HANDBALL
„Vollgas in allen Wettbewerben“: Der VfL im Jahr eins nach Julian Köster
Gummersbach - Bei der Saisonpressekonferenz zeigten sich Verantwortliche und Spieler des VfL Gummersbach positiv gestimmt - Schweres Bundesliga-Auftaktprogramm als Gradmesser – Ticketansturm hält an - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
Morgen wird bei der Saisoneröffnung des VfL Gummersbach in der SCHWALBE arena bei bestem Sommerwetter ein großer Fanauflauf erwartet, bereits am heutigen Freitag gaben die Verantwortlichen, die Kapitäne und die Neuzugänge einen Einblick in den aktuellen Stand und die Erwartungen für die nächste Saison. Was deutlich wurde: Nachdem die Blau-Weißen in der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit mit Rang vier die beste Platzierung seit langer Zeit erreicht hatt en und manchen etablierten Konkurrenten im Klassement hinter sich ließen, verfällt zumindest auf Vereinsseite niemand in Euphorie.
[Christoph Schindler sieht den Verein und das Team für die neue Spielzeit gerüstet.]
Zugleich ist den Beteiligten aber auch anzumerken, dass sie die Leistungen aus der Vorsaison bestätigen und die Ambitionen nicht zurückschrauben wollen. Im bisherigen Verlauf der Vorbereitung habe die Mannschaft einen sehr positiven Eindruck hinterlassen, erklärte Geschäftsführer Christoph Schindler. Lust auf mehr machen auf die Auftritte in den Testspielen. „Was bei den Turnieren und den Trainingseinheiten in Ansätzen gezeigt wurde, gibt viel Grund zur Vorfreude“, erklärte Schindler.
Im Jahr eins nach dem Verlust von Galionsfigur Julian Köster (THW Kiel) hat der VfL in personeller Hinsicht nachgesteuert, unter anderem mit dem international äußert erfahrenen Alex Dujshebaev (33). Der Linkshänder, der von KS Kielce nach Gummersbach gewechselt ist, gilt als einer der besten Rückraumrechten im Profi-Handball. Im Tor soll Ignacio Biosca (31) die Lücke schließen, die Dominik Kuzmanovic hinterlassen hat. Zwei Rohdiamanten stoßen mit Nikola Roganovic (20) und Gardar Ingi Sindrason (19) hinzu.
Weitere Neuverpflichtungen schloss der VfL-Geschäftsführer zum jetzigen Zeitpunkt aus. „Wir sind sehr, sehr zufrieden mit unserem Kader“, meinte Schindler, der bei der Frage zur Zielsetzung für die kommende Spielzeit keine konkrete Platzierung nannte. „Wir wollen uns weiterentwickeln. Wenn wir das tun, werden wir auch erfolgreich sein. Wir sind konkurrenzfähig“, ist der Gummersbacher Handballboss überzeugt.
[Gudjon Valur Sigurdsson sieht die Mannschaft auf einem guten Weg, aber noch Verbesserungspotenzial.]
Cheftrainer Gudjon Valur Sigurdsson zeigte sich ebenfalls zufrieden. „Die Mannschaft macht einen guten Eindruck. Die Jungs sind fit und gefallen mir gut“, so der Isländer, der indes ein „Aber“ einstreute. „Am Timing in Abwehr und Angriff müssen wir noch arbeiten“, sieht Sigurdsson ausreichend Ansätze, um das Team auf den optimalen Stand zu bringen.
Und der wird auch nötig sein, schließlich kann das Startprogramm in der Liga mit den Duellen gegen Magdeburg, Rhein-Neckar Löwen, Melsungen und Berlin anspruchsvoller nicht sein. Dem Coach kommen die schweren Gegner zu Beginn gar nicht einmal ungelegen, wobei es grundsätzlich kein einfaches Bundesliga-Match („Es ist die beste Liga der Welt“) gebe. „Ich möchte, dass wir dort anfangen, wo wir in der vergangenen Saison aufgehört haben. Ich bin mir bewusst, dass es schwer ist und ich viel verlange, aber die Jungs würden es auch nicht anders haben wollen. Nach den ersten Spielen wissen wir auf jeden Fall, wo wir stehen.“
Anerkennend äußerte sich Sigurdsson über die Neuzugänge. So sei Dujshebaev ein Weltklassespieler, „der mit Spanien und in ganz vielen Ländern seine Klasse unter Beweis gestellt hat.“ Die beiden Youngster Roganovic, der sich in den ersten Testspielen als Goalgetter hervortat, und Sindrason seien für ihr junges Alter schon sehr weit. „Wir müssen ihnen Zeit geben, aber ich bin sicher, dass sie unseren Fans sehr viel Freude bereiten werden“, erklärte Sigurdsson und fügte an: „Alle vier Neuzugänge sind sehr vielversprechend, haben Können und Qualität.“
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[Sigurdsson (re.) mit den Neuzugängen Nikola Roganovic (v.li.), Gardar Ingi Sindrason, Ignacio Biosca und Alex Dujshebaev.]
Keine Frage, der Abschied von Köster tut dem VfL weh. Sigurdsson richtet den Blick jedoch lieber nach vorne. Man werde nicht versuchen, den langjährigen Spielführer eins zu eins zu ersetzen, sondern die Stärken des vorhandenen Personals nutzen, um den Abgang des deutschen Nationalspielers zu kompensieren.
In der Kapitänshierarchie rücken nun Kösters bisherige Stellvertreter Ellidi Vidarsson und Tom Kiesler auf, die sich bei der kurzen Talkrunde mit Moderator Dirk Hartmann, genauso wie die vier neuverpflichteten Akteure (Biosca glänzte mit hervorragendem Deutsch, die anderen drei antworteten auf Englisch), in bester Laune präsentierten. Die Stimmung in der Kabine sei gut, man sei gut drauf und habe hohe Ambitionen, versicherte der neue Spielführer Vidarsson.
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[Mit Ignacio Biosca und Alex Dujshebaev (oberes Foto) verpflichtete der VfL zwei international erfahrene Akteure.]
Dank des guten Abschneidens in der Vorsaison spielt der VfL wieder international, die Ansetzung für die Partien auf europäischem Parkett wurden kürzlich bekanntgegeben. Sigurdsson möchte sich jetzt noch noch nicht groß mit der European League beschäftigen, weil erst einmal der Bundesliga-Start im Fokus steht. Ungeachtet dessen ist man froh, nach einem Jahr Pause wieder in einem kontinentalen Wettbewerb vertreten zu sein. Schindler: „Wir freuen uns über die Doppelbelastung, das haben sich die Jungs auch hart erarbeitet. Die Mannschaft ist in der Breite so aufgestellt, dass wir in allen Wettbewerben Vollgas geben können.“
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[Auch Nikola Roganovic und Gardar Ingi Sindrason (oberes Foto), Vize-Kapitän Tom Kiesler (Mitte) und Spielführer Ellidi Vidarsson (unteres Foto) stellten sich den Fragen der Presse.]
Die SCHWALBE arena wird beim morgigen Vorbereitungsspiel (15 Uhr) gegen die Nationalmannschaft Südkoreas wohl erneut richtig voll werden, im regulären Spielbetrieb sind die Zuschauer ohnehin eine Bank. „99, irgendwas Prozent“ (Schindler) der Dauerkartenbesitzer hätten verlängert, für die Europa League seien bereits 2.000 Dauertickets abgesetzt worden und für das Spiel in der Kölner Lanxess Arena am 22. Dezember gegen die Füchse Berlin gingen schon etwa 10.000 Karten über die Ladentheke.
„Dort wird es in und um die Halle ein paar Überraschungen geben“, versprach Schindler, der sich über den anhaltenden Run auf den VfL freut. Zusätzlich konnte der Klub mit einem neuen Hauptpartner (Wandelt) sowie einem neuen Ausrüster (Puma) langfristige Verträge aushandeln. „Das ist ein gutes Zeichen für den Verein“, findet der Geschäftsführer.
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