FUSSBALL
Traumtor weckt Wiehl auf, doch Nümbrecht kann nochmal kontern
Oberberg - Vor rund 850 Zuschauern endet das Derby zwischen dem FV Wiehl und dem SSV Homburg-Nümbrecht mit einem leistungsgerechten Unentschieden - Die Sparkasse Gummersbach präsentiert die Landesliga (VIDEO UND FOTOS AKTUALISIERT).
FV Wiehl – SSV Homburg-Nümbrecht 2:2 (0:0).
Die oberbergischen Landesliga-Klubs lieferten sich nach dem Last-Minute-Drama in der Hinrunde, als die Nümbrechter beim ersten Auftritt in ihrer neuen Arena mit zwei ganz späten Treffern einen 4:2-Erfolg feierten, abermals ein facettenreiches Derby, das dieses Mal keinen Sieger fand – am Ende leistungsgerecht. Der SSV war vor etwa 850 Zuschauern auf der Eichhardt in der ersten Halbzeit das deutlich aktivere Team. Gleich nach wenigen Sekunden bot sich Joscha Trommler eine Freistoßchance, sein Abschluss aus 17 Metern geriet jedoch zu zentral, sodass Maximilian Vollmer keine Mühe hatte.
[Louis Usko schirmt den Ball vor Kilian Seinsche ab.]
Ebenfalls in den Händen des FV-Schlussmanns landete einen Seitfallzieher von Robin Brummenbaum, der die akrobatische Einlage nach einer Flanke von Rituski Oyama ablieferte (10.). Die Hausherren - mit U19-Akteur Yasin Tarikus in der Startformation - schafften kaum einmal Entlastung, auf dem Weg nach vorne gingen die Bälle zu schnell verloren. Die Elf von Marcus Voike konnte aber kein Kapital aus ihrer Überlegenheit schlagen. Vollmer baggerte einen Schuss von Felix Adamietz in Volleyballer-Manier weg (19.), ehe der Keeper auch gegen Fritz Schäfer parierte (22.).
Die beste Möglichkeit des ersten Durchgangs besaßen kurioserweise die offensiv abgemeldeten Wiehler. Jan Peters schickte Justus Dabringhausen auf die Reise, SSV-Goalie Julian Schoepe behielt im Eins-gegen-Eins die Oberhand und auch Dabringhausens zweiter Anlauf verpuffte (30.). Anschließend hatte das Derby seine gewohnten Längen, es ging mit dem 0:0 in die Kabinen.
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[Sascha Mühlmann konnte beobachten, wie seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit das Kommando übernahm - und sich mit dem Ausgleich durch Justus Dabringhausen belohnte.]
Hälfte zwei begann mit einem Paukenschlag: Trommler schnappte sich die Kugel im Mittelfeld, kurvte nach innen und nahm sich aus der zweiten Reihe ein Herz. Unhaltbar für Vollmer schlug das Leder im Giebel ein – die Führung für die Blau-Gelben, die allerdings danach in Passivität verfielen, wodurch sich die Equipe von Sascha Mühlmann Vorteile erarbeitete. Zuerst kam Nümbrecht noch mit einem blauen Auge davon, als Ali Can Gültekin eine Dabringhausen-Hereingabe völlig unbedrängt an die Querstange köpfte, doch kurz darauf war es so weit: Nach einem weiten Zuspiel von Vollmer wurde der Ball zu Dabringhausen weitergeleitet, der von halbrechts in den Strafraum eindrang und Schoepe mit einem Schuss ins kurze Eck düpierte – 1:1.
Sollte der Ausgleich wiederum das Signal für Nümbrecht sein, wieder mehr zu investieren? Nein! Nachdem Florian Liebelts Versuch abgeblockt worden war (70.), resultierte einen weitere Co-Produktion von Peters und Dabringhausen – laut Mühlmann jeweils schon Kandidaten für eine Auswechslung - im 2:1. Dabringhausen bediente seinen Sturmpartner mit einem traumhaften Diagonalpass. Nach einer perfekten Annahme schlenzte Peters das Spielgerät in die Maschen.
Im ersten Moment sah es nicht danach aus, als ob Nümbrecht eine Antwort im Köcher hat. Völlig harmlos und unsortiert präsentierten sich die Gäste bis hinein in die Schlussphase. Ansatzweise gefährlich wurde es bei einem Lupfer von Felix Sievers, der aber das Ziel verfehlte (84.). Also musste es eine Standardsituation richten: Im Anschluss an eine Ecke bugsierte Ricardo Bauerfeind den Ball zum 2:2 über die Linie.
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[Für Marcus Voike und den SSV sprang nach dem zwischenzeitlichen Rückstand immerhin noch ein Punkt heraus - Ricardo Bauerfeind traf nach einer Ecke zum 2:2-Endstand.]
Die Partie wurde in der Crunchtime zunehmend hektisch und war von diversen verletzungsbedingten Unterbrechungen geprägt, zum Lucky Punch holten indes beide aus: Henry Schäumer, SSV-Derbyheld als Schütze des 3:2 im Hinspiel, hätte erneut zur umjubelten Figur werden können, doch Vollmer war auf dem Posten (90.+3). Mit der letzten Aktion war der eingewechselte Wiehler A-Junior Elias Butzmuehlen auf dem besten Wege, in die Matchwinner-Rolle zu schlüpfen. Der Pfosten verhinderte das Siegtor des Nachwuchsjokers (90.+5). Zu diesem Zeitpunkt standen nur noch zehn Nümbrechter auf dem Feld, weil der verletzte Sievers behandelt werden musste.
Tore
0:1 Joscha Trommler (47.), 1:1 Justus Dabringhausen (60.), 2:1 Jan Peters (71.), 2:2 Ricardo Bauerfeind (87.).
FV Wiehl
Maximilian Vollmer; Yasin Tarikus (80. Niclas Zeder), Bastian Schwarz, Ali Can Gültekin, Louis Usko, Collins Ihekaire, Jordy Schurzmann (90. Thorben Riske), Yannik Clemens (80. Yannick Zwiebel), Justus Dabringhausen (76. Elias Butzmuehlen), Jan Peters, Florian Liebelt.
SSV Homburg-Nümbrecht
Julian Schoepe; Felix Adamietz, Philipp Rüttgers, Henry Schäumer, Lukas Grünberg (78. Felix Sievers), Ricardo Bauerfeind, Joscha Trommler (66. Marvin Hennecken), Ritsuki Oyama, Felix Klein (73. Niklas Clemens), Dennis Kania (73. Caleb Murphy), Robin Brummenbaum (58. Kilian Seinsche).

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