist auch ein Start ins Unbekannte.
„Wir können den Gegner noch nicht so gut einschätzen, wissen aber auch selbst nicht genau, wo wir stehen. Wir haben ganz gute Ergebnisse in der Vorbereitung eingefahren, aber in der Saison ist es noch mal etwas anderes“, so Hermann. Die personelle Situation ist beim Aufsteiger gut. Bis auf die beiden Langzeitausfälle Line Berscheid und Marie Wlodarek fehlen Sheila Breer, die eine Fingerverletzung auskuriert, und Torfrau Xenia Kanelakis, die beruflich verhindert ist. „Trotz der Ausfälle haben wir einen recht großen Kader. Wir fahren mit 14 Spielerinnen nach Lank. Ich freue mich selbst auch sehr auf das Spiel, weil die Mannschaft in den vergangenen Wochen sehr gut gearbeitet hat. Wenn es uns gelingt, das umzusetzen, dann werden wir auch hoffentlich unsere Leistung abrufen können. Und dann schauen wir mal, was da so geht in Lank.“ (thg)
HSV Überruhr – SSV Nümbrecht (Samstag, 16 Uhr).
Es fehlt: Keine.
Nach acht Jahren Kontinuität auf dem Trainerposten zeigt sich das Nümbrechter Team nun neu aufgestellt. Martin Mokris tritt in die großen Fußstapfen von Trainerin Martina Duckart, die in der vergangenen Spielzeit den Klassenerhalt mit den Nümbrechterinnen schaffte. Für Mokris ist es ein Gang in neue Gefilde. Bislang trainierte der 38-Jährige den Pulheimer SC und zuletzt die HSG Refrath/Hand in der Frauen-Oberliga. Aber auch der HSV Überruhr ist neu in der Liga.
„Wir haben es mit einem Gegner zu tun, der ohne Minuspunkte in die Regionalliga aufgestiegen ist. Das zeigt eine sehr große Stärke“, ist er gewarnt, dass der Auftakt in die Regionalligaspielzeit kein Selbstläufer werden könnte. Mokris hat sich auf den Gegner vorbereitet. „Was wir an Informationen über den Gegner haben ist, dass sie zwei sehr gute, bewegliche Halblinke haben. Die können von außerhalb sehr gut schießen. Darauf werden wir uns vorbereiten“, nennt er ein Beispiel, hält sich mit weiteren Erkenntnissen über Spielstil und Qualität der Gastgeberinnen aus Essen aber zurück und spricht lieber über sein eigenes Team.
„Die Mannschaft hat sich viel vorgenommen. Wir wollen aus einer guten Abwehr heraus, nach vorne ziehen und diszipliniert agieren. Wir hatten eine sehr gute Vorbereitung. Die Mädels haben sehr gut mitgezogen. Aber das ist jetzt alles vorbei. Jetzt geht es um Punkte. Wir sind heiß und wir sind vorbereitet. Wenn wir das alles auf die Platte bringen, was wir können, dann ist es auch möglich, zwei Punkte zu holen. Es wird eine schwere Aufgabe für uns, aber das wird es gegen jede Mannschaft in der Liga“, mahnt er vor dem Gang in die „Klapperhölle“ des HSV. Personell sind die Nümbrechterinnen gut aufgestellt. Der Kader ist komplett. Lara Schmalenbach war jüngst angeschlagen, ist aber zurück im Training und kann am Samstag auflaufen. „Wir gehen mit breiter Brust ins Spiel“, sagt Mokris. (thg)
Vorschau Oberliga Frauen
SC Fortuna Köln - HSG Marienheide/Müllenbach verlegt.
Die Oberligapremiere der HSG Marienheide/Müllenbach verschiebt sich um eine Woche. Das Match bei Fortuna Köln wurde laut HSG-Trainer Michael Debus auf Antrag der Gastgeberinnen verlegt. Neuer Termin ist der 14. Oktober, 20 Uhr.
Vorschau Verbandsliga Frauen
HSV Bocklemünd II - TV Wahlscheid (Samstag, 15 Uhr).
Es wird die bisher wichtigste Partie der Klubgeschichte. Und dennoch reisen die Handballerinnen des TV Wahlscheid keineswegs nervös oder unsicher, sondern durchaus selbstbewusst zu ihrem ersten Match in der Damenverbandsliga. "Die Mädels sind froh, dass es jetzt endlich losgeht", beschreibt Sascha Krings die allgemeine Gemütsverfassung in Wahlscheid vor dem Premierenauftritt am Samstagnachmittag bei der Zweitvertretung des HSV Bocklemünd. Interimstrainer Krings hat sich über die Kölnerinnen bei anderen Trainern informiert und sieht nach dem Austausch mit den Kollegen realistische Chancen, vom Ligadebüt in der Domstadt punktetechnisch etwas Zählbares mit nach Hause zu nehmen. Insbesondere auch, weil man die zuletzt aufgetauchten Verletzungsprobleme nahezu überwunden hat. Nur die Langzeitverletzten Verena Hendricks und Stefanie Naaf fallen aus. (uk)
HC Gelpe/Strombach II - Solinger TB (Sonntag, 15:30 Uhr, Eugen-Haas-Halle).
Ole Remmers ist hörbar zufrieden. "Wir sind mit den Dingen, die wir bis zum ersten Spiel vorbereiten wollten, gut vorangekommen", umschreibt der neue Übungsleiter des HC Gelpe/Strombach II den Status Quo bei seinem Team kurz vor dem Saisonstart. Dass er über den Sonntagsgegner nichts sagen kann, weil er keine brauchbaren Informationen hat, findet der Coach nicht weiter tragisch, "weil wir uns ganz auf uns fokussieren, eine gute Abwehr stellen und mit Tempo nach vorne spielen wollen". Als klares Ziel hat Remmers "zwei Punkte" ausgegeben. Fehlen beim Saisonauftakt werden Anna Baer, Lara Clemens, Anna Heuschen (alle verletzt) sowie Dana Reez (privat verhindert) und Nora Bischoff (Urlaub). (uk)
CVJM Oberwiehl - TV Witzenhelden II (Sonntag, 17 Uhr, Sporthalle Wiehl).
Als "Standortbestimmung" betrachtet Heinz Tilmann das Auftaktmatch am Sonntagnachmittag gegen die zweite Mannschaft des TV Witzenhelden. Gleichwohl muss der erfahrene Coach mit einigen Sorgen klarkommen. So stehen ihm lediglich zwölf Spielerinnen zur Verfügung: Pauline Durban laboriert genauso wie ihre Teamkollegin Lilly Roland an einem Kreuzbandriss und die beiden DHB-Schiedsrichterinnen Rosana Sug und Sophia Janz sind am Sonntagnachmittag beim Erstligamatch in Wuppertal (gegen Füchse Berlin) im Einsatz. (uk)
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