FUSSBALL
Sekt oder Selters: Nümbrecht hat fünf Heimspiele in Folge
Oberberg - Landesliga: Nümbrecht hat fünf Heimspiele in Folge, Wiehl reist zum Tabellenletzten - Bezirksliga: Frielingsdorf vor wegweisendem Duell um den Klassenerhalt, Schönenbach will kein Ziel verkünden.
Vorschau Landesliga (16. Spieltag)
SSV Homburg-Nümbrecht – TuS Mondorf (Sonntag, 15:15 Uhr).
Hinspiel: 3:3.
Es fehlen: Fritz Schäfer, Tom Hillenbach, Dogukan Bülbül.
Einsatz fraglich: Caleb Murphy.
Zum Spiel: Die Nümbrechter Reise durch eine außergewöhnliche Saison geht weiter. In der Hinrunde zum Auftakt noch durch fünf Auswärtsspiele in Folge gequält – das neue Stadion war noch nicht spielfertig fertiggestellt – startet das Team von Trainer Marcus Voike nun mit fünf Heimspielen in Serie. „Das nehmen wir natürlich gerne hin. Zu Hause waren wir bis jetzt erfolgreicher“, sagt Voike mit einem Augenzwinkern. In den nur vier Heimspielen der Hinrunde blieb seine Equipe ohne Punktverlust, hatte aber auch in der Fremde ihre starken Auftritte. Lohn zur Winterpause war Platz vier der Tabelle, aber mit elf Punkten Rückstand auf den Überraschungsprimus FSV Neunkirchen-Seelscheid und mit neun Zählern Abstand zum Tabellenzweiten, Grün-Weiß Brauweiler, die aktuell die beiden potenziellen Aufstiegsränge belegen.
Voike will für die Rückrunde keine Ziele ausgeben: „In jedem Heimspiel wollen wir drei Punkte holen. Theoretisch sind Seelscheid und Brauweiler ja schon weg, aber wenn wir es wirklich schaffen, die 15 Punkte aus den Heimspielen zu holen, dann schauen wir, was die Gegner gemacht haben. Vielleicht spielen wir dann Sekt oder Selters“, kündigt Voike eine ereignisreiche Saisonendphase an. Zunächst müssen jedoch die Hausaufgaben gemacht werden und da ist das Rückrundenauftaktspiel gegen den Tus Mondorf eine Pflichtaufgabe, will man um die Fleischtöpfe der Liga ein Wörtchen mitreden. Schon beim Saisonauftakt entpuppte sich der Aufsteiger allerdings als unangenehmer Gegner. Defensiv kompakt stehend und mit langen Bällen operierend, machte der Liganeuling dem SSV das Leben schwer, geriet dann aber dennoch 1:3 in Rückstand. Den Nümbrechtern reichte das jedoch nicht. In der Schlussphase ließ sich die Voike-Elf den Sieg vom Aufsteiger noch aus der Hand reißen.
Für den Rückrundenstart ist Voike zuversichtlich: „Die Vorbereitung ist besser gelaufen, als gedacht. Wir dachten, dass wegen des Wetters vielleicht mehr Einheiten ausfallen würden. Einige Male sind wir in Hennef und Lohmar in die Halle gegangen. Wir hatten keine Verletzten, die Ergebnisse in den Testspielen waren gut. Wir hatten Zeit, einiges auszuprobieren und jetzt schauen wir, was es gebracht hat“, so Voike. Personell ist die Lage gut. Lediglich die Rückkehr von Tom Hillenbach, der wegen einer Schambeinentzündung seit Monaten ausfällt, ist unklar. Fritz Schäfer und Dean-Robin Paes sind im Aufbautraining. Zuwachs im Kader hat es auch gegeben. Ritsuki Oyama und Mouad Zaki kamen vom Ligarivalen SC Rheinbach und verstärken den Kader, Dogukan Bülbül wechselte vom FV Wiehl nach Nümbrecht. Caleb Murphy, 27-jähriger australischer Neuzugang und für das Sturmzentrum neben Robin Brummenbaum eingeplant, ist noch angeschlagen.
Den Mondorfern begegnet Voike mit dem nötigen Respekt: „Sie haben den Mittelrheinligisten Siegburg geschlagen, aber gegen Merten hoch verloren. Man sollte diese Ergebnisse aber nicht so ernst nehmen. Wir wissen, dass das eine erfahrene Mannschaft, mit guten Offensivspielern ist.“ (thg)
SC Fortuna Bonn – FV Wiehl (Sonntag, 15:15 Uhr).
Hinspiel: 2:1.
Es fehlen: Rene Gailowitz, Kevin Derksen, Gino Lanfranco.
Zum Spiel: Der FV Wiehl hat am ersten Rückrundenspieltag eine wegweisende Partie vor der Brust. Die Equipe von Sascha Mühlmann trifft auf den Träger der roten Laterne, Fortuna Bonn. Mit einem Sieg würden die Wiehler sich noch weiter vom Tabellenletzten absetzen, der nach dem Rückzug von Eintracht Hohkeppel II und der damit verbundenen Annullierung aller Ergebnisse mit SVE-Beteiligung sieben Punkte auf dem Konto hat. Drei dieser Zähler verbuchten die mit dem Rücken zur Wand stehenden Bonner im Hinspiel, als sie in einer chancenarmen Begegnung die effektivere Mannschaft waren. Sie nutzten zwei Standards zur 2:0-Führung, Moritz Müller konnte für den FV lediglich verkürzen.
Es war der Beginn einer Niederlagenserie für Wiehl, die erst am siebten Spieltag endete. Diesmal wollen die Mühlmann-Schützlinge besser aus den Startlöchern kommen, wenngleich die Vorbereitungsphase allein wegen der schwierigen Witterungsbedingungen nicht wunschgemäß verlief. „Die Wintervorbereitung ist immer anders als die im Sommer. Sie ist irgendwie typisch verlaufen. Mit Platzsperren und Ausfällen wegen Krankheit. Am Dienstag hatten wir aber 22 Mann beim Training. Daher hoffe ich, dass wir von der Grippewelle verschont geblieben sind. Ich denke, dass wir in einem ganz guten Zustand sind“, erklärt Mühlmann.
Während das Duell am Sonntag für die Fortunen bereits Endspielcharakter hat, hat sich die Lage für die Wiehler dank der erfolgreichen zweiten Hälfte der Hinrunde entspannt. Zudem gehören sie zu den Profiteuren der Abmeldung der Hohkeppeler Reserve, haben nun ein Vier-Punkte-Polster auf die Abstiegsplätze. Der Verein befand sich schon einmal in bedrohlicheren Lagen. „Das heißt aber nicht, dass wir uns schon ausruhen können. Je mehr Punkte wir in den ersten Spielen der Rückrunde holen, desto leichter wird es für uns hinten raus“, so Mühlmann.
Somit gelte es, nicht mit leeren Händen aus der ehemaligen Bundeshauptstadt zurückzukehren. „Das Gute ist, dass der Gegner deutlich mehr Druck hat als wir, wobei wir Bonn auf Distanz halten wollen“, könnte sich der Trainer unter Umständen mit einem Remis anfreunden. Beim Schlusslicht hat sich das Transferkarussell in der Winterpause kräftig gedreht, zuletzt holte der Klub - auch als Reaktion auf die langfristigen Ausfälle der Offensivkräfte Moriba Keita und Luca Esselen - den 36-jährigen Daniel Saomuah (früher unter anderem Bonner SC und 1. FC Köln II) aus der Fußballrente.
Aus Sicht von Mühlmann muss die hohe Personalfluktuation bei den Hausherren kein Nachteil für sein Team sein. „Vielleicht ist ganz gut, dass wir direkt zum Start auf sie treffen, weil noch nicht alles so ineinandergreift, wie es soll“, unkt der Coach. Er selbst muss definitiv auf René Gailowitz, der sich im Training eine womöglich schwere Knieverletzung (eine MRT-Untersuchung steht noch aus) zuzog, sowie Kevin Derksen (langwierige Adduktorenprobleme) und Gino Lanfranco (Knieverletzung) verzichten, ansonsten sind – Stand jetzt – alle Mann an Bord. Heißt also, dass Louis Usko und Niclas Zeder, die die Hinrunde nahezu gänzlich verpassten, wieder einsatzfähig sind. (lo)
Vorschau Bezirksliga (16. Spieltag)
SV Bergfried Leverkusen – SV Schönenbach (Sonntag, 15:30 Uhr).
Hinspiel: 0:4.
Es fehlen: Meikel Harder, Berkan Durdu, Elham Isakoski, Sven Wurm, Davin Dresbach, Astrit Dauti.
Zum Spiel: Platz zwei in der Bezirksligatabelle mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Primus DJK Südwest Köln. Alles deutet darauf hin, dass sich die Schönenbacher mitten im Kampf um den Landesligaaufstieg verstehen. Doch der Sportliche Leiter Matthias Siebertz will sich darauf nicht einlassen. „Zu unseren Ambitionen werde ich nichts sagen. Dazu wird von mir niemand etwas hören. Es ist ja nicht so, dass wir hier jede Woche gegen schwache Mannschaften spielen. Viele haben sich gut verstärkt“, lässt sich Siebertz nicht in eine Favoritenrolle drängen.
Der Leistungsstand der Mannschaft nach der Vorbereitung lässt offenbar auch Spielraum für Spekulationen. Gute Leistungen in den Testspielen wechselten sich mit, laut Siebertz, „beschämenden“ Auftritten ab. Teils fanden sich nur acht Spieler zu den Trainingseinheiten ein. Erst die vergangenen beiden Wochen mit dem abschließenden 2:0-Testspielsieg gegen den SV Leuscheid – mit Schönenbachs Ex-Trainer Slobodan Kresovic an der Seitenlinie – seien zufriedenstellend gewesen. „Die Vorbereitung ist in Ordnung verlaufen, aber nicht gut“, bilanzierte Siebertz.
Königstransfer der Winterpause ist Delord Unzola, der vom Mittelrheinligisten SC Rheinbach nach Schönenbach wechselte. „Er ist ein guter Fußballer und bringt Dinge mit, die andere nicht haben“, sagt Siebertz. Weitere Zugänge wie Bruder Rolf Unzola, Fabian Spröer, der in den vergangenen Jahren in der Futsal-Liga aktiv war, sowie der 19-jährige Emre Bodur vom B-Ligisten Borussia Derschlag verbreitern den bislang schmalen Kader des Bezirksligisten. (thg)
SV Frielingsdorf – Schwarz-Weiß Köln (Sonntag, 15:15 Uhr).
Hinspiel: 6:5.
Es fehlen: Leon Dema, Gianluca Fliegner, Maurice Häger, Laurin Schenk, Yannick Blumberg, Niklas Grumann, Jannis Everding, Luca Everding.
Einsatz fraglich: Justin Ufer, Fabian Januszewski, Norman Lemke.
Zum Spiel: Für den SV Frielingsdorf beginnt die zweite Saisonhälfte mit einem Auftritt vor eigener Kulisse. Zu Gast ist Schwarz-Weiß Köln und unweigerlich werden Erinnerungen an den wilden Ritt im Hinspiel wach. Seinerzeit setzte sich der SVF nach turbulenten 90 Minuten mit 6:5 durch. Ein denkwürdiges Bezirksliga-Comeback der Frielingsdorfer, die sich im weiteren Verlauf der Hinrunde, trotz der einen oder anderen Delle, als solide Punktesammler erwiesen und sich mit 20 Zählern eine ordentliche Ausgangsposition für den Klassenerhalt geschaffen haben.
Bei den Domstädtern sieht das anders aus. Sie kämpfen nach dem Last-Minute-Ligaverbleib in der Vorsaison abermals ums sportliche Überleben, liegen gleichauf mit Germania Zündorf und TFC Köln, die die beiden ersten Abstiegsplätze belegen. Gleich zum Auftakt der Rückrunde also ein wegweisendes Match für die Elf von Andy Dreiner. „Es ist ein Spiel, das für uns sehr wichtig ist, weil wir auf eine Mannschaft treffen, die in der Tabelle hinter uns steht. Unser Wunsch ist natürlich, am Sonntag dreifach zu punkten“, sagt der Coach.
Grundsätzlich erhofft er sich „ein bisschen mehr Stabilität und mehr Sicherheit im Verteidigen. Wir wollen weniger Gegentore kassieren.“ Die Vorbereitungsphase verlief indes holprig, wetterbedingte Platzsperren und Testspielabsagen sowie die weiterhin nicht ideale Personallage wirbelten die Planungen durcheinander – vermutlich mehr als bei den Klubs aus Köln, die naturgemäß selten mit Schnee und Eis zu kämpfen haben. Das soll für das Duell am Wochenende aber keine Ausrede sein, wobei Dreiner weiß, dass die Gäste schwierig zu bespielen sind – obwohl sie mit Ricky Fritzen, der sich dem Landesligisten Borussia Lindenthal-Hohenlind angeschlossen hat, ihren erfolgreichsten Goalgetter verloren haben.
„Sie haben ihre Qualitäten auf dem Weg nach vorne, sind variabel, abschlussstark und haben ein gutes Tempo über die Außen. Allerdings haben wir auch wir in der Offensive gezeigt, dass wir immer wieder Chancen kreieren können und torgefährlich sind. Ich erwarte ein Spiel, das von einer gewissen Emotionalität und Galligkeit geprägt sein wird. Unser Ziel ist, im ersten Heimspiel nach der Winterpause die drei Punkte zu Hause zu behalten“, erläutert Dreiner.
Winterneuzugang Leon Dema ist wegen einer Roten Karte, die er im Trikot von Hohkeppel II sah, gesperrt und auch einige Rekonvaleszenten sind noch nicht einsatzfähig. Auf die Dienste der langzeitverletzten Gianluca Fliegner und Yannick Blumberg wird Dreiner bis zum Ende der Spielzeit verzichten müssen. Dafür stehen Torhüter Lukas Borkes und Felix Krüger nach längeren Pausen wieder zur Verfügung. (lo)
Vorschau Jugendfußball
B-Junioren Mittelrheinliga (14. Spieltag
FV Wiehl – Alemannia Aachen (Samstag, 16 Uhr).