GUMMERSBACH
Traditionelle Hindu-Prozession in Gummersbach
Gummersbach - Im Mittelpunkt des mehrtägigen Mahotsavam-Tempelfestes rund um den tamilischen Hindu-Tempel stand, neben zahlreichen religiösen Zeremonien, die große Tempelwagen- Prozession.
Von Ute Sommer
Der Einladung des Kurinchikumaran-Tempels und des Kulturzentrums zum öffentlichen Höhepunkt der Feierlichkeiten des 33. Mahotsavam-Festes waren viele hunderte Gläubige aus der Region und jede Menge interessierter Zuschauer in die Gummersbacher Industriestraße gefolgt. Mit dem prächtig geschmückten Festumzug tut die rund 250 Mitglieder umfassende Gemeinschaft rund um den Vorsitzenden Ordin Thanapalasingham nicht allein ihrer tamilisch-hinduistischen Tradition genüge, sondern beabsichtigt darüber hinaus, ihren oberbergischen Mitbürgern Zugang zu tamilischer Tradition, ihren Werten und ihrer Religion zu vermitteln.
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[Als buntes Fest der Kulturen begingen die Menschen das hinduistische Tempelfest.]
Bei der heutigen Hauptzeremonie Puja im Rahmen des bedeutenden hinduistischen Festes zu Ehren des Gottes Murugan, herrschte am Vormittag drangvolle Enge im Kurinchikumaran-Tempel, dessen Innenraum vom Wohlgeruch nach Blumen duftender Räucherstäbchen und dem Dreiklang aus Shrutibox, Fasstrommeln und unterschiedlichsten Nadaswaran-Langflöten erfüllt war. Um göttlichen Beistand für Zukunftspläne zu erbitten, aus Dankbarkeit oder auch im Gedenken an Lord Murugans Sieg über einen Dämon ließen sich mehrere tamilische Gläubige Rückenhaut und Wangen mit Metallhaken durchbohren. Aus dem Gottesdienst heraus formierte sich dann gegen Mittag die pompös ausstaffierte Prozession, die den Kurinchikumaran-Tempel im Uhrzeigersinn über Industrie-, Wiesen-, Seßmar- und Talstraße umrundete.
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[Im Mittelpunkt der Prozession standen die Prachtwagen von Lord Murugan, die von den Gläubigen mit Gesang und Texten ehrfürchtig begleitet wurden.]
Angeführt von einem Musikertrio, folgten die „Männern mit den heiligen Speeren“, die ihrerseits mit Pfauenfedern und Blumen geschmückte Opfergestelle auf ihren Schultern trugen. Daran schloss sich eine große Gruppe Hindu-Frauen an, die, in Anlehnung an die Jahrtausende alten Bräuche der Selbstkasteiung, sich entweder mit Metallspießen Wangen und Zunge mit Metallspießen hatten durchstechen lassen oder rauchende Opfer-Schalen auf dem Kopf balancierten und sich rückwärtsgehend fortbewegten. Im Mittelpunkt des Umzuges standen drei, üppig mit bunten Fähnchen, goldenen Statuetten, Glöckchen, Girlanden und Lampions geschmückte Prachtwagen, die der Hauptgottheit Murugan geweiht waren und von Sängern, Rezitatoren und traditionell gekleideten Gläubigen flankiert wurden.
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[Auch das Rollen über den Asphalt war eine Form der Selbstkasteiung, mit der Gläubige um göttlichen Beistand baten.]
Wie im Gummersbacher Kurinchikumaran-Tempel an jedem Tag der Woche üblich, lud die Gemeinde im Anschluss an den Umzug zum gemeinsamen Essen ein. Im Rahmen des Hindu-Festes hatte gestern Gummersbachs Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit dem Gotteshaus einen Besuch abgestattet und zeigte sich beeindruckt von dessen Größe und Ausstattung. Nach Fertigstellung des mehrstufigen Tempelturms im kommenden Jahr wird er zu einem der größten Hindu-Heiligtümer in Deutschland werden. „Unser Tempel ist nicht allein ein Ort unserer Spiritualität, sondern darüber hinaus ein Ort des Tanzens, des Feierns und der Zusammenkunft von Menschen gleich welchen Glaubens und welcher Kultur“, unterstrich Ordin Thanapalasingham.
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[Foto: Kurinchikumaran-Tempel --- Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit wurde am Samstag auf traditionelle hinduistische Weise geehrt. Bei einem Rundgang durch den Tempel erhielt er einen Einblick in das kulturelle und soziale Leben der Gemeinde. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die weitere Entwicklung des Tempels sowie die Frage, wie der Kurinchikkumaran-Tempel als besonderer kultureller Ort in Gummersbach künftig noch sichtbarer wahrgenommen werden kann.]

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