HANDBALL

Bergneustadt darf nach einem Jahr wieder jubeln

pn; 13.10.2019, 10:45 Uhr
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Fotos: Michael Kleinjung, Erhard Krupp (Galerie)--- Marco Rubel war als Indianer in der 5:1-Defensive einer der Garanten für den ersten Bergneustädter Sieg seit 50 Wochen.
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Bergneustadt darf nach einem Jahr wieder jubeln

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pn; 13.10.2019, 10:45 Uhr
Oberberg - TVB feiert ersten Saisonsieg - Nümbrechter Sensationssieg gegen Polizei Köln - Bastian Schneider rettet CVJM II einen Punkt - HSG nach Heimsieg auf Rang vier - Die Handball-Landesliga wird präsentiert von 'Opel Ley' (AKTUALISIERT).

TV Bergneustadt – HSG Geislar-Oberkassel 24:22 (10:6).

 

Irgendwann im Laufe des Abends verließ Tobias Uding die Feierlichkeiten seines Teams. Fast ein Jahr lang hatte der TV Bergneustadt kein Pflichtspiel gewonnen – eine deprimierend lange Zeit. „Die Mannschaft soll das feiern, ich werde im Stillen genießen“, sprach der Coach von einem erleichternden Gefühl. Den Sieg bezeichnete er als „absolut verdient“. Zu keinem Zeitpunkt habe man seiner Mannschaft die Bürde des 0:8-Saisonstarts angemerkt. Defensiv räumte Indianer Marco Rubel vieles vor der 5:1-Deckung weg, dahinter stand zudem ein starker Kevin Neese im Gehäuse. Offensiv war Marcel Neese die treibende Kraft. Über 5:3 (17.) hatten sich die Oberberger mit einem 5:0-Run eine stattliche 10:3-Führung erspielt, kassierten in doppelter Unterzahl aber noch drei Treffer bis zur Pause.

 

[Lukas Flick setzt zum Wurf an.]

 

„Der knappe Rückstand war schmeichelhaft für Geislar, wir hatten zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Gegenstöße verschwendet“, so Uding. Nach dem Seitenwechsel schwanden auf beiden Seiten zusehends die Kräfte, über 17:11 (42.) und 20:13 (46.) agierten die Hausherren aber weiter mutig und diktierten zunächst wieder das Geschehen. In der Schlussphase begann trotzdem noch einmal das große Zittern. Bis auf 21:19 (55.) verkürzten die Gäste, in den Schlussminuten hatte Bergneustadt aber stets die richtige Antwort. „Das hat mich unheimlich stolz gemacht, dass wir uns nicht haben aus der Ruhe bringen lassen“, sprach Uding von zwei wichtigen Punkten gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt.

 

Bergneustadt: Marcel Neese (9/3), Marco Rubel (6), Jürgen Baltres, Holger Magdzack (je 3), Lukas Flick (2), Daniel Stöcker (1).

 

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CVJM Oberwiehl II – TuS Königsdorf 33:33 (16:19).

 

Bastian Schneider bekam nach dem Schlusspfiff kaum noch Luft. Der Spielmacher wurde von seinen Mitspielern geradezu erdrückt, nachdem er zuvor mit einem Freiwurftrick mit der Schlusssirene den 33:33-Ausgleich erzielt hatte. „Er hat den Pass angetäuscht, sich blitzschnell umgedreht und direkt abgezogen“, freute sich CVJM-Coach André Heinrich über den Geistesblitz seines Routiniers, der den Oberwiehlern einen wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt sicherte. „Es war insgesamt eine klasse Leistung der Jungs“, meinte Heinrich weiter.

 

[Auf Kevin Neese (links) konnte sich der TVB verlassen - Tobias Uding sah einen leidenschaftlichen Auftritt seiner Mannschaft.]

 

In einer torreichen Begegnung lag der CVJM bis zum 12:10 (16.) in Front, ehe Königsdorf stärker wurde und die Partie zum 13:16 (24.) drehte. „Wir hatten bis zur Pause einige unglückliche Aktionen“, analysierte der CVJM-Coach, dessen Team sich aber nicht aufgab, nach dem Seitenwechsel zum 21:21 (38.) ausglich und sich auch von den vielen Zeitstrafen nicht aus dem Rhythmus bringen ließ. „Uns fehlte phasenweise die Cleverness. Meine Jungs sind nach Fouls sofort wieder aufgesprungen, während Königsdorf liegen blieb“, haderte Heinrich mit dem 1:6-Strafenverhältnis. In der Schlussphase ging der CVJM 90 Sekunden vor dem Ende mit 32:31 in Führung, kassierte kurz darauf aber auch eine weitere Zeitstrafe. „Am Ende war der Ausgleich vielleicht ein wenig glücklich, nach einem tollen Spiel aber auch völlig verdient“, war der Trainer zufrieden.

 

Oberwiehl: Bastian Schneider (9), Johannes Schneevogt (9/1), Patrik Latzke (4), Marvin Klein (3), Frankjörn Schell, Leon Binder (je 2), Jens Barf, Daniel Rischikov, Jan Philipp Strässer, Moritz Madel (je 1).

 

 

SSV Nümbrecht II – Polizei SV Köln 29:27 (15:12).

 

[Jürgen Baltres wird von seinem Gegenspieler gestoppt.]

 

Als Sieg für die Seele bezeichnete Manuel Seinsche den Überraschungscoup seiner Mannschaft gegen Polizei Köln. „So niedergeschlagen ich nach der Niederlage in Marienheide war, so geflasht bin ich dieses Wochenende“, war der SSV-Coach begeistert vom Auftritt seiner Mannschaft, die bereits in den Anfangsminuten zeigte, dass sie gewillt war, den schwachen Derbyauftritt schnell aus den Kleidern zu schütteln. Aufbauend auf einer überragenden Deckung um Torben Lang und Rene Nitschmann gaben die Gastgeber über 5:2 (9.), 10:8 (18.) und 14:11 (26.) von Anfang an den Ton an, hatten mit Marcel Miebach zudem den überragenden Mann der Partie in den eigenen Reihen.

 

„Unser Plan ging vollkommen auf“, wollte Seinsche den Gegner stressen, dabei selbst kaum Fehler machen und so den gefürchteten Run and Gun Handball der Gäste unterbinden. Nach dem Seitenwechsel gerieten die Nümbrechter allerdings selbst unter Stress. Der Kölner Chris Gerstmayr schenkte dem SSV gleich vier Treffer in Folge zum 15:16 (34.) ein und stellte die Partie damit auf den Kopf. Nach einer Auszeit besannen sich die Oberberger aber auch ebenso schnell wieder und legten ihrerseits wieder zum 21:18 (43.) vor. Über 24:24 (53.) blieb es spannend, das bessere Ende hatte aber der SSV auf seiner Seite. „Letztlich haben wir uns mit zwei Punkte gegen die wahrscheinlich beste Mannschaft der Liga belohnt. Die Jungs haben sich heute zerrissen“, urteilte Seinsche.

 

Nümbrecht: Marcel Miebach (11), Markus Schwemke (8/4), Sebastian Deilmann (4), Torben Lang (3), Tim Lefherz (2), Benedikt Opitz (1).

 

[Marcel Neese war kaum zu stoppen.]

 

HSG Marienheide/Müllenbach – TuS Niederpleis 21:20 (10:10).

 

„Wir nehmen mit, was wir bekommen können“, hatte HSG-Coach Dirk Schuldt nach dem knappen 21:20-Heimerfolg über den TuS Niederpleis gut lachen. Durch den Sieg klettert die Heier Spielgemeinschaft vorerst auf Rang vier der Tabelle und liegt im Abstiegskampf damit voll im Soll. Einen Schönheitspreis gab es in der Partie allerdings nicht zu gewinnen. Beide Teams begannen furios, testeten die Tornetze bis zum 5:5 (8.) auf ihre Haltbarkeit. Doch nachdem Schuldt den Niederpleiser Spielmacher in Manndeckung nehmen ließ, verflachte das Spiel zusehends – auch weil die HSG-Wechselspieler einen rabenschwarzen Tag erwischten. „Eigentlich waren wir zur Pause die bessere Mannschaft“, haderte Schuldt mit vielen Fehlern.

 

[Holger Magdzack steuerte drei Tore zum ersten Saisonsieg bei.]

 

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Beide Teams hatten enorme Probleme, sich auf die laut Schuldt „unorthodoxe Spielleitung der Schiedsrichter“ einzustellen. Sein Team stellte sich trotz einiger Zeitstrafen aber einen Tick cleverer an. Über 17:15 (49.) und 19:18 (54.) rührten Lutz Lichtinghagen, Timo Montag und Oliver Schuldt in der Schlussphase Beton an. Fels in der Brandung war zudem Pasqualino Gallina, der auch den letzten Niederpleiser Wurf aus dem Winkel kratzte. „Hinten raus haben wir das Spiel mit der nötigen Fortune über die Zeit geschaukelt“, freute sich der HSG-Coach über einen glücklichen, „aber auch verdienten Sieg.“

 

Marienheide/Müllenbach: Timo Montag (7/1), Philipp Ginczek (5), Maurice Ginczek (4), Oliver Schuld (4/2), Lutz Lichtinghagen (1).

 

[Vor dem Spiel wurde in einer Gedenkminute der kürzlich verstorbenen Vereinsikone, Karl-Heinz Köster, gedacht.]

 

TV Palmersheim – HC Gelpe/Strombach II 26:22 (13:11).

 

Vor dem Spiel hätte Eduard Debnar beim Blick auf seine spärlich besetzte Auswechselbank eine knappe Niederlage beim gut gestarteten Aufsteiger aus Palmersheim durchaus unterschrieben, nach 60 intensiven Minuten haderte er dann doch mit dem Ergebnis. „Hier war mehr drin“, meinte der Coach. Lediglich Torhüter Andreas Gutsmuths und Tobias Wohlfromm nahmen auf der HC-Bank Platz, sahen von dort aber eine starke Anfangsphase ihrer Mitspieler, die zum 3:6 (12.) vorlegten, ihre Führung aber nur bis zum 7:7 (19.) verteidigen konnten.

 

Die Gäste verschleppten zwar weitgehend geschickt das Spiel, suchten aber zu häufig den Abschluss über den Mittelblock. „Da müssen wir cleverer agieren und auch einmal die Außen einbinden – das waren teilweise zu viele individuelle Lösungen“, analysierte Debnar. Obwohl die Kräfte nach dem Seitenwechsel beim 18:14 (41.) zusehends nachließen, ließen sich die Oberberger nicht abschütteln, trotzten bis zum 20:19 (49.) auch den vielen Zeitstrafen. „Kämpferisch kann ich den Jungs absolut nichts vorwerfen“, so der HC-Coach. In der Schlussphase hatte Palmersheim aber den tieferen Kader, legte wieder zum 23:20 (55.) vor und fand auch gegen die 4:2-Deckung der Spielgemeinschaft die richtigen Antworten.

 

Gelpe/Strombach: Tom Bonfiglio (7/4), Jan Höfer (5), Michel Töpfer (4), Fynn Liedhegener (3), Christian Meyer (2), Mike Schwenzfeier (1).

 

Ergebnisse und Tabelle

 

 

BILDERGALERIE

KOMMENTARE

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Karl-Heinz war über Jahrzehnte eine prägende Figur im oberbergischen Jugendhandball und natürlich bei seinem Heimatverein. Legendär waren die Turnierbesuche in der Jugend beim TSV Ellerbek zu Pfingsten, die Neustadtturniere, das legendäre A-Jugendturnier des TV Bergneustadt wo sich die deutsche Elite traf und sogar Hotti Bredemeier mit der Jugendnationalmannschaft teilnahm. Karl-Heinz hat mit seinem Einsatz für den Handballsport vielen Menschen positive Erlebnisse bereitet, ob das im Handballkreis Oberberg als Jugendausschussvorsitzender, im Jugendausschuss des HVM oder bei seinem Heimatverein TV Bergneustadt war. Karl-Heinz war in seiner aktiven Zeit ein allseits beliebter Gast und Freund bei vielen Handballern in Nah und Fern. Ruhe in Frieden mein Lieber. Wir werden dich nicht vergessen

reniar, 13.10.2019, 06:58 Uhr
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