FUSSBALL

Zeitenwende erfolgreich abgeschlossen: Nümbrecht spielt wieder oben mit

thg; 03.01.2026, 15:00 Uhr
Foto: Thomas Giesen --- Marcus Voike beerbte zur neuen Landesligasaison Torsten Reisewitz als Trainer des SSV Homburg-Nümbrecht.
FUSSBALL

Zeitenwende erfolgreich abgeschlossen: Nümbrecht spielt wieder oben mit

thg; 03.01.2026, 15:00 Uhr
​​​​​​​Nümbrecht – Die Fußballer des SSV Homburg-Nümbrecht haben den Wechsel auf der Trainerbank gut überstanden. Auch unter dem neuen Coach Marcus Voike spielt der Landesligist in der Tabelle oben mit.

Von Thomas Giesen

 

Das Jahr 2025 war für die Fußballer des SSV Homburg-Nümbrecht eine Zeitenwende. Nach neun Jahren Konstanz auf dem Trainerposten startete der Landesligist mit einem anderen Gesicht an der Seitenlinie in eine Saison. Die Fallhöhe war für den neuen Coach, Marcus Voike, dabei nicht zu verachten. Unter Torsten Reisewitz verpassten die Nümbrechter in den vergangenen drei Jahren nämlich zweimal nur knapp den Aufstieg in die Mittelrheinliga – in der jüngsten Spielzeit nur um mickrige zwei Zähler. Die Trennung von Reisewitz stand zu diesem Zeitpunkt längst fest. Auch dass Voike sein Nachfolger werden würde, war in den letzten Wochen der Spielzeit bereits ausgemacht.

 

Statt eines großen Umbruchs, wie er bei Trennungen dieser Art nicht selten vorkommt, fand Voike ein bestelltes Feld vor. Eine gewachsene und kaum veränderte Mannschaft, die auch am Ende der vergangenen Spielzeit keinerlei Auflösungserscheinungen zeigte, zudem die Aussicht auf eine frisch ausgebaute Heimspielstätte, die wohl viele Amateurvereine vor Neid erblassen lässt. Doch so ganz problemfrei begann die Saison für die Nümbrechter nicht. Noch war die neue Arena nicht fertiggestellt, Heimspiele konnten zunächst nicht ausgetragen werden, sodass sich die SSV-Kicker erstmal auf fremden Plätzen beweisen mussten. Fünf Auswärtsspiele in Folge, darunter zwei für den Trainingsbetrieb ungünstig terminierte Duelle an einem Freitagabend, hatten die Nümbrechter zu überstehen, ehe das neue Schmuckkästchen Anfang Oktober mit dem Lokalkracher gegen den FV Wiehl sportlich eingeweiht wurde.

 

WERBUNG

Spektakulärer konnte die Heimpremiere dabei nicht ausfallen. In der zweiten Minute der Nachspielzeit kassierten die Gastgeber gegen den ewigen Rivalen den 2:2-Ausgleich, trafen dann aber tatsächlich selbst noch doppelt und sicherten sich den Derbysieg. „Das war ein Schlüsselmoment für uns. Das erste Heimspiel und dann auch noch gegen Wiehl. Alle waren nervös. Dass wir nach dem Nackenschlag in der Nachspielzeit noch so zurückkommen, war natürlich top positiv“, sagt SSV-Trainer Marcus Voike, der mit dem Erfolg endgültig in Nümbrecht angekommen war. „Klar ist man immer aufgeregt, wenn man zu einem neuen Verein kommt. Ich kann den Jungs nur danke sagen, dass sie alle so gut mitgezogen haben. Wir haben das Jahr dann auf Platz drei abgeschlossen. Dafür kann ich dem Team nur ein großes Kompliment aussprechen“, so Voike.

 

Verändert hatte der neue Übungsleiter laut eigener Aussage nicht viel. Nur ein etwas strengeres Regiment hat Voike offenbar im Gegensatz zu seinem Vorgänger eingeführt. „Wenn ein Trainer lange da ist, dann schleichen sich vielleicht so manche Dinge ein. Manche Spieler haben gespielt, auch wenn sie nicht beim Training waren. Klar, jeder hat mal einen Termin. Fußball ist ja nicht unser Hauptberuf. Aber ich investiere viel Zeit und bin in der Woche rund 30 Stunden mit Fußball beschäftigt. Ich richte meine Termine auch danach. Das heißt, jeder Spieler weiß, dass er in der Landesliga dreimal die Woche trainieren muss. Wenn man das nicht kann, muss man woanders hingehen oder vielleicht unterklassig spielen. Das hört sich vielleicht hart an, aber ich glaube, dass das gut ankommt. Es haben auf jeden Fall alle mitgezogen“, beschreibt Voike seine konsequente Haltung.

 

Auch als die Schwierigkeiten im weiteren Saisonverlauf größer wurden, blieb Voike seiner Marschroute offenbar treu und wurde belohnt. Zahlreiche Ausfälle prägten die übrigen Wochen bis zur Winterpause. Vor allem in der Defensive war das Trainerteam zum Improvisieren gezwungen. „Wir haben stabil gestanden, auch wenn wir mit vielen unterschiedlichen Formationen in der Abwehr aufgelaufen sind. Wir haben trotz allem gemeinsam mit dem Tabellenführer Neunkirchen-Seelscheid die beste Abwehr der Liga“, so Voike. Der Schuh drückte vor allem in der Offensive, ebenfalls ausgelöst vom Verletzungspech. Deutlich wurde das bei der 0:1-Niederlage gegen den damaligen Tabellenvorletzten Fortuna Bonn. „Das war der negative Moment der bisherigen Saison. Wenn man es schon nicht schafft, selbst ein Tor zu erzielen, dann muss man so ein Spiel mit 0:0 beenden und darf nicht mit der einzigen Chance des Gegners das entscheidende Gegentor zulassen“, ärgert sich Voike noch immer über die unnötige Niederlage.

 

Trotz des ein oder anderen unnötigen Punktverlustes und der personellen Engpässe spielen die Nümbrechter wieder oben in der Tabelle mit. Platz drei nach 15 Spieltagen, mit neun Punkten Rückstand auf das Überfliegerteam der Saison, FSV Neunkirchen-Seelscheid, das seine überragende Hinrunde noch bestätigen muss und sechs Zähler Rückstand auf Grün-Weiß Brauweiler, das Rang zwei belegt – Die Nümbrechter sind mittendrin, erneut um den Aufstieg mitzukämpfen. Für Voike kommen solche Gedanken zu früh. „Viele reden darüber, aber dazu fehlt uns noch viel. Es war klar, dass wenn alles gut läuft, wir auch oben mitspielen können. Aber man hat gesehen, dass man auch schnell Probleme kriegen kann und man sich möglicherweise auch im Abstiegsstrudel wiederfindet. Es gehört auch ein bisschen Spielglück dazu. Wir hoffen, dass die verletzten Spieler schnell wieder zurückkommen und wollen wieder hart trainieren“, so Voike, der sich aber nicht sicher ist, ob er überhaupt die Möglichkeit dazu bekommt.

 

„In der Wintervorbereitung wird es hier schwierig, wenn der Platz gesperrt ist. Wenn das Wetter so bleibt könnte es sein, dass wir bis zum ersten Spieltag nicht einmal vernünftig trainiert haben. Aber wir können auch nicht vier Wochen nach Spanien ins Trainingslager fliegen.“ Fünf Heimspiele in Folge haben die Nümbrechter zu Beginn der Rückrunde, ehe Ende März das Rückspiel beim FV Wiehl angepfiffen wird. Anschließend will man Bilanz ziehen, ob man tatsächlich dabei ist, wenn es an die Fleischtöpfe geht. Einige Spiele fehlen wird dabei der mit sieben Toren bislang beste Nümbrechter Torjäger, Dean-Robin Paes, der sich beim letzten Auftritt des Jahres gegen den SC Borussia Lindenthal-Hohenlind eine Meniskusverletzung zuzog und mindestens sechs Wochen pausieren muss.

 

Auch der dritte Torwart, Phil Puzalowski, sowie Dean Herzog werden ebenfalls beim Trainingsstart am 12. Januar fehlen. Puzalowski wechselt aus beruflichen Gründen voraussichtlich zum A-Ligisten Union Rösrath, Herzog zieht es zurück zu seinem Heimatverein TuS Katzwinkel, der in der Spielgemeinschaft Birken/Honigessen in der Kreisliga B aktiv ist. Neu im Klub ist Dogukan Bülbül. Der Defensivspieler wechselt vom FV Wiehl zum SSV.

WERBUNG