GUMMERSBACH
Heiner Brand wird Ehrenbürger in Gummersbach
Gummersbach – Einstimmiger Ratsbeschluss - Die Gummersbacher Handball-Legende steht damit in einer Reihe mit nur sechs weiteren Persönlichkeiten.
Von Peter Notbohm
Diese Entscheidung kommt nicht mehr überraschend. Einstimmig und ohne jede Diskussion hat Gummersbachs Stadtrat am Mittwoch im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung beschlossen, Handball-Legende Heiner Brand (74) in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um das Wohl und Ansehen der Stadt Gummersbach das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Brand war nicht im Ratssaal anwesend und wurde im Anschluss von Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit (CDU) unmittelbar telefonisch über die Entscheidung informiert.
Nach Überzeugung des Rates hat sich Brand nicht nur durch seine sportlichen Erfolge, sondern auch durch seine Heimatverbundenheit und sein soziales Engagement in besonderer Weise um die Stadt Gummersbach verdient gemacht. Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde geht auf eine Bürgeranregung von vier Gummersbacher Bürgern zurück.
Uwe Töpfer, ehemaliger Geschäftsführer der AggerEnergie und früherer Bürgermeister der Gemeinde Marienheide, Unternehmer Marc Schröder sowie den beiden Allgemeinmedizinern Thomas Braeucker und Jochen Viebahn hatten intensiv dafür geworben. „Wenn nicht er, wer dann?“, hatte Töpfer im Hauptausschuss vergangene Woche in Anlehnung an den Höhner-Hit „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ gefragt, wo die Bürgeranregung bereits einstimmig empfohlen wurde (OA berichtete).
Brand sammelte während seiner Karriere als Spieler und Trainer zahlreiche Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene. Er galt über lange Jahre als prägendes Gesicht des deutschen Handballs. Neben dem Franzosen Didier Dinart ist Brand der einzige Handballer, der als Spieler und Trainer Weltmeister wurde. All das macht ihn laut Töpfer zu „einer Legende des deutschen Sports“. Dabei blieb er seinem Heimatverein, dem VfL Gummersbach, bis heute stets verbunden.
Zusätzlich zeichnet den 74-Jährigen aber auch seine soziale Ader aus. Als Mitglied im „Joachim-Deckarm-Fonds“ kümmert sich Brand bis heute um seinen schwer verunfallten Freund Joachim Deckarm, ist außerdem u.a. Mitglied im Verein „Sportler für Organspende“ und im Kuratorium der „Werte Stiftung", die sich für Chancengleichheit und sozialen Zusammenhalt in Deutschland einsetzt.
Brand selbst spricht gegenüber Oberberg-Aktuell von einer „tollen Ehre“. Er sei gespannt, was auf ihn mit der Verleihung zukommt. „Diese Entscheidung bedeutet mir enorm viel. Ich hätte nie gedacht, dass das in Gummersbach passieren würde“, sagte Brand, nach dem auch bereits der Platz vor der SCHWALBE arena, Gummersbachs Handballtempel, benannt wurde.
Auch Bürgermeister Halding-Hoppenheit sprach im Anschluss von einem historischen Moment: „Ich bin stolz und fühle mich auch geehrt, Teil dieser historischen Beschlussfassung zu sein und freue mich bereits auf die Zeremonie der Verleihung. Heiner Brand hat diese Ehrung nie eingefordert; da ist er auch gar nicht der Typ für. Es ist einfach ein würdiger Moment.“
Zurzeit hat die Stadt Gummersbach keine lebenden Ehrenbürgerinnen oder Ehrenbürger. Letztmalig wurde das Ehrenbürgerrecht 1967 an den Industriellen und ehemaligen Bürgermeister Martin Siebert verliehen. Seine Vorgänger waren Otto van Bismarck (1895), Bernhard Krawinkel (1916), Paul von Hindenburg (1917), Karl Bockhacker (1927) und Carl Hugo Steinmüller (1952).
Der Termin zur Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Heiner Brand steht bereits fest: Am 21. Dezember in der Halle 32.
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