FUSSBALL

Lindlar behält in emotionalem Topspiel einen kühlen Kopf

jlo, db, lo; 26.04.2026, 20:10 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung --- Der TuS Lindlar gewann das umkämpfte Topspiel gegen Bröltal mit 3:1.
FUSSBALL

Lindlar behält in emotionalem Topspiel einen kühlen Kopf

jlo, db, lo; 26.04.2026, 20:10 Uhr
Oberberg - Der Tabellenzweite festigt seine Position mit Sieg gegen den THB, bei dem großer Frust über den Schiedsrichter vorherrschte - Waldbröl verlangt Wipperfürth alles ab - Wiehl II nach Derbypleite wohl nicht mehr zu retten - Klaswipper gewinnt in Bergneustadt - Süng unterliegt Rösrath - Nümbrechter Reserve dürfte nach Erfolg gegen Bielstein gesichert sein (AKTUALISIERT).

TuS Homburg-Bröltal – TuS Lindlar 1:3 (1:0).

 

Der TuS Lindlar bleibt der erste Verfolger von Spitzenreiter VfR Wipperfürth. In einem dramatischen Spitzenspiel, in dem sich beide Mannschaften um jeden Zentimeter Kunstrasen duellierten, konnte sich die Mannschaft von Trainer Arlind Oseku letztlich durchsetzen. Allerdings spielte der frühe Platzverweis gegen Bröltals Kapitän Aron Jungjohann den Gästen in die Karten.

 

[Schiedsrichter Sven Clever im Mittelpunkt: Hier zeigt er Aron Jungjohann die Rote Karte, der kann's nicht fassen.]

 

„Ich habe mich in meinen ganzen elf Jahren als Trainer noch nie über einen Schiedsrichter beschwert. Aber heute geht es wirklich nicht mehr anders“, haderte THB-Coach Nils Labitzke mit der Leistung des Unparteiischen. „Er hat uns heute den Sieg gekostet“, war er nach dem Schlusspfiff erbost und bezeichnete den Mann in Schwarz als zwölften Spieler der Gäste. „Er hat jede Situation heute gegen uns gepfiffen. Als Höhepunkt zeigte er einem Lindlarer Spieler nach einem vermeintlich groben Foulspiel sogar nur Gelb statt Rot und überstimmte damit seinen Linienrichter.“

 

Sportlich hatte sich seine Mannschaft trotz Unterzahl teuer verkauft. Erst nach über einer Stunde fand ein Lindlarer Angriff ins Ziel. Vesor Gashi traf zum Ausgleich, ehe Rinor Latifi mit einem Doppelpack alles klarmachte. Dumm: Nach seinem zweiten Treffer zog er sich das Trikot aus und sah dafür die Ampelkarte.  „Das war insgesamt ein sehr emotionales und körperbetontes Spiel“, bilanzierte TuS-Trainer Arlind Oseku. Erst nach der Pause habe seine Mannschaft besser ins Spiel gefunden, nachdem man zuvor aus der Überzahl kein Kapital geschlagen hatte. „Trotzdem konnte man keinen großen Unterschied erkennen. Bröltal war immer wieder gefährlich“, so Oseku. „Wir haben leider unsere Chancen nicht genutzt“, hatte Labitzke noch drei Aluminiumtreffer seiner Elf notiert. „Sonst wäre vielleicht auch so mehr drin gewesen.“

 

Tore

1:0 Bastian Noß (5.), 1:1 Vesor Gashi (65. Monty Devern), 1:2 Rinor Latifi (77. Lorenzo Provenzano), 1:3 Rinor Latifi (90.+2 Marc Bruch).

 

Besonderes Vorkommnis

Rot gegen Bröltals Aron Jungjohann (15. grobes Foulspiel)

Gelb-Rot gegen Lindlars Rinor Latifi (90.+2 unsportliches Verhalten).

 

 

RS 19 Waldbröl – VfR Wipperfürth 0:2 (0:0).

 

[Jan Mortsiefer im Laufduell mit Luca Jansen (re.).]

 

Nach den drei Platzverweisen der Vorwoche war das Waldbröler Trainerteam zu einigen Umstellungen gezwungen. Das hatte aber keine negativen Auswirkungen auf die Leistung der Hausherren - im Gegenteil. „Ich bin richtig stolz auf die Mannschaft. Heute war eines dieser Spiele, wo die Art und Weise wichtiger ist als das Ergebnis“, sang Waldbröls Trainer Oliver Rempel eine echte Lobeshymne auf seine Schützlinge. „Sie haben uns echt den Schneid abgekauft und überhaupt nicht ins Spiel kommen lassen“, lobte auch Wipperfürths Co-Trainer Norbert Scheider den Gegner. Der Tabellenprimus fand gegen das Abwehrbollwerk des RS 19 kein Durchkommen. Erst im Laufe der Spielzeit erspielten sich die Hansestädter klarere Chancen. Patrick Schmidt und Goalgetter Sam Kirschsieper sorgten spät für entspannte Mienen bei den Gästen. „Das war ein echter Sieg des Willens“, habe sich laut Scheider der längere Atem bezahlt gemacht. „Wir hatten einfach mehr Körner.“ In der Nachspielzeit setzte Waldbröls Jan Krieger einen Strafstoß an den Pfosten.  

 

Tore

0:1 Patrick Schmidt (78.), 0:2 Sam Kirschsieper (85. Foulelfmeter).

 

Besonderes Vorkommnis

Waldbröls Jan Krieger setzt einen Foulelfmeter an den Pfosten (90.+2).

 

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VfR Marienhagen – FV Wiehl II 6:0 (3:0).

 

Im Wiehler Derby benötigten die Fußballdörfler zwar eine knapp halbstündige Anlaufzeit, bis die Rädchen richtig griffen, dann allerdings wurde es deutlich. Das Tabellenschlusslicht hatte nicht den Hauch einer Chance. Lars Quadflieg, Tim Amser und Radion Miller vor der Pause sowie erneut Miller, Dimitri Luschnikow und Yannick Berger nach dem Seitenwechsel machten das halbe Dutzend voll. „Das war eine sehr solide Mannschaftsleistung, gegen einen Gegner, der während der Spielzeit immer mehr den Faden verloren hat“, freute sich Marienhagens Trainer Ingo Kippels über den Erfolg gegen seinen Ex-Verein. Bei der FV- Zweitvertretung werden die letzten sechs Partien wohl nun endgültig zu einer Abschiedstour Richtung Kreisliga B. „Der Frust sitzt ziemlich tief. Das war heute einfach von vorne bis hinten schlecht“, ärgerte sich Trainer Michael Börger nach der neuerlichen Pleite.

 

Marienhagens Luca Schrabe, der in der Partie beim TuS Homburg-Bröltal am 20. Spieltag die Rote Karte gesehen hatte, wurde derweil vom Kreissportgericht wegen eines tätlichen Angriffs gegen einen Gegenspieler mit einer Sperre von insgesamt zehn Spielen belegt. Der Angreifer wird damit in der laufenden Saison nicht mehr um Einsatz kommen. Die Sperre läuft erst am 30. und letzten Spieltag ab.

 

Tore

1:0 Lars Quadflieg (27. Nils Müller), 2:0 Tim Amser (35. Radion Miller), 3:0 Radion Miller (43. Nils Müller), 4:0 Radion Miller (78.), 5:0 Dimitri Luschnikow (86. Nils Müller), 6:0 Yannick Berger (88.).

 

[Bastian Noß traf für Bröltal zur Führung.]

 

SSV Bergneustadt – TV Klaswipper 1:4 (1:2).

 

Die Hausherren spielten mit dem letzten Aufgebot und hatten lediglich zwei Ersatzspieler auf der Bank. „Trotzdem hatten wir eine sehr gute Startformation auf dem Platz“, wollte Bergneustadts Trainer Marcel Walker die personellen Schwierigkeiten nicht als Ausrede für die Pleite gelten lassen. Die frühe Führung durch Fabian Schilling war nicht unverdient, mit fortschreitender Spieldauer kamen die tief stehenden Gäste allerdings immer besser in Schwung. Lukas Schneider und Jan Blaß drehten die Partie noch vor dem Pausenpfiff. „Da haben wir uns dann den Schneid abkaufen lassen“, ärgerte sich Walker. Jonas Schacherer und Nico Semeraro machten kurz vor dem Ende den Sack endgültig zu. „Wir haben das richtig gut gemacht. Hinten ziemlich tief gestanden und clever nach vorne gespielt“, freute sich Klaswippers Co-Trainer Thomas Dreiner.

 

Tore

1:0 Fabian Schilling (5.), 1:1 Lukas Schneider (37. Foulelfmeter), 1:2 Jan Blaß (45.), 1:3 Jonas Schacherer (82.), 1:4 Nico Semeraro (89.).

 

[Lange Zeit hatte Lindlars Trainer Arlind Oseku keinen Grund zur Freude, doch in der Schlussphase drehte seine Mannschaft die Partie.]

 

SSV Süng – Union Rösrath 1:4 (1:1).

 

Nach dem Spiel zollte Süngs sportlicher Leiter Florian Scharf den Gästen aus Rösrath großen Respekt: „Es war eine absolut verdiente Niederlage. Nach dem Ausgleich hatten wir etwas Hoffnung. In der zweiten Halbzeit hat Rösrath uns aber auseinandergenommen.“ Auf der anderen Seite war Trainer Sascha Brandenburg mit der Leistung seiner Mannschaft entsprechend zufrieden: „Der Sieg hätte noch höher ausfallen können. Wir waren in allen Belangen überlegen und haben uns viele Torchancen erspielt. In der ersten Halbzeit hatten wir noch etwas Ladehemmungen, danach war es ein auch in der Höhe verdienter Erfolg.“

 

Tore

0:1 Jordan Halm (17.), 1:1 David Strauß (37.), 1:2 Tim Puzalowski (49. Foulelfmeter), 1:3 Eray Ok (61.), 1:4 Gian-Luca Schröder (65.).

 

 

SV Altenberg – FC Bensberg 1:1 (1:0).

 

Mit dem 1:1-Unentschieden konnten nach dem Spiel beide Seiten gut leben. „Wir hatten mehr Spielanteile und Ballbesitz, waren im letzten Drittel aber zu harmlos“, sagte Bensbergs Trainer Gabor Uhrmann. „Insgesamt war es eine gerechte Punkteteilung.“ So sah es auch SVA-Coach Alexander Herd: „Der Zeitpunkt des Ausgleichs ist ärgerlich, aber das Unentschieden geht in Ordnung.“ Jannis Bertoncello setzte nach einem Freistoß gut nach und brachte seine Mannschaft in der ersten Halbzeit in Führung. Der eingewechselte Marcel Mai erzielte in der Schlussphase den Ausgleich für die Gäste. „Wir haben den Punktabstand gehalten und fahren mit einem guten Gefühl nach Rossenbach“, sagte Uhrmann mit Blick auf das Pokalspiel am Mittwoch.

 

Tore

1:0 Jannis Bertoncello (40.), 1:1 Marcel Mai (80.).

 

[THB-Torwart Joshua Hassel wehrt einen Schuss von Monty Devern ab.]

 

TuS Immekeppel – Blau-Weiß Biesfeld 3:4 (3:0).

 

Zwei vollkommen unterschiedliche Halbzeiten sahen die Zuschauer in Immekeppel. In der ersten Halbzeit bestimmten die Hausherren das Geschehen und gingen mit einer deutlichen 3:0-Führung in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel wendete sich das Blatt und Merlin Rabes schoss seine Mannschaft mit einem lupenreinen Hattrick zum Sieg. „Eine Stunde lang waren wir richtig schwach und hätten uns über einen noch höheren Rückstand nicht beschweren können. Danach haben wir aufgedreht und Moral bewiesen“, sagte Biesfelds Trainer Maurice Velten. So sah es auch David Risse, sportlicher Leiter von Immekeppel: „Nach dem Anschlusstor haben wir keinen Fuß mehr auf die Erde bekommen und den Gegner wieder ins Spiel geholt.“

 

Tore

1:0 Philipp Fabrizius (28.), 2:0 David Risse (35.), 3:0 Kai Ozaneaux (44.), 3:1 Marc Velten (58. Foulelfmeter), 3:2 Merlin Rabes (60.), 3:3 Merlin Rabes (63.), 3:4 Merlin Rabes (70.).

 

[Ein schmerzhafter Zusammenprall, die Betreuer waren aber schnell da.]

 

SSV Homburg-Nümbrecht II – BSV Bielstein 2:0 (1:0).

 

Aus Gästesicht war es ein glücklicher Erfolg für die Nümbrechter Reserve. „Wir hatten auch unsere Chancen“, war Bielsteins sportlicher Leiter Björn Schumacher nicht unzufrieden mit dem Auftritt der Mannschaft. Bereits nach drei Minuten sei sogar die theoretische Führung nach einem vermeintlichen Abseitstreffer von Gianluca Karrasch zurückgepfiffen worden. Das 1:0 erzielten stattdessen die Hausherren durch Finley Friedrichs. Bis zum Pausentee erarbeitete sich Nümbrecht weitere Chancen – allerdings ohne ein weiteres Tor zu erzielen. „Da haben wir leider versäumt, den Sack früher zu zumachen“, erklärte SSV-Coach Fabian Reitmeister.

 

Nach dem Seitenwechsel kamen die Reuber-Schützlinge mit Wucht zurück. Leandro Del Giudice und Maximilian Sackner ließen dabei echte Hochkaräter liegen. Nümbrechts Torhüter Julian Seinsche erwies sich in dieser Phase als unüberwindbar. „Da hätte das Spiel auch kippen können“, lobte Reitmeister seinen Torhüter und den Gegner. In der Nachspielzeit traf Mike Großberndt zur endgültigen Entscheidung. „Das war eine unnötige Niederlage gegen einen Gegner, der sich wieder mit Spielern aus der Landesligatruppe verstärkt hatte“, so Schumacher.

 

Tore

1:0 Finley Friedrichs (15.), 2:0 Mike Großberndt (90.+5).

 

Besonderes Vorkommnis

Bielstein spielt nach der Verletzung von Marco Meyer nur noch zu zehnt weiter, da zuvor schon fünfmal gewechselt worden war (79.).

 

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