HANDBALL

Verletzung überschattet HC-Sieg in Aachen

pn; 05.12.2021, 18:45 Uhr
Fotos: Erhard Krupp.
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Verletzung überschattet HC-Sieg in Aachen

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pn; 05.12.2021, 18:45 Uhr
Oberberg – HCGS-Spiel muss über 20 Minuten unterbrochen werden - Bitteres Last-Second-Remis für Nümbrecht II – Oberwiehl II schwimmen im Abstiegskampf die Felle davon (AKTUALISIERT).

HSG Geislar-Oberkassel – SSV Nümbrecht II 22:22 (10:8).

 

Die Spielzeit war längst abgelaufen als Geislars Spielmacher Felix Herzog den Ball noch einmal in die Hand nahm: Mit hoher Geschwindigkeit segelte sein direkter Freiwurf zunächst am Nümbrechter Block vorbei und schlug anschließend unhaltbar im Winkel des Gehäuses von Lukas Kirchner ein. Frenetischer Jubel bei den Hausherren, fassungslose Blicke bei den Gästen, die in allerletzter Sekunde aus allen Träumen gerissen wurden. Statt zwei Punkte aus Bonn zu entführen, mussten sie sich mit einem Zähler begnügen. Co-Trainer Ingo Werblow, der gemeinsam mit Daniel Funk den abwesenden Coach Manuel Seinsche vertrat, entschied sich bei der Frage 'gewonnener oder verlorener Punkt' dennoch für die positive Variante. „Wir haben dem bislang verlustpunktfreien Tabellenführer einen Punkt abgenommen. Da werde ich niemanden bei uns einen Vorwurf machen und der Frust über diesen Freiwurf wird auf keinen Fall überwiegen“, meinte er nach der Partie.

 

 

Eine Partie, die auch nicht unbedingt einen Sieger verdient gehabt hatte. Mehrfach wechselte die Führung, beide Abwehrreihen diktierten gerade vor der Pause das Geschehen. SSV-Keeper Kirchner war mit zehn Paraden bis zum Halbzeitpfiff der guten Schiedsrichter der Fels in der Brandung. Nach dem Seitenwechsel war es der eingewechselte Rechtsaußen Robin Donath, der mit vier Treffern innerhalb von fünf Minuten dafür sorgte, dass die Partie zum 14:15 (41.) erneut kippte. Spannend blieb es über 18:17 (50.) und 20:22 (59.) aber bis zum Schluss. Nach dem Anschlusstreffer stellten die Gastgeber auf eine offene Manndeckung um: Torben Lang bekam hierbei ein umstrittenes Stürmerfoul abgepfiffen und Geislar erkämpfte sich einen letzten Freiwurf zentral vor dem Tor - der Rest ist bekannt. „Wir sind trotzdem nicht enttäuscht. Dieser Punkt kann noch viel wert sein und war von uns nicht eingeplant“, so Werblow.

 

Nümbrecht: Daniel Funk (7/6), Robin Donath (5), Moritz Menger, Lucas Söntgerath (je 3), Benedikt Opitz (2), Markus Schwemke, Torben Lang (je 1).

 

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CVJM Oberwiehl II – Eschweiler SG 20:21 (11:7).

 

Oberwiehls Trainer Jan Jäckel redete nach der Heimniederlage gegen die Eschweiler SG nicht lange um den heißen Brei herum. „Unsere Chancen auf die Meisterschaftsrunde sind endgültig verpufft und selbst in der Abstiegsrunde wird das eine ganz schwierige Aufgabe“, sagte er nach der Partie. Es war bereits die achte Niederlage im neunten Spiel für die CVJM-Reserve, Jäckel bezeichnete sie als vollkommen unnötig: „90 Prozent unserer Entscheidungen waren falsch, wir hätten viel cleverer sein müssen.“ Während Eschweiler geduldig seine Angriffe vortrug, kamen die Gastgeber fast nur über die erste und zweite Welle zu Torerfolgen, da half es auch wenig, dass die Gäste 30 Minuten brauchten, um sich an das Harz am Ball zu gewöhnen.

 

 

3:1 (14.) und 8:4 (25.) hieß es zwischenzeitlich im torarmen ersten Durchgang. Nach der Pause häuften sich die viel zu früheren Oberwiehler Abschlüsse, Eschweiler kam zum schnellen 13:13-Ausgleich (40.). Beim 16:17 (48.) kippte die Begegnung erstmals, der starke Philip Gläser verhinderte mit seinen Paraden, dass die Gäste davonzogen. In der Schlussphase half den Gastgebern nicht einmal eine rote Karte gegen SG-Spieler Sven Lützeler, der Sean Bockhacker in den Arm gegriffen hatte. Nach dem 20:21 blieben Oberwiehl 50 Sekunden, mehr als ein direkter Freiwurf kam dabei aber nicht mehr heraus. „Mit so einer Leistung wird es selbst in Waldbröl kommende Woche sehr schwer, Punkte mitzunehmen“, meinte ein enttäuschter Jan Jäckel.

 

Oberwiehl: Julian Klein (5/4), Lennart Frielingsdorf (4), Silas Kleinauski, Maurice Heuser, Leon Binder (je 2), Jens Barf, Christian Schüttenhelm, Sean bockhacker, Marvin Klein, Moritz Madel (je 1).

 

 

ASV SR Aachen II – HC Gelpe/Strombach II 27:32 (14:14).

 

Der erste Auswärtssieg der Saison des HC Gelpe/Strombach II trat nach dem Schlusspfiff vollkommen in den Hintergrund. Die oberbergischen Gäste waren in Gedanken bei ihrem Mitspieler Julian Kolken, der kurz vor der Pause nach einem eigentlich harmlosen Foul unglücklich auf dem Kopf gelandet war und von einem Krankenwagen in ein Aachener Krankenhaus gebracht werden musste. „Wir wissen noch nicht, was er genau hat, hoffen aber natürlich, dass ihm nichts schlimmes passiert ist“, sagte HC-Trainer Daniel Rodriguez wenige Minuten nach dem Abpfiff. Die Partie war über 20 Minuten unterbrochen worden, es gab sogar Überlegungen sie abzubrechen. „Meine Mannschaft hat sich aber entschieden, für Julian weiterspielen zu wollen“, so Rodriguez, der zudem ausdrücklich die Gastgeber lobte: „Aachen hat sich absolut fair verhalten.“

 

 

Sportlich war das Spiel kein Leckerbissen. Von Anfang an entwickelte sich eine zerfahrene Begegnung, die von vielen technischen Fehlern geprägt war. Die Gäste lagen über 2:5 (10.), 10:11 (21.) und 11:14 (26.) meist in Führung, verpassten es aber diese auszubauen. Auch nach dem Seitenwechsel blieb es bis zum 25:26 (52.) spannend, im Schlussspurt hatten die Oberberger über 26:30 (57.) aber mehr Substanz. „Spielerisch war das nicht toll, aber am Ende zählen nur die Punkte und natürlich die Gesundheit von Julian“, kommentierte Rodriguez den wichtigen Sieg im Kampf um die ersten acht Plätze. Interessant wird es für den Tabellenfünften auch am Dienstagabend: Dann verhandelt das HVM-Sportgericht über den HC-Einspruch im Auswärtsspiel bei Geislar-Oberkassel.

 

Gelpe/Strombach: Maurice Ginczek (7), Philipe Ginczek (6/2), Jan Höfer (6), Marvin Scholz (4), Tobias Müller, Sebastian Pankse (je 3), Lars Rostalski (2), Noah Lomberg (1).

 

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