GUMMERSBACH
Über 1,1 Millionen Euro: Mehr Schutz vor Starkregen und Hitze an Gummersbacher Schulen
Gummersbach – Unter dem Motto „Dem Klimawandel begegnen: Coole Bildungsorte für Gummersbach will die Stadt mehrere Schulhöfe sanieren – Auch ein weiterer Trinkwasserbrunnen am Steinmüllergelände ist geplant.
Von Peter Notbohm
Wetterextreme verursachen in Deutschland enorme Schäden, treten zunehmend häufiger auf und zwingen die Gesellschaft zu mehr Vorsorge und Anpassung an die Folgen des Klimawandels. In Gummersbach gibt es nun Pläne, den Starkregenschutz und den Sonnenschutz im Rahmen eines gebündelten Projektes an mehreren Grundschulen, der Gesamtschule Derschlag und der Realschule Hepel auszubauen bzw. zu modernisieren. An den Familienzentren „Wilde Knöpfe“ und „Hand-in-Hand“ sowie an den Spielplätzen in Rebbelroth und Bernberg sowie dem Jugendclub Steinenbrück sollen ebenfalls neue Sonnensegel entstehen oder vorhandene erweitert werden. Zusätzlich ist ein weiterer Trinkwasserbrunnen in der Innenstadt geplant, mitten auf dem Steinmüllergelände.
![]()
[Fotos: Stadt Gummersbach ---- Nicht nur an der Grundschule Hülsenbusch und der Gesamtschule Derschlag sollen Verschattungsanlagen und Maßnahmen zum Schutz vor UV-Strahlung entstehen.]
Rund 1,13 Millionen Euro will man im Rathaus dafür insgesamt in die Hand nehmen. 80 Prozent davon könnten über das Landesprogramm “Klimaanpassung.Kommunen.NRW“ gefördert werden. Der Eigenanteil, der über zweieinhalb Jahre gestemmt werden müsste, beliefe sich auf rund 212.000 Euro. Die Pläne wurden vergangene Woche im Ausschuss für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Mobilität vorgestellt.
Fachbereichsleiter Francis Jovan sprach von einer „sehr hohen Fördersumme“ und warb ausdrücklich für die vom Rathaus innerhalb von nur zwei Monaten erstellte Projektskizze. Diese beinhalte „keine Nice-to-have-Projekte“, sondern Aufgaben, welche die Stadt durch den Beschluss des Starkregenrisikokonzepts ohnehin erfüllen müsse.
[Foto: Stadt Gummersbach (mit KI bearbeitet) --- So könnte ein neuer Trinkwasserbrunnen am Steinmüllergelände aussehen.]
Jürgen Hefner, Erster und Technischer Beigeordneter der Stadt, erinnerte zudem daran, dass Schüler im Rahmen des OGS-Anspruchs künftig noch mehr Zeit in Schulen verbringen werden. Die Gebäude wolle man mit verbessertem Sonnenschutz vor dem Überhitzen schützen. Besonders nachteilig werden in diesem Zusammenhang inzwischen große Glasflächen gesehen: Diese seien zwar attraktiv, bieten aber keine Verschattung. Gute Erfahrungen habe die Stadt außerdem mit dem Trinkwasserbrunnen an der Alten Vogtei gesammelt, der laut Hefner sehr gut genutzt werde. Deshalb plant man nun einen weiteren am Steinmüllergelände.
Im Rahmen eines zweistufigen Verfahrens werden die Ergebnisse der Projektskizze nun von einer Expertenkommission bewertet. Die Ergebnisse werden im zweiten Quartal dieses Jahres erwartet. Umgesetzt werden sollen die Projekte dann bis zum 30. Juni 2029. Im Haushaltsplanentwurf 2026 sind hierfür noch keine Gelder vorgesehen, da die vierte Einreichungsrunde für das Förderprogramm erst im November gestartet wurde. Anfallende Kosten sollen außerplanmäßig bewilligt werden, die meisten Ausgaben würden den Gummersbacher Haushalt aber ohnehin erst ab 2027 belasten.
Aus dem Ausschuss
-
Gummersbach muss sich einen neuen Klimaschutzmanager suchen. Wie Jürgen Hefner mitteilte, hat sich der bisherige Klimaschutzmanager Felix Borscz aus familiären Gründen eine neue Arbeitsstelle an seinem Wohnort in Solingen gesucht, sodass die Stelle neu ausgeschrieben werden muss. Für die Entscheidung habe man Verständnis, bedauere sie aber auch, „weil Felix Borscz einen sehr guten Job gemacht hat“, so Hefner.
-
Gummersbach wird nicht mehr am European Energy Award (eea), ein europaweites Qualitätsmanagementsystem, das Energie- und Klimaschutzaktivitäten einer Kommune erfasst, bewertet, steuert und regelmäßig überprüft, und dem European Climate Adaption Award (ECA), ein europäischen Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsverfahren der Beratungs- und Servicegesellschaft Umwelt, teilnehmen. Beide Programme wurden zum Jahreswechsel überraschend eingestellt. Man habe viele Erkenntnisse über interne Strukturen gewonnen, heißt es aus dem Rathaus. Erst im vergangenen Sommer war die Stadt mit dem European Climate Adaption Award (ECA) in Bronze ausgezeichnet worden (OA berichtete). Für eine Kommune mit 50.000 Einwohnern im ländlichen Raum habe Gummersbach im letzten Abschlussbericht „solide abgeschlossen“.
-
Dr. Björn Uhlemeyer (BMU Energy Consulting) hat Gummersbachs Politik den Zwischenbericht für die Kommunale Wärmeplanung vorgestellt. Derzeit untersuche die BMU Potenziale für verschiedene Energiemodelle. Der Endbericht soll im November vorgestellt werden und im Dezember durch den Rat beschlossen werden.
KOMMENTARE
Jeder Nutzer dieser Kommentar-Funktion darf seine Meinung frei äußern, solange er niemanden beleidigt oder beschimpft. Sachlichkeit ist das Gebot. Wenn Sie auf Meinungen treffen, die Ihren Ansichten nicht entsprechen, sehen Sie von persönlichen Angriffen ab. Die Einstellung folgender Inhalte ist nicht zulässig: Inhalte, die vorsätzlich unsachlich oder unwahr sind, Urheberrechte oder sonstige Rechte Dritter verletzen oder verletzen könnten, pornographische, sittenwidrige oder sonstige anstößige Elemente sowie Beschimpfungen, Beleidigungen, die illegale und ethisch-moralisch problematische Inhalte enthalten, Jugendliche gefährden, beeinträchtigen oder nachhaltig schädigen könnten, strafbarer oder verleumderischer Art sind, verfassungsfeindlich oder extremistisch sind oder von verbotenen Gruppierungen stammen.Links zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.