HANDBALL
Gummersbach empfängt unangenehme Gallier
Gummersbach – Der Aufsteiger Balingen-Weilstetten kommt zum Nachholspiel in die SCHWALBE arena – Gummersbachs Physiotherapeuten haben bis dahin einige Arbeit vor sich – 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
Von Peter Notbohm
VfL Gummersbach – HBW Balingen-Weilstetten (Sonntag, 18 Uhr).
„Wir wollen zu Hause natürlich weitestgehend ungeschlagen bleiben“, sagt Gummersbachs Co-Kapitän Tom Kiesler vor dem Nachholspiel des 8. Spieltags gegen die HBW Balingen-Weilstetten. Das Match gegen den Aufsteiger war um drei Wochen verschoben worden, weil den Gummersbachern am eigentlichen Termin ihre Halle nicht zur Verfügung stand. Für das Team von Gudjon Valur Sigurdsson ist es das letzte Spiel vor der anstehenden Länderspielpause.
Die größte Frage für Sonntag dürfte werden: Werden die beiden Linksaußen Tilen Kodrin und Milos Vujovic rechtzeitig wieder fit? Beide fielen beim 33:25-Auswärtssieg in Göppingen mit muskulären Problemen aus. Für die Physiotherapeuten stehen also drei Tage mit viel Arbeit an. Am Donnerstagabend musste Sigurdsson tief in die Taktikkiste greifen und ließ auf der linken Außenbahn Lukas Blohme, Garda Sindrason oder Ellidi Vidarsson auflaufen.
Umso glücklicher war der VfL-Coach nach dem Match: „Wir sind mehr als überglücklich, dass wir gewonnen haben. Besonders nachdem, was in den letzten Tagen passiert ist.“ Denn in Göppingen fehlten auch Kay Smits (Rückenprobleme) sowie Shootingstar Nikola Roganovic, der einen Ermüdungsbruch im Mittelfuß erlitt. Dass der Sieg gegen ebenfalls verletzungsgebeutelte Göppinger letztlich so klar ausfiel, lag einmal mehr an einer starken Deckungsleistung und einem überragenden Bertram Obling zwischen den Pfosten. „Dazu haben wir in der zweiten Hälfte kaum Fehler gemacht und für unsere Kreisläufer immer wieder sehr gute Chancen erarbeiten können“, so Sigurdsson.
Wolff-Gerüchte
Nachdem am Donnerstag Gerüchte aufgekommen waren, dass DHB-Keeper Andreas Wolff (35) spätestens nach Auslaufen seines Vertrages im Sommer 2028 beim THW Kiel zum VfL Gummersbach wechseln könnte, äußerte sich nun auch Gudjon Valur Sigurdsson dazu. Es sei „mega“, dass solche Spieler mit dem VfL in Verbindung gebracht werden, sagte der Isländer ohne die Meldung inhaltlich kommentieren zu wollen. „Meine Aufgabe ist es, das Team zu coachen und nicht Spieler zu verpflichten“, ergänzte der VfL-Coach, der gleichzeitig anmerkte, dass „Bertram (Anm.d.Red.: Obling) auch nicht schlecht ist“.
Mit Zweitligameister Balingen erwartet die Oberberger am Sonntag nun eine äußerst unangenehme Aufgabe in der SCHWALBE arena. Zwar stehen die Gallier von der Alb, die im Sommer ihren Aufstiegskader weitgehend zusammenhielten, mit 5:13 Punkten als Tabellen-14. nur knapp über dem roten Strich. Doch ein Blick auf die Ergebnisse zeigt, wie unangenehm Spiele gegen das Team von Trainer Matthias Flohr sind. Bei vier ihrer sechs Saisonniederlagen verloren die Süddeutschen jeweils nur mit einem Tor Unterschied, darunter eine 30:31-Heimniederlage gegen den SC Magdeburg. Nur den Rhein-Neckar-Löwen (29:27) und Flensburg am Donnerstagabend (31:25) gelang es höhere Siege zu holen.
Ebenfalls bemerkenswert: die Ausgeglichenheit im Kader der Balinger. Der beste Torschütze, der Ex-Gummersbacher Yonatan Dayan, erzielte bislang 34 Tore. Es folgen sieben weitere Spieler, die mindestens 24 Tore im bisherigen Saisonverlauf erzielt haben. Dazu hat der Aufsteiger mit Ex-VfL-Torwart Daniel Rebmann (42 Paraden/Quote: 31,3 Prozent) und Sommer-Neuzugang Vladimir Cupara (57 Paraden/Quote: 26,5 Prozent) eins der heißesten Torhütergespanne der Liga.
Auch Sigurdsson ist begeistert vom Gegner und seinem schnellen Spiel: „Sie gehen in jeden Zweikampf rein, als ob es der letzte ist. Ihre Intensität und ihr Willen sind absolut vorbildlich, einfach genial. Es macht Spaß, ihnen zuzugucken und sie wirken auch auswärts sehr gefestigt. Uns erwartet eine Abwehr, die nicht einfach zu knacken sein wird.“ Den Spaß wollen Gummersbachs Handballer dem Gegner aber möglich frühzeitig nehmen und die eigene Serie vor der Länderspielpause ausbauen. Nach durchwachsenem Start in der Liga blieben die Oberberger zuletzt wettbewerbsübergreifend viermal in Folge unbesiegt. Für das Match am Sonntag waren am Freitagmittag nur noch Restkarten verfügbar.
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