FUSSBALL

Die letzten Torschreie in diesem Jahr?

bv, jlo, hp; 29.10.2020, 06:00 Uhr
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Fotos: Oberberg-Aktuell --- Szenen aus den Halbfinals; links: Hohkeppels Mahmut Temür (li.) im Zweikampf mit dem Wipperfürther Philipp Schmidt; rechts: der Waldbröler Sebastian Zeller ist vor Wiehls Trian Vlachos (re.) am Ball.
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Die letzten Torschreie in diesem Jahr?

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bv, jlo, hp; 29.10.2020, 06:00 Uhr
Oberberg - Vor der Unterbrechung der Meisterschaft finden am Samstag in Engelskirchen die Kreispokal-Endspiele statt - quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Es mutet wie eine Abschiedsvorstellung an: Bevor der Amateursport nach den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz ab nächster Woche zumindest für einen Monat pausieren wird, sollen im Sportpark Leppe in Engelskirchen die Kreispokalendspiele der Herren über die Bühne gebracht werden. Es dürfte eine ziemlich trostlose Veranststaltung werden: Zu den Begegnungen sind jeweils nur 100 Personen  - inklusive Spieler, Trainer, Betreuer, Offizielle und Helfer des gastgebebenden VfL Engelskirchen - zugelassen, so dass jeder teilnehmende Klub maximal eine Handvoll Fans mitbringen kann. Alle anderen Fußball-Interessierten brauchen den Weg zum Finalort erst gar nicht antreten. Es gibt keine Tickets im freien Verkauf.

 

Was mit dem am 7. November geplanten Endspiel der Frauen passiert, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen.  Das noch ausstehende Halbfinale zwischen dem TuS Homburg-Bröltal (Bezirksliga) und Eintracht Hohkeppel (Landesliga) ist für Samstag, 17 Uhr, angesetzt.

 

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Endspiel

 

FV Wiehl – Eintracht Hohkeppel (Samstag, 17:30 Uhr).

 

Eigentlich sollte ja gerade bei einem Pokalfinale das Sportliche im Mittelpunkt stehen. Wären die Zeiten "normal", würden beim Pokal-Knaller der beiden Landesligisten sicherlich einige 100 Zuschauer erwartet, die einen würdigen Rahmen für das Endspiel böten. Doch die Zeiten sind nicht normal, Zuschauer sind so gut wie ausgeschlossen. Die Equipe von Trainer Wolfgang Martens wird am Samstag auf dem Platz stehen, aber so richtig wohl ist dem Wiehler Übungsleiter dabei nicht. "Wir haben eine Verantwortung den Spielern gegenüber, die in der Ausbildung stecken, zur Schule gehen oder einen Job haben. Und wir sind es, die letztlich in der Öffentlichkeit den Kopf dafür hinhalten", hätte sich Martens mehr Unterstützung vom Verband gewünscht. Ob es also sinnvoll ist, wenige Tage vor einer behördlicherseits angeordneten Meisterschafts-Unterbrechung ein Pokalfinale "durchzuprügeln", ist demnach die große Frage.

 

Die Entscheidung, die Saison unterbrechen zu müssen, wird die Verbände unter Zugzwang setzen. Es ist zu erwarten, dass im Jahr 2020 im Amateurbereich kein Ball mehr auf den Plätzen rollen wird. "Sportlich ist das schon jetzt zum Teil eine Farce, wenn an jedem Spieltag teilweise 50 Prozent der Spiele ausfallen", so Martens weiter.

 

Wenn es nicht noch zu einer kurzfristigen Absage kommt - wie vor wenigen Wochen, als der Liga-Vergleich der beiden Teams wegen eines Corona-Verdachts ausfiel und einigen Wirbel verursachte - will der FV jedoch am Samstag dem großen Favoriten Paroli bieten. "Wir brauchen nicht darüber zu reden, dass Hohkeppel die Übermannschaft der Liga ist und nach vorne enormes Potential in dieser Spielklasse aufbieten kann", nimmt Martens die Außenseiter-Rolle gerne an. Aber wenn man schon mal in einem Endspiel unterwegs sei, wolle man es auch gerne gewinnen. Die Chance sei vorhanden, wenn es gelinge, das Aufbauspiel der Eintracht empfindlich zu stören. Auch müsse man vermeiden, dass der Gegner zu gefährlichen Standards komme. "Hohkeppel hat sehr gute Distanzschützen. Die müssen wir von unserem Strafraum fernhalten", meint der Wiehler Trainer, der mit Balleroberungen im Mittelfeld und schnellen Aktionen in Richtung des gegnerischen Tores glaubt, Nadelstiche setzen und Tore erzielen zu können.

 

In Hohkeppel will man zumindest noch den Pokal zu Ende spielen. "Im Anschluss ist die Spielbetriebspause wohl unumgänglich", so Eintracht-Geschäftsführer Kevin Theisen. Aber einmal will man sich in SVE-Lager noch strecken, um am Ende des Spiels den Pokal in die Höhe recken zu können. "Wir haben schließlich noch etwas gutzumachen", so Theisen, dem das letztjährige Finalspiel mit der 0:6-Pleite gegen Altenberg noch im Magen liegt. Gerne hätte man mehr Zuschauer beim diesjährigen Endspiel dabei gehabt, "aber auch so sind alle Spieler absolut motiviert".

 

"Wir sind Favorit, das wissen wir, und damit können wir auch umgehen", ist Theisen selbstbewusst. Dieses Selbstvertrauen auf den Platz zu bringen, das Spiel sehr ernst und den Gegner nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, darauf kommt es  für den ungeschlagenen Landesliga-Spitzenreiter seiner Meinung nach an. Auch das Defensivspiel des SVE habe sich inzwischen stabilisiert, was man bereits im vergangenen Ligaspiel beim 5:1-Sieg gegen Merten gesehen habe. "Die Viererkette hat sich da bewährt", so Theisen. Wenn in den kommenden Wochen kein Training und Spielbetrieb mehr möglich seien, werde Trainer Keseroglu entsprechende "Hausaufgaben" an seine Spieler verteilen. Ziel sei es, "dass wir topfit sind, wenn es wieder losgeht".   

 

 

Spiel um Platz drei

 

VfR Wipperfürth – RS 19 Waldbröl (Samstag, 14 Uhr).

 

„Unser Ziel ist der FVM-Pokal“, macht VfR-Coach Giovanni Bernardo klar, wo die Reise im kleinen Finale gegen den B-Ligisten aus Waldbröl hingehen soll. „Alles andere wäre gelogen.“ Der A-Ligist hatte im Halbfinale gegen den Landesligisten SV Eintracht Hohkeppel nur knapp mit 0:2 das Nachsehen. „Das Spiel hat Spaß und meine junge Mannschaft hungrig auf den nächsten Schritt gemacht. Wir wollen unbedingt gewinnen. Der dritte Platz wäre eine Riesenerfolg für uns“, so Bernardo weiter.

 

Trotz des Klassenunterschieds rechnet der Trainer mit einem Spiel auf Augenhöhe. Personell bewegen sich die Kicker der Hansestadt immer noch am Existenzminimum. Lediglich elf Feldspieler und zwei Torleute sind derzeit einsatzbereit. Daher wird der Kader wohl mit Kickern aus der Reserve aufgefüllt. „Wir werden eine schlagkräftige Truppe aufbieten“, ist Bernardo zuversichtlich.

 

Bei den Mannen von der Maibuche ist in der Meisterschaft zuletzt etwas Sand ins Getriebe gekommen, im Nachholspiel gegen den BSV Bielstein setzte es am Dienstagabend die erste Niederlage der Saison - beim 1:5 zeigte der RS 19 eine schwache Leistung. Ob die Waldbröler am Samstag in der Lage sind, wieder ihr anderes Gesicht zu zeigen? Im Pokal kegelte man den gegenwärtigen Kreisliga A-Spitzenreiter Blau-Weiß Biesfeld und Vorjahressieger SV Altenberg raus. „Es ist ein anderer Wettbewerb und ich hoffe, dass wir dort an unsere guten Leistungen aus der bisherigen Runde anknüpfen können“, sagt der sportliche Leiter Thomas Engelbert.

 

Die Rasensportler bangen um Marian Lorenz und Julian Soest. Die beiden Stammkräfte haben die Bielstein-Partie nicht ohne Blessuren überstanden. Ansonsten kann Coach Oliver Rempel aus dem Vollen schöpfen. Engelbert: „Wir können ohne Druck in das Spiel gegen Wipperfürth gehen. Sicherlich hängt es auch etwas davon ab, ob unsere angeschlagenen Spieler bis Samstag wieder fit werden.“ Sollte nach Ablauf der regulären Spielzeit kein Sieger feststehen, wird direkt ein Elfmeterschießen durchgeführt.   

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