HANDBALL
Kollektiver VfL-Frust: Schluroffs vermeintliches Siegtor annulliert
Gummersbach - Der VfL Gummersbach muss sich in Eisenach mit einem 28:28-Remis begnügen - Schluroffs direkter Freiwurf nach Abpfiff zählt nicht - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
Von Uli Klein
ThSV Eisenach - VfL Gummersbach 28:28 (14:15).
Am Ende stand gab es kollektiven Frust im Gummersbacher Lager, denn der VfL hatte am Ende der 60 Minuten völlig unnötig einen Punkt in der hitzigen Partie am Fuße der Wartburg verloren. Dabei hatte das Match ganz im Sinne der Gäste begonnen: Dank beweglich-kompakter Abwehrarbeit und konsequenter Abschlüsse in der Offensive hatte man den Eisenacher 1:0-Führungstreffer (2.) nicht nur umgehend beantwortet, sondern befand sich schnell auf bestem Wege zu einem erfreulichen Abend.
Nach knapp elf Minuten hatte man beim 2:6 (11.) nicht nur ein Vier-Tore-Polster herausgeworfen, sondern auch das gefürchtete Thüringer Publikum auf Normaltemperatur heruntergekühlt; von der gefürchtet-hitzigen Atmosphäre in der sogenannten Aßmann-Hölle war zu diesem Zeitpunkt angesichts der Gummersbacher Überlegenheit jedenfalls kaum etwas zu spüren.
Und auch in der Folge blieb es zunächst bei der oberbergischen Dominanz. Als sich dann aber mehrere Fehler in das Gummersbacher Offensivspiel einschlichen und man parallel dazu in der Defensive keinen rechten Zugriff mehr auf die ThSV-Aktionen bekam, nutzten die Gastgeber diese Defizite, um sich bis zum Gang in die Pause heranzukämpfen (14:15).
Nicht zuletzt hatte Eisenachs Trainer Sebastian Hinze kurz vor der Halbzeitsirene ein gutes Händchen bewiesen und den jungen Mats Grupe für Stammkeeper Matija Spikic zwischen die Pfosten beordert: Der Youngster parierte gleich mehrere Male gekonnt und sorgte für sechs torlose Minuten der Oberbergischen. Das Heimteam ließ sich denn auch nicht weiter bitten, glich nicht nur aus, sondern legte in der 37. Minute erstmals wieder seit der 1:0-Führung wieder vor (17:16/35.).
Für den Führungswechsel hatte der eingewechselte Grupe höchstpersönlich gesorgt: Der Torhüter nahm einen von seiner Deckung geblockten Ball auf und warf diesen über das während einer Gummersbacher Zeitstrafe verwaiste Tor der Gäste (17:16). Aber auch dieser Vorteil hielt nicht lange: Es blieb vielmehr beim ständigen Führungswechsel. Spektakulär in dieser Phase die Doppelparade von VfL-Keeper Ignacio Biosca , der zu Beginn der Endphase einen Strafwurf sowie den folgenden Nachwurf famos hielt.
Das Match war längst in der Crunchtime angekommen und hatte sich zum Freitagskrimi entwickelt. Eisenach verpasste den Ausgleich, Alex Dujshebaev erhöhte mit dem 26:28 wieder auf zwei Tore Vorsprung. Die Gäste hielten jetzt trotz einer Zeitstrafe und eines Ballverlusts alle Trümpfe in der Hand: Sie führten mit 28:27 und waren in Ballbesitz. Nach einer Auszeit blieben noch 35 Sekunden, doch der VfL Gummersbach konnte diese nicht herunterspielen und musste unter Zeitdruck einen unvorbereiteten Wurf von Außen nehmen. Der ThSV Eisenach ergriff die Chance und glich sieben Sekunden vor Ladenschluss durch Seitz zum 28:28 aus.
Aber auch diese Aktion bedeutete noch nicht den Schlusspunkt des Abends: Der VfL stürmte vielmehr noch einmal vorne, Kodrins Versuch verfehlte allerdings das Eisenacher Tor. Doch nach einigen Diskussionen am Zeitnehmertisch gabt es noch einen direkten Freiwurf. Miro Schluroff schnappte sich den Ball und jagte die Kugel spektakulär in die Maschen des ThSV-Tores. Doch die VfL-Handballer hatten die Rechnung ohne die beide Schiedsrichterinnen gemacht. Das Gespann Kuttler/Merz bemühte den Videobeweis und entschied, dass Schluroff den finalen Wurf nicht korrekt ausgeführt habe - es blieb beim 28:28-Remis.
Eisenach: Grupe (7 P), Spikic (2 P); Walz (6), Antonijevic (5), Leu (3), Scholtes (3), Aellen (2/1), Solak (2), Montebovi (2), Attenhofer (2), Seitz (1), Joelsson (2), Móré, Ende, Kurch, Schneibel
Gummersbach: Obling (8 P), Biosca (2 P); Dujshebaev (8), Roganovic (7/3), Schluroff (5), Kodrin (2), Horzen (2), Vidarsson (1), Vujovic (1/1), Häseler (1,) Zeman (1), Einarsson, Hallbäck, Blohme, Sindrason
Strafen
8:14 Minuten (Aellen, Solak, 2x Leu - Horzen, 2x Zeman, Schluroff, Einarsson, Häseler, Vidarsson).
Siebenmeter
1/3 - 4/5 (Biosca und Obling parieren gegen Aellen und Montebovi - Roganovic verwirft).
Zuschauer
2.350 (ausverkauft).
Schiedsrichter
Kuttler/Merz
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