HANDBALL

Eine erwachsene Leistung

pn; 29.09.2019, 20:20 Uhr
HANDBALL

Eine erwachsene Leistung

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pn; 29.09.2019, 20:20 Uhr
Oberberg - Gelpe/Strombach trotzt den Verletzungssorgen - Traumtor bei TuS-Sieg - Nümbrecht torhungrig - Die Handball-Oberliga wird präsentiert von ‚Sportsbar Lutter‘ (AKTUALISIERT).

TV Weiden II – HC Gelpe/Strombach 23:34 (10:18).

 

Mit einigen Sorgenfalten im Gesicht reiste Michiel Lochtenbergh mit seinem Team zum Aufsteiger aus Weiden. Das lag allerdings weniger am Sensationssieg der Hausherren vom vergangenen Wochenende bei Aufstiegsfavorit Refrath, als vielmehr an der arg geschröpften Personaldecke der Oberberger: Christopher Suhr musste mit Leistenproblemen passen, Sean Borgard quälten muskulöse Probleme in der Wade und auch Tim Hilger und Marvin Blech hatten unter der Woche kaum trainieren können. „Das war alles eher suboptimal“, fasste der Niederländer die Situation zusammen. Doch sein Team begann konzentriert, zeigte eine hohe Laufbereitschaft, setzte den Gegner stets unter Druck und ließ sich auch vom frühen verletzungsbedingten Aus Tim Hilgers nach 13 Minuten nicht schocken.

 

 

„Das war eine erwachsene Leistung“, meinte Lochtenbergh. Über 5:7 (15.) und 7:13 (22.) hatten die Gäste bereits zur Pause für klare Fronten gesorgt. Ob mit Übergängen, im 1-gegen-1 oder schlicht aus der zweiten Reihe, Gelpe/Strombach fand immer ein probates Mittel, Weidens Defensive zu knacken. Beim 15:25 (42.) wurde der Vorsprung erstmals zweistellig, der HC-Coach wechselte mittlerweile nach Belieben durch. Ein gelungenes Debüt lieferte Robin John ab, der sich mit sechs Treffern schnell ins System einfand. Ein Sonderlob verdienten sich aber auch die beiden Torhüter Marvin Blech (14 Paraden in 40 Minuten) und Moritz Banaschewitz (9 Paraden in 20 Minuten).

 

Gelpe/Strombach: Julian Mayer (14/7), Robin John (6), Fynn Schürmann (4), Ole-Gunnar Steinhagen (3), Sean Borgard (2), Lukas Altjohann, Tim Hilger, Felix Soldanski, Lukas Bader, Florian Panske (je 1).

 

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MTV Köln – SSV Nümbrecht 30:38 (14:18).

 

Ein Wechselbad der Gefühle erlebten Nümbrechts Handballer in der Kölner Domstadt. Nicht nur, dass den Oberbergern ihre linke Außenbahn ausfiel, auch Torhüter Tom Rydzewski musste mit einem Außenbandriss passen. „Vor dem Spiel hätte ich mich mit einem Punkt begnügt, aber mein Co-Trainer wollte unbedingt zwei haben“, hatte SSV-Coach Dirk Heppe nach der Partie gut lachen. Denn die Gäste kehrten nicht nur mit zwei Punkte in den Südkreis zurück, sondern auch mit einem vollzogenen Reifeprozess. „Letzte Saison hätten wir solche Spiele noch verloren“, meinte Heppe, der seinem Team bis zur Pause die stärkste Hälfte der gesamten Saison attestierte. Gegen die offensive 3:2:1-Deckung der Hausherren hatte Kreisläufer Jens Frey viele Räume und auch Simon Schanz konnte seine Agilität mehrfach ausspielen. Und auch defensiv überzeugte der Innenblock um Jannik Lang und Abwehrchef Frey.

 

Kurz vor der Pause allerdings der erste Rückschlag: Dag Dissmann wurde nach einem vermeintlich harmlosen Kopftreffer zum Duschen geschickt. Und auch nach dem Seitenwechsel waren die vier Tore Vorsprung schnell aufgebraucht. Zu frühe Abschlüsse luden Köln zum 22:22-Ausgleich (40.) ein, das Spiel kippte sogar zum 26:23 (45.). Erinnerungen an das Derby in Derschlag wurden im Nümbrechter Lager geweckt, denn auch am Epelberg hatte der SSV ein Führung leichtfertig verspielt. Doch nach einer Auszeit besannen sich die Gäste wieder auf ihre Stärken, trafen acht Mal in Folge zum 26:31 (55.) und ließen auch in der Schlussphase nichts mehr anbrennen. „Ich habe die Jungs in der Auszeit nur erinnert, dass sie hier die bessere Mannschaft sind, umso mehr freut es mich, dass wir wieder zurückgekommen sind“, so Heppe, „denn ein zweites Derschlag wollten wirklich nicht erleben.“

 

Nümbrecht: Simon Schanz (11), Jens Frey (9/3), Johannes Urbach, Dominik Donath (je 5), Patrick Martel (3), Jannik Lang (2), Tobias Mlynczak, Marcel Miebach, Nils Schwabroh (je 1).

 

 

TuS Derschlag – TK Nippes 35:26 (17:13).

 

Der Partie den Stempel aufdrücken, hatte TuS-Coach Ralph Weinheimer unter der Woche gefordert. Doch gegen biedere Gäste tat sich seine Mannschaft, zumindest 30 Minuten lang, recht schwer, diese Forderung auch umzusetzen. Zwar merkte man auch schon in der ersten Hälfte, wer der Chef im Ring ist, doch die langen Angriffe der Kölner zermürbten die Derschlager Konzentration immer wieder aufs Neue. „Wir haben uns unheimlich schwer getan und konnten uns lange nicht absetzen“, meinte Weinheimer. Bis zum 13:12 (25.) waren die Domstädter ein hartnäckiger Gegner, der sich nicht abschütteln lassen wollte.

 

[Norman Krause erzielte ein Traumtor.]

 

Zwei Tore innerhalb der letzten 20 Sekunden waren aber Balsam für das Derschlager Gemüt. Dabei war vor allem das 17:13 durch Norman Krause ein Treffer der Marke Tor des Jahres. Nippes schloss seinen überhasteten Angriff zu schnell ab und TuS-Keeper Martin Ritter spielte drei Sekunden vor dem Ende einen letzten langen Ball nach vorne. Der durchgestartete Krause verwertete den etwas zu langen Pass mit einem wunderschönen Kempa-Trick mit der Schlusssirene im Winkel. Ein Tor, das Auftrieb für den zweiten Durchgang gab: Über 19:14 (33.) und 24:14 (39.) ging es am Ende nur noch um die Höhe des Sieges. Ein Erfolg mit elf Toren Differenz hätte die Tabellenführung bedeutet, „aber wir fühlen uns in der Rolle des Jägers ohnehin wohler“, sagte Weinheimer mit einem Schmunzeln.

 

Derschlag: Yuri Pishchukhin (7), Thorben Schneider (6), Philipp Krefting (6/1), Norman Krause (6/2), Fynn Wandschneider (3), Michael Romanov, Nils Welke (je 2), Mario Weissner, Matias Cabrales, Timo Bay (je 1).

 

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