FUSSBALL

KSC im Finale ganz abgezockt

jlo; 12.01.2020, 22:45 Uhr
Fotos: Dietmar Scherbaum --- Der Schauinsland Reisen Cup war auch 2020 wieder ein Riesenerfolg - beim RSV Meinerzhagen (in Orange) spielte der frühere Wiehler Sven Wurm (re.) mit.
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KSC im Finale ganz abgezockt

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jlo; 12.01.2020, 22:45 Uhr
Gummersbach – Zweitligist Karlsruher SC holt sich durch einen 3:1-Erfolg gegen den Regionaligisten Rot-Weiß Essen den Titel beim Schauinsland Reisen Cup 2020 – Prinz Poldi unterstützte westfälischen Oberligisten Meinerzhagen (AKTUALISIERT).

Von Jürgen Lorenz

 

Bereits zum siebten Mal hatte Veranstalter Markus Krampe das Turnier organisiert. Und die Gummersbacher SCHWALBE arena war erneut bis auf den letzten Platz ausverkauft. Gut 4.000 Zuschauer bedeuteten beim heutigen Schauinsland Reisen Cup erneut ein volles Haus. „Und das fast ohne jede Werbung“, freute sich Krampe. Aus der 2. Bundesliga waren die SpVgg. Greuther Fürth, der Karlsruher SC und der 1. FC Nürnberg der Einladung in die bergische Kreisstadt gefolgt. Regionalligist Rot-Weiß Essen, sowie der englische Traditionsclub Ipswich Town, der mittlerweile in der 3. Liga antritt, und der westfälische Oberligist RSV Meinerzhagen, der sich in einem Bewerbungsverfahren gegen andere regionale Topvereine durchsetzen konnte, vervollständigten das  Sechserfeld der teilnehmenden Mannschaften.

 

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Zudem verstärkte kein Geringerer als Turniermitveranstalter und Weltmeister Lukas Podolski das Team der Truppe aus dem Märkischen Kreis, das intensiv von Bremens Profi Nuri Sahin gefördert wird. „Wir wollen nicht nur ins Endspiel, wir wollen den Titel“, machte Podolski klar, obwohl er mit dem klassenniedrigsten Team des Turniers auflief. In der Vorrunde der Gruppe A bestimmte der RSV Meinerzhagen im Eröffnungsspiel gegen den englischen Drittligisten Ipswich Town die Begegnung und setzte sich, auch aufgrund der frenetischen Unterstützung seiner zahlreich angereisten Fans, deutlich mit 5:2 durch.

 

Pascal Beilfuß, Hakan Demir, Ali Özdemir, Raphael Gräßer und Ewald Platt trafen für den RSV. In der zweiten Vorrundenpartie lieferte sich das Team von Trainer Mutlu Demir dann einen offenen Fight gegen den Tabellenachten der 2. Bundesliga, SpVgg. Greuther Fürth. In der letzten Minute der Begegnung behielt Andreas Spais vom Punkt aus die Nerven und verwandelte einen Neunmeter  zum letztlich gerechten 3:3-Endstand.

 

Ron Berlinski und Lukas Podolski hatten zuvor für die Blau-Weißen getroffen und damit das Habfinalticket gelöst. Fürth hatte zwar mit Ipswich zwar mehr Probleme als der Underdog aus Meinerzhagen, schaffte aber dennoch mit einem 1:1-Unentschieden nicht unverdient den Einzug ins Halbfinale.

 

In der Gruppe B ging es ebenfalls sehr eng zu. Und auch hier setzte sich der klassentiefste Verein durch. Regionalligist Rot-Weiß Essen dominierte nicht nur die Wertung des lautesten Anhangs, sondern auch die Vorrundengruppe. Im ersten Spiel der Gruppe trennte man sich zwar vom 1. FC Nürnberg, der gestern dem FC Bayern Müchen in einem Testspiel eine 5:2-Niederlage beigebracht hatte, noch mit einem 3:3-Unentschieden. Aber im letzten Gruppenspiel fegte man den Zweitligisten Kalsruher SC mit einem 6:1 von der Platte und sicherte sich damit Rang eins in der Gruppe. Dem KSC gelang trotz dieser klaren Klatsche der Einzug in die Endrunde, da man zuvor Nürnberg mit 3:1 in die Schranken gewiesen hatte. Für die Franken war die Veranstaltung bereits nach der Vorrunde beendet.

 

 

Im ersten Halbfinale kam es dann zum Aufeinandertreffen von Rot-Weiß Essen und der SpVgg. Greuther Fürth. Enzo Wirtz brachte die Rot-Weißen bereits früh in Front. Allerdings konnte Fürths Hans Sarpei noch vor dem Seitenwechsel ausgleichen. Im zweiten Durchgang spielte sich Essen dann mit seiner Fanmauer im Rücken in einen echten Rausch. Wirtz legte mit seinen Turniertreffern vier und fünf den Grundstock zu Erfolg. Joshua Endres steuerte den weiteren Treffer zum 4:1-Erfolg dazu.

 

Im zweiten Semifinale duellierten sich dann der RSV Meinerzhagen und der Karlsruher SC. Nach einer fulminanten ersten Hälfte führte der RSV nach Treffern von Raphael Gräßer, Sven Wurm und Pascal Beilfuß, bei einem Gegentreffer von Saliou Sané, bereits mit 3:1, musste dann aber noch den Ausgleich durch Sané und Lukas Grozurek hinnehmen. Dieses Ergebnis stand auch noch nach den 2 mal zehn Minuten Spielzeit auf der Anzeigetafel. Daher musste die Lotterie vom Neunmeterpunkt die Entscheidung bringen. Hier hatte dann aber der Zweitligist aus dem Badischen das bessere Ende für sich. Mit einem 6:5 zog das Team von Trainer Alois Schwartz ins Finale ein.

 

[Auch die Kölschrocker von Brings waren zum Poldi-Cup nach Gummersbach gekommen.]

 

Im Neunmeterschießen um Platz drei setzte sich der Karlsruher SC mit 2:1 gegen den RSV Meinerzhagen durch. Lediglich Nik Kunkel traf für den westfälischen Oberligisten. Andreas Spais sowie Can Sakar, der bereits im vorherigen Neunmeterschießen gleich zweimal versagt hatte, vergaben vom Punkt aus.

 

Im Endspiel kam es dann zum erneuten Aufeinandertreffen der beiden Gruppengegner aus der Vorrunden-Gruppe B Rot-Weiß Essen und Karlsruher SC. In der Vorrunde hatten die Rot-Weißen den KSC beim 6:1 förmlich auseinandergenommen. Im Finale waren die Batterien des Regionalligisten dann aber offensichtlich leer. Direkt zu Beginn vergab Eno Wirtz dir große Chance zur Führung und blieb in der ersten Spielminute nur zweiter Sieger gegen den KSC-Keeper Mario Schragl. In der Folge nahm der Zweitligist dann immer mehr an Fahrt auf – und letztlich auch Rache für die deutliche Vorrunden-Klatsche. Lukas Grozurek (4., 14.), sowie Dominik Kother (17.) brachten den Finalerfolg bereits in trockene Tücher, ehe Joshua Endres in der Schlusssekunde mit dem 1:3 lediglich für Ergebniskosmetik sorgte. Zur Belohnung gab es für das siegreiche Team den Siegerpokal aus den Händen von Jasmin Wagner (Blümchen). Enzo Wirtz (fünf Treffer) sicherte sich die Torjägerkrone des Turniers.

 

 

Ergebnisse

 

Gruppe A

RSV Meinerzhagen – Ipswich Town 5:2

RSV Meinerzhagen – SpVgg. Greuther Fürth 3:3

Ipswich Town – SpVgg Greuther Fürth 1:1

 

1. RSV Meinerzhagen 8:5 Tore 4 Punkte

2. SpVgg. Greuther Fürth 4:4 Tore 2 Punkte

3. Ipswich Town 3:6 Tore 1 Punkt

 

Gruppe B

1. FC Nürnberg – Karlsruher SC 1:3

1. FC Nürnberg – Rot-Weiß Essen 3:3

Karlsruher SC – Rot-Weiß Essen 1:6

 

1. Rot-Weiß Essen 9:4 Tore 4 Punkte

2. Karlsruher SC 4:7 Tore 3 Punkte

3. 1. FC Nürnberg 4:6 Tore 1 Punkt

 

Halbfinale

Rot-Weiß Essen – SpVgg. Greuther Fürth 4:1

RSV Meinerzhagen  – Karlsruher SC 5:6 nach Neunmeterschießen (3:3)

 

Neunmeterschießen um Platz drei

SpVgg. Greuther Fürth – RSV Meinerzhagen 2:1

 

Finale

Rot-Weiß Essen – Karlsruher SC 1:3

 

 

Bisherige Sieger

2020: Karlsruher SC

2019: Arminia Bielefeld

2018: SV Meppen

2017: MSV Duisburg

2016: FSV Frankfurt

2015: Fortuna Köln

2014: Arminia Bielefeld

 

Tribünensplitter

 

Etwa 150 Journalisten hatten sich für den Schauinsland Reisen Cup 2018 akkreditieren lassen.

 

Moderiert wurde das Turnier erneut von Michael Trippel, Stadionsprecher des 1. FC Köln, und von RTL-Moderator Dr. Felix Görner.

 

Der Kölner Sender „NITRO“, übertrug die Veranstaltung ab 16:50 Uhr live. Laura Wontorra und Thomas Wagner standen ebenso am Mikrofon wie Europameister Steffen Freund.

 

 

Der Fußball Verband Mittelrhein hatte erneut ein erfahrenes Trio an Schiedsrichtern in die Kreisstadt entsandt. Mit Dominik Jolk, Sascha Weirich und Nico Fuchs stammten sämtliche Unparteiischen aus dem Fußballkreis Berg. Jolk war bislang bei jeder der sieben Veranstaltungen dabei. Aber auch Fuchs und Weirich hatten in der Vergangenheit bereits einige Einsätze bei der Veranstaltung.

 

Zweitligist SpVgg. Greuther Fürth war mit dem kompletten Bundesligakader in Gummersbach angereist. Während ein Teil der Schützlinge von Trainer Stefan Leitl beim Hallencup antraten, trainierte der Rest unter freien Himmel im Derschlager Ernst-Bohle-Park. Bereits morgen früh geht es für den Tabellenachten ins Trainingslager in die Türkei.

 

Der Meinerzhagener Dennis Lindenau hatte in einem Preisausschreiben ein "shootout" gegen Lukas Podolski gewonnen. Obwohl er gegen den Ex-Profi Richard Golz im Gehäuse keinen Neunmeter unterbringen konnte, durfte er sich doch über den Preis freuen, den Prinz Poldi ausgelobt hatte: Zusammen mit zehn Freunden – und Moderatorin Laura Wontorra – ein Fußballspiel in Podolskis Kneipe „Zum Prinzen“ gucken.

 

Knapp drei Dutzend Beamte der Kreispolizeibehörde Gummersbach sorgten für die Sicherheit bei der Veranstaltung, bei der alles ruhig blieb.

 

 

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