FUSSBALL
Strittige Szenen inklusive: Wiehler Aufholjagd nicht von Erfolg gekrönt
Wiehl – Die Mühlmann-Elf macht im Nachholspiel gegen Blau-Weiß Köln beinahe einen 0:4-Rückstand wett, doch zu einem Punktgewinn sollte es nicht reichen - Die Sparkasse Gummersbach präsentiert die Landesliga.
FV Wiehl – Blau-Weiß Köln 3:4 (0:3), vom 25. Spieltag.
Dem FV Wiehl wäre im Nachholspiel gegen Blau-Weiß Köln – die Partie musste wegen einer Beschädigung am Kunstrasen auf der Eichhardt verlegt werden - beinahe eine außergewöhnliche Aufholjagd gelungen, doch der zwischenzeitliche 0:4-Rückstand erwies sich als zu hohe Hypothek. Am Drücker waren die Hausherren in den Schlussminuten allemal, zu einem Punktgewinn wollte es aber nicht reichen. Damit ist Entscheidung im Kampf um den Klassenerhalt erst einmal vertagt. „Wir kriegen in der zweiten Halbzeit das vierte Gegentor und sind eigentlich mausetot. Toll, welche Moral die Jungs danach gezeigt haben. Auch die Wechsel nach der Pause haben etwas bewirkt“, erklärte Coach Sascha Mühlmann.
[Foto: Michael Kleinjung --- Jan Peters erzielte nach seiner Einwechslung zwei Tore.]
Er sah einen verheißungsvollen Auftakt seines Teams, das die Kölner in den ersten zehn Minuten in die eigene Hälfte drängte. Nennenswerte Chancen sprangen indes nicht heraus. Nach der guten Startphase leisteten sich die Wiehler zwei Stellungsfehler auf der rechten Abwehrseite, was Blau-Weiß-Goalgetter Fabio Dopierala konsequent bestrafte. Kurz vor dem Seitenwechsel machte der Angreifer mit einem sehenswerten Treffer aus der Distanz seinen lupenreinen Hattrick perfekt – und sorgte bei Mühlmann und Co. für lange Gesichter.
Der FV-Trainer wechselte zu Beginn der zweiten Halbzeit zweimal und Wiehl kam wieder besser ins Spiel, wobei es in der 50. Minute einen Schreckmoment zu überstehen gab. Kölns Niklas Lohrer setzte sich im Laufduell gegen Finn Hartmann durch und scheiterte aus spitzem Winkel an der Schulter von Keeper Justin Broy. Auf der Gegenseite segelte eine gefährliche Freistoßflanke von Louis Usko an Freund und Feind vorbei (54.), ehe die Gastgeber zu weit aufgerückt waren und sich per Konter das 0:4 einhandelten. Dopierala hätte den Viererpack schnüren können, scheiterte aber am Pfosten. Die Kölner blieben am Ball und Michael Kötting erledigte den Rest.
Somit war für Wiehl Schadensbegrenzung angesagt, doch es sollte mehr als das gelingen. Lediglich vier Minuten nach seiner Einwechslung drückte Jan Peters ein Usko-Zuspiel im zweiten Anlauf über die Linie - 1:4. Nachdem Usko wenig später knapp verzogen hatte (69.), traf er nach einer kurz ausgeführten Ecke von Vinzent Stoffel satt ins lange Eck. Wiehl agierte jetzt mit viel Leidenschaft und vielen langen Bällen, die Blau-Weißen befanden sich nur noch im Verteidigungsmodus und verloren ihre Linie. Ein Schuss von Peters infolge eines Eckstoßes wurde ins Toraus abgeblockt, die anschließenden Ecke köpfte Bastian Schwarz auf die Querstange (83.).
Dann hätte es zwingend Elfmeter geben müssen, als Yekcan Yildirim nach einem Schwarz-Traumpass allein vor dem Kasten auftauchte und klar von den Beinen geholt wurde (86.). Der Schiri winkte ab, 120 Sekunden später folgte jedoch die Konzessionsentscheidung, als Schwarz im Strafraum nach einem leichten Kontakt zu Boden sank. Peters versenkte die Kugel zum 3:4 und die Wiehler durften vom Mega-Comeback träumen. Das dieses nicht Wirklichkeit wurde, hing auch mit dem Referee zusammen, der in der Nachspielzeit ein weiteres strafstoßwürdiges Foul an Peters übersah.
„Ich will nicht zu sehr auf den Schiedsrichter draufhauen, aber man kann schon sagen, dass er das Spiel ein Stück weit mitentschieden hat“, meinte Mühlmann zu den kritischen Szenen in der dramatischen Endphase und fügte zusammenfassend an: „Es wäre ein Punkt für die Moral gewesen. Leider sind wir zu spät aufgewacht.“ Für seine Schützlinge heißt es nun gut zu regenerieren, denn am Sonntag steht das schwere Auswärtsmatch gegen den FV Bonn-Endenich auf dem Programm.
Tore
0:1 Fabio Dopierala (13.), 0:2 Fabio Dopierala (29.), 0:3 Fabio Dopierala (42.), 0:4 Michael Kötting (42.), 1:4 Jan Peters (65.), 2:4 Louis Usko (78.), 3:4 Jan Peters (88. Foulelfmeter).
FV Wiehl
Justin Broy; Gino Lanfranco (46. Ali Can Gültekin), Bastian Schwarz, Louis Usko, Finn Hartmann, Jordy Schurzmann (46. Yasin Tarikus), Vinzent Stoffel, Yannik Clemens (61. Jan Peters), Yekcan Yildirim (90.+4 Yannick Zwiebel), Elias Butzmuehlen (84. Thorben Riske), Florian Liebelt.