GUMMERSBACH

Runter vom Gas: Bald mehr Tempo 30 in Gummersbach?

pn; 15.06.2026, 06:00 Uhr
Foto: Peter Notbohm ---- Am Steinmüllergelände gilt seit Jahren Tempo 30. Gummersbachs CDU und SPD wollen den Autoverkehr nun auch in weiteren Teilen des Stadtgebiets runterbremsen.
GUMMERSBACH

Runter vom Gas: Bald mehr Tempo 30 in Gummersbach?

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pn; 15.06.2026, 06:00 Uhr
Gummersbach – CDU und SPD wollen den Verkehr bremsen – Verwaltung soll mit einem Umsetzungskonzept für mehr Tempo 30 beauftragt werden – Die Politik berät darüber diese Woche.

Von Peter Notbohm

 

Eigentlich ist Tempo 50 innerorts die Regel. In Gummersbach soll sich das jetzt ändern. CDU und SPD haben einen gemeinsamen Antrag eingebracht, die Verwaltung mit einer Erstellung eines Umsetzungskonzeptes zur schrittweisen Einführung von Tempo 30 im Gummersbacher Stadtgebiet zu beauftragen. Das Thema soll diese Woche erstmals im Ausschuss für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Mobilität beraten werden.

 

Das Konzept soll eine notwendige Entscheidungsgrundlage liefern, um anschließend über die schrittweise Umsetzung entscheiden zu können. Konkrete Maßnahmen sollen erst in einem zweiten Schritt beschlossen werden. Der Antrag dürfte gute Aussichten auf Erfolg haben, schließlich stellen die beiden größten Fraktionen im Gummersbacher Stadtrat eine deutliche Mehrheit.

 

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Union und Sozialdemokraten wollen sich für mehr Verkehrssicherheit und Lebensqualität in den Wohngebieten einsetzen. Eine geringere Geschwindigkeit dort erhöhe die Sicherheit, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer, mindere gleichzeitig aber auch den Verkehrslärm, heißt es in dem Antrag. Anstatt vereinzelt und reaktiv Tempo-30-Strecken auszuweisen, streben die beiden Fraktionen ein proaktives Vorgehen in Form einer systematischen Planung an.

 

Laut der Björn-Steiger-Stiftung führt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 zu weniger Unfällen, gleichzeitig dauere die Fahrt bei geringerer Geschwindigkeit aber kaum länger. Als Grundlage dienen Ergebnisse aus 14 Großstädten, in denen Tempolimits eingeführt wurden. Auch das Umweltbundesamt hatte 2023 in einer Studie die positiven Wirkungen auf Lärmentlastung und Verkehrssicherheit festgestellt, weshalb Städte und Gemeinden 2024 vom Bund mehr Spielraum für die Einrichtung von Tempo-30-Zonen bekamen. In einigen deutschen Städten wurden seitdem umgesetzte Tempo-30-Maßnahmen aber auch bereits wieder zurückgenommen.

 

Von einem Umsetzungskonzept erhoffen sich Gummersbachs CDU und SPD Schwerpunktgebiete zu identifizieren und diese bei der Geschwindigkeitsreduzierung zu priorisieren, damit nach und nach ein zusammenhängendes Netz sicherer Wohnstraßen entstehen kann, ohne dass der Verkehr abrupt oder unkoordiniert verlagert wird, heißt es weiter.

 

Auch die Kosten sollen dabei im Blick behalten werden. Das Konzept soll zusätzlich aufzeigen, welcher finanzielle Aufwand mit der Ausweitung von Tempo-30-Zonen entsteht und wie diese realisiert werden könnten. Dabei geht es um neue Verkehrsschilder, Markierungen auf der Straße oder bauliche Maßnahmen. Auch mögliche Finanzierungsquellen wie Mittel aus dem städtischen Haushalt oder Förderprogramme sollen dabei mit in die Planung einfließen.

KOMMENTARE

1

Da wird das Volk wieder einmal für dumm verkauft. Da Gummersbach knapp bei Kasse ist, geht es ja wohl nur darum um blitzen zu können und der Autofahrer/in ist die Melkkuh. Und dann noch Steuergelder zu verschwenden für Bauliche Maßnahmen, dass man gezwungen wird Tempo 30 zu fahren. Wir haben andere Propleme zu lösen!

Uwe Märtens, 15.06.2026, 10:24 Uhr
2

Wird dann Gummersbach wegen dem schleichenden Verkehr von Autofahrern gemieden, freut es die ortsansässigen Einzelhändler bestimmt nicht......

Erwin, 15.06.2026, 11:24 Uhr
3

Tempo 30 bedeutet, das pro Minute mein zurückgelegter Weg um 330m weniger ist. Heißt: 6km kosten 5 Minuten mehr Zeit. Und das ist bloße Theorie, denn Ampelschaltungen, Verkehrsaufkommen etc. sind nicht inkludiert. Und was nicht erwähnt wird... bei geringerem Tempo trifft man immer mehr Fahrer (illegal) am Smartphone. Wo da "weniger Unfälle" generiert werden sollen, ist fraglich.
Tempo 30 wurde damals aus sicherheitsbedingten Aspekten (zu Recht) vor Schulen, Krankenhäusern etc. eingeführt. Heute dient es zum ausbremsen sowie sallop gesagt "Kasse machen" eh schon Politik frustrierter Bürger.
Schauen sie sich Bonn, Köln und Co. an. Dem Verkehrsaufkommen hat es nicht entgegen gewirkt. Sicherheit bringt nur eins: mehr ÖPNV Verbindungen, auf dass das Auto stehen bleiben kann.

Sascha Recktenwald, 15.06.2026, 12:33 Uhr
4

Noch ein Argument mehr nicht mehr nach Gummersbach zu fahren. Die Kosten für das Parken sind ein weiterer Grund. Wir fahren jetzt schon lieber nach Olpe. Dort ist das Parken an vielen Stellen sogar kostenlos möglich

TL, 15.06.2026, 14:51 Uhr
5

Ich freue mich sehr, dass die 30er-Zone in Deitenbach endlich auf den Weg gebracht wird. Gerade für unsere vielen Kinder bedeutet das mehr Sicherheit im Alltag. Wir haben lange dafür gekämpft – umso schöner ist es, dass jetzt etwas passiert. Tempo 30 macht unser Dorf lebenswerter und sicherer für alle.

Alexander Koppe, 15.06.2026, 18:15 Uhr
6

Für alle, die den Artikel nur überfliegen und dann direkt bei den Kommentaren landen:

Tempo 30 bedeutet laut Björn-Steiger-Stiftung weniger Unfälle, ohne dass sich die Fahrzeit spürbar verlängert. Grundlage dafür sind Erfahrungen aus 14 Großstädten, in denen solche Tempolimits bereits eingeführt wurden.

Wenn man gut ausgebaute Durchgangsstraßen ausnimmt und Tempo 30 gezielt dort einführt, wo Menschen wohnen, Kinder unterwegs sind oder viele Fußgänger die Straße nutzen, spricht sehr viel für Tempo 30 und erstaunlich wenig für den Status quo.

Benjamin Stamm, 15.06.2026, 18:20 Uhr
7

Was soll das bringen, wenn sich eh nur die Minderheit dran hält und kaum bis gar nicht kontrolliert wird?
Wenn dann doch mal kontrolliert wird, zu Zeiten, wenn eh wegen dem (Berufs-)Verkehr eh nicht schneller gefahren werden kann.
Die Kontrollstellen sind eh eigentlcih immer schon von weitem zu sehen, da werden dann eh nicht die notorischen Raser erwischt, die mit purer Absicht viel zu schnell fahren, nur die träumen.

Thema Handy am Steuer, das macht keinen Unterschied ob da 30, 50 oder mehr erlaubt ist, ist den Leuten total egal, die hantieren trotzdem damit rum.

Das alles kann ich auf der Kölnerstraße täglich beobachten, sowohl mit dem Handy wie auch mit das rasen, gerade in den Abend-, Nacht- und Morgenstunden, da ist nicht selten das 2-3x des erlaubten zu vermuten.

Chris, 15.06.2026, 18:47 Uhr
8

Mit Tempo 30 kann man GM komplett unattraktiv machen, nur weiter so. Solche genialen Ideen braucht Deutschland. Aus dem "mal eben in die Stadt fahren" wird dann "nee, laß' mal"

HabdieSchnauzevoll, 15.06.2026, 20:33 Uhr
9

Das was Gummersbach macht ist doch woanders längst selbstverständlich! Wie kann man eigentlich gegen Tempo 30 in Wohngebieten ein?! Und dann der Blödsinn von wegen Abzocke bzw Geldmacherei: wer sich ans Tempo hält muss unserem ach so schrecklichen Staat keinen Cent bezahlen! Übrigens in unseren Nachbarländern sind Tempoverstöße wesentlich teurer. Mit einem gut ausgearbeitetem Konzept macht die Idee von CDU und SPD durchaus Sinn...

Alex, Reininghausen, 15.06.2026, 22:25 Uhr
10

Wofür haben wir dann Elektro-Autos und den seit einiger Zeit zwingend vorgeschriebenen Fußgänger-Notbremsassistent?

Holger, 16.06.2026, 08:35 Uhr
11

Für alle, die hier so schimpfen… Mal ganz realistisch gesehen, wo in der Innenstadt kann man noch weitaus mehr als 30 km/h fahren?
Ich fahre selber gerne schnell und generell gerne Auto. ABER allein bei uns im Dorf (Deitenbach) und ich denke in anderen Dörfern Gummersbachs sieht es ähnlich aus (Lieberhausen, Lantenbach, Bredenbruch,…) ist selbst 30 km/h noch viel zu schnell! Es geht in diesem Fall, ausnahmsweise nicht um uns, sondern priorisiert um die Sicherheit unserer Kinder! Ich möchte nicht damit weiterleben, im schlimmsten Fall, ein Kind angefahren zu haben, nur, weil ich unbedingt 50 km/h oder mehr fahren musste… Bitte werdet euch dieser Situation einfach bewusst!
Ich lade jeden 30 km/h „Gegner“ gerne in unser Dorf ein, um die Geschwindigkeit und Gefahr gerne selbst einzuschätzen.

Miriam Koentges , 16.06.2026, 20:45 Uhr
12

Wer sich Sorgen um die Kinder macht hat eines nicht verstanden: Kinder gehören nicht auf die Straße! Daher, Bürgersteige, Zebrastreifen und Querungshilfen ja - Tempolimit nein.
Und Erfahrungen aus Großstädten mit dem ländlichen Oberberg gleichzusetzen - das ist Disqualifizierung at its best.
Und den Unterscheid zwischen 30 und 50 km/h muß sich auch niemand vor Ort ansehen - man lernt schon in der Fahrschule den Unterschied auszurechnen. Und auch ein Aufprall mit 30km/h ist oft genug tödlich. Daher hilft nur eins: runter von der Straße.
Aber man kann ja das autofahren auch direkt verbieten. Dann geht es in diesem Land noch schneller aufwärts...
Reduzierte Geschwindigkeiten gelten übrigens für alle - auch für Polizei, FW... Sogar bei Blaulichteinsatz. Mal drüber nachdenken was das heißt.

Ein Wiehler, 16.06.2026, 23:31 Uhr
13

So wie ich das verstanden habe, geht es in erster Linie um Wohngebiete. Und dort ist es doch für alle angenehmer, wenn nur 30 km/h gefahren wird. Ich verstehe die Aufregung nicht. Schön wäre doch, wenn die Straßen wieder mehr als Raum für alle genutzt werden können und nicht nur für Autofahrer. Kinder, ältere Bewohner und sogar Haus- und Wildtiere würden davon profitieren.

Anne , 17.06.2026, 11:52 Uhr
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