HANDBALL

Auswärts kein Bein auf den Boden bekommen

pn; 03.11.2019, 20:00 Uhr
HANDBALL

Auswärts kein Bein auf den Boden bekommen

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pn; 03.11.2019, 20:00 Uhr
Oberberg – Marienheide/Müllenbach mit unfassbaren Verletzungspech - SSV II chancenlos – Heinrich wütet gegen sein Team – Uding trotz Niederlage nicht unzufrieden - HCGS II verspielt Führung - Die Handball-Landesliga wird präsentiert von 'Opel Ley' (AKTUALISIERT).

TV Rheinbach – TV Bergneustadt 25:23 (13:12).

 

Es passiert selten, dass ein Trainer auch nach einer Niederlage zufrieden ist, doch TVB-Coach Tobias Uding hatte am Auftritt seiner Mannschaft beim Mitabsteiger aus Rheinbach wenig auszusetzen: „Das einzige, was ich der Mannschaft vorwerfen kann, ist, dass wir hier nichts mitgenommen haben. Mit der Leistung bin ich aber sehr zufrieden.“ Bergneustadt knüpfte zunächst nahtlos an die starke Leistung des letzten Heimspiels an, spielte Rheinbach in der Anfangsviertelstunde bis zum 3:7 fast schon schwindlig. „Wir waren gegen eins der Topteams der Liga mehr als nur auf Augenhöhe, wir waren sogar klar besser“, so Uding.

 

Vermeidbare Fehler holten die Hausherren aber zurück in die Partie - zumal auch Kevin Neese im TVB-Tor nicht mehr an die starke Leistung der ersten 15 Minuten anknüpfen konnte. „Hinten raus haben uns auch ein paar Paraden gefehlt“, notierte Uding bis zum Abpfiff lediglich zwei weitere, „aber verloren haben wir das Spiel leider vorne.“ Bergneustadt ließ zwar nur wenige Chancen liegen, aber ausgerechnet in der Crunchtime beim 22:22 (57.) waren es dann doch zwei Bälle, die nicht den Weg ins Tor fanden. Statt das Spiel noch einmal zu kippen, ging Rheinbach wieder mit zwei Toren in Front und brachte es clever über die Zeit. Die letzte Schussfalle nutzten die Gastgeber zum 25:23-Endstand. „Trotzdem sollte uns diese Leistung Selbstvertrauen geben. Aber in den kommenden Wochen kommen die Gegner mit unserer Kragenweite. Da müssen wir anfangen, zu punkten“, so Uding.

 

Bergneustadt: Marcel Neese (6/2), Philip Sauer, Lukas Flick (je 3), Nils Meier, Marco Rubel, Jürgen Baltres, Holger Magdzack, Daniel Stöcker (je 2).

 

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HSG Euskirchen – SSV Nümbrecht II 31:23 (19:9).

 

Zur Pause hätte der SSV Nümbrecht eigentlich schon die Heimreise antreten können. „Aber wir mussten ja noch die zweite Hälfte spielen“, nahm Trainer Manuel Seinsche den zehn Tore Rückstand mit Galgenhumor, „immerhin haben wir es geschafft, den zweiten Durchgang zu gewinnen.“ Ansonsten passte bei den Oberbergern allerdings wenig zusammen. Bereits die Anfangsminuten begannen bis zum 4:1 (9.) wenig verheißungsvoll. Lukas Sievers und Markus Schwemke verkürzten zwar noch zum 4:3 (10.), „aber danach lief bei uns überhaupt nichts mehr“, vermisste Seinsche jegliche Durchschlagskraft.

 

Nümbrecht spielte umständlich, machte viele Fehler, die routinierte Euskirchener konsequent bestraften. „Das Halbzeitergebnis war deprimierend“, so der SSV-Coach. Nach dem Seitenwechsel steigerte sich sein Team zwar, investierte mehr ins Offensivspiel und nutzte auch endlich seine Chancen, über 27:16 (46.) und 29:22 (52.) ließen die Hausherren bis zum Abpfiff der guten Schiedsrichter aber nichts mehr anbrennen.

 

Nümbrecht: Niklas Witthaut (6), Markus Schwemke (5/4), Marcel Miebach (4), Torben Lang, Lucas Söntgerath (je 3), Jan Witthaut, Lukas Sievers (je 1).

 

 

TuS Niederpleis – CVJM Oberwiehl II 31:26 (15:14).

 

Kein gutes Haar ließ André Heinrich nach der Niederlage in Niederpleis an seiner Mannschaft. „Unsere zweite Hälfte war einfach ein Witz“, wählte der CVJM-Coach drastische Worte, sprach gar von einer unbeantworteten Charakterfrage. Dabei hatte er bis zur Pause kaum etwas am Auftritt beim Abstiegskonkurrenten auszusetzen. Defensiv hakte es bei den Oberbergern zwar ein wenig – gerade das Zusammenspiel zwischen Torhüter und Abwehr passte nur selten – dafür agierte sein Team durchaus leidenschaftlich und gewitzt, kreierte dabei viele gute Offensivaktionen.

 

Über 10:7 (15.) und 11:11 (23.) sah beim 15:14-Pausenstand wenig nach dem späteren Wutsausbruch des CVJM-Coachs aus. „Bis dahin war das alles ok“, so Heinrich. Doch mit Wiederanpfiff erkannte er sein Team kaum wieder. Über 19:15 (35.) wurde der Start völlig verschlafen, die Bälle auch in der Folge meist weggeworfen – und kamen die Gäste doch einmal frei vor das gegnerische Gehäuse blieben selbst beste Wurfgelegenheiten ungenutzt. Niederpleis agierte dagegen konsequent und fuhr über 25:18 (48.) einen nie gefährdeten Heimsieg ein. „Mit so einer Leistung haben wir in der Landesliga nichts verloren“, ärgerte sich Heinrich, „das war kollektives Versagen.“

 

Oberwiehl: Patrik Latzke (5), Bastian Schneider (5/2), Leon Binder, Moritz Madel (je 4), Lars Arenz, Jan Philipp Sträßer (je 2), Jens Barf, Lennart Frielingsdorf, Yannic Wollenberg, Johannes Schneevogt (je 1).

 

 

Polizei SV Köln – HSG Marienheide/Müllenbach 36:23 (16:9).

 

Irgendwann fühlte sich Dirk Schuldt fast schon einsam auf seiner Bank. Die HSG Marienheide/Müllenbach musste beim Tabellenführer nicht nur eine herbe Niederlage einstecken, sondern hatte auch mit unfassbarem Verletzungspech zu kämpfen. Nach zehn Minuten erwischte es Sven Höttgen, keine acht Minuten später war auch für Lutz Lichtinghagen die Partie beendet. Erneute zwei Minuten später meldete sich Oliver Schuldt verletzt ab. In der 25. Minute folgte Tom Lichtinghagen, nachdem ein Ellbogen in seinem Gesicht gelandet war. Als dann auch noch 20 Minuten vor Ende Marc Hochsattel eine Blessur davonzog, musste der HSG-Coach schon ganz tief in die Trickkiste greifen.

 

Der eigentlich nicht fitte Leon Hagen machte sich von der Tribüne auf direktem Weg auf das Spielfeld und im Mittelblock fand sich plötzlich Pasqualino Gallina wieder. „Unter diesen Umständen haben wir sogar ein richtig gutes Spiel gemacht“, machte Schuldt seiner Mannschaft keine Vorwürfe. Bis zur 15. Minute hatten die Oberberger fast ebenbürtig agiert, lagen nur knapp im Hintertreffen. „Danach war es dann ein Tag, wo man lieber im Bett geblieben wäre“, lobte er trotzdem die Moral seines Teams, blickt aber auch sorgenvoll auf das Derby kommende Woche: „Wir werden uns Gedanken machen müssen, wie wir antreten wollen.“ Bei Lutz Lichtinghagen und Sven Höttgen werden längere Ausfälle befürchtet.

 

Marienheide/Müllenbach: Philipp Ginczek (11/2), Maurice Ginczek, Arian Bahrs (je 3), Timo Montag, Marc Hochsattel (je 2), Lenn Wandschneider, Oliver Schuldt (je 1).

 

 

HC Gelpe/Strombach II – ASV SR Aachen II 20:21 (11:9).

 

Frustriert verließen Eduard Debnar und sein Team die Eugen-Haas-Halle. „Wir sind heute richtig auf die Schnauze gefallen“, nahm der Coach kein Blatt vor den Mund. Gegen den Aufsteiger versuchte es sein Team viel zu lange mit Schönwetterhandball, vergaß dabei aber, dass Abstiegskampf häufig auch Kampf bedeutet. „So haben wir in der Landesliga nichts verloren“, meinte Debnar weiter. Dabei sah es bis zum 7:2 (20.) nach einem gemütlichen Nachmittag für die Oberberger aus – obwohl sie bis zu diesem Zeitpunkt keineswegs überzeugt hatten. „Wir wollten eigentlich aus einer beweglichen Deckung mit Tempo nach vorne agieren und offensiv das Spiel breit anlegen“, sah Debnar aber weder das eine, noch das andere.

 

Stattdessen wurde der Aachener Keeper warm geworfen und der Vorsprung war bereits zur Pause geschmolzen. Beim 14:15 (44.) kippte die Partie und Gelpe/Strombach hatte es trotz Verstärkungen aus dem Oberligakader einzig und allein Torhüter Marvin Röttel zu verdanken, dass Aachen bis in die Schlussphase zittern musste. Nach dem 18:21 (58.) kamen die letzten beiden Treffer durch Sebastian Panske aber zu spät. „Diese Niederlage muss ich auch mir ankreiden, denn ich habe es nicht geschafft, die Jungs davon zu überzeugen, sich an unseren Matchplan zu halten. 80 Prozent reichen einfach nicht“, ärgerte sich Debnar.

 

Gelpe/Strombach: Tom Bonfiglio (5/3), Christopher Suhr (4), Sebastian Panske (3), Thomas Anstötz (2), Marco Köster, Felix Soldanski, Ole-Gunnar Steinhagen, Michel Töpfer, Michael Deaconescu, Lukas Altjohann (je 1).

 

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