HANDBALL

Erst nach der Pause wurde es spannend

pn; 01.12.2019, 16:40 Uhr
Fotos: Thomas Wirczikowski --- Fynn Schürmann und seine HC-Mitspieler machten es in der GWN-Arena unnötig spannend.
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Erst nach der Pause wurde es spannend

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pn; 01.12.2019, 16:40 Uhr
Oberberg – Heppe-Team zeigt im Derby Leidenschaft und Aggressivität zu spät – Pulheim zeigt Derschlag im Spitzenspiel die Grenzen des dünnen Kaders auf - Die Handball-Oberliga wird präsentiert von ‚Sportsbar Lutter‘.

SSV Nümbrecht – HC Gelpe/Strombach 24:27 (10:16).

 

Nach dem Abpfiff wirkte SSV-Coach Dirk Heppe ein wenig ratlos: „Mir ist schleierhaft, warum wir Leidenschaft und Aggressivität erst nach der Pause gezeigt haben.“ Gerade hatte sein Team das Derby gegen den HC Gelpe/Strombach verloren – nach einer verschlafenen ersten Hälfte auch keineswegs unverdient. Bereits unter der Woche hatte Heppe gemutmaßt, dass sein Team gegen das Team von Michiel Lochtenbergh schon eine Topleistung benötigen werde, davon war sie dreißig Minuten lang allerdings weit entfernt. Über 5:10 (21.) hatten die Gäste wenig Mühe das Spiel zu dominieren. „Wir haben den Gegner komplett abgemeldet“, urteilte der niederländische HC-Trainer, während Heppe vor einer „schweren Hypothek“ zur Pause sprach.

 

[Michiel Lochtenbergh ärgerte sich über die schwachen Chancenverwertung seines Teams.]

 

Nach dem Seitenwechsel sollte es aber doch noch spannender werden. Während Gelpe/Strombach viele Chancen liegen ließ, immer wieder am überragenden Tom Rydzewski (18 Paraden) scheiterte, drehte bei den Hausherren Patrick Martel auf und zeigte seine beste Saisonleistung. Über 16:18 (39.) und 18:21 (49.) kämpften sich die Südkreisler zurück in die Partie, ehe eine aus Heppes Sicht strittige Schiedsrichterentscheidung den SSV aus der Bahn warf. Lukas Bader wurde beim Wurf von Rydzewski mit dem Fuß im Gesicht getroffen und dafür mit einer Zeitstrafe bedacht. „Das hat in der Halle niemand verstanden“, meinte Heppe.

 

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Die Gäste erhöhten daraufhin zum 20:24 (54.), der SSV setzte aber zum Schlusssprint an und durfte beim 24:25 (58.) noch einmal hoffen. Eine rote Karte gegen Dominik Donath, der Lukas Bader abgeräumt hatte, sorgte aber für die Entscheidung. In Überzahl brachte die Spielgemeinschaft den Vorsprung souverän über die Zeit. „Eigentlich hätten wir hier mit zehn Toren Unterschied gewinnen müssen“, haderte Lochtenbergh mit den vielen liegen gelassenen Chancen. Heppe lobte dagegen die Moral seiner Mannschaft: „Gelpe/Strombach hatte sicherlich die reifere Spielanlage. Aber wir haben einen tollen Kampf geliefert.“

 

Nümbrecht: Jens Frey (7/6), Johannes Urbach, Simon Schanz, Patrick Martel (je 4), Tobias Mlynczak, Jannik Lang (je 2), Sebastian Deilmann (1).

 

Gelpe/Strombach: Julian Mayer (8/4), Lukas Bader (7), Tim Hilger (4), Harry Roth, Sean Borgard, Robin John (je 2), Fynn Schürmann, Florian Panske (je 1).

 

[Dominik Donath versucht es mit Gewalt gegen den HC-Block.]

 

TuS Derschlag – Pulheimer SC 24:29 (7:15).

 

Es sollte der Angriff auf Spitzenreiter Pulheim werden, es wurde eine Machtdemonstration des Tabellenführers. „Heute gibt es keine zwei Meinungen, wer hier verdient gewonnen hat“, gratulierte TuS-Coach Ralph Weinheimer den weiter ungeschlagenen Gäste zu einem völlig verdienten Erfolg. Ohne jedes Feuer agierten die Oberberger bis zur Pause, von der Euphorie des Pokalsieges in Weiden war wenig bis gar nichts zu sehen. „Wir waren einfach nicht anwesend“, urteilte Weinheimer. Während der Gegner clever und abgezockt spielte, regierte bei den Hausherren Hektik – daran änderte auch eine frühere Auszeit beim 3:8 (16.) wenig. Weinheimer vermisste mit dem gesperrten Yuri Pishchukhin eine ordnende Hand in der Offensive. Als dann auch noch Abwehrorganisator Nils Welke beim 6:10 (25.) berechtigterweise mit Rot zum Duschen geschickt wurde, deutete sich zur Pause bereits ein kleines Debakel an.

 

["Er hat Dinge gemacht, die man von ihm nicht kennt", war selbst HC-Trainer Lochtenbergh angetan vom starken Auftritt Patrick Martels.]

 

Doch mit dem Rücken zur Wand lief es plötzlich besser bei den Gastgebern. Ein schneller 4:0-Lauf zum 11:15 (33.) weckte Hoffnungen. „Aber dann haben wir überpaced und wollten zu schnell zu viel“, so Weinheimer, der nach dem Seitenwechsel vom siebten Feldspieler über eine 4:2-Abwehr bis zur offenen Manndeckung vieles probierte. Eins bekam er allerdings nicht abgestellt: Die viel zu hohe Fehlerquote. 39 Fehlwürfe bzw. technische Fehler notierten die Statistiker über 15:22 (44.) und 22:25 (56.) bis zum Abpfiff der guten Schiedsrichter. „Kämpferisch kann ich der Mannschaft nach der Pause nichts vorwerfen. Wir haben alles versucht, aber so einen Rückstand holt man gegen ein Spitzenteam wie Pulheim auch nur einmal in 20 Fällen auf“, muss Weinheimers Team den Kontakt zur Tabellenspitze vorerst abreißen lassen.

 

Derschlag: Michael Romanov (7), Philipp Krefting (6/1), Mario Weissner (4), Thorben Schneider (3), Timo Bay (2), Paul Borisch, Matias Cabrales (je 1).

 

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