FUSSBALL
Schönenbach kommt in Nümbrecht unter die Räder
Oberberg – Im Landesligaderby am Freitagabend setzte sich der SSV Homburg-Nümbrecht deutlich gegen den SV Schönenbach durch – Nach ausgeglichener erster Hälfte verlor der Gast, der mit einigen kurzfristig verpflichteten Neuzugängen auflief, nach dem Wechsel den Faden (AKTUALISIERT).
SSV Homburg-Nümbrecht – SV Schönenbach 5:0 (0:0).
Die Rückkehr an seine ehemalige Wirkungsstätte hatte sich Torsten Reisewitz sicher anders vorgestellt. Der Schönenbacher Coach hatte nach dem Abpfiff jedoch anderes im Sinn, als sich an vergangene Jahre zu erinnern. „Das Thema ist für mich durch. Ich bin da sehr entspannt“, meinte er kurz und knapp. Seine Equipe war soeben ordentlich unter die Räder gekommen, obwohl man kurz vor der Partie noch mit einer Überraschung aufwartete.
„Man hat ja gesehen, dass wir unter der Woche noch versucht haben, etwas zu tun und haben noch Spieler verpflichtet, um noch einigermaßen konkurrenzfähig zu sein. In der ersten Halbzeit haben wir es auch sehr ordentlich gemacht. Bis auf die 44. Minute, wo sie die erste richtige Torchance hatten. Wir hatten aber eben auch nur eine gute“, fasste Reisewitz den ersten Durchgang zusammen.
Die beiden Rivalen, die sich in der ersten Runde des Kreispokals ein mehr als hitziges Duell geliefert hatten, begannen diesmal vorsichtig. In den ersten 20 Minuten war nichts Aufregendes zu notieren. In Minute 24 sorgten die Gäste mit einem leichtfertigen Ballverlust für einen ersten Schreckmoment. Nach Vorlage von Felix Adamietz setzte Ricardo Bauerfeind jedoch einen schwachen Schuss ab. Zwei Minuten später köpfte auf der Gegenseite Meikel Harder nach einer Ecke SSV-Torwart Matteo Tessarolo an. Die beste Chance hatte dann Innenverteidiger Klaos Yzellari, einer von fünf Neuzugängen im Aufgebot, von denen zwei in der Startelf standen. Völlig freistehend schoss er den Ball nach einem sehenswerten Chipball von Vorlagengeber Masaya Taki am Tor vorbei.
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[SSV-Trainer Marcus Voike sah nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit nach dem Seitenwechsel eine überlegene Nümbrechter Mannschaft.]
Die Schönenbacher waren nun besser im Spiel als der Gastgeber, schafften es aber nicht, klare Gelegenheiten herauszuspielen. Auch auf der Gegenseite gerieten alle Versuche zu harmlos, bis kurz vor dem Pausenpfiff. Kilian Seinsche hatte sich bis auf die Grundlinie durchgetankt und legte in den Rückraum, wo Marc Wolf aus sechs Metern an Schönenbachs Torwart Frederic Löhe scheiterte. „Man hat gesehen, dass es in der ersten Halbzeit ein Abtasten war. Es war ja auch eine unerwartete Situation mit den vielen Neuzugängen. Damit mussten wir erstmal klarkommen. Die hatten in der ersten Halbzeit ihre Chancen, wir kurz vor der Pause aber auch eine Riesengelegenheit. Ich hab den Jungs in der Pause gesagt, dass wir ruhig bleiben müssen und dass wir unsere Chancen bekommen werden“, ging Nümbrechts Trainer Marcus Voike gelassen in den zweiten Durchgang, in dem die Hausherren sofort präsent waren.
[Nümbrechts Niklas Clemens (re.) lieferte sich mit Schönenbachs Davin Dresbach intensive Zweikämpfe.]
Keine Minute war in Hälfte zwei gespielt, da musste Löhe bereits gegen Nümbrechts Felix Klein im Eins-gegen-Eins retten. Wenig später war er dann machtlos. Nach einer Hereingabe von Niklas Clemens schoss Klein zur Führung ein. „Die erste Halbzeit war ausgeglichen und war in Ordnung. Aber wie ich es schon einmal gesagt habe. In den Phasen, in denen wir ordentlich sind, schaffen wir es oft nicht, ein Spiel für uns zu ziehen. Mit dem 0:1 ist es dann so, dass Nümbrecht seine Qualitäten hat, wenn sie umschalten dürfen, wenn sie Tiefe bekommen. Das haben sie dann auch, muss man sagen, gut zu Ende gespielt“, kommentierte Schönenbachs Coach Reisewitz den Spielverlauf, der nun völlig zu Gunsten der Gastgeber gekippt war.
Das 2:0 fiel im Anschluss an eine Schönenbacher Ecke, die der SSV zu einem brutalen Konter nutzte. Niklas Clemens machte den Ball fest und leitete an den durchstartenden Felix Adamietz weiter der schließlich auf Ricardo Bauerfein querlegte, der aus rund 18 Metern entspannt einschießen konnte. Das 3:0 bereitete erneut Clemens vor. Der eingewechselte Collins Ihekaire hatte keine Mühe, den scharf hereingespielten Pass in den Maschen zu versenken. Die Entscheidung war gefallen. Schönenbach spielte nun nur noch lange Bälle und blieb damit erfolglos. Der Gastgeber legte derweil nach. Felix Klein hatte bereits die Riesengelegenheit zum vierten Tor, traf aus einem halben Meter aber nur das Außennetz, Collins Ihekaire scheiterte im Eins-gegen-Eins an SVS-Keeper Löhe.
[Ex-Profi Richard Sukuta-Pasu gehörte zu den fünf neuen Namen im Schönenbacher Kader. Bei seinem ersten Auftritt verzeichnete der Mittelstürmer nur wenige Ballkontakte.]
Dann brannten dem gerade erst eingewechselten Emre Bodur offenbar die Sicherungen durch. Nach einem groben Foulspiel an Ricardo Bauerfeind wurde er vom Schiedsrichter des Feldes verwiesen. „Mit der Roten Karte war der Drops auch gelutscht. Wenn man dann die Räume nicht mehr verteidigen kann in Unterzahl, wie auch schon im Pokalspiel, dann geht man hier mit 5:0 runter. Am Ende ist es nach einer guten ersten Halbzeit bitter. Aber wenn man 0:5 verliert dann muss man die Klappe halten“, bilanzierte Reisewitz. Felix Adamietz nutzte einen Ballverlust zum 4:0, Clemens legte in der Schlussminute noch für Ihekaire zum 5:0 auf.
„Das Ergebnis hört sich jetzt deutlich an. Aber wir haben den Knoten erst in der zweiten Halbzeit gelöst und auch in der Höhe am Ende dann verdient gewonnen. Wir sind heute glücklich. Gerade wegen der vielen Widrigkeiten in den letzten Wochen. Mit den Verletzten, die jetzt langsam nachkommen. Wir sind zusammengewachsen. Irgendwo stand in der Presse, dass wir unter Soll seien. Das glaube ich nicht, auch nach den ganzen Auswärtsspielen. Ich finde, dass wir das sehr gut machen und ein tolles Team sind. Ich bin froh, dass wir hier so eine tolle Leistung abgeliefert haben“, war Voike zufrieden. (thg)
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[Schönenbachs Trainer Torsten Reisewitz sah eine schwache zweite Halbzeit seiner Mannschaft.]
Tore
1:0 Felix Klein (49.), 2:0 Ricardo Bauerfeind (60.), 3:0 Collins Ihekaire (67.), 4:0 Felix Adamietz (88.), 5:0 Collins Ihekaire (90.).
Besonderes Vorkommnis
Rot gegen Schönenbachs Emre Bodur (80./Grobes Foulspiel).
SSV Homburg-Nümbrecht
Matteo Tessarolo; Felix Adamietz (88. Dogukan Bülbül), Sebastian Ramspott (84. Philipp Rüttgers), Moritz Becker, Henry Schäumer, Kilian Seinsche, Ricardo Bauerfeind (81. Fritz Schäfer), Joscha Trommler, Marc Wolf (62. Collins Ihekaire), Niklas Clemens, Felix Klein.
SV Schönenbach
Frederic Löhe; Prince Gbeke (56. Gabriel Werner), Klaos Yzellari, Meikel Harder, Masaya Taki (76. Emre Bodur), Davin Dresbach, Elham Isakoski (84. Jair Tavares), Leif Bergmann, Danylo Kovalenko, Muhammed Akar, Richard Sukuta-Pasu (61. Mohammed Abunaije).

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