FUSSBALL
Wiehl kann den nächsten wichtigen Schritt machen
Oberberg - Landesliga: Der FV empfängt das Kellerkind aus Spich - Bezirksliga: Wie reagieren Schönenbach und Frielingsdorf auf die Pleiten zum Rückrundenauftakt?
Vorschau Landesliga (17. Spieltag)
FV Wiehl – 1. FC Spich (Sonntag, 15:15 Uhr).
Hinspiel: 0:3.
Es fehlen: Rene Gailowitz, Kevin Derksen, Gino Lanfranco, Paul Neuendorff.
Zum Spiel: Besser hätte der Start in die Rückrunde für den FV Wiehl nicht laufen können. Die Elf von Sascha Mühlmann ließ Fortuna Bonn abblitzen und gewann die Auswärtspartie beim Schlusslicht mit 2:0. Und das nach einer über weite Strecken überzeugenden Vorstellung. Lediglich in der Phase nach dem zweiten Treffer kam etwas Unruhe auf, was die Bonner jedoch nicht zu nutzen wussten. „Mit 65, 70 Minuten war ich sehr zufrieden, das war ein rundum gutes Gesamtpaket. Das wollen wir am Sonntag wieder hinbekommen“, erklärt Mühlmann.
Die Wiehler haben nun 18 Punkte auf dem Konto und sich weiter von den Abstiegsrängen abgesetzt. Der SV Schlebusch als derzeitiger Tabellen-14. hat - bei einem Spiel weniger – bislang elf Zähler gesammelt. Diese inzwischen recht komfortable Ausgangsposition gilt es zu festigen, am besten direkt im ersten Heimspiel des Jahres. Zu Gast auf der Eichhardt ist der 1. FC Spich, ein Gegner, dem das Wasser bis zum Hals steht.
Die Schwarz-Gelben (13 Punkte) rangieren knapp über dem Strich – man ist versucht zu sagen: noch. Denn nach einem passablen Einstieg in die Spielzeit, inklusive des 3:0-Erfolgs gegen Wiehl am zweiten Spieltag, lief fast nichts mehr zusammen, so dass man im Klassement durchgereicht wurde. Der letzte Sieg (2:0 gegen Fortuna Bonn) datiert vom 12. Oktober, kurioserweise der Spieltag, an dem Wiehl gegen Marialinden seinen ersten Saisonpunkt einfuhr.
Man kann also konstatieren: Als es für die Mühlmann-Equipe aufwärts ging, begann auf der anderen Seite der tabellarische Sturzflug. Nach dem 0:5 gegen Schlebusch am vorletzten Hinrundenspieltag trennte sich der Verein von Trainer Michael Theuer, für ihn übernahm Leonhard Barth das Ruder. Dessen Einstand misslang allerdings: Am vergangenen Wochenende verlor man durch einen Treffer in der Nachspielzeit mit 3:4 gegen Blau-Weiß Köln. Zuvor hatte der 1. FC mit 2:0 bzw. 3:2 geführt – also in jeglicher Hinsicht ein neuerliches Frust-Erlebnis.
An den Auftritt in Spich erinnert sich Mühlmann ungern zurück. „In der ersten Halbzeit war das eine Nicht-Leistung. Wir lagen schnell mit 0:3 hinten, hätten fünf, sechs Stück kriegen können. Nach der Pause war es etwas besser, aber da ging es nur noch um Schadensbegrenzung“, erläutert der Coach. Mit breiter Brust wird Spich wahrscheinlich nicht auflaufen nach dem langen Negativlauf. „Die Frage ist ja, ob du verunsichert bist oder eine Trotzreaktion mit 'Jetzt-erst-recht'-Mentalität entwickelst. Spich hat sich in der Winterpause extern verstärkt, gehört zu den Mannschaften, die auf Biegen und Brechen die Klasse halten wollen. Letztlich wollen wir aber gerade zu Hause hauptsächlich auf uns und nicht auf den Gegner schauen. Wir haben von den letzten zehn Spielen nur zwei verloren und das war gegen Neunkirchen-Seelscheid und Brauweiler. Unser Ziel muss sein, einen Dreier zu holen. Wenn uns das gelingt, sähe es für uns schon verdammt gut aus“, so Mühlmann mit Blick auf die Konstellation im Tableau.
Rene Gailowitz hat sich Außen- und Innenmeniskus gerissen und fällt vermutlich bis zum Ende der Saison aus. Kevin Derksen, Gino Lanfranco und Paul Neuendorff stehen ebenfalls weiterhin nicht zur Verfügung. (lo)
SSV Homburg-Nümbrecht – TuS Marialinden (Freitag, 19:30 Uhr).
Der SSV Homburg-Nümbrecht spielt bereits am Freitagabend gegen den Marialinden. Hier geht’s zum Extra-Vorbericht.
Vorschau Bezirksliga (17. Spieltag)
SV Schönenbach – FC Hürth II (Sonntag, 15:15 Uhr).
Hinspiel: 1:0.
Es fehlen: Rolf Unzola, Berkan Durdu, Sven Wurm, Astrit Dauti.
Einsatz fraglich: Delord Unzola.
Zum Spiel: Die Schönenbacher sind mit einem absolut frustrierenden Wochenende in die Rückrunde der Bezirksliga gestartet. Mit der 1:2-Niederlage gegen das Kellerkind Bergfried Leverkusen verpasste man den Sprung auf den ersten Tabellenplatz. Die Chance dafür eröffnete ausgerechnet der nächste Gegner aus Hürth, der den bisherigen Tabellenführer Südwest Köln besiegte.
„Die haben uns einen Gefallen getan, aber wir haben das nicht ausgenutzt. Ich habe keine Ahnung, was uns gegen Hürth erwartet, man weiß ja nie, ob Spieler aus der 1. Mannschaft dabei sind. Auch wenn das nicht immer ein Vorteil sein muss. Wir müssen uns auf unsere eigenen Fähigkeiten besinnen“, sagt Schönenbachs Sportlicher Leiter Matthias Siebertz.
Gegen Leverkusen fehlten ihm allerdings die grundsätzlichen Dinge, die ein Fußballspiel ausmachen: „Wenn wir, wie am Sonntag, wieder ohne Leidenschaft und Kampfgeist auftreten, dann werden wir wieder keinen Strauß Blumen gewinnen.“ In der Hinserie besiegten die Schönenbacher die Hürther noch mit 1:0. Niels Smuda traf vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit.
Siebertz vermisst den Biss der Hinrunde: „Unsere Einstellung muss sich ändern und wir müssen an das denken, was uns in der Hinrunde stark gemacht hat. Qualitativ sind wir besser aufgestellt. Vielleicht war das Spiel gegen Leverkusen auch nur ein Ausrutscher.“
Mit Rolf Unzola, der sich gegen Leverkusen eine Schulterverletzung zuzog, schmälert ein weiterer Ausfall den Kader. Berkan Durdu ist noch gesperrt, Sven Wurm und Astrit Dauti sind längerfristig außer Gefecht. Elham Isakoski ist derweil nach einer Sperre zurück im Aufgebot. (thg)
Jan Wellem Bergisch Gladbach – SV Frielingsdorf (Sonntag, 15:15 Uhr).
Hinspiel: 1:1.
Es fehlen: Leon Dema, Gianluca Fliegner, Maurice Häger, Laurin Schenk, Yannick Blumberg, Niklas Grumann, Jannis Everding, Luca Everding.
Einsatz fraglich: Niklas Yegin.
Zum Spiel: Für den SV Frielingsdorf endete der erste Rückrundenspieltag mit einer herben Enttäuschung: Gegen den abstiegsgefährdeten Konkurrenten Schwarz-Weiß Köln unterlag das Team von Coach Andy Dreiner vor eigener Kulisse durch einen Treffer in der Nachspielzeit mit 2:3 und verpasste es damit, den Vorsprung auf die rote Zone zu vergrößern. Besonders bitter dabei: Frielingsdorf spielte nach einem Platzverweis gegen einen Schwarz-Weiß-Kicker mehr als eine Halbzeit lang in Überzahl, konnte daraus aber kein Kapital schlagen.
Da im Tabellenkeller auch Germania Zündorf dreifach punkten konnte, schmolz der Vorsprung zum ersten Abstiegsplatz auf sechs Zähler zusammen. Das ist weiterhin ein ordentliches Polster, wenngleich es aus SVF-Sicht gewiss ärgerlich war, die Domstädter nicht weiter auf Abstand gehalten zu haben. Zumindest das Remis hätte Dreiner gerne mitgenommen. „Solche Spiele haben wir in der Hinrunde fast vollumfänglich gezogen bzw. erfolgreich bestritten“, denkt der Trainer an diverse enge Partien mit Frielingsdorfer Happy End zurück. Diesmal hatte der Widersacher das letzte Wort.
Nach der Aufarbeitung der Niederlage blicke man nach vorne und möchte laut Dreiner „mit positiven Gedanken und breiter Brust“ zum Gastspiel nach Bergisch Gladbach fahren. Der SSV Jan Wellem hinkt den eigenen Erwartungen hinterher, muss sich gewaltig strecken, wenn das Ziel „Landesliga-Aufstieg“ erreicht werden soll. Als Reaktion auf die enttäuschende Hinrunde trennte sich der Verein von Trainer Alexander Voigt und installierte David Gsella als dessen Nachfolger.
Dreiner und Co. hoffen, den Gladbachern, die am Mittwoch noch im FVM-Pokal ranmussten und Hohkeppel mit 1:6 unterlagen (siehe Bericht), wie schon beim Unentschieden im Hinspiel ein Beinchen stellen zu können. „Wir treffen auf eine individuell gut besetzte Mannschaft, die nach dem Trainerwechsel wahrscheinlich mit einem anderen Ansatz spielen wird. Wir haben schon gezeigt, dass wir starke Gegner wie Jan Wellem bespielen können und zu unseren Chancen kommen. Ich denke, dass bei ihnen Druck auf dem Kessel ist, weil sie sich mehr ausgemalt hatten mit dem Kader“, will Dreiner die Außenseiterrolle nutzen, um am Rübezahlwald etwas Zählbares zu verbuchen.
Niklas Yegin wird ihm dabei mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht zur Verfügung stehen, dennoch hatte der Stürmer Glück im Unglück: Seine Handverletzung, die er sich am vergangenen Sonntag zuzog, entpuppte sich als schwere Prellung und nicht – wie zunächst befürchtet – als Bruch. Justin Ufer, Felix Krüger und Lukas Borkes kehren derweil ins Aufgebot zurück. „Wir haben jetzt wieder drei, vier Optionen mehr im Kader. Das stimmt mich positiv für die nächsten Wochen“, freut sich Dreiner über die langsame, aber stetige Verbesserung der Personalsituation. (lo)