FUSSBALL
Wipperfürth nach Platzverweis auf verlorenem Posten - Muambays Geburtstag zum Vergessen
Oberberg - Früh dezimierte Hansestädter kassieren in Hoffnungsthal sechs Gegentreffer - Heimklatsche für Hohkeppel II - Frielingsdorf punktet gegen Jan Wellem - Lindlar unterliegt Niehl (AKTUALISIERT).
Jan Wellem Bergisch Gladbach - SV Frielingsdorf 1:1 (1:1).
Der SV Frielingsdorf hat die Bewährungsprobe beim Aufstiegskandidaten Nummer eins bestanden und nahm einen Zähler mit auf die Heimreise Richtung ONI-Arena. Damit konnte Coach Andy Dreiner sehr gut leben, denn: „Wir haben hier gegen eine Top-Bezirksliga-Mannschaft gespielt, die uns alles abverlangt hat.“ In der 21. Minute trafen die Gastgeber durch Konstantin Weber zur Führung, doch die Frielingsdorfer hatten eine zügige Antwort parat. Eine kurz ausgeführte Ecke von Philipp Schmidt wurde von Justin Ufer auf Lorenzo Provenzano (Foto) weitergeleitet, der mit einem präzisen Flachschuss von der Strafraumgrenze erfolgreich war.
„Leider hatten wir in der ersten Halbzeit ansonsten nicht so den Mut, auf dem relativ kleinen Platz Fußball zu spielen. Unsere Ballbesitzphasen waren recht kurz“, berichtete Dreiner. Die mit höchster individueller Qualität bestückten Bergisch Gladbacher setzten Frielingsdorf in den 20 Minuten nach dem Seitenwechsel massiv unter Druck, die Dreiner-Elf überstand diese schwierige Phase mit einigen brenzligen Situationen aber unbeschadet – auch dank zweier starker Paraden von Lukas Borkes.
In der Schlussphase war es dann wiederum der SVF, der die offensiven Farbtupfer setzte. Und fast noch zum Lucky Punch ausholte: Justin Ufer visierte nach einem Dribbling nach innen das unter Eck an, doch Jan Wellems Goalie Kiril Chosov verhinderte den Einschlag. „Mit dem Punkt können wir sehr zufrieden sein. Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung“, meinte Dreiner, dessen Team weiterhin ungeschlagen an der Tabellenspitze bleibt. (lo)
Tore
1:0 Konstantin Weber (21.), 1:1 Lorenzo Provenzano (26.).
SV Frielingsdorf
Lukas Borkes; Kevin Ufer, Fabian Januszewski, Frederik Orbach, Jonathan Schmidt, Etienne Parmentier, Marvin Bieg, Philipp Schmidt (62. Jannis Everding), Lorenzo Provenzano (78. Petros Kioutsoukis), Justin Ufer (90.+2 Timo Weber), Leon Dema.
TV Hoffnungsthal - VfR Wipperfürth 6:0 (4:0).
Eine heftige Abreibung holte sich der Aufsteiger aus Wipperfürth am Bergsegen in Hoffnungsthal ab. Die Hansestädter, mit zwei Siegen perfekt in die Saison gestartet, gingen dort mit 0:6 unter. Die Niederlage nahm Coach Norbert Scheider zum Teil auch auf seine Kappe. „Wir wussten, dass der Gegner viele schnelle Leute in seinen Reihen hat. Da habe ich dann vielleicht auch das falsche Personal aufgestellt“, erklärte der Übungsleiter.
Die Führung für den TVH resultierte laut Scheider aus einer strittigen Szene, als ein Kicker der Hausherren, der sich zunächst abseits des Balles in der strafbaren Zone befand, durch ein Zuspiel auf seine Seite aktiv ins Geschehen eingriff und das 1:0 markierte. „Das für mich keine neue Spielsituation“, so der VfR-Coach.
Ein weiterer Knackpunkt war der Platzverweis gegen Eduard Koop, der seinen Gegenspieler bei einer Grätsche mit der offenen Sohle erwischte und dafür vom Feld gestellt wurde. „Das war keine Absicht, aber eine Rote Karte“, räumte Scheider ein. In Unterzahl machten es seine Schützlinge den Hoffnungsthalern zu einfach. „Wir haben nicht richtig auf die Außen durchgeschoben und das war für sie ein gefundenes Fressen. Es ist aber auch nicht mehr jeder für jeden gelaufen“, kritisierte Scheider. Bis zur Pause erhöhten die Hausherren auf 4:0 und sorgten damit für die Vorentscheidung.
Zufrieden war Scheider damit, dass sich die Seinen nach dem Seitenwechsel aufbäumten und den Schaden in Grenzen hielten. Phil Schmidt parierte zweimal im Eins-gegen-Eins, zwei individuelle Schnitzer ermöglichten Hoffnungsthal, noch das halbe Dutzend vollzumachen. „Die zweite Halbzeit stimmt mich positiv, da waren wir wieder besser im Spiel. Insgesamt fällt das Ergebnis zu hoch aus, wobei der Sieg für Hoffnungsthal komplett in Ordnung geht“, resümierte Scheider den gebrauchten Nachmittag. (lo)
Tore
1:0 Ruben Krupa (9.), 2:0 Moritz Petzke (24.), 3:0 Anton Musculus (39.), 4:0 Anton Musculus (45.+2), 5:0 Silvano Eisenmann (81.), 6:0 Jeffrey Eshun (90.).
Besonderes Vorkommnis
Rot gegen den Wipperfürther Eduard Koop (20./grobes Foulspiel).
VfR Wipperfürth
Phil Schmidt; Enrico Meierle, Wael Majouj, Faruk Tokay, Luca Börsch, Eduard Koop, Marlon Burger (75. Henrik Schmitz), Niklas Jung (82. Maximilian Müller), Tim Kemmerich (62. Raul Yorganci), Luis Zapp (67. Tille Andres), Sam Kirschsieper (82. Revan Hussain).
Eintracht Hohkeppel II – Schwarz-Weiß Köln 2:7 (2:4).
Jesse Muambay (Foto) hat schon schönere Geburtstage erlebt. Für den Hohkeppeler Coach, der an diesem Sonntag 38 Jahre alt wurde, war es ein Tag zum Vergessen. „Die Leistung ist nicht mit der zu vergleichen, die wir gegen Jan Wellem gezeigt haben. Wir müssen das aufarbeiten und uns auf das nächste Spiel vorbereiten. Es ist ein verdientes Ergebnis für Schwarz-Weiß Köln. Die haben es sehr gut gemacht. Wir haben es heute schlecht gemacht“, kommentierte Muambay die Partie.
Dabei hätte es für die Hausherren besser nicht beginnen können. Die Eintracht attackierte den Gegner frühzeitig und wurde schnell belohnt. Nach einem Ballgewinn lief der Ball überwenige Stationen zu Kai Hense, der in der Box am schnellsten schaltete und nach 55 Sekunden das 1:0 markierte. Die Domstädter steckten den frühen Rückstand allerdings bestens weg und waren fortan sogar besser im Spiel als die Gastgeber. Nach 13 Minuten erzielte Marc Plug den Ausgleich, doch die Hohkeppeler stellten die neuerliche Führung her. Erneut war es Sturmspitze Kai Hense, der einnetzte. „Mit dem Tor kippte dann das Spiel. Wir haben sehr viele Fehler gemacht und ich war früh gezwungen, zu wechseln. Einige Spieler hatten kaum eine Vorbereitungszeit und das hat man heute auch gemerkt“, so Muambay.
Die Folge war der schnelle Ausgleich, erneut durch Plug und der Führungstreffer durch einen Foulelfmeter von Justin Raider. Marc Plug stellte mit seinem dritten Treffer nur eine Minute später auf 2:4. In der Pause hatten sich die Hohkeppeler viel vorgenommen, wurde aber schnell aus allen Träumen gerissen. Niklas Utz traf zum 2:5 und die Partie war entschieden. Enes Cukovci und Plug mit seinem vierten Streich schraubten das Ergebnis noch in die Höhe. (thg)
Tore
1:0 Kai Hense (1.), 1:1 Marc Plug (13.), 2:1 Kai Hense (17.), 2:2 Marc Plug (23.), 2:3 Justin Raider (31. Elfmeter), 2:4 Marc Plug (32.), 2:5 Niklas Utz (47.), 2:6 Enes Cukovci (76.), 2:7 Marc Plug (89.).
Eintracht Hohkeppel II
Rocco Zinnato; Luka Munetic (46. Kaan Gözübüyük), Salvatore Giambra, Dave Famakinwa (33. Jannis Papanikolaou), Semi Paldir (27. Oliwier Sicinski), Melih Özkan, Ali Elyaqine (72. Danny Michel), Taha Taylan, Noah Becker (58. Mustafa Demirbag), Pablo Hempelmann-Perez, Kai Hense.
TuS Lindlar – CfB Ford Niehl 0:1 (0:1).
Der TuS Lindlar verlor auch das dritte Saisonspiel, schnupperte aber im Duell gegen den bislang ebenfalls sieglosen CfB Ford Niehl deutlich intensiver an etwas Zählbarem als in den Derbys gegen Wipperfürth und Frielingsdorf, die beide mit einer 0:4-Niederlage endeten. „Eigentlich ist das ein Spiel, was du gewinnen musst, wenn du drinbleiben willst. Niehl wird wahrscheinlich zu den Mannschaften gehören, die wie wir um den Klassenerhalt kämpfen werden“, erklärte Marcel Besgen vom TuS-Trainerteam, der eigenen Angaben zufolge einen guten Beginn seiner Elf sah, die jedoch nach neun Minuten von Ihor Soloviov eiskalt abgeduscht wurde.
Dem Rückstand rannten die Lindlarer vergeblich hinterher – dabei ergaben sich durchaus einige Möglichkeiten, um endlich den Knoten platzen zu lassen und den ersten Saisontreffer zu erzielen. „Wenn es gut läuft, machen wir zwei, drei Tore daraus“, trauerte Besgen den vergebenen Chancen nach. Nach dem Seitenwechsel entfachten die Hausherren zwar kein Feuerwerk, blieben aber das aktivere Team. Die beste Gelegenheit, um vielleicht doch noch den ersten Punkt einzufahren, vergab Niko Schachow, dessen Versuch vom CfB-Schlussmann abgewehrt wurde.
„Niehl hatte in der zweiten Halbzeit keine großen Offensivkationen mehr, aber wir hatten hintenraus auch zu wenig Durchschlagskraft. Für uns bleibt weiterhin die Aufgabe, uns mehr Chancen herauszuspielen und diese auch besser zu nutzen“, lautete das Fazit von Besgen. Schmerzhafter Schlussakkord: Marc Bruch prallte in der Endphase unglücklich mit dem Kopf gegen den Torpfosten und zog sich eine Platzwunde zu. (lo)
Tore
0:1 Ihor Soloviov (9.).
TuS Lindlar
Simon Schreiner; Lukas Dappen (40. Felix Lamers), Felix Eiting, Max Frangenberg, Gian Luca Wester, Monty Devern, Kenan Sarvan (79. Ervin Novakaj), Tim Lamers, Marc Bruch (90.+2 Felix Miebach), Rinor Latifi (56. David Förster), Niko Schachow.