GUMMERSBACH

Tattoos, Familienpiercings und „Vorbestraft, aber nett“

ad; 08.11.2026, 10:57 Uhr
Fotos: Alexander Maier --- Ob Piercing oder Tattoo, die Tattoo Convention hat das passende Angebot für alle Interessierten.
GUMMERSBACH

Tattoos, Familienpiercings und „Vorbestraft, aber nett“

ad; 08.11.2026, 10:57 Uhr
Gummersbach - Am Wochenende lockt die dritte Gummersbacher Tattoo Convention zahlreiche Besucher mit über 60 Künstlern und einem bunten Rahmenprogramm in die Halle 32.

Von Astrid Deckers

 

Bereits im Eingangsbereich wird dem Besucher klar, dass es bei der Tattoo Convention in der Halle 32 nicht ausschließlich um Tattoos und Piercings geht. Süßigkeiten vom Candyland, Hautpflegeprodukte von Mary Kay, ein Fitnessstudio aus Dieringhausen und die Taverne zum Raben stellen ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Veranstaltungskaufmann Lars Davidis-Rohde von der „Taverne zum Raben“ hat neben Met, Likören und Wikinger Treibstoff auch Trinkhörner und Shirts mit witzigen Sprüchen im Sortiment.

 

[Einen Whisky-Touch haben alle von Lars Davidis-Rohde angebotenen „Wikinger-Treibstoffe“.]

 

In der Halle selbst befinden sich die Stände dicht beieinander und fast sämtlich Plätze und Liegen zum Tätowieren sind belegt. Peter Rota aus Lindlar hat sich für ein Cover-up (Übertätowieren eines alten Tattoos mit einem neuen) entschieden und dafür Simon Valerota vom Tattoostudio Calle 33 aus Berlin gewählt. Knapp fünf Stunden dauert die Sitzung, an deren Ende, statt des ungeliebten alten, ein neues Tattoo an gleicher Körperstelle erstrahlt. Auch das Studio „Your Look“ aus Waldbröl ist mit gleich zwei Tätowierern nach Gummersbach gekommen, um Kunden ohne monatelange Wartezeit den Traum vom Tattoo zu erfüllen. Für eine kleine Tätowierung muss der Kunde ca. eineinhalb Stunden plus Beratungszeit mitbringen. Besonders begehrt sind derzeit Comicfiguren, insbesondere die aus Japan stammenden Mangas.

 

[Bei „More than Ink” gibt es eine reichhaltige Auswahl an Piercingschmuck, den man sich auch gleich stechen und einsetzen lassen.]

 

Jamila aus Castrop-Rauxel und ihre Mutter Stefanie aus Gummersbach haben sich jeweils für ein Piercing von „More than Ink“ aus Wolfenbüttel entschieden. Während Mutter Stefanie zwei neue Ohr-Piercings gestochen bekommen hat, ist es bei Jamila ein Augenbrauenpiercing geworden. „Das tut aber nicht mehr weh als ein Ohrpiercing“, versichert Jamila. Ab 60 Euro aufwärts ist ein Piercing zu haben, zum Schutz der Intimsphäre, aber auch aus hygienischen Gründen haben die Piercer einen eigenen blickgeschützten Bereich hinter ihrem Stand aufgebaut.

 

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Ewa aus Bergneustadt ist in Begleitung nach Gummersbach gekommen und hat sich gleich zwei Fineline-Tattoos „gegönnt“. Eines am Hals und eines am Unterarm. Letzteren schmückt ab jetzt ein kleiner und hauchdünn gestochener „Mike Glotzkowski“ aus Disneys „Monster AG“. Mit diesem Motiv wird sich der von ihr gewählte Betrieb „Bloodline Art“ auch am abendlichen Contest beteiligen. Werden Samstag die besten Fineline und small Tattoos prämiert, so können sich die Aussteller am Sonntag für ihre Arbeiten von einer Jury auszeichnen lassen.

 

[Da mag der Tätowierer von „Bloodline“ noch so kunstvoll und kreativ sein, "Vorbestraft, aber nett" (re.) behält Qualität und Hygiene stets im Blick.]

 

Der ausschließlich unter seinem Pseudonym „Vorbestraft, aber nett“ agierende Besitzer der vier deutschen „Bloodline-Studios“ in Erfurt, Freiberg, Bad Kissingen und Dortmund hat auch noch ein paar Tipps für jene, die sich am Sonntag spontan ein Tattoo stechen lassen möchten: „Unbedingt zuvor etwas essen, keinen Alkohol, Kaffee oder Drogen im Vorfeld und am besten auch noch ausgeschlafen sein. Dann klappt das mit dem Wunschtattoo.“ Ab 100 Euro aufwärts ist man mit einem Tattoo bei einem seiner zahlreich mitgebrachten Tätowierer dabei.

 

Der Gummersbacher Dozent Heiko Leymann ist mit seinem „Netzwerk auf Augenhöhe“ unter dem Motto „Du entscheidest, was unter Deine Haut geht!“ ebenfalls mit einem Stand vor Ort. Die Präventionsarbeit im Bereich Drogensucht, Medikamentensucht und psychische Erkrankungen liegt ihm am Herzen. Hauptberuflich in einer Justizvollzugsanstalt angestellt, möchte er Aufklärung, Beratung und Unterstützung für Betroffene anbieten, aber auch alle Menschen im Vorfeld sensibilisieren, damit sie nicht zu Betroffenen werden.

 

Beim Leitmotiv für die Tattoo Convention geht es ihm nicht um die Verurteilung von Tattoos, sondern um das Wortspiel darin. Heroin, Medikamente und andere Stoffe gingen ebenfalls unter die Haut und somit wäre das Motiv lediglich ein Synonym für sein Anliegen. Viele Tattoos entstünden jedoch aus einer psychischen Krise heraus und da möchte er vor Ort Ansprechpartner sein.

 

Die Tattoo Convention öffnet am Sonntag von 11 bis 19 Uhr ihre Pforten. Es gibt noch freie Piercing- und Tattootermine für Kurzentschlossene.

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