GUMMERSBACH

Mit der Sprache der Liebe sprechen

kp; 18.09.2026, 14:00 Uhr
Fotos: Alexander Maier --- Glücklich darüber, Menschen glücklich zu machen: Cortes, Lupus und Felice (v.li.) luden zu einem poetischen Ausflug in ein zauberhaftes Antiquariat.
GUMMERSBACH

Mit der Sprache der Liebe sprechen

kp; 18.09.2026, 14:00 Uhr
Gummersbach – Das Künstlerpaar Cortes und Felice lud mit Gaukler Lupus als Gast in der Halle 32 dazu ein, in seinem „Little Giftshop – das zauberhafte Antiquariat“ poetische Geschichten und Musik zu entdecken.

Von Katja Pohl

 

Es war das pure Glück. Erzeugt durch klingende Poesie, Magie, Fantasie, leisen Humor. Ein Glück, das zutiefst berührte. Als Cortes Young, Felice sowie Lupus der Gaukler sich nach mehr als zwei Stunden Musik, Jonglage, Gesang, Seifenblasen und Puppenspiel vor dem Publikum in der Halle 32 verbeugten, waren die Bravo-Rufe unüberhörbar, der Beifall minutenlang. Im Foyer der Halle kamen anschließend Menschen zusammen, die sich bei den drei Künstlern bedanken wollten, sie umarmten und gerne zugaben, Freudentränen geweint zu haben. Sängerin, Songwriterin, Pianistin und Gitarristin Felice hatte zuvor gesagt, dass sie ihr Publikum mit dem Zusammenspiel aus Leichtigkeit und Tiefgründigkeit im Kern zu berühren hofften: „Wir möchten unseren Gästen etwas Echtes schenken, sie in der Sprache der Liebe ansprechen.“ Und genau das glückte.

 

[Lupus der Gaukler, in Oberberg seit 40 Jahren als Künstler unterwegs, beeindruckte als Erzähler und als Jongleur.]

 

Für Cortes, alias Thomas Dürrfeld, war der Auftritt in Gummersbach etwas sehr Besonderes. Er wuchs in der Nähe der Kreisstadt auf, begegnete dort, als er 16 war, Michael Wolf, den die Menschen in Oberberg als Lupus, der Gaukler kennen. Lupus brachte Thomas Dürrfeld in Berührung mit der Artistik, übte mit ihm, wurde zum Mentor und engen Freund. Lehrer und ehemaliger Schüler standen schließlich gemeinsam in der Deutschen Oper Berlin sowie im Festspielhaus Baden-Baden auf der Bühne und nun eben auch in Gummersbach.

 

Ein Abend, auf den sich Felice und Cortes, beheimatet im Weserbergland, nahe Hameln, unglaublich gefreut hatten, wie Felice berichtete. „Dass heute so viele Freunde, Familie, Weggefährten hier sind, macht uns sehr glücklich.“ Vor rund 15 Jahren trafen sich die beiden Kunstschaffenden und spürten, dass sie ihre kreativen Ziele verbinden könnten. Felice erläutert: „Damals wünschte ich mir einen visuellen Aspekt für meine Musik und Cortes suchte nach Klängen für seine Artistik. Wir spürten schnell, dass das wunderbar passt. Wir haben unsere Ideen so lange verfeinert, bis sie verschmolzen sind.“

 

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Und so ist das zauberhafte Antiquariat nun ein Refugium für Träumer, für Menschen, die an die Kraft der Freundlichkeit, der Liebe glauben, die Hoffnung schenken möchten. Um all diese Themen herum erzählten Cortes, Felice und Lupus Geschichten von der kleinen Ratte Tom, die Schlagzeug spielen kann, sich aber auch einfach mal vorwitzig ins Becken verbeißt.

 

[Geschichten voller Magie, zum Staunen und zum Freuen: Cortes und Felice fanden in den vielen Koffern auf der Bühne immer neue Erinnerungsstücke.]

 

Von strengen Lehrerinnen, die selbst mit schlimmsten – und sehr schrill vorgebrachten - Zurechtweisungen einem linkshändigen Sir Edward, Adelssohn einer britischen Rechtshänderfamilie, die Individualität nicht austreiben können. Sie erzählten davon, dass es sich in einem großen Schrankkoffer trefflich baden lässt, während schillernde Seifenblasen gen Himmel trudeln und, dass eine mechanische „Papierflieger-Abschickmaschine“ Menschen jeden Alters dazu bringt, eins dieser zarten Gebilde unbedingt fangen zu wollen.

 

Cortes anschließende Jonglage mit den flinken Papierfliegern ließ ebenso lächeln, wie die im Hintergrund eingeblendeten Stop-Motion-Filme, in denen Puppen, Motten und Ratten zu Helden ihrer liebevoll in Szene gesetzten Geschichten wurden. Während Cortes es schaffte, gleichzeitig mit Drumsticks zu jonglieren und dabei Schlagzeug zu spielen, beeindruckte Lupus, alias Michael Wolf, mit wirbelnden Messern, in luftige Höhen fliegenden Bällen und seiner sensiblen Erzählstimme, die von einer Zirkusfamilie sprach, die an einer immer grauer werdenden Welt beinahe zerbricht. Eigens für ihn hatte Thomas Dürrfeld diese Rolle erschaffen. „Der Erzähler kommt normalerweise vom Band. Aber für den Auftritt hier, habe ich den Text auf Lupus zugeschnitten.“

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