FUSSBALL
VfR kann sich im vorderen Drittel festbeißen - SVF muss ohne Zehn improvisieren
Oberberg - Wipperfürth hofft gegen die Zweitvertretung des FC Hürth auf den nächsten Dreier - Frielingsdorf fährt stark ersatzgeschwächt nach Leverkusen - Hohkeppel II im Kellerduell gegen die Deutzer Reserve – Lindlar gastiert bei Schwarz-Weiß Köln.
Vorschau Bezirksliga (6. Spieltag)
VfR Wipperfürth – FC Hürth II (Sonntag, 15:15 Uhr).
Es fehlen: Enrico Meierle, Theo Kruschinski.
Einsatz fraglich: Tim Kemmerich.
Zum Spiel: Der VfR Wipperfürth befindet sich nach drei Siegen aus den ersten fünf Ligapartien auf Kurs und hat nun die Gelegenheit, sich im oberen Tabellendrittel festzubeißen. Am Wochenende empfangen die Hansestädter die Zweitvertretung des FC Hürth, die fast schon traditionell ebenfalls gut aus den Startlöchern gekommen und ist und sogar schon einen Punkt mehr verbucht hat als der VfR. Die Gäste gelten als spielstarke Mannschaft. Zudem muss sich der jeweilige Gegner stets darauf einstellen, dass es Verstärkungen aus dem Kader des Mittelrheinliga-Teams gibt.
Keine leichte Hürde also für Wipperfürth, das aber durchaus selbstbewusst auftreten kann. Am vergangenen Sonntag erkämpfte man sich nach einem 0:2-Rückstand einen 4:3-Erfolg beim hoch gehandelten Mitaufsteiger SC Weiler-Volkhoven und lieferte dem Ligakonkurrenten Jan Wellem Bergisch Gladbach am Mittwochabend ein Pokalfight auf Augenhöhe. Erst im Elfmeterschießen musste sich die Elf von Norbert Scheider geschlagen geben (siehe Bericht).
„Wir wollen zu Hause zumindest den einen Punkt, den wir haben, behalten. Ich rechne damit, dass Hürth auch Fußballspielen will und sich nicht hinten reinstellen wird. Unsere Aufgabe wird sein, wie gegen Jan Wellem von Beginn an hellwach zu sein, wieder konzentriert in der Defensive zu stehen und daraus unser Spiel nach vorne zu entwickeln“, führt der Coach aus. Ob das Pokalmatch bei irgendeinem Akteur Spuren hinterlassen hat, die einen Einsatz am Sonntag unmöglich machen, steht noch nicht fest. Definitiv fehlen wird Enrico Meierle. Tim Kemmerich ist aus beruflichen Gründen fraglich. (lo)
SV Bergfried Leverkusen – SV Frielingsdorf (Sonntag, 15:30 Uhr).
Es fehlen: Justin Ufer, Frederik Orbach, Jonathan Schmidt, Maurice Häger, Lukas Borkes, Leon Dema, Niklas Grumann, Niklas Yegin, Luca Everding, Yannick Blumberg.
Zum Spiel: Der SV Frielingsdorf kassierte am vergangenen Sonntag seine erste Saisonniederlage. Mit 1:4 verloren die Kicker von Andy Dreiner gegen die SpVg. Rheindörfer Nord, die abermals ihre Aufstiegsambitionen unterstrich. Die Gäste führten bereits zur Pause mit 4:0, brachten ihren vierten Erfolg im fünften Spiel damit frühzeitig in trockene Tücher. Justin Ufer sorgte nach dem Seitenwechsel für Ergebniskosmetik, handelte sich aber in der Nachspielzeit wegen Nachtretens eine Rote Karte ein.
Der Platzverweis ist ein heftiger Schlag ins SVF-Kontor, fallen doch damit, neben dem ebenfalls gesperrten Leon Dema sowie Niklas Yegin, drei der vier besten Torschützen der vergangenen Spielzeit aus. Zu allem Überfluss haben sich die Defensivkräfte Frederik Orbach, Maurice Häger und Jonathan Schmidt für Sonntag aus privaten Gründen abgemeldet und Keeper Lukas Borkes ist wegen eines Außenbandrisses im Sprunggelenk für mindestens sechs Wochen außer Gefecht gesetzt. „Wir werden mit einem sehr kleinen Kader nach Leverkusen fahren“, konstatiert Dreiner, der sowohl im hinteren als auch im vorderen Bereich massiv improvisieren muss.
Das kennt er bereits aus dem Herbst der letzten Saison, als die Frielingsdorfer mit ähnlich großen Personalproblemen zu kämpfen hatten. „Die Situation ist sehr bescheiden, aber wir müssen versuchen, damit umzugehen, und werden uns etwas einfallen lassen“, sagt der Coach vor dem Duell mit dem SV Bergfried Leverkusen, der nach einem verstolperten Start zuletzt zweimal in Folge dreifach punktete.
„Sie sind nicht perfekt in die Saison gestartet, haben aber mit den beiden Siegen zuletzt gezeigt, wozu sie in der Lage sind“, rechnet Dreiner mit einer kniffligen Aufgabe gegen den punktgleichen Konkurrenten, der bislang insbesondere offensiv zu überzeugen wusste. Kevin Sivakumar und Routinier Maik Maier (früher unter anderem TuS Marialinden) belegen vordere Plätze in der Torjägerliste, Till Juber hat sich vor zwei Jahren die Bezirksliga-Goalgetter gesichert. Dreiner feiert derweil ein Wiedersehen mit zwei früheren Weggefährten aus Bergisch Gladbacher Zeiten: Die Farbenstädter werden von Stefan Müller trainiert, zusätzlich trägt Torwart-Veteran Michael Cebulla seit neuestem das SVB-Trikot. (lo)
SV Deutz 05 II – Eintracht Hohkeppel II (Sonntag, 13 Uhr).
Es fehlen: Kordian Sicinski, Dave Famakinwa, Nelly Megbe.
Zum Spiel: Die Eintracht arbeitet am Neustart. Nur fünf Spiele währte die Zeit von Jesse Muambay als Trainer der Hohkeppeler Zweitvertretung. Nach der jüngsten Heimniederlage gegen Bergfried Leverkusen kam das Ende. 17 Gegentore in drei Spielen waren für Trainer und Vorstand offenbar zu viel und man einigte sich einvernehmlich, getrennte Wege zu gehen. Doch in Hohkeppel drehen sich die Räder schnell. Bereits am nächsten Dienstag soll ein neuer Trainer vorgestellt werden. Am kommenden Sonntag soll in Deutz zunächst aber der künftige Co-Trainer auf der Bank sitzen, und dessen Name ist kein unbekannter.
Fadi Jfeily spielte rund fünf Jahre für die Eintracht, hat pikanterweise aber auch eine langjährige Verbindung zu den Deutzern. Aktuell kickt der mittlerweile 39-Jährige sogar noch für die Ü32 der Kölner, deren Bezirksligareserve nach dem Aufstieg der ersten Mannschaft in die Landesliga aus der Staffel zwei in die Staffel eins wechselte. „Wir waren einvernehmlich der Ansicht, dass die Mannschaft einen neuen Impuls erhalten soll. Die Mannschaft kann mehr, als sie bisher gezeigt hat, und wir haben es nicht geschafft, ihr Potenzial auszuschöpfen. Wir glauben, dass noch 25 oder 30 Prozent mehr Leistung in der Mannschaft schlummern“, begründet Hohkeppels Teammanager Murat Ekmen die Entscheidung für eine neue Mannschaftsführung und legt die Latte für das künftige Trainergespann sofort ziemlich hoch.
Ekmen kündigte derweil an, dass personell noch einmal nachgebessert werden könnte. Man sei in Gesprächen mit verfügbaren Spielern. Ein oder zwei Kicker könnten kurzfristig noch zum Kader stoßen. Das Aufgebot für die Partie in Deutz ist schmal. Kordian Sicinski sitzt weiterhin seine Rotsperre ab, Dave Famakinwa und Nelly Megbe sind verletzt. (thg)
Schwarz-Weiß Köln – TuS Lindlar (Sonntag, 15:15 Uhr).
Es fehlen: Roberto Bruni, Fabio Römer, Marius Mukherjee, Tim Schmitz.
Einsatz fraglich: Niko Schachow.
Zum Spiel: Es geht langsam aufwärts beim TuS Lindlar. Gegen den nicht gerade als Laufkundschaft geltenden TV Hoffnungsthal holte der Aufsteiger den ersten Saisonzähler und unter der Woche zog man durch einen ungefährdeten 5:0-Sieg gegen den B-Ligisten FC Wiedenest-Othetal ins Achtelfinale des Kreispokals ein. Daher spricht Marcel Besgen vom Trainerteam auch davon, den Aufwind nutzen zu wollen – und bei Schwarz-Weiß Köln nach Möglichkeit den Premierendreier in dieser Spielzeit zu holen. „Das ist ein Spiel mit zwei Mannschaften auf einem Niveau“, findet Besgen und verdeutlicht: „Wir fahren dorthin, um drei Punkte zu holen.“
Sowohl gegen Jan Wellem Bergisch Gladbach als auch gegen den TVH stimmte die defensive Ordnung über weite Strecken, zudem konnte sich auch die Abteilung Attacke vermehrt in Szene setzen, nachdem die Offensivküche in den ersten drei Matches kalt geblieben war. Völlig unberechenbar ist indes der kommende Gegner: Schwarz-Weiß Köln ließ auf der einen Seite unter anderem mit einem 7:2 gegen die Hohkeppeler Reserve aufhorchen, wurden aber zuletzt mit 0:6 von Jan Wellem demontiert.
Klar ist: Im vorderen Bereich sind die Domstädter exquisit besetzt und können damit jeder Mannschaft in der Liga wehtun, wenn sie mal ins Rollen gekommen sind. „Sie bringen auf dem Weg nach vorne viel Tempo mit, aber das hat Hoffnungsthal auch gemacht. Und das haben wir gut verteidigt“, hofft Besgen auf die Bestätigung der positiven Eindrücke aus der jüngsten Liga-Begegnung. Ervin Novakaj kehrt nach verbüßter Gelb-Rot-Sperre in den Kader zurück. Marius Mukherjee tastet sich nach langer Verletzungspause wieder heran, an einen Einsatz am Sonntag ist aber noch nicht zu denken. (lo)