FUSSBALL
Wipperfürth will im Derby nachlegen - Lindlar vor nächster Mammutaufgabe
Oberberg - Der VfR empfängt am Sonntag die strauchelnde Reserve des SV Eintracht Hohkeppel - Frielingsdorf vor heißem Tanz in Heiligenhaus - Lindlar tritt gegen einen weiteren Aufstiegsaspiranten an.
Vorschau Bezirksliga (8. Spieltag)
VfR Wipperfürth – Eintracht Hohkeppel II (Sonntag, 15:15 Uhr).
Es fehlen: Tim Kemmerich, Niklas Jung, Theo Kruschinski -
Danny Michel, Nelly Megbe, Oliwier Sicinski, Kordian Sicinski.
Einsatz fraglich: keiner - Dave Famakinwa.
Zum Spiel: Am Sonntag steigt an den Ohler Wiesen das nächste Derby, das Duell eines Aufsteigers gegen einen Absteiger. Unterschiedlicher könnte die Gemütslage vor dem Aufeinandertreffen des VfR Wipperfürth und der Reserve von Eintracht Hohkeppel jedoch kaum sein. Während die Hansestädter mit zwölf Punkten aus sieben Partien mehr als solide aus den Startlöchern gekommen sind und voll im Soll liegen, ist die SVE-Zweitvertretung in unruhiges Fahrwasser geraten. Einziges Saisonhighlight war der Erfolg gegen Jan Wellem Bergisch Gladbach, ansonsten kassierte man ausschließlich (hohe) Niederlagen. Zudem haben die Gäste seit Wochen mit erheblichen Personalproblemen zu kämpfen.
Die Wipperfürther kamen bereits am vergangenen Wochenende mit einem Widersacher in Berührung, der sich im Sommer aus der Landesliga verabschieden musste und – eine weitere Parallele zu Hohkeppel II – große Schwierigkeiten hat, sich eine Klasse tiefer zurechtzufinden. Obwohl die Wipperfürther im ersten Durchgang enttäuschten, gewannen sie mit 4:0. Die bisherige Ausbeute stellt VfR-Coach Norbert Scheider generell zufrieden. Aktuell ist er vor allen Dingen damit beschäftigt, die Sinne zu schärfen.
Gegen Flittard mangelte es den Wipperfürthern, nicht zum ersten Mal in der laufenden Spielzeit, im ersten Abschnitt an Intensität. „Für mich eine Sache der Einstellung“, legt der Übungsleiter den Finger in die Wunde. „Jetzt wo die erste Aufstiegseuphorie verflogen ist, müssen die Jungs begreifen, dass das in dieser Liga kein Selbstläufer ist und uns nichts in Schoß fällt. Wir können mit unserem Saisonstart sehr zufrieden sein, doch den haben wir der guten Vorbereitung zu verdanken. Da hat jeder gebrannt und alles reingeschmissen. Wir müssen von Anfang an hellwach sein“, will Scheider das Energielevel weiter hochhalten.
Die Gegneranalyse im Vorfeld fällt nach Angaben des Trainers kurz aus. „Hohkeppel hat einige gute Kicker in seinen Reihen, doch man weiß nicht, ob nicht vielleicht auch Spieler aus der 1. Mannschaft mit dabei sind. Daher ist es eine Wundertüte. Wir gucken nur auf uns und wollen an die zweite Halbzeit gegen Flittard anknüpfen, wo wir unsere Tore gemacht haben und viele weitere Chancen hatten. Wenn wir unsere Leistung abrufen, bin ich guter Dinge, dass wir zu Hause punkten werden.“ Tim Kemmerich fehlt urlaubsbedingt, während Niklas Jung das Kunststück fertiggebracht hat, gegen Flittard seine fünfte Gelbe Karte zu kassieren. Somit muss er einmal zuschauen.
Die Hohkeppeler haben sich derweil von ihren ambitionierten Zielen verabschiedet. Tabellenplatz zwei bis vier hatte der Klub vor dem Saisonstart ausgegeben. Davon ist man nach sechs Niederlagen in sieben Spielen Lichtjahre entfernt. Aktuell will man sich in die Winterpause retten und dann personell nachbessern, um wenigstens die Klasse halten zu können sagt Hohkeppels Sportdirektor Kevin Theisen. Die Trainerfrage ist vorerst geklärt. Fadi Jfeily, eigentlich nach der Trennung von Jesse Muambay als Co-Trainer eines neuen Chefcoaches eingeplant, soll die Mannschaft mindestens bis zur Winterpause führen. Bislang ist es nämlich nicht gelungen, eine neue Nummer eins an der Seitenlinie zu gewinnen.
„Fadi ist erstmal unsere Interimslösung. Wir schauen weiter, was der Markt hergibt, es kann aber auch sein, dass wir noch einen Co-Trainer holen“, erklärt Theisen, dass Jfeily durchaus Cheftrainer bleiben könnte.
Sein Einstieg ins Trainergeschäft könnte komplizierter nicht sein. Von Beginn an muss der 39-Jährige mit einem Minimalaufgebot auskommen. Diverse Ausfälle haben das Aufgebot dermaßen reduziert, dass an den beiden vergangenen Spieltagen kein Auswechselspieler zur Verfügung stand. „Wir sind sehr dünn besetzt, aber ich werde die Situation so annehmen“, gibt sich der Trainerneuling kämpferisch, macht aber gleich eine Ansage in Richtung Mannschaft: „Trotz aller Schwierigkeiten, so eine erste Halbzeit wie am Sonntag gegen Heiligenhaus ist nicht akzeptabel. Wipperfürth ist sehr heimstark und hat eine gute Offensive. Wenn wir so auftreten, wie am Sonntag, dann können wir da nichts holen“, mahnt er, sieht aber auch positive Entwicklungen.
„Wir haben die zweite Halbzeit gegen Heiligenhaus mit 1:0 gewonnen“, sagt er und will darauf aufbauen. „Wir haben in den letzten drei Spielen nur das eine Tor geschossen. Neben der Arbeit an der Defensive, der Intensität und Zweikampfstärke ist der Fokus auf die Torgefährlichkeit gerichtet. Wir wollen beim Gegner Nadelstiche setzen. Wir arbeiten jetzt an den Basics. Damit kommt man in der Regel schon weit.“ (thg/lo)
Heiligenhauser SV – SV Frielingsdorf (Sonntag, 15:15 Uhr).
Es fehlen: Etienne Parmentier, Philipp Schmidt, Marvin Bieg, Justin Ufer, Lukas Borkes, Luca Everding, Yannick Blumberg.
Zum Spiel: Ist der SV Frielingsdorf zurück in der Spur? Das lässt sich noch nicht zu 100 Prozent bestätigen, doch der 4:0-Erfolg gegen die zweite Garde des SV Deutz war nach den vier sieglosen Partien vorher ein Schritt in die richtige Richtung. Nun hat der SVF zwei schwere Derby-Aufgaben in der Fremde vor der Brust: Am Sonntag geht’s zum Heiligenhauser SV, bevor man fünf Tage später – die Partie wurde auf Freitagabend vorverlegt - bei Andy Dreiners Ex-Klub VfR Wipperfürth gastiert.
Zunächst steht jedoch die Dienstreise zum HSV an. Die beiden Mannschaften kennen sich aus vielen gemeinsamen Jahren in der Kreisliga A aus dem Effeff, die Duelle sind stets von einer hohen Emotionalität geprägt, ohne dass dabei über die Stränge geschlagen wird. „Gegen Heiligenhaus ist immer viel drin, auch von den Zuschauern mit viel Temperament“, weiß der Trainer. „Aber danach trinkt man gemeinsam ein Bier. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass sich beide Dörfer ähneln und die Vereine ähnlich ticken.“
Dreiner stellt sich auf einen heißen Tanz ein, muss allerdings auf zwei zentrale Figuren verzichten: Etienne Parmentier und Philipp Schmidt sind privat verhindert, zusätzlich sind Marvin Bieg und Justin Ufer für Sonntag noch gesperrt. „Es ist ein blöder Zeitpunkt, dass uns diese wichtige Achse fehlt, doch wir werden uns etwas einfallen lassen. Als Favorit gehen wir aber sicherlich nicht ins Spiel“, sagt er über die Ausfälle der Stammkräfte.
Die Hausherren haben sich nach einem holprigen Saisonstart gefangen und zuletzt mächtig an der Torschraube gedreht: Einem 10:0 gegen Flittard ließ das Ensemble von Trainer Andy Esins einen 4:1-Sieg gegen Hohkeppel II folgen. Altmeister Lucas Musculus knipste in beiden Matches insgesamt siebenmal und bildet zusammen mit dem anderen Ex-Profi im HSV-Dress, Julius Biada, ein mit allen Wassern gewaschenes Offensivduo, das im starken Heiligenhauser Kollektiv den Unterschied ausmachen kann. „Da kommt eine andere Qualität als gegen Deutz II auf uns zu“, erklärt Dreiner und ergänzt mit Blick auf Musculus und Biada: „Das sind Jungs, die über massive Abschlussqualitäten verfügen und besonders im eigenen Ballbesitz extrem gefährlich sind“, rechnet er mit Schwerstarbeit für seine Defensive. (lo)
SpVg. Rheindörfer Nord – TuS Lindlar (Sonntag, 15:15 Uhr).
Es fehlen: Marco Bong, Kenan Sarvan, Lukas Dappen, Luca Jansen, Fabio Römer, Marius Mukherjee, Tim Schmitz.
Einsatz fraglich: Monty Devern.
Zum Spiel: Es kommt knüppeldick für den Tabellenletzten aus Lindlar: Nach dem Spiel gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter DJK Südwest Köln, der den Grün-Weißen eine 1:7-Ohrfeige verpasste, tritt die Elf von Felix Eiting und Marcel Besgen gegen den direkten Verfolger des Primus an. Die SpVg. Rheindörfer Nord hat sich in der laufenden Spielzeit erst einen Ausrutscher erlaubt (am ersten Spieltag verloren die Kölner das Derby gegen Weiler-Volkhoven mit 1:3), machte danach aber absolut keine Gefangenen mehr.
Es ist nicht nur die brandgefährliche Rheindörfer-Offensive, die mit diversen Mittelrheinliga-erfahrenen Kickern qualitativ topbesetzt ist und den Gegner regelmäßig das Fürchten lehrt (32 Tore sind Ligabestwert). Die Hintermannschaft hat nach der Niederlage gegen Weiler-Volkhoven ebenfalls einen höchst zuverlässigen Job verrichtet und nur noch fünf Gegentreffer kassiert. Somit stellen die Gastgeber auch die sicherste Abwehr der Liga. Zuletzt gelang obendrein durch einen Erfolg gegen den Mittelrheinligisten Neunkirchen-Seelscheid der Sprung ins Achtelfinale des FVM-Pokals.
Die nächste Mammutaufgabe also für den sieglosen Aufsteiger. Dabei war der Auftritt gegen Südwest in der ersten Hälfte absolut zufriedenstellend. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste lediglich mit 1:0. Selbst der Zwischenstand von 1:3 in der 80. Minute wäre noch akzeptabel gewesen, doch in der Schlussphase schenkten die Gäste den Lindlarern kräftig ein. „Aber nicht, weil Südwest plötzlich besser gespielt hat, sondern weil wir aufgehört haben. Wenn wir unser System kompakt durchbekommen, funktioniert es ja, aber wir schaffen es nicht, es konstant über 90 Minuten auf den Platz zu kriegen. Ein 1:7 ist dann viel zu hoch und darf nicht passieren“, erklärt Besgen.
Speziell das Thema Fehlerminimierung wird am Sonntag eine große Rolle spielen, um gegen den Titelbewerber die Chance auf eine Überraschung aufrechtzuerhalten, wie Besgen betont. Marco Bong, der gegen Südwest weitere Einschläge verhinderte, fehlt aus beruflichen Gründen. Für ihn rückt Simon Schreiner zwischen die Pfosten. Kenan Sarvan ist im Urlaub und Luca Jansen ist verletzungsbedingt außer Gefecht. Ein großes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Monty Devern (Sprunggelenksverletzung), dafür ist Marc Bruch wieder zurück. (lo)