FUSSBALL
Von der Kreisliga B in die Bezirksliga
Lindlar – Eintracht Hohkeppel macht nach dem Rückzug der Landesliga-Zweitvertretung in der Bezirksliga einen Neustart – Ein Großteil der Mannschaft hatte in der Vorsaison mit der Drittvertretung den Aufstieg ins Kreisoberhaus geschafft.
Von Thomas Giesen
Etwas mehr als ein halbes Jahr ist es her, dass der Fußballklub Eintracht Hohkeppel seine zweite Mannschaft aus der Landesliga abgemeldet hat. Nicht aus Erfolglosigkeit oder Spielermangel, sondern offenbar aus rein organisatorischen Gründen. Auf der Sportanlage des Achim-Lammers-Waldstadion war es eng geworden, sodass man sich entschied, alle Kräfte für die erste Mannschaft zu bündeln, die sich damals noch mitten im Rennen um den Regionalligaaufstieg befand. Die Hoffnungen ruhten wohl darauf, dass man den Sprung in die höhere Liga noch schafft und dann in der nächsten Spielzeit erneut in Düren seine Heimspiele austragen könnte – und das zudem auch noch samstags –, was die angespannte Situation in Köttingen deutlich entspannt hätte.
[Der neue Trainer Jesse Muambay hat in der Vergangenheit fast ausschließlich Mädchen- und Frauenmannschaften trainiert. Zuletzt war er beim Mittelrheinligisten SV Allner-Bödingen beschäftigt.]
Was die erste Mannschaft nun verpasste, schaffte die Hohkeppeler Drittvertetung – nämlich aufzusteigen. In ihrem Fall aus der Kreisliga B ins Kreisoberhaus. Doch der Klub entschied, am Ende der Spielzeit, auch dieses Team vom Spielbetrieb zurückzuziehen und in der nächsten Saison mit einer neuen zweiten Mannschaft in der Bezirksliga zu starten. Die neue Reserve besteht allerdings zum Großteil aus Spielern der ehemaligen Drittvertretung, die sozusagen eine Klasse übersprungen hat. Gemeinsam mit den Neuzugängen soll sich das Team nun in der Klasse etablieren. Bewerkstelligen soll das ein neuer Trainer – und der betritt mit der Übernahme der Mannschaft persönliches Neuland.
Jesse Muambay heißt der neue Mann an der Seitenlinie. Bisher hat der 36-Jährige fast ausschließlich Mädchen- und Frauenmannschaften trainiert. Vor rund zehn Jahren war er als Co-Trainer der U17-Mittelrheinligatruppe des FC Düren-Niederau beschäftigt. Die Umstellung vom Frauen- zum Männerfußball empfindet er nicht als problematisch. „Ich habe ja selbst Fußball gespielt. Deshalb ist mir die Umstellung nicht so schwergefallen. Zwischenzeitlich habe ich bei Landes- und Oberligisten auch als Athletiktrainer geholfen und hatte dort Berührungspunkte mit dem Männerfußball“, erklärt Muambay. „Die Unterschiede liegen in der Athletik. Es ist mehr Tempo im Spiel. Alles geht schneller. Und man muss bei den Männern härter durchgreifen, als bei den Frauen. Wenn man dort Anweisungen gibt, setzen sie das um, die Männer wollen manchmal noch ihre eigenen Ideen umsetzen. Die brauchen klarere Anweisungen“, beschreibt er sein neues Anforderungsprofil.
Seinen bevorzugten Spielstil will er nicht verändern. Schon bei den Frauen, zuletzt beim Mittelrheinligisten des SV Allner-Bödingen, setzte er auf Ballbesitzfußball und Gegenpressing und habe dort seine Vorstellungen von Männerfußball in den Frauenbereich übernommen. Nicht nur Muambay steht vor einer neuen Situation, auch die Kicker, die in der vorangegangenen Spielzeit nur in der B-Klasse aktiv waren, dürften vor Herausforderungen stehen. „Man hat in der Bezirksliga nicht mehr so viel Zeit. Ich fordere von meinen Spielern, dass sie alles viel schneller machen müssen. Das ist eine Entwicklung und es gehört dazu, dass wir uns da heranarbeiten. Man braucht in der höheren Liga ein besseres Auge. Wir sind eine sehr junge Mannschaft und auch nicht die größte. Da muss man über das Auge und die Taktik kommen“, beschreibt er, worauf es für seine Equipe künftig ankommen wird.
Mit dem derzeitigen Leistungsstand sei er zufrieden. Schon im ersten Testspiel gegen den Landesligisten SV Kurdistan Düren habe man gezeigt, dass man mithalten kann. Beim 2:2-Unentschieden führte man zur Pause. „Die Mannschaft hat eine gute Einstellung und gibt Gas. Aber es gibt noch viel zu arbeiten in punkto Umschalten und Defensivarbeit, aber das sind Dinge, die bekommt man in der Vorbereitung noch hin und arbeitet auch während der Saison daran.“
Das Saisonziel habe man bewusst ambitioniert gewählt. Platz zwei bis vier soll es am Ende der Spielzeit werden. „Am besten wollen wir natürlich alle Spiele gewinnen, aber das wird natürlich schwer. Wir haben uns das als Ziel gesetzt, damit wir immer etwas haben, woran wir arbeiten können und nicht zu früh zufrieden sind.“ Die erste echte Standortbestimmung bekommt das neuformierte Ensemble gleich am ersten Spieltag. Dann empfangen die Hohkeppeler den Lindlarer Stadtrivalen SV Frielingsdorf. Bis dahin soll der aktuell recht dünne Kader noch verstärkt werden.
Zugänge
Semi Paldir (ohne Verein), Kordian Sicinski (Fortuna Bonn), Oliwier Sicinski (Bonner SC U19), Mustafa Demirbag (SpVg. Köln-Flittard), Noah Becker (FC Erftstadt), Gjastin Nrejaj (eigene 1. Mannschaft)
Abgänge
keine (Neuformierung nach Rückzug)
Der Kader
Tor
Jan Lenau, Marcus Hempe
Abwehr
Dave Famakinwa, Walter Famakinwa, Taha Ismet, Melih Özkan, Semi Paldir, Murat Ekmen
Mittelfeld
Mustafa Demirbag, Ali Elyaqine, Kaan Gözübüyük, Danny Michel, Nelly Megbe, Kordian Sicinski, Oliwier Sicinski, Gjastin Nrejaj
Angriff
Kai Hense
Trainer
Jesse Muambay
Betreuer
Manuel Klafki
Sportlicher Leiter
Kevin Theisen
Teammanager
Murat Ekmen