GUMMERSBACH
„Hilfe, der Kindergarten brennt!“ – Vermisster Teddybär gerettet
Gummersbach - Realitätsnahe Brandschutzübung in der AWO-Kita Lina-Ege – Feuerwehr und Einrichtungsleitung kooperierten bei Gemeinschaftsprojekt.
Am Samstagvormittag gegen 10 Uhr wurde es plötzlich ernst in der AWO-Kindertagesstätte Lina-Ege in Hunstig: Der Feueralarm löste aus und leitete eine umfangreiche Brandschutzübung ein. Unter der Anleitung ihrer pädagogischen Fachkräfte verließen alle anwesenden Kinder gruppenweise das Gebäude. Zeitgleich wurde eine Rauchentwicklung im Erdgeschoss simuliert. Die Evakuierung verlief reibungslos, nur ein großes Stofftier, der beliebte Teddybär, blieb im Inneren zurück und wurde zum „vermissten“ Übungsopfer.
Im Anschluss konnten die Kinder gemeinsam mit dem Einheitsführer der Freiwilligen Feuerwehr Hunstig, Marcel Rüping, zeigen, was sie in ihrer Projektwoche rund um das Thema Brandschutz gelernt hatten. Nach der erfolgreichen Räumung setzte eines der Kinder eigenständig einen Notruf ab, der über Lautsprecher für alle nachvollziehbar übertragen wurde. Zahlreiche Eltern verfolgten die Übung vor Ort mit großem Interesse. Im weiteren Verlauf wurde die sogenannte „stille Alarmierung“ erläutert: In Nordrhein-Westfalen erfolgt die Alarmierung der Einsatzkräfte seit einigen Jahren nicht mehr über Sirenen, sondern über digitale Meldeempfänger und Mobiltelefone. Kurz darauf rückten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Hunstig mit Blaulicht und Martinshorn an, unterstützt von der Drehleiter der hauptamtlichen Wache Gummersbach.
Für eine besondere Überraschung sorgte die im vergangenen Jahr gegründete Kinderfeuerwehr „Die Löschraketen“ unter der Leitung von Carmen Buschmann. Mit ihrem eigenen „Fahrzeug“ trafen sie ebenfalls ein und stellten sich neben die aktiven Einsatzkräfte. Gemeinsam wurde ein realitätsnaher und kindgerechter Rettungs- und Löscheinsatz durchgeführt.
![]()
Ausgerüstet mit Atemschutzgeräten drangen Feuerwehrleute in das verrauchte Gebäude vor, während draußen ein Löschangriff aufgebaut, ein Sicherungstrupp bereitgestellt und die Einsatzstelle abgesichert wurde. Der gesamte Ablauf wurde von Rüping moderiert, der die einzelnen Schritte erklärte und Funkgespräche über die Lautsprecher übertrug. Nach kurzer Zeit konnte auch der vermisste Teddybär gefunden und auf einer Trage ins Freie gebracht werden. Dort wurde er direkt dem bereitstehenden Erste-Hilfe-Trupp übergeben.
Während die Kinder das Geschehen beobachteten, wurde das „Feuer“ im Inneren gelöscht, unterstützt vom Drehleiterkorb. Im Anschluss an die Übung hatten die Kinder die Gelegenheit, die Feuerwehrleute in voller Schutzausrüstung aus nächster Nähe zu erleben. Ziel war es, den Kindern mögliche Ängste vor Masken, Atemgeräten und Geräuschen zu nehmen. Ein weiterer Höhepunkt war die anschauliche Demonstration einer Fettexplosion. Dabei wurde gezeigt, warum ein Fettbrand niemals mit Wasser gelöscht werden darf. Eine meterhohe Stichflamme verdeutlichte die Gefahren eindringlich.
![]()
Auch selbst aktiv werden durften die Kinder: Mit einem D-Strahlrohr löschten sie spielerisch ein kleines Übungshaus mit umklappenden „Flammen“ – ein Erlebnis, das für viel Freude sorgte. Zum Abschluss überreichten die Erzieherinnen um Nikola Fahl dem Löschgruppenführer Marcel Rüping ein von den Kindern gestaltetes Bild als Dankeschön. Er bedankte sich im Gegenzug für die hervorragende Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte und hob insbesondere die Unterstützung durch die Kinderfeuerwehr Gummersbach hervor, die maßgeblich zum Erfolg der Übung beigetragen habe.

BILDERGALERIE