HANDBALL

Gummersbachs Hoffnung auf einen „tollen Handballabend“ in Kiel

pn; 27.02.2026, 15:00 Uhr
Foto: Thomas Wirczikowski ---- Letztmalig trifft Julian Köster im VfL-Trikot auf den THW Kiel, ehe er im Sommer an die Förde wechselt.
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Gummersbachs Hoffnung auf einen „tollen Handballabend“ in Kiel

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pn; 27.02.2026, 15:00 Uhr
Gummersbach – Im Kampf um die internationalen Plätze erwartet das Team von Gudjon Valur Sigurdsson bei den Zebras das nächste Kracher-Duell – 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.

Von Peter Notbohm

 

THW Kiel – VfL Gummersbach (Samstag, 20 Uhr).

 

THW Kiel gegen VfL Gummersbach. Rekordchampion gegen Altmeister. Mehr Handball-Tradition geht kaum. Das Duell am Samstagabend ist bereits das 108. Aufeinandertreffen der beide deutschen Vorzeigeclubs. Beide Teams sind nach der Handball-Europameisterschaft noch ungeschlagen. Doch während Gummersbach aufgrund des verlegten Spiels in Leipzig bislang erst zweimal (Heimsiege gegen Flensburg und Eisenach) gefordert war, stecken die Kieler Zebras schon längst wieder in der Knochenmühle aus Handball-Bundesliga und internationalem Programm. Das Heimspiel gegen den VfL ist das sechste Spiel innerhalb von 17 Tagen.

 

Bei VfL-Cheftrainer Gudjon Valur Sigurdsson, der als Spieler eine Kieler Vergangenheit hat, herrscht bereits jetzt Vorfreude auf das Duell: „Wenn wir auf unsere beiden letzten Spiele aufbauen können, können wir uns auf einen tollen Handballabend in Kiel freuen.“ Von der aktuellen Kieler Dominanz ist er beeindruckt: „Wir wissen um ihren Lauf, ihre Qualität ist unbestritten. Sie haben alles nach der EM geschlagen. Da waren ein paar wirklich coole Leistungen dabei.“ Rhein-Neckar Löwen, Magdeburg, Flensburg, Göppingen und Irun hießen die letzten THW-Gegner.

 

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Aber auch Gummersbach (derzeit 29:13 Punkte) muss sich nach der EM-Pause keineswegs verstecken und könnte mit einem Sieg an Lemgo (34:12) und Kiel (34:10) in der Tabelle heranrobben. Zumal Lemgo im Kampf um die internationalen Plätze vermutlich noch die Punkte von der 30:32-Auswärtsniederlage bei den Rhein-Neckar Löwen gutgeschrieben bekommt, nachdem die Löwen einen Spieler eingesetzt haben, der die Anti-Doping-Schiedsvereinbarung offenbar nicht rechtzeitig unterschrieben hat.

 

Auch Kiels Trainer Filip Jicha warnt vor formstarken Gummersbachern: „Der VfL ist in einer sehr guten Verfassung. Die Gummersbacher drücken richtig aufs Tempo und machen unglaublich viele Tore aus der ersten und zweiten Welle. Mit Julian Köster und Miro Schluroff haben sie zudem zwei richtig gute Shooter in ihren Reihen, die sich viele Würfe nehmen und so unsere Abwehr permanent unter Druck setzen werden.“

 

Ein besonderes Spiel wird das Match in der Wunderino Arena auch für Julian Köster, der letztmalig im VfL-Trikot nach Kiel reisen wird. Sigurdsson glaubt aber nicht, dass der VfL-Kapitän deshalb gehemmt agiert. „Ich mache mir wenig Sorgen um Julian. Dass er sich vielleicht ein wenig umschaut, ist menschlich und normal, aber erst ist unser Kapitän und geht voran. Ich denke, er wird einige Minuten von mir kriegen“, erklärt der Isländer mit einem Schmunzeln. Gleichzeitig glaubt er auch nicht, dass Vize-Kapitän Ellidi Vidarsson noch viele Gedanken an das Hinspiel verschwendet. Der Kreisläufer hatte damals in der Schlussphase gleich dreimal in den letzten zwei Minuten den Gummersbacher Sieg vergeben und im Anschluss erklärt, dieses Match zunächst einmal verarbeiten zu müssen.

 

Eine besondere Rolle dürften am Wochenende auch wieder die Torhüter einnehmen. Dominik Kuzmanovic zeigte vor der Bekanntgabe seines Wechsels zum SC Magdeburg zwei Topleistungen im VfL-Gehäuse. Im Kieler Tor findet sich gleich zweimal Weltklasse. Die beiden Nationalkeeper Andreas Wolff (Deutschland) und Gonazlo Perez de Vargas (Spanien) sind in absoluter Topform. Auch Sigurdsson spricht von „brutaler Klasse“ zwischen den Pfosten der Kieler: „Wenn man eine Liste der besten fünf bis sieben Torhüter in den vergangenen zehn Jahren aufstellt, wären beide vorne dabei.“ Respekt hat der VfL-Coach zudem vor der starken Defensive der Norddeutschen: „Da müssen wir auf vieles vorbereitet sein.“

 

Gespannt ist man im VfL-Lager auch, mit welchem Kader die Kieler am Samstag auflaufen werden. Topstar Elias Ellefsen á Skipagøtu wurde seit der EM mit Schulterproblemen geschont. Im Europapokal unter der Woche fehlte zudem der defensivstarke Veron Nacinovic wegen eines Infekts. Auch Gummersbach konnte am Donnerstag nicht komplett trainieren: Spielmacher Kentin Mahé musste krank aussetzen. Positive Nachrichten gab es dagegen von Mathis Häseler, dessen Körper gut auf die Belastung nach seinen muskulären Problemen reagiert hat.

 

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