FUSSBALL
Der beste Spieler scheitert am Ende vom Punkt – Bergisch Gladbach gewinnt den Nümbrechter müller & klein-Cup
Nümbrecht – Der SV Bergisch Gladbach 09 besiegt im Endspiel des müller & klein-Cups Blau-Weiß Königsdorf erst im Neunmeterschießen – Der Gastgeber SSV Homburg-Nümbrecht feiert Platz drei (AKTUALISIERT).
Von Thomas Giesen
Das Ende der vierten Auflage des müller & klein-Cups hatte eine tragische Komponente. Königsdorfs Noah Kürmali trat im Finale des Nümbrechter Hallenspektakels, das insgesamt zum elften Mal ausgetragen wurde, zum schließlich entscheidenden Neunmeter an und schob den Ball links am Pfosten vorbei. Aufbrausender Jubel im Lager des SV Bergisch Gladbach 09, der schon im Jahr 2023 den Wanderpokal gewann, hängende Köpfe im Lager der Königsdorfer. Kürmali wurde später – verdientermaßen – zum besten Spieler des Turniers gekürt. Acht Tore hatte der TuS-Kapitän erzielt. Zum Turniersieg reichte das aber nicht. Kürmali hatte sein Team im Endspiel mit zwei Treffern in eine komfortable Führung gebracht, Issam Todlih und Jonas Rücker glichen jedoch zum 2:2 aus, ehe es in den Showdown ging.
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[Der SV Bergisch Gladbach 09 gewinnt nach dem Erfolg von 2023 auch den diesjährigen müller & klein-Cup.]
Der Gastgeber freute sich zuvor über Platz drei. Im „kleinen Endspiel“ besiegte der SSV Homburg-Nümbrecht den 1. FC Spich mit 4:3 durch drei Tore von Felix Klein und einem Treffer von Henry Schäumer. Endstation für den SSV war zuvor im Halbfinale gegen den späteren Turniersieger SV Bergisch Gladbach gewesen, der 2:0 in Führung ging, ehe Felix Klein mit einem Gewaltschuss den Anschluss herstellte. Kilian Seinsche vergab anschließend eine Großchance und verschoss sogar noch einen Neunmeter. Klein und Schäumer hätten in den Schlussminuten auch noch den Ausgleich erzielen können.
„Enttäuscht bin ich nicht. Wir haben gegen einen Mittelrheinligisten verloren. Die Jungs haben es gut gemacht und wir hatten am Ende auch unsere Chancen. Es ist schön, dass wir jetzt noch Platz drei geholt haben. Das sind noch einige Euro mehr in der Kasse für die Jungs“, war Nümbrechts Trainer Marcus Voike zufrieden und freute sich auch darüber, dass sich niemand verletzte. Für Überraschungen sorgten derweil die beiden A-Ligisten im Feld. Der TuS Homburg-Bröltal sicherte sich mit dem Sieg beim „kleinen“ müller & klein-Cup am Vortag das Ticket für den Samstag, die Nümbrechter Zweitvertretung sprang kurzfristig ein und beide erreichten das Viertelfinale. Die Nümbrechter Zweitvertretung führte gegen Bergisch Gladbach 50 Sekunden vor der Schlusssirene sogar noch mit 1:0, kassierte dann aber zwei Gegentreffer.
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[Bergischs Gladbachs Leon Görgens (v.li.) gewann die Auszeichnung für den besten Torwart, Noah Kürmali von Blau-Weiß Königsdorf wurde bester Spieler und der TuS Homburg-Bröltal erhielt die Trophäe für die fairste Mannschaft. Der mit neun Treffern beste Torschütze des Turniers fehlt auf dem Bild. Ardit Mimini vom SV Bergisch Gladbach 09 musste schnellstens zu einer Hochzeit.]
„Wir haben uns gut verkauft. In der Gruppenphase hatten wir mit den Mittelrheinligisten Porz und Bergisch Gladbach schwere Gegner und wir sind trotzdem weitergekommen. Wir haben hier toll abgeliefert. Wir hatten auch keine Probleme, eine Mannschaft zusammen zu bekommen. Alle hatten Bock und haben bis zum Ende gekämpft“, war der Coach der SSV-Reserve, Burkhard Graeve, zufrieden. Eine Nummer zu groß war dann aber der TuS Königsdorf, der beim 7:2 keinen Zweifel an seiner Überlegenheit ließ. Auch im Lager der Bröltaler war man hochzufrieden: „Ich war gestern schon sehr glücklich damit, dass wir das kleine Turnier gewonnen haben. Vor allem ohne Gegentor. Wir sind auch heute gut ins Turnier gekommen. Im Viertelfinale waren die Beine aber schwer. Der Gegner lässt den Ball dann auch gut laufen. Da war der Klassenunterschied spürbar“, erklärte der spielende Co-Trainer des THB, Bastian Sellau, die 2:7-Niederlage gegen die Königsdorfer, bei der Jan Mortsiefer zweimal erfolgreich war. Die Trophäe der fairsten Mannschaft gewannen die Bröltaler zudem.
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[Der SV Bergisch Gladbach 09 blieb schon in der Gruppenphase ohne Punktverlust.]
Im Lager des Ausrichters war man mit dem Turnierverlauf vollends zufrieden. Auch weil es, im Gegensatz zum Vortag, keinerlei negative Ereignisse zu vermelden gab. Beim „kleinen“ müller & klein-Cup hatte eine handgreifliche Auseinandersetzung der Kontrahenten Hohkeppel III und Derschlag für schlechte Laune gesorgt. Die Nümbrechter Verantwortlichen nahmen die beiden Teams nach dem Vorfall sofort aus dem Wettbewerb. „Damit war das Turnier dann auch fast beendet. Das war sehr unschön. Wir wollten es nicht dulden, dass bei uns so etwas vorkommt“, rechtfertigte SSV-Geschäftsführer Matthias Faulenbach die Entscheidung.
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[Die Gruppenphase verlief für Nümbrecht Erstvertretung nicht optimal (oben). Die Zweitvetrtung zog als Viertplatzierter ins Viertelfinale ein (un ten).]
Probleme gab es auch im Vorfeld. Über 60 Vereine hatten die Nümbrechter angefragt, um das Starterfeld zu komplettieren. Diverse Absagen sorgten für Unruhe. Kurz vor Turnierbeginn fiel dann auf, dass kein Vertreter des SSV Bornheim anwesend war. „Das war laut Aussage des Vereins wohl ein Missverständnis. Man ging davon aus, dass man uns informiert hätte, dass man nicht antreten kann. Hat man aber nicht“, war SSV-Vorstand Roger Lang nicht begeistert über die kurzfristige Absage des Mittelrheinligisten, den offenbar eine Krankheitswelle heimsuchte. „Wir haben immer noch ein großartiges Turnier auf die Beine gestellt. Wir hatten noch nie ein so hochklassiges Feld“, war auch Nümbrechts Markus Lang angetan.
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[Mit dem Mittelrheinligisten TuS Königsdorf und dem Rheinlandligisten VfB Wissen waren in Nümbrecht zwei Neulinge am Start.]
Auch bei der Zuschauerzahl habe man zugelegt. Im vergangenen Jahr noch zwischen 500 und 600, zählte man im Verlauf des Events diesmal rund 700 Besucher. Markus Lang lobte den Einsatz der vielen Helferinnen und Helfer und auch den der Geldgeber. „Wir werden von vielen Sponsoren getragen. Wir haben jedes Jahr zwischen 40 und 50 Unternehmen, die uns unterstützen. Die Zuschauer gehen mit und auch die Ehrenamtlichen gehen mit. Es ist jedes Jahr ein Kraftakt, das auf die Beine zu stellen. Es sind rund 60 Leute im Organisationsteam und dafür sind wir sehr dankbar“, so Lang.

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