HANDBALL
Eintrag ins Goldene Buch: Gummersbach rollt EM-Helden den roten Teppich aus
Gummersbach – Nach dem Gewinn der Silber-Medaille bei der Handball-Europameisterschaft folgte für Julian Köster, Miro Schluroff, Tom Kiesler und Mathis Häseler nun die Einladung von Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit ins Rathaus.
Von Peter Notbohm
Was haben Julian Köster, Kapitän des VfL Gummersbach, und Handballlegende Heiner Brand gemeinsam? Beide durften sich bereits mehrfach in das Goldene Buch der Stadt Gummersbach eintragen. Am Dienstag wurde Köster bereits zum dritten Mal die große Ehre zuteil. Gummersbachs neuer Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit hatte erstmals in seiner Amtszeit zu der besonderen Würdigung eingeladen. Geehrt für die Silber-Medaille bei der Handball-Europameisterschaft in Dänemark, Schweden und Norwegen wurden neben Köster auch Tom Kiesler, Mathis Häseler und Miro Schluroff.
Routine sei der Eintrag ins Goldene Buch auf keinen Fall, sagte Köster im Anschluss an die Überreichung seiner Ehrenurkunde: „Natürlich ist es schon das dritte Mal, aber es freut mich immer wieder aufs Neue und ist jedes Mal eine besondere Ehre für mich.“ Zuvor hatte sich der Nationalspieler bereits für die Rückkehr mit dem Verein in die Handball-Bundesliga sowie für seine Silber-Medaille bei den Olympischen Spielen 2024 im Goldenen Buch der Stadt verewigen dürfen. Auch Kiesler und Häseler sind Wiederholungstäter, die bereits beim Aufstieg 2022 zum Kader gehörten.
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[Wiederholungstäter: Julian Köster unterschrieb bereits zum dritten Mal im Goldenen Buch der Stadt.]
Für Miro Schluroff war es hingegen der erste Eintrag, die er als „große Ehre“ bezeichnete: „Es ist ein schönes Gefühl, dass man sich in der Geschichte von Gummersbach verewigt hat.“ Ähnlich äußerte sich Häseler, der von „einem besonderen Moment“ sprach. Besonders stolz war Tom Kiesler: „Als Gummersbacher, der hier aufgewachsen ist und lebt, ist das eine große Ehre, sich in dieses Buch eintragen zu dürfen.“ Der Abwehrspezialist gehörte bei seinem ersten großen Turnier zu den Shootingstars, auch wenn er zwischenzeitlich von einer Erkrankung gestoppt wurde und im Finale schon nach einer Viertelstunde die Rote Karte sah. Trotz allem sieht Kiesler das Turnier nur positiv: „Als Mannschaft sind wir gut zusammengewachsen und haben Silber gewonnen.“
Halding-Hoppenheit, der auch Dominik Kuzmanovic zu Bronze mit Kroatien und Teitur Einarsson sowie Ellidi Vidarsson mit Island zum Erreichen des Halbfinales gratulierte, hatte nicht nur die vier Ehrenträger in den Ratssaal eingeladen, sondern die komplette VfL-Mannschaft mit Trainern, Betreuerstab und Geschäftsführer Christoph Schindler. Auch Heiner Brand, Träger des Ehrenrings der Stadt, war neben einigen Gästen zugegen. Man wolle vier herausragende Sportlerpersönlichkeiten ehren, begann das Stadtoberhaupt seine Laudatio. Das DHB-Team habe nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen und dürfe sich deshalb „zurecht Vize-Europameister nennen“.
Das VfL-Quartett sei damit „ein wunderbarer Botschafter unseres Landes, unserer Stadt und unseres Heimatvereins, unseres VfL Gummersbach“, so Halding-Hoppenheit weiter. Mit ihrem Fleiß, ihrer Ausdauer, ihrer Leidenschaft und ihrem Mut seien die vier Nationalspieler als Teamplayer gerade für junge Menschen echte Vorbilder. „Ein kluger Mann hat mal gesagt. Der VfL ist Gummersbach und Gummersbach ist der VfL. Der VfL ist viel mehr als ein Handballverein. Er ist ein Aushängeschild unserer Stadt, das weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist“, zitierte der Bürgermeister auch seinen Amtsvorgänger Frank Helmenstein und nannte den Verein „einen festen Bestandteil unserer Identität“.
Köster blickte anschließend noch einmal auf das kräfteraubende Turnier zurück, in dem das DHB-Team mit den beiden Vorbereitungsspielen elf Spiele „auf allerhöchstem Niveau“ absolviert habe: „Insgesamt haben wir ein sehr starkes Turnier gespielt und einen Schritt nach vorne gemacht. Es war eine EM, bei der wir überhaupt keinen leichten Gegner hatten und das Spiel, was im Vorfeld leicht eingeschätzt wurde (Anm.d.Red.: Vorrundenspiel gegen Serbien) sogar verloren haben.“ Dass die Mannschaft trotzdem nie das Gefühl eines Lagerkollers hatte, spreche für die gute Atmosphäre im Team.
Und auch auf seine letzten Monate im VfL-Trikot warf der 25-Jährige, der im Sommer zum THW Kiel wechseln wird, schon einmal einen Blick voraus: „Der Wechsel nach Kiel war eine bewusste Entscheidung, aber mit dem Abschied habe ich mich noch nicht so viel beschäftigt. Bis dahin sind noch einige Spiele zu absolvieren und ich will jedes Spiel gewinnen. Dazu haben wir gute Chancen, müssen dafür aber weiter unsere Arbeit machen.“
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