FUSSBALL

Trotz Final-Abfuhr: Der Stolz auf das Erreichte bleibt

lo; 04.06.2026, 15:45 Uhr
Fotos: Björn Loos --- Die SG-Fußballerinnen versuchten alles, um die Niederlage in Grenzen zu halten.
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Trotz Final-Abfuhr: Der Stolz auf das Erreichte bleibt

lo; 04.06.2026, 15:45 Uhr
Morsbach – Im Endspiel um den FVM-Pokal war Bayer 04 Leverkusen eine Nummer zu groß für die D-Jugend-Fußballerinnen der SG Morsbach/Holpe-Wallerhausen, die dennoch auf eine grandiose Saison zurückblicken können – 120 Fans machten die Partie in Arnoldsweiler zu einem Heimspiel für die Mannschaft von Trainerin Michaela Schmallenbach.

ARAG-FVM-Pokalfinale der D-Juniorinnen

 

Bayer 04 Leverkusen – SG Morsbach/Holpe-Wallerhausen 17:0 (10:0).

 

Nach dem Abpfiff gab es aufmunternden Applaus der rund 120 mitgereisten Fans und viele warme Worte für die jungen Fußballerinnen der SG Morsbach/Holpe-Wallerhausen, die im Endspiel um den FVM-Pokal auf der Sportanlage von Viktoria Arnoldsweiler (Kreis Düren) auf verlorenem Posten standen. Am Ende feierte der Gegner aus Leverkusen einen mehr als deutlichen 17:0-Sieg.

 

[Die starken Offensivspielerinnen aus Leverkusen waren kaum zu stoppen.]

 

Die Niederlage hätte SG-Trainerin Michaela Schmallenbach gerne in Grenzen gehalten, doch die Leverkusenerinnen, die im Ligaalltag ausschließlich gegen männliche U13-Teams antreten und in der Leistungsstaffel des Fußballkreises Berg Meister geworden sind, waren in jeglicher Hinsicht zu stark für ihre Schützlinge, die in den 60 Minuten alles in die Waagschale warfen, letztlich jedoch physisch und fußballerisch nichts ausrichten konnten.

 

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„Das war eine kostenlose Lehrstunde“, konstatierte Schmallenbach. „Wir sind es normalerweise gewohnt, selbst das Spiel zu machen, aber das war heute nicht möglich. Gerade körperlich waren die Leverkusenerinnen so robust. So etwas sind meine Spielerinnen nicht gewohnt.“ Zudem seien der ungewohnte Naturrasen – am Donnerstag hatte man extra noch auf dem Rasenplatz in Hermesdorf trainiert – und die große Aufregung hemmende Faktoren gewesen. „Die Mädels waren vor dem Spiel sehr nervös“, berichtete die Trainerin.

 

[In der Pause stellte Trainerin Michaela Schmallenbach taktisch um.]

 

Wenig wunderlich angesichts des besonderen Rahmens und der nicht alltäglichen Kulisse. Mit zwei Bussen war der Tross aus Morsbach zum „Spiel des Jahres“ angereist, die kleine Tribüne im Stadion von Arnoldsweiler befand sich fest in SG-Hand. Und die Zaungäste mussten mitansehen, wie der Favorit bereits nach wenigen Sekunden das 1:0 erzielte. Kapitänin Nele Gerdelmann schloss eine Einzelleistung mit dem Führungstreffer ab. Kurz darauf bot sich die SG-Spielführerin Anna Marx-Stölting die Chance zum Ausgleich, doch ihr Schuss geriet zu zentral (4.).

 

Es sollte der letzte Abschluss für die Morsbacherinnen bleiben. In der Folge wurden sie permanent in die Defensive gedrängt. Leverkusen fand über seine technisch starke Offensivreihe immer wieder Lösungen. So trafen die Bayer-Mädels allein in der ersten Hälfte weitere neunmal, sodass Schmallenbach bereits in der Pause psychologische Aufbauhilfe leisten musste. „Jetzt kämpft nochmal für die Zuschauer“, gab sie den Spielerinnen in der Ansprache mit auf den Weg.

 

[Kapitänin Anna Marx-Stölting gab den einzigen Torschuss für Morsbach ab.]

 

Fortan defensiver ausgerichtet, fand der Außenseiter einen besseren Zugriff, wobei Leverkusen seinen Torhunger noch nicht gestillt hatte und das Resultat weiter in die Höhe schraubte. SG-Torhüterin Lea Pier verhinderte mit einigen Glanztaten eine noch deutlichere Pleite. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff musste aufseiten der unterlegenen Mannschaft die eine oder andere Träne getrocknet werden, doch schon bald werden die Morsbacherinnen mit positiven Gedanken auf dieses einmalige Erlebnis zurückblicken.

 

Nicht zu vergessen: Das Team von Michaela Schmallenbach spielt erst seit drei Jahren zusammen und hat mit dem Sieg beim Hallenpokal, dem Double aus Meisterschaft und Kreispokal sowie dem Silberrang auf Verbandsebene eine absolut grandiose Saison gespielt, der mit dem Gewinn des Supercups am 21. Juni das Sahnehäubchen aufgesetzt werden kann. „Ich bin total stolz auf meine Mädels. Das Spiel heute nehmen wir mit, lernen daraus und arbeiten weiter“, so Schmallenbach.

 

[Torhüterin Lea Pier konnte mit diversen Paraden ein noch schlimmeres Ergebnis verhindern.]

 

Unter die Besucher hatten sich der Kreis-Mädchenfußballbeauftragte Georg Jesinghaus und der Kreisvorsitzende Jürgen Liehn gemischt. „Es war ein großer Erfolg, überhaupt ins Finale gekommen zu sein“, fand er lobende Worte für die SG-Kickerinnen. „Man kann stolz sein, dass es eine Mannschaft aus dem Kreis Berg ins Endspiel geschafft hat, allerdings muss man anerkennen, dass Leverkusen in einer anderen Liga unterwegs ist.“

 

Tore

1:0 Nele Gerdelmann (1.), 2:0 Lucia Wagner (8.), 3:0 (12. Eigentor), 4:0 Nele Gerdelmann (13.), 5:0 Lucia Wagner (21.), 6:0 Nele Gerdelmann (22.), 7:0 Lucia Wagner (26.), 8:0 Monique Fahrenkamp (28.), 9:0 Monique Fahrenkamp (30.+1), 10:0 Lucia Wagner (30.+2), 11:0 Monique Fahrenkamp (34.), 12:0 Nele Gerdelmann (36.), 13:0 (39. Eigentor), 14:0 Hannah Terjung (47.), 15:0 Bahar Krieger (52.), 16:0 Iman Yerima (56.), 17:0 Bahar Krieger (60.).   

 

Aufstellung SV Morsbach

Lea Pier; Anna Putiatina, Lara Fischer, Emma Gölitzer, Heidi Schmallenbach, Lena-Marie Leidig, Anna Marx-Stölting, Leni Quast, Yuliia Antonova, Emma Wagener, Lisanne Ley, Valerie Neumann, Lea Maric, Mateja Debak

 

Trainerteam: Michaela Schmallenbach, Roger Zimmermann und Joanna Schütz

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