FUSSBALL

Startschuss für Platzumbau in Frielingsdorf ist gefallen

lo; 24.10.2026, 14:00 Uhr
Fotos: Björn Loos --- In Frielingsdorf wird schon fleißig gewerkelt: Willi Radermacher (v.li.), Matthias Habernickel, Sebastian Feldhoff und Heribert Wintersberg berichteten vor Ort über die Umbaumaßnahmen.
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Startschuss für Platzumbau in Frielingsdorf ist gefallen

lo; 24.10.2026, 14:00 Uhr
Lindlar - Auf der Sportanlage des SV Frielingsdorf wird seit dieser Woche der Kunstrasen erneuert - Wenn das Wetter mitspielt, soll das Projekt bis Mitte Dezember abgeschlossen - Verein freut sich über breite Unterstützung.

In der ONI-Arena rollen zurzeit keine Bälle, sondern die Baustellenfahrzeuge. Anfang der Woche starteten die Erneuerungsmaßnahmen im Stadion des SV Frielingsdorf. In einem ersten Schritt wird derzeit der alte Kunstrasen bahnweise abgetragen, zugleich filtert eine spezielle Maschine das Sand-Gummi-Gemisch heraus, sodass beides sauber voneinander getrennt und später fachmännisch entsorgt werden kann. Später soll die elastische Tragschicht, die sich unter dem Kunstrasen befindet, entfernt und durch eine neue ersetzt werden. Die künftige Füllung besteht aus einer umweltschonenden Mischung aus Sand und biologisch vollständig abbaubarem Kork.

 

Die Verantwortlichen sind froh, dass die Arbeiten endlich begonnen haben. Die ersten konkreten Pläne waren im 100. Jubiläumsjahr des Vereins 2025 geschmiedet worden. Triebfeder war der ehemalige Vorsitzende Stephan Menzel, der das Projekt weiterhin eng begleitet. Nach ein paar Verzögerungen – unter anderem galt es abzuwarten, wie die Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“

verteilt werden – haben die Gemeindeverwaltung und die Lindlarer Politik vor kurzem endgültig grünes Licht gegeben. Auf Grundlage einer europaweiten Ausschreibung erhielt das belgische Unternehmen Sports & Leisure Group den Zuschlag für den Umbau sowie die Entsorgung des Altmaterials.

 

[In einem ersten Schritt wird der alte Kunstrasen abgetragen.]

 

Die Kosten teilen sich die Gemeinde und der SV Frielingsdorf jeweils zur Hälfte. Nach aktuellem Stand sind 572.000 Euro veranschlagt. „Wir hoffen aber, dass es etwas weniger wird“, erklärt der 1. Vorsitzende Sebastian Feldhoff. Nach 17 Jahren sei die Erneuerung des Kunstrasens unumgänglich gewesen, betont er. Dass der Belag so lange genutzt werden konnte, sei auch der intensiven Pflege zu verdanken. Doch irgendwann nagt der Zahn der Zeit an jedem Kunstrasen, vor allem, wenn er so rege genutzt wird wie in Frielingsdorf. Vier Senioren- und 16 Jugendmannschaften stellt die Fußballabteilung. „Wir haben hier jeden Tag mindestens vier Stunden Trainings- und Spielbetrieb“, betont Feldhoff. Die Teams trainieren und spielen momentan auf den Plätzen des SV Thier, des SSV Süng, des VfL Berghausen und des TV Klaswipper. Für die unkomplizierte Nachbarschaftshilfe ist der Vorstand um Feldhoff sehr dankbar.                   

 

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Ein Kunstrasen der neuesten Generation ist eine Investition in die Zukunft – und das Dorf dafür bekannt, bei derartigen Großprojekten an einem Strang zu ziehen. So hätten die Sponsoren des Vereins ohne Zögern ihre Unterstützung zugesichert, freut sich Feldhoff über das außergewöhnliche Engagement der Partner. Im Rahmen eines Sponsorenabends wurde ihnen das Vorhaben vorgestellt. Der örtliche REWE-Supermarkt hatte schon im Vorjahr die SVF-Vereinskarte initiiert. Ein Prozent des Umsatzes jedes Einkaufs fließen für die Umbauarbeiten an den Klub. Der eigens gestartete Verkauf der Vereinsbratwurst „Die Knüssprigen“ spülte ebenfalls Geld in die Kassen und auch die Mannschaften beteiligten sich mit eigenen Spenden.

 

Abgerundet wird die Finanzierung durch symbolische Rasenpatenschaften. Bei der über den Förderverein laufenden Aktion sind bereits mehr als 22.000 Euro zusammengekommen (siehe hier). „Was wir für eine Unterstützung erfahren, ist der Wahnsinn. Bei diesem Projekt merkt man erneut, wie beachtlich der Zusammenhalt im Verein und im Ort ist. Wir danken allen Spendern sehr herzlich“, erklärt Feldhoff.   

 

[Patrick Linhart von der sportlichen Leitung der Fußballabteilung hält ein Stück der Elastikschicht hoch. Auch diese muss ausgetauscht werden.]

 

Etwas sorgenvoll geht nun der Blick Richtung Wetterprognosen. Die Entfernung des Belags und der Elastikschicht kann bei Regen erfolgen. Anders sieht es beim Einbau der neuen Tragschicht und des Kunstrasens aus, der nur bei trockenen Bedingungen möglich ist. Eine Garantie für ein Einsehen von Petrus gibt es nicht, erst recht nicht im in der Regel feuchten (Spät-)Herbst. Es heißt also kräftig Daumen drücken. Mitte Dezember soll alles fertig sein. „Wenn wir allerdings noch Schnee bekommen, stehen wir da. Das wäre der Wort Case“, so der Vorsitzende.

 

Neben dem großen Platz wird auch der marode Kunstrasen des Kleinfelds hinter dem Heimtor saniert, vom Verein vollständig in Eigenregie finanziert. Mittelfristig soll zudem die Flutlichtanlage mit LED-Strahlern ausgestattet werden. „Aber das haben wir wegen des Platzumbaus erstmal hintenangestellt“, liegt die Priorität laut Feldhoff zunächst darauf, dass die Bälle noch vor dem Weihnachtsfest wieder in der ONI-Arena rollen können.

 

[Der Kunstrasen des Kleinspielfelds wird auf Kosten des SV Frielingsdorf ebenfalls erneuert.]