FUSSBALL

Wiehl will auch auswärts in der Saison ankommen

thg, lo; 22.10.2026, 09:00 Uhr
Archivfoto: Thomas Giesen --- Justus Dabringhausen war mit zwei Toren am Wiehler 5:0-Erfolg gegen Pesch beteiligt.
FUSSBALL

Wiehl will auch auswärts in der Saison ankommen

thg, lo; 22.10.2026, 09:00 Uhr
Oberberg – Nach dem Premierendreier herrscht wieder Hoffnung auf der Eichhardt, doch am Wochenende wartet eine schwierige Aufgabe – Schönenbach hofft gegen Marialinden auf den ersten Heimerfolg - Nümbrecht vor schwerer Aufgabe bei Blau-Weiß Köln

Vorschau Landesliga (9. Spieltag)

 

SC Rheinbach – FV Wiehl (Sonntag, 15 Uhr).

 

Es fehlen: Sem Likya, Felix Krüger, Nick Lamsfuß, Marc Can Fotue Kamga, Toni Skoro, Paul Neuendorff, Rene Gailowitz.

 

Einsatz fraglich: Yannick Zwiebel, Alexander Marks.  

 

Zum Spiel: War das der dringend benötigte Befreiungsschlag? Der FV Wiehl feierte am 8. Spieltag sein erstes Erfolgserlebnis in Form von drei Punkten. Und der Sieg gegen den FC Pesch fiel mit einem 5:0 sogar deutlich-fulminant aus. Diesmal zeigten die FV-Kicker von Beginn an die richtige Körpersprache, besaßen das nötige Matchglück (die ersten beiden Chancen wurden zur 2:0-Führung genutzt) und setzten mit zunehmender Spieldauer auch spielerische Akzente. Als Sahnehäubchen gab’s die erste weiße Weste der Saison. Keeper Justin Broy, zuvor schon mehrere Male auf dem Posten, parierte in der Schlussphase einen Elfmeter und hielt die Null fest.

 

„Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir standen kompakt, waren aggressiv gegen den Ball und haben schnell umgeschaltet“, sagt der spielende Interims-Co-Trainer Jan Peters. Damit habe man den Peschern den Zahn gezogen. „Und in den Phasen, wo der Gegner zu Chancen gekommen ist, haben wir trotzdem dagegenhalten. Die beiden frühen Tore haben uns natürlich gutgetan“, sei nach dem Abpfiff kollektive Erleichterung zu spüren gewesen. Die Hoffnung, dass der Klassenerhalt in dieser Saison keine „Mission Impossible“ wird, ist zurück. Nun gilt es nachzuweisen, dass die Vorstellung gegen Pesch keine Eintagsfliege war und man auch in der Fremde konkurrenzfähige Leistungen abzurufen vermag. Das war bis hierhin nicht der Fall: 0:4 in Deutz, 1:4 in Oberpleis und 0:6 in Brauweiler lautet die verheerende Dienstreisen-Bilanz.

 

Der kommende Gegner hat es allerdings in sich: Die Wiehler gastieren beim SC Rheinbach, der im Sommer von vielen zum Kreis der Aufstiegsfavoriten gezählt worden war. Nach der Rückkehr von Trainer Frank Molderings, der dort bereits von 2020 bis 2024 tätig war, hinken die Hausherren den Ambitionen aber noch hinterher. Der Rückstand zu Spitzenreiter Bonn-Endenich beträgt satte zehn Punkte. Immerhin konnte der SCR zuletzt zwei Duftmarken setzen: Dem 6:0 gegen Marialinden ließ man ein 5:1 in Nümbrecht folgen.

 

„Wir wollen auswärts ein anderes Gesicht zeigen, wobei wir wissen, dass Rheinbach von der Qualität her sehr stark ist. Die letzten beiden Spiele haben sie hoch gewonnen und ein 5:1 gegen Nümbrecht holt man nicht im Vorbeigehen“, weiß Peters um die Schwere der Aufgabe, die Wiehl jedoch mit neuem Selbstvertrauen angehen kann. „Wir werden versuchen, dort anzusetzen, wo wir gegen Pesch aufgehört haben“, so der zweifache Torschütze vom vergangenen Sonntag. Vinzent Stoffel kehrt nach überstandenem Infekt ins Aufgebot zurück, Yannick Zwiebel und Alexander Marks sind fraglich. (lo)   

 

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SV Schönenbach – TuS Marialinden (Sonntag, 15:15 Uhr).

 

Es fehlen: Niels Smuda, Patrick Schmid.

 

Einsatz fraglich: Gabriel Werner.

 

Zum Spiel: Der Sieg beim TuS Oberpleis war für die Schönenbacher ein kleiner Befreiungsschlag. Dreimal in Folge war man zuvor ohne Punktgewinn geblieben und dümpelte in der Abstiegszone der Landesligatabelle herum. Die hat das Team von Trainer Torsten Reisewitz erstmal verlassen. Doch über den Berg dürften die Schönenbacher noch nicht sein. Auch Reisewitz will den jüngsten Erfolg nicht überbewerten. Die Begegnung mit den Oberpleisern hatte er zum ersten „Endspiel“ der Saison ausgerufen. Das zweite folgt jetzt am Sonntag gegen Marialinden.

 

Der TuS rangiert in der Tabelle nämlich nur einen Platz tiefer als die Schönenbacher – und zwar punktgleich. „Gegen Oberpleis haben wir die absolut beste Saisonleistung gezeigt. Alles, was wir uns vorgenommen haben, hat funktioniert. Es könnte ein goldener Herbst für uns werden. Dafür brauchen wir aber einen weiteren Sieg gegen Marialinden. Und ganz ehrlich: Die beste Saisonleistung hätte ich mir gerne für Marialinden aufgehoben“, stellt Reisewitz klar, dass die Begegnung mit dem ebenfalls abstiegsbedrohten TuS das brisantere Spiel ist. „Im Hinblick auf den Winter wäre das wichtig. Wir hätten weiter Kontakt zu den Teams, die über uns stehen, und hätten einen Konkurrenten auf Distanz gehalten. Für beide Mannschaften ist das ein entscheidendes Spiel, ehe es in die Winterpause geht.“

 

Reisewitz erwartet ein nicht weniger schwieriges Duell, auch wenn die Oberpleiser im Tableau deutlicher weiter vorne stehen als die Marialinder. „Ich weiß ja, wie die ticken. Das wird ein richtiges Brett für uns. Das ist eine Mannschaft, die über die Energie kommt. Dafür steht auch Maik Alzer als Trainer. Wenn wir da nur einen Schritt weniger machen als gegen Oberpleis, dann bekommen wir was auf den Hintern.“ Dass die Marialinder auch starke Landesligamannschaften ärgern können, bewiesen sie jüngst gegen den aktuellen Tabellendritten Blau-Weiß Köln, gegen den man nur knapp mit 0:1 unterlag. Erschwerend hinzu kommt, dass der TuS wieder auf Toptorjäger André Peters bauen kann, der nach seiner Rotsperre ins Aufgebot zurückkehren dürfte.

 

Zum Torjäger hatte Reisewitz gegen Oberpleis überraschenderweise Davin Dresbach umfunktioniert. Mangels Alternativen stellte er den Defensivspieler in die Sturmspitze und wurde mit zwei Toren und einer Vorlage belohnt. Da Umut Kizilyar wieder gesund ist und ins Team zurückkehrt, rückt Dresbach wieder nach hinten. Auch Gabriel Werner könnte wieder fit werden und ein Kandidat für die Offensive sein. „Man muss immer nach links und rechts gucken. Für das, was wir gegen Oberpleis vorhatten, war das genau die richtige Idee. Aber wir wissen, dass Davin besser auf einer Position in der Defensive aufgehoben ist.“ Für Niels Smuda ist das Fußballjahr derweil gelaufen. Nach einer Meniskusverletzung war der Außenverteidiger zwar wieder zurück im Training, musste aber einen Rückschlag hinnehmen und steht vor einer Operation am betroffenen Knie. (thg)

 

 

SC Blau-Weiß Köln – SSV Homburg-Nümbrecht (Sonntag, 15:15 Uhr).

 

Es fehlen: André Dej, Lukas Grünberg, Mouad Zaki, Felix Sievers, Dean-Robin Paes, Jan Geue.

 

Zum Spiel: Die Rückkehr in ihre Heimat hatten sich die Nümbrechter ganz anders vorgestellt. Erst am Samstagabend waren die Arbeiten an der neuen Sportanlage so weit gediehen, dass man sicher sein konnte, tags darauf gegen den SC Rheinbach das erste Heimspiel der Saison austragen zu können. Doch statt der erhofften rauschenden Party gab es eine derbe 1:5-Klatsche. „Da hat man gesehen, dass wir nach den ganzen Ausfällen in der zweiten Hälfte nicht mehr die Qualität hatten, nachzulegen, und damit können wir mit einigen Mannschaften in der Liga nicht mehr mithalten. Wir sind dann klar unterlegen“, stellt Nümbrechts Trainer Marcus Voike nüchtern fest.

 

Noch in der ersten Hälfte verletzten sich André Dej und Lukas Grünberg. Grünberg erhält noch diese Woche ein MRT – befürchtet wird eine Muskelverletzung, die vielleicht das Aus für dieses Jahr bedeuten würde. Das ist bei Dej bereits sicher. Der 34-Jährige hatte sich bei einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler einen dreifachen Armbruch zugezogen und wird noch in dieser Woche operiert. An eine Rückkehr ist somit vorerst nicht zu denken. „Wir haben in den vergangenen Wochen zu wenig Punkte geholt. Es hat sich doch bemerkbar gemacht, dass wir wenig trainieren konnten. Die englischen Wochen haben Kraft gekostet. Beim Unentschieden gegen Pesch sind wir müde gewesen, gegen Rheinbach hatten wir zu viele Ausfälle. Insgesamt hatte der SSV Homburg-Nümbrecht am vergangenen Wochenende in allen drei Seniorenmannschaften 32 Ausfälle zu beklagen“, schildert Voike die allgemein schwierige Situation im Klub.

 

„Jetzt darf nichts mehr passieren, denn wir haben schwierige Wochen vor uns. Jetzt ist es erst mal so, dass wir eher nach unten als nach oben schauen müssen. Aber durch diese Phase müssen wir jetzt durch.“ Mit Blau-Weiß Köln haben die Nümbrechter zunächst einen überraschend starken Gegner im Spielplan. In ihrem zweiten Jahr nach dem Aufstieg in die Landesliga legten die Domstädter einen bemerkenswerten Start hin und liegen aktuell mit sechs Siegen und zwei Niederlagen – eine davon gegen den Ligaprimus Bonn-Endenich – auf Rang drei der Tabelle. Als Ziel hatte der Klub den Klassenerhalt angegeben. „Man sieht, die haben Qualität. Das wird schwierig für uns“, sagt Voike.

 

Aus personeller Sicht gibt es für die Nümbrechter auch Positives zu vermelden. Felix Klein ist nach seiner vier Spiele währenden Rotsperre zurück im Team. Auch Kilian Seinsche steht wieder zur Verfügung. Gegen Rheinbach hatte Voike Probleme, die Offensive zu besetzen. Mittelfeldstratege Joscha Trommler musste als Mittelstürmer ran. Felix Sievers und Dean-Robin Paes sind mit Knieverletzungen derzeit außer Gefecht. (thg)