Gummersbach - Halle 32 und Kulturwerkstatt 32 nehmen Abschied von Sabrina Schultheis, die im Alter von nur 37 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben ist.
[Foto: Halle 32 --- Sabrina Schultheis verstarb im Alter von 37 Jahren.]
Die Halle 32 und die Kulturwerkstatt 32 trauern um Sabrina Schultheis. Sie verstarb Ende Februar im Alter von nur 37 Jahren. „Über viele Jahre war sie einer der kreativsten, innovativsten und engagiertesten Köpfe in der Gummersbacher Kulturszene – und das unter anderem als Theaterpädagogin, Autorin, Regisseurin und Darstellerin“, hieß es in einem veröffentlichten Nachruf.
Schultheis arbeitete an zahlreichen Inszenierungen von Halle 32 und dem Musical-Projekt Oberberg mit. Ihre Wegbegleiter weiter: „Ihre inklusive Theaterarbeit, in der sie Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenbrachte und gemeinsam mit ihnen Stücke erarbeitete und aufführte, bleibt besonders in Erinnerung. Ebenso wie ihre unverwechselbare, zugewandte Art und ihr großer Lebensmut, den sie sich trotz jahrelanger schwerer Krankheit bewahrte.“
Der frühere Leiter der Halle 32, Martin Kuchejda, schreibt zum Tode von Sabrina Schultheis:
„Theater ist, wenn ein Mensch durch einen Raum geht und ein anderer Mensch schaut dabei zu. Sabrina ist durch den Raum gegangen und hat Theater gemacht. Sie war Theater und hat Theater gespielt, sie hat Theater vermi3elt und gelebt. Und sie hat viele Menschen dazu gebracht selber durch den Raum zu gehen. Denn sie hat vielen Menschen Freude am Theaterspielen geschenkt.
Sabrina war schon früh dabei, noch im Kulturzentrum Bruno-Goller-Haus spielte sie eine Krankenschwester in „Einer flog übers Kuckucksnest“. Sabrina war mutig und wagte den Sprung ins kalte Wasser. So hat sie spontan die Regie von „Unter dem Milchwald“ unternommen, als dies notwendig wurde – und sie hat es getan, obwohl sie das Stück nicht sonderlich mochte. Aber ihre Inszenierung war dann prachtvoll, drall, voller Leben. Sie hat später Regie in Musicals geführt (Höhepunkt „High Fidelity“) mit dem Musical-Projekt-Oberberg in Halle 32. Und das obwohl sie dem Genre Musical zunächst nicht viel abgewinnen konnte. Aber ihre Inszenierungen waren geprägt von sehr einfühlsamer Schauspielerführung und hoher Musikalität.
Viele Produktionen, Theaterkurse, Workshops folgten, eigene Stücke, Kammerspiele, große Würfe, immer wieder Arbeit mit Mitteln der Inklusion, sie brachte behinderte Kinder zum Theaterspielen, bei denen man die Fähigkeit dazu nicht erkannte. Sabrina aber sah die Möglichkeiten in den Menschen und sie sah die Möglichkeiten des Theaters. Die Aufzählung ist beispielhaft und unvollständig.
Jahrelang trug Sabrina ihre Krankheit, ertrug den Schmerz, der ihr ständiger Begleiter wurde. Sie ging damit um. Auch als die Perspektiven blasser wurden. Sie war eine Arbeiterin, fähig zu leben, zu lieben und Leid zu ertragen. Schon in jungen Jahren erfolgreich, auch als Lehrerin, als Lernende, als Autorin – unwahrscheinlich vielseitig und mit dem Ansatz: „Lass es uns schön machen.“
Sabrina hat den Raum verlassen. Arbeit und Leid wurden unterbrochen. Finita la Comedia. Liebe Sabrina, genieße den Beifall und die Ruhe danach.