HANDBALL
Gelpe/Strombach in der Negativspirale – Nümbrecht geht früh der Sprit aus
Oberberg – Die Regionalligahandballerinnen des HC Gelpe/Strombach verlieren in Weiden auch das zweite Spiel des neuen Jahres - Der SSV Nümbrecht bleibt nach starkem Start gegen Königshof ohne Punkte.
Von Thomas Giesen
HC Weiden – HC Gelpe/Strombach 35:26 (16:11).
Der Fehlstart ist perfekt. Nach der Derbyniederlage im Heimspiel gegen den Lokalkonkurrenten SSV Nümbrecht verloren die Handballerinnen des HC Gelpe/Strombach auch das zweite Spiel des neuen Jahres. Die Weidenerinnen nahmen damit erfolgreich Revanche für die Saisonauftaktniederlage, bei der kaum eine Spielerin der ersten Mannschaft auf dem Feld stand. Wegen einer Hochzeitsfeier hatte man versucht die Partie zu verlegen, was die Gelpe/Strombacher Vereinsführung damals ablehnte. In der „Hölle West“ zeigten sich die Gastgeberinnen nun mit fast voller Kapelle und zudem hochmotiviert. „Den Start ins Jahr hatten wir uns natürlich gang anders vorgestellt. Wir sind heute leider nicht an unsere Leistungsfähigkeit herangekommen. Wir hatten aber auch einige personelle Ausfälle zu verkraften“, erklärte Gelpe/Strombachs Trainer David Hoffmann.
Neben den beiden Langzeitausfällen Kira Blohme und Tahnee Ranke fehlten Meike Domnick, Desiree Horn, Anna Lichtinghagen, Celine Blumberg, Kea Wendel, Tea Burazor und Leonie Wlodarek im Aufgebot der Gäste, die dennoch recht gut ins Spiel fanden. 6:6 hieß es nach elf gespielten Minuten, dann riss der Faden plötzlich ab. Mit einem 6:0-Lauf zogen die Weidenerinnen schon zu diesem frühen Zeitpunkt entscheidend davon. „In dieser Phase haben wir einige schlechte Entscheidungen getroffen und vorne einige Chancen liegen lassen. In der Defensive haben wir keinen Zugriff bekommen. Auch in der zweiten Halbzeit haben wir es nicht mehr geschafft, heranzukommen“, so Hoffmann, dessen Equipe mit fünf Toren Rückstand in die Pause ging.
Von „herankommen“ war nach dem Seitenwechsel auch überhaupt keine Rede. Innerhalb von nur acht Minute bauten die Gastgeberinnen den Vorsprung auf zehn Tore aus und führten zu Beginn der Crunchtime mit 30:18 (49.). An der Niederlage der Gelpe/Strombacher gab es längst keinen Zweifel mehr und es ging nur noch um Schadensbegrenzung. „Wir schaffen es gegen Ende noch, zu verkürzen und den Rückstand im Rahmen zu halten. Der Sieg für Weiden geht natürlich vollkommen in Ordnung. Sie waren heute die bessere Mannschaft. Wir haben nicht das geschafft, was wir uns vorgenommen haben“, wollte Hoffmann nichts schönreden und blickte gleich in die Zukunft.
„Auch das nächste Spiel gegen Beyeröhde wird nicht leicht. Wir müssen schauen, dass wir den Bock umstoßen und aus der Negativspirale, in der wir uns nach den beiden Niederlagen befinden, wieder herausarbeiten. Damit werden wir am Dienstag beginnen. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir eine gute Handballmannschaft sein können.“
HC Gelpe/Strombach: Zoe Viebahn (6), Marlin Keuper (6/2), Mia Klose (4), Merle Schreibelmayer (3), Ayleen Sudami, Kerstin Reichert, Denise Szakacs (je 2), Marie Wlodarek (1/1).
Adler Königshof – SSV Nümbrecht 31:26 (16:16).
Nach dem sensationellen Sieg über den HC Gelpe/Strombach waren die Nümbrechterinnen euphorisch in die Begegnung mit den Adlern gegangen. Vielleicht sogar ein bisschen zu euphorisch, denn früher als gewünscht gingen den Gästen die Körner aus. „Wir haben gekämpft ohne Ende, aber wir waren stehend KO. Wir konnten körperlich nicht mehr gegenhalten“, räumte Nümbrechts Trainerin Martina Duckart ein. Um dem starken Königshofer Rückraum etwas entgegenzusetzen, entschied sich Duckart, statt mit der etatmäßigen 6:0-Deckung an den Start zu gehen, für eine offensivere 5:1-Abwehr und überraschte die Gastgeberinnen damit wohl.
„Das hat maximal gefruchtet. Die Abwehr stand sehr stark. Wir hatten auch ein gutes Umschaltspiel und konnten uns schnell einen Vorsprung herausarbeiten“, so Duckart, deren Ensemble in Minute 16 mit 11:5 führte, ehe dem Nümbrechter Motor der Sprit ausging. „Wir hatten dann einen Bruch im Spiel. Das Spiel mit der 5:1-Deckung war sehr kräftezehrend. Königshof ist eine sehr körperliche Mannschaft, groß und agil auf den Beinen. Das ist dann körperlich sehr anstrengend und man hat keine Pausen. Der Arbeit, die wir in der Abwehr geleistet haben, mussten wir Tribut zollen und der Gegner ist Tor um Tor herangekommen.“ Bis zur Pause hatten die Gastgeberinnen den SSV wieder eingefangen und zu Beginn der zweiten Hälfte war das Momentum auf die Seite der Königshoferinnen gekippt.
Nun machte sich auch die Personalknappheit bei den Gästen bemerkbar. In der Vorwoche konnten gleich mehrere Spielerinnen krankheitsbedingt nicht trainieren. Die Fehlerquote stieg. „Die zehn Minute Pause haben uns auch nicht gerettet. Königshof hatte die breitere Bank und hat dort angeknüpft, wo sie am Ende der ersten Halbzeit aufgehört haben. Sie haben das Spiel dann souverän zu Ende gespielt“, sagte Duckart. Die Nümbrechterinnen hielten sich bis zum 19:19 (37.) auf Augenhöhe, dann flogen die Adler mit einem 6:0-Lauf auf und davon (44.). In der Schlussviertelstunde kontrollierten die Gastgeberinnen die Partie. „Zwischenzeitlich dachte ich, wir werden jetzt aus der Halle geschossen. Wir haben uns sehr schwer getan, Tore zu machen, haben uns dann gegen Ende auch wieder stabilisiert.“
Nümbrechts Abwehr stand nun recht stabil, Anna Meißner im Tor glänzte mehrfach mit Paraden und so hielt sich der Abstand in Grenzen. „Wir hatten keine Chance mehr, näher heranzukommen. Aber die Mannschaft hat sich zu keinem Zeitpunkt hängen lassen. Dort mit fünf Toren zu verlieren, ist OK. Darauf können wir aufbauen, auch wenn das Ergebnis für uns, nach dem Strombach-Sieg, ein kleiner Dämpfer ist“, war Duckart, angesichts der Umstände, nicht unzufrieden. Aus einer insgesamt ansprechenden Mannschaftsleistung hob die Trainerin Laura Harscheid hervor, die auf der Mittelposition 60 Minuten durchspielte, sowie Rechtsaußen Pia Kirchner, die durch hohe Laufbereitschaft glänzte.
SSV Nümbrecht: Lotta Werthenbach (6), Laura Harscheid (5/4), Elena Seiffarth, Lara Schmalenbach (je 4), Sandra Fischer (3), Pia Kirchner (2), Sabrina Kirchhoff, Mathilda Baum (je 1).
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