HANDBALL

Bergneustadt rettet den Sieg über die Ziellinie

pn; 29.08.2021, 15:45 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung ---- Thorben Schneider und der TV Bergneustadt feierten am 1. Spieltag einen wichtigen Sieg.
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Bergneustadt rettet den Sieg über die Ziellinie

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pn; 29.08.2021, 15:45 Uhr
Oberberg - Der TVB besiegt Euskirchen in einem intensiven Spitzenspiel - Schwarzes Wochenende für die restlichen oberbergischen Vertreter (AKTUALISIERT).

TV Bergneustadt – HSG Euskirchen 21:19 (9:7).

 

Der TV Bergneustadt hat zum Saisonbeginn ein erstes Ausrufezeichen gesetzt und ein intensives Spitzenspiel gegen hoch gehandelte Gäste aus Euskirchen gewonnen. Die Oberberger diktierten das Geschehen über weite Strecken, machten es in der Schlussphase aber noch einmal unnötig spannend. „Euskirchen war der erwartet schwere Gegner, gegen den wir uns über 50 Minuten sehr gut an unser Konzept gehalten haben“, analysierte Trainer Tobias Uding nach der Partie. Bereits in den Anfangsminuten zeigten beide Teams, dass es auf dem Bursten nicht nur um zwei Punkte ging, sondern auch darum, im Kampf um die Tabellenspitze eine erste Duftmarke zu setzen – beide Mannschaften agierten giftig.

 

[Nils Meier zeigte sich souverän am Siebenmeterstrich.]

 

Was die Partie an Intensität bot, fehlte ihr zunächst allerdings an Toren. Bis zum 4:5 (22.) geizten beide Offensivreihen bei ihren Abschlüssen. „Trotzdem haben wir die Ruhe behalten“, so Uding, dessen Team den Gegner nun mürbe spielte. Aus der knappen 9:7-Pausenführung wurde nach dem Seitenwechsel über 11:9 (37.) ein stattlicher 18:11-Vorsprung (48.), auch weil Kevin Neese zwei Siebenmeter in kurzer Zeit parierte. Das Duell schien entschieden. Nicht jedoch für Euskirchens Trainer Stefan Tutje, der zunächst Thorben Schneider eine Manndeckung auf die Füße stellte und wenig später beim 19:16 (55.) mit einer vollständigen Manndeckung volles Risiko ging– Bergneustadt kam ins Schwimmen und bettelte in der Schlussphase nahezu um den Ausgleich.

 

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„Wir machen in den letzten zehn Minuten zwölf Fehler“, ärgerte sich Uding über die fehlende Dynamik seines Teams. Ganz unschuldig an der chaotischen Schlussphase war der Coach allerdings auch nicht: Mit der Einwechslung des bis dahin nicht eingesetzten Jürgen Baltres (54.) verzockte sich Uding völlig. Baltres produzierte zwei Stürmerfouls und verursachte durch ein Abstandsvergehen innerhalb der letzten 30 Sekunden den Siebenmeter zum 20:19 eine halbe Minute vor Abpfiff. Erst Thorben Schneider erlöste die Hausherren. „Sehr viel länger hätte die Partie wahrscheinlich nicht dauern dürfen“, war Uding ehrlich. „Aus den Schlussminuten müssen wir lernen, aber insgesamt bin ich natürlich zufrieden, denn das war ein wichtiger Erfolg gegen einen starken Gegner.

 

Bergneustadt: Thorben Schneider (5), Dennis Hermann (4), Nils Meier (4/3), Marco Rubel, Nils Welke (je 3), Marcel Neese, Michel Töpfer (je 1).

 

[Nils Welke rieb sich am Kreis auf und war selten fair zu stoppen.]

 

Eschweiler SG – SSV Nümbrecht II 32:22 (16:7).

 

Überraschende Packung für Nümbrechts Reserve bei der Eschweiler SG: Ohne sieben Spieler und ohne den kurzfristig erkrankten Trainer Manuel Seinsche waren die Oberberger trotz punktueller Unterstützung aus dem Oberligakader chancenlos. Das Debakel zeichnete sich bereits vor der Pause ab. „Wir haben viel zu viele technische Fehler produziert und mit zu wenig Tempo agiert“, analysierte Co-Trainer Ingo Werblow den ersten Durchgang. Die Gäste hatten enorme Probleme, sich an den klisterfreien Ball zu gewöhnen und haderten zudem mit der Stürmerfoulauslegung der Schiedsrichter.

 

Bis zum 6:5 (17.) blieb die Partie noch offen, anschließend wirkte Nümbrecht zunehmend demotivierter. Nach dem Seitenwechsel gelang es Benedikt Opitz zwar per Siebenmeter noch einmal zum 21:16 (48.) zu verkürzen, die Aufholjagd hatte zu diesem Zeitpunkt aber bereits zu viel Kraft gekostet. Eschweiler baute den Vorsprung zum 27:17 (53.) schnell wieder aus. „Wir haben die ersten Hälfte schlicht verschlafen. Es fehlte einfach an allem“, meinte Werblow.

 

Nümbrecht: Markus Bitzer (4), Tim Lefherz (4/4), Stephan Bitzer (3), Marcel Miebach (2), Benedikt Opitz, Daniel Funk (je 2/1), Lucas Söntgerath, Robin Donath (je 1).

 

 

CVJM Oberwiehl II – Pulheimer SC II 20:24 (12:12).

 

[Lukas Flick hat das gegnerische Tor im Visier.]

 

Oberwiehls Trainer Carsten Mundhenk nahm die Auftaktniederlage gegen den Pulheimer SC II teilweise auf seine Kappe. „Ich habe unsere Deckung zu spät umgestellt“, meinte er nach dem Spiel. Aber auch seine Spieler mussten sich zumindest die schwache Quote vor dem gegnerischen Tor ankreiden lassen. „Es waren einfach ein paar Faktoren zu viel, um dieses enge Spiel zu gewinnen“, so Mundhenk. Dabei begann die Partie vielversprechend: Pulheim ging zwar mit 2:1 (3.) in Führung, bis zum 9:7 (21.) war aber Oberwiehl das leichte aktivere Team.

 

Eine Zeitstrafe nach der Pause gegen den CVJM leitete Pulheims beste Phase ein. Die Gäste zogen auf 15:19 (42.) davon, Mundhenk sollte die Deckung aber erst nach dem 17:22 (48.) auf eine defensivere 6:0-Variante umstellen. Besonders Michael Ehlert bekamen die Oberberger bis dahin überhaupt nicht in den Griff. Der Routinier setzte immer wieder den Pulheimer Kreisläufer in Szene. In der Schlussphase hatte Oberwiehl zwar mehrfach die Chance zu verkürzen, „aber wir müssen unsere Chancen dann natürlich auch nutzen“, ärgerte sich Mundhenk über einen liegen gelassenen Siebenmeter und mehrere weitere gute Wurfgelegenheiten. Ein Sonderlob verdienten sich Marvin und Julian Klein.

 

Oberwiehl: Julian Klein (10/3), Marvin Klein (5), Tilman Penz (2), Lennart Frielingsdorf, Sean Bockhacker, Torben Weisskopf (je 1).

 

[Martin Ritter machte eine ordentliche Partie im TVB-Gehäuse.]

 

BTB Aachen III – HC Gelpe/Strombach 23:19 (12:10).

 

Fehlstart für die Reserve des HC Gelpe/Strombach. Das Team von Daniel Rodriguez verlor sein Auswärtsmatch im Aachener Gillesbachtal. „Wir mussten heute gegen zwei Gegner antreten“, war der HC-Coach nach der Partie nicht unbedingt gut auf die Schiedsrichter zu sprechen, die die Oberberger seiner Meinung nach in den entscheidenden Szenen klar benachteiligt hatten. Dass die Unparteiischen überhaupt zum Faktor aus HC-Sicht wurden, hatte allerdings auch mit der mangelnden Durchschlagskraft der Gäste zu tun. Gegen die bullige Abwehr der Hausherren fand Gelpe/Strombach selten Mittel, verzettelte sich stattdessen immer wieder in Einzelaktionen.

 

Über 1:3 (10.) und 8:5 (22.) prägten beide Defensivreihen das Geschehen, bester Akteuer der Oberberger war Torhüter Philipp Gossens, der die Offensivschwächen seiner Vorderleute auch nach dem Seitenwechsel lange kaschieren konnte. 16:14 (43.) und 18:18 (50.) war die weiteren Zwischenstände in der engen Partie. Gelpe/Strombach ließ nun gleich drei Angriffe ungenutzt liegen und haderte zudem mit einem ausbleibenden Siebenmeterpfiff. Nach dem 20:18 (56.) ging der HC volles Risiko, die offene Deckung ging allerdings nach hinten los. „19 Tore sprechen leider auch für sich“, trauerte Rodriguez den liegen gelassenen Chancen hinterher.

 

Gelpe/Strombach: Philipe Ginczek (5), Tom Bonfiglio (5/4), Jan Höfer (4), Julian Kolken (3),  Leon Hagen, Noah Lomberg (je 1).

 

[Dennis Hermann erzielte vier Treffer, sehr zur Freude der ordentlich gefüllten Burstenhalle.]

 

CVJM Waldbröl – HSG Siebengebirge III 16:33 (7:17).

 

Die HSG Siebengebirge III hat Gunnar Cichon und Markus Deubel ihren Einstand auf der Waldbröler Bank gründlich verdorben. Gerade einmal 20 Minuten konnten die Gastgeber das Spiel offen gestalten, anschließend diktierten die Gäste das Geschehen nach Belieben. Bereits vor der Partie musste das CVJM-Trainertandem die erste bitte Pille schlucken: Sebastian Klein musste kurzfristig passen. Nach nicht einmal elf Minuten wurde zudem Lukas Leidig von den Schiedsrichtern frühzeitig zum Duschen geschickt, nachdem sein Siebenmeter den Torhüter am Kopf gestriffen hatte. „Damit war unser Rückraum gesprengt. Dafür ist unser Kader nicht tief genug“, meinte Deubel, dessen Team in den zehn Minuten vor der Pause allerdings auch einen Gegenstoß nach dem anderen zuließ.

 

Nach dem Seitenwechsel reichten die Kräfte noch bis zum 11:22 (41.), anschließend ergaben sich die Gastgeber in ihr Schicksal. Vorwürfe wollte Deubel dem Team aber keine machen: „Die Einstellung der Jungs hat gestimmt, wir mussten quasi 45 Minuten ohne Rückraum agieren.“ Siebengebirge ist für ihn allerdings auch kein Maßstab im Kampf um den Klassenerhalt. Nächste Woche im Derby beim SSV Nümbrecht II sehe das bereits anders aus, so Deubel.

 

Waldbröl: Sebastian Hein (5), Tobias Mertens (5/1), Lars Gustke (2), Julian Schmitz, Patrick Schwarz, Robin Becker, Max Leidig (je 1).

 

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