FUSSBALL

Endlich am Ziel: Yorganci schießt Wipperfürth in die Bezirksliga

jlo, db, hp, thg, lo; 19.05.2026, 23:25 Uhr
Fotos: Dietmar Scherbaum --- Grenzenlose Freude bei den Fußballern des VfR Wipperfürth, die Richtung Bezirksliga fliegen.
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Endlich am Ziel: Yorganci schießt Wipperfürth in die Bezirksliga

jlo, db, hp, thg, lo; 19.05.2026, 23:25 Uhr
Oberberg - Der VfR Wipperfürth besiegt im Topspiel den TuS Homburg-Bröltal mit 4:1 und sichert sich das Bezirksliga-Ticket - Lindlar fehlt nach Erfolg in Wiehl nur noch ein Zähler zum Aufstieg - Immekeppel und Süng punkten im Keller dreifach - Marienhagen schlägt Klaswipper deutlich - RS 19 stoppt Niederlagenserie (AKTUALISIERT).

Endlich am Ziel: Der VfR Wipperfürth kehrt nach neun Jahren in die Bezirksliga zurück. Nach dem heutigen 4:1-Sieg gegen den TuS Homburg-Bröltal ist den Hansestädtern der Aufstieg nicht mehr zu nehmen. Selbst für den höchst unwahrscheinlichen Fall, dass sie noch auf Platz zwei zurückfallen sollten, wäre ihnen aufgrund der hervorragenden Punkteausbeute das Ticket für die nächsthöhere Spielklasse über die Quotientenwertung der besten Kreisliga A-Vizemeister nicht mehr zu nehmen.

 

[Der Architekt des Erfolgs: Giovanni Bernardo freut sich mit seinen Spielern.]

 

Nicht nur die Freude war groß nach dem Abpfiff, sondern auch die Erleichterung. In der Vergangenheit waren die Wipperfürther mehrfach knapp gescheitert, zuletzt 2025 auf dramatische Weise, als man am letzten Spieltag das „Aufstiegsendspiel“ gegen den SV Frielingsdorf verlor und den Konkurrenten an sich vorbeiziehen lassen musste. „Die Mannschaft hat  in den letzten Jahren viel Sch… fressen müssen, hatte immer tolle Presse, hat aber nie etwas in den Händen gehalten. Doch diese Saison haben wir alles gewonnen, auch in Lindlar und in Bröltal. Spätestens nach dem Sieg gegen Lindlar haben wir selbst daran geglaubt. Die Jungs sind in einen Lauf gekommen, waren so stabil in den letzten Wochen. Ich habe zwar immer gemeckert, aber das haben sie echt mega gemacht“, sang der gelöste Bernardo, der schon kurz vor dem Schlusspfiff die ersten lauten Jubelschreie gen Abendhimmel geschickt hatte, ein Loblied auf seine Schützlinge.    

 

In der nächsten Spielzeit wird er nicht mehr auf der Kommandobrücke stehen. Bernardo hatte bereits im vergangenen Dezember angekündigt, nach sechs Jahren als Chefcoach aufzuhören. Der immense berufliche Aufwand – sein Hauptarbeitsplatz ist die österreichische Hauptstadt Wien – gab den Ausschlag für die Entscheidung. Sein Nachfolger wird „Trainerdino“ Norbert Scheider, der den VfR bereits von 2000 bis 2018 trainiert und die erfolgreiche Ära in der Bezirks- und Landesliga entscheidend mitgeprägt hatte. Aktuell ist der A-Lizenz-Inhaber als Assistenzcoach von Bernardo tätig – und war bei den ersten Feierlichkeiten auf dem Grötzenberg mittendrin.      

 

Für eine große Party hatten die Wipperfürther im Vorfeld der heutigen Partie nichts geplant, da war Bernardo abergläubisch. „Wir haben keine Shirts oder so vorbereitet. Aber wir haben schon gesagt: Hier in Bröltal benehmen wir uns, in unserem Vereinsheim nicht“, dürfte die heutige Spontan-Sause an den heimischen Ohler Wiesen ziemlich ausgelassen werden.    

 

TuS Homburg-Bröltal – VfR Wipperfürth 1:4 (1:2).

 

[Die Wipperfürther Anhänger hatten auch ein paar Pyros mitgebracht.]

 

Die Punkte frei Haus liefern wollte der Tabellendritte dem Spitzenreiter nicht, zumal die Bröltaler mit einem Auge noch auf die Vizemeisterschaft schielten. So erwischte der THB gegen etwas nervös wirkende Gäste den besseren Start. Jan Mortsiefer scheiterte aus spitzem Winkel an Keeper Phil Schmidt (13.), ehe Faruk Tokay mit einer Monstergrätsche vor dem einschussbereiten Mortsiefer rettete (16.). Bei der anschließenden Ecke klärte Wael Majouj einen Kopfball von Nils Rohlender von der Linie, den zweiten Versuch Rohlenders kratzte Schmidt aus dem unteren Eck.

 

Nachdem die Wipperfürther vehement, aber vergeblich einen Handelfmeter gefordert hatten (25.), knallte Luis Zapp einen Freistoß aus 17 Metern in den Knick – 0:1. Nun kam die VfR-Offensivabteilung ins Rollen: Joshua Hassel parierte eine Zapp-Direktabnahme (33.) und behielt auch im Eins-gegen-Eins gegen Sam Kirschsieper die Oberhand (35.). Im Gegenzug verpasste Niklas Ott eine scharfe Hereingabe um Zentimeter, wiederum nur eine Minute später erhöhte Raul Yorganci nach einem Konter auf 0:2.

 

Kurz vor der Pause leistete sich Majouj im Strafraum einen Zupfer gegen Mortsiefer und der Schiri zeigte auf den Punkt. Der Gefoulte trat selbst an und verkürzte auf 1:2. Doch der Primus ließ sich durch das Anschlusstor nicht verunsichern, spielte in der zweiten Halbzeit wie ein abgezockter Champion, während bei den Bröltalern offensiv nichts mehr zusammenlief. Kirschsieper und Yorganci kombinierten sich locker zum 1:3. Mit der Pike stellte Yorganci sogar auf 1:4, nachdem Kirschsieper am einmal mehr glänzend reagierenden Hassel gescheitert war.

 

[2017 war der VfR Wipperfürth aus der Bezirksliga abgestiegen, nun gibt es die triumphale Rückkehr.]

 

Der Rest wurde zum Schaulaufen für die Bernardo-Elf, die durch Zapp sogar noch hätte nachlegen können. Abermals bildete Hassel die Endstation (89.). Für den VfR war es der 13. Erfolg im 13. Rückrundenspiel – eine meisterlich-makellose Bilanz.  

 

Bröltals Trainer Nils Labitzke gratulierte dem Gegner anschließend zum Triumph. „Ich gönne den Wipperfürthern den Aufstieg, mir wäre nur lieber gewesen, wenn sie es nicht heute hier bei uns geschafft hätten. Aber sie waren besser als wir, vor allen Dingen mit ihren schnellen Leuten vorne. Am Ende konnten wir froh sein, dass Joshi noch so viel gehalten hat. Die erste Hälfte war ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten. Das Spiel haben wir in der zweiten Halbzeit verloren."

 

Tore

0:1 Luis Zapp (29. Freistoß), 0:2 Raul Yorganci (36.), 1:2 Jan Mortsiefer (44. Foulelfmeter), 1:3 Raul Yorganci (62.), 1:4 Raul Yorganci (75.).                         

 

[Nach dem Schlusspfiff gab es bei den Gästen kein Halten mehr.]

 

FV Wiehl II – TuS Lindlar 1:5 (0:2).

 

Die Wiehler Reserve bleibt nach der deutlichen Pleite gegen den Tabellenzweiten am Tabellenende hängen. Die Mannschaft von Trainer Michael Börger lag nach noch nicht einmal einer Viertelstunde bereits mit 0:2 im Hintertreffen. David Förster und Marc Bruch zeigten sich effektiv, ehe der TuS in den Schlafwagenmodus umschaltete. „Nach den beiden Toren ist es bis zur Pause nur so dahingeplätschert“, hätte sich TuS-Coach Arlind Oseku mehr Schwung gewünscht. Der kam erst nach der Pause wieder - und dem Anschlusstreffer von Wiehls Luan Melzig. Allerdings blieb dieses Tor ein Muster ohne Wert. Auch weil der Gast aus Lindlar den erwachseneren Fußball spielte. Erneut Förster und Tim Lamers, der ebenfalls einen Doppelpack schnürte, machten es am Ende deutlich. „Lindlar war uns in allen Belangen überlegen. Wir hatten heute keine Chance“, musste Börger die neuerliche Pleite erst einmal verdauen. Dem TuS fehlt in der Quotientenwertung der besten Kreisliga A-Zweiten jetzt nur noch ein Zähler, um neben Wipperfürth den Aufstieg feiern zu können.

 

Tore

0:1 David Förster (7.), 0:2 Marc Bruch (12. David Förster), 1:2 Luan Melzig (46.), 1:3 David Förster (61. Marc Bruch), 1:4 Tim Lamers (70.), 1:5 Tim Lamers (87.).

 

[Jan Mortsiefer lieferte sich auch mit Faruk Tokay (re.) intensive Duelle.]

 

SSV Bergneustadt – TuS Immekeppel 1:2 (1:1).

 

Nicht nur Süng hat im Tabellenkeller geliefert, auch der TuS Immekeppel hievte drei wichtige Zähler auf das Punktekonto. Die Gäste waren aus Personalnot bereits mit drei Mann aus der Reserve angereist und verloren dann im ersten Durchgang noch Yves Sauer und André Jenner verletzungsbedingt. „Was die Mannschaft heute geleistet hat, war einfach herausragend“, platzte TuS-Trainerin Helen Alfes vor Stolz. Thomas Schwamborn, eigentlich Torhüter der TuS-Reserve, verdiente sich mit einigen „Weltklasseparaden“ ein Sonderlob von beiden Trainern. „Der war bärenstark und Immekeppel hat sich heute in jeden Ball reingeworfen“, war Bergneustadts Trainer Marcel Walker von der Leistung der Gäste sehr angetan. „Sie wollten es heute mehr und haben den Sieg unterm Strich auch verdient." Peter Majoros für Immekeppel und Samir Pllana für Bergneustadt hatten für den Pausenstand gesorgt. Niklas Buß, ebenfalls Spieler der 2. Mannschaft, traf in der 90. Minute zum Sieg. „Dafür hat es sich gelohnt“, freute sich Alfes, die sich unmittelbar nach der Partie ins Auto setzte, um morgen früh einen beruflichen Termin in München wahrzunehmen.

 

Tore 

0:1 Peter Majoros (5.), 1:1 Samir Pllana (38.), 1:2 Niklas Buß (90.).

 

[Niklas Ott im Zweikampf mit Patrick Schmidt.]

 

SV Altenberg – Blau-Weiß Biesfeld 4:0 (1:0).

 

Die Fußballer des SV Altenberg gingen mit drei Siegen im Rücken in das

Duell mit Biesfeld und behielten auch hier die Oberhand. Trainer Ingo

Oedelshoff sprach von einem verdienten Sieg, gab aber auch zu, dass die

Hausherren beim Handelfmeter zur 1:0-Führung etwas Glück hatten: „Wenn der Elfmeter gegen uns gepfiffen wird, hätten wir uns auch beschwert.“ Auf der anderen Seite war Trainer Maurice Velten nicht nur aufgrund dieser Szene gar nicht gut auf das Schiedsrichtergespann zu sprechen: „Bodenlos, was die drei Damen und Herren sich hier heute zusammengepfiffen haben. Ich empfehle dringend Regelkunde.“ Nach dem zweiten Tor für Altenberg, ebenfalls per Handelfmeter, bäumten sich die Gäste noch einmal etwas auf, unter dem Strich feierte Altenberg aber einen verdienten Erfolg.

 

Tore

1:0 Louis Djaiz (31. Handelfmeter), 2:0 Martin Vogler (54. Handelfmeter),

3:0 Friso Bratzel (68.), 4:0 Anton Otter (90.).

 

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SSV Süng – BSV Bielstein 3:1 (2:1).

 

[Sam Kirschsieper war in der zweiten Halbzeit kaum noch zu stoppen.]

 

„Nach der tollen Leistung von Sonntag war das heute eine absolute Leistungsverweigerung“, haderte Bielsteins sportlicher Leiter Björn Schumacher mit der Vorstellung seiner Mannschaft. Selbst der nun sicher eingetütete Ligaverbleib vermochte ihn nicht zu beruhigen. „Man konnte heute genau erkennenm wer wollte“, lobte er dagegen den Gegner. Süng brachte alle Tribute auf die Kunstwiese, die es im Kampf umd den Klassenerhalt braucht. „Die Einstellung meiner Jungs war einfach super“, freute sich Süngs Interimscoach Bastian Taterra über den Dreier. Marc-Mourice van Mörs, Leonard Klug und Tobias Spiegel trafen zum wichtigen Erfolg. Bastian Buik konnte das Ergebnis lediglich freundlicher gestalten. „Jetzt brauchen wir noch sechs Punkte aus den letzten beiden Spielen“, rechnete Taterra seiner Mannschaft schon einmal vor.

 

Tore

1:0 Marc-Mourice van Mörs (7.), 1:1 Bastian Buik (28.), 2:1 Leonard Klug (36.). 3:1 Tobias Spiegel (75.).

 

[Raul Yorganci war mit einem Dreierpack der Matchwinner für den VfR.]

 

SSV Homburg-Nümbrecht II – RS 19 Waldbröl 1:3 (1:2).

 

Mit dem Sieg im Südkreisderby zog Waldbröl in der Tabelle an den Gastgebern vorbei und wird die Saison wohl im einstelligen Bereich beenden. Die Partie ging munter los und Marc Engelbert, selbst mal in Nümbrecht aktiv, markierte schon nach neun Minuten die Gästeführung. „Durch einen Bock fangen wir uns das 0:1, lassen Marc Engelbert auch noch aus 25 Metern zum Abschluss kommen und der schießt den Ball genau in den Knick. Wir haben alles versucht und waren in der zweiten Halbzeit klar spielbestimmend, aber uns ist halt kein Abschluss mehr gelungen“, erklärte SSV-Trainer Fabian Reitmeister.

 

Keine fünf Minuten nach dem 0:1 war der SSV-Reserve durch Youngster Phil Loyek der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen, doch Marc Engelbert brachte Waldbröl mit einem sehenswerten Distanzschuss erneut in Front. Kurz vor dem Ende machte dann Samuel Protz aus RS 19-Sicht den Deckel drauf. „Für uns war es nach den fünf Niederlagen in Folge wichtig, dass wir nochmal einen Sieg holen. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, ein leichtes Plus für uns in Halbzeit eins und nach der Pause war der SSV am Drücker“, schilderte Gästecoach Oliver Rempel und fügte an: „Den Sieg widmen wir dem am letzten Spieltag schwerer verletzten Torben Wirtz. Dafür hat die Mannschaft heute alles gegeben“, so Rempel.

 

Tore

0:1 Marc Engelbert (9.), 1:1 Phil Loyek (14.), 1:2 Marc Engelbert (21.),1:3 Samuel Protz (85.). 

 

 

FC Bensberg – Union Rösrath 3:3 (2:1).

[Luis Zapp gewinnt den Luftzweikampf gegen Bastian Sellau.]

 

In einem offenen Schlagabtausch trennten sich beide Mannschaften am Ende mit einem für die Zuschauer sehenswerten 3:3-Unentschieden. Die Hausherren gingen mit einer knappen 2:1-Führung in die Halbzeit. Aus Sicht von Trainer Gabor Uhrmann zu diesem Zeitpunkt auch nicht unverdient. „In der ersten Halbzeit habe ich uns als etwas besser empfunden.“ Nach dem Seitenwechsel wendeten die Gäste durch einen Doppelschlag von Gian-Luca Schröder, der auch schon den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer erzielt hatte, zunächst das Blatt. Uhrmann: „Rösrath hat eine brutale Qualität und hat das gut gemacht.“ Kurz vor Schluss traf dann aber der eingewechselte Bozo Sucic doch noch zum Ausgleich. Rösraths Trainer Sascha Brandenburg sagte: „In der zweiten Halbzeit waren wir die aktivere Mannschaft. Ich kann mit dem Ergebnis am Ende leben.“

Tore
1:0 Timo Busch (8.), 1:1 Gian-Luca Schröder (13.), 2:1 Christopher Kovacs
(30.), 2:2 Gian-Luca Schröder (65.), 2:3 Gian-Luca Schröder (66.), 3:3
Bozo Sucic (89.).

Besondere Vorkommnisse
Rot gegen den Bensberger Gurur Özden (87.)
Gelb-Rot gegen den Rösrather Fynn Jennebach (87.).

 

 

VfR Marienhagen – TV Klaswipper 4:0 (1:0).

 

Die Gastgeber haben nach der ärgerlichen Niederlage in Bielstein zurück in die Spur gefunden. „Nach dem grausigen Spiel am vergangenen Sonntag haben wir 20 Minuten gebraucht, um ins Spiel zu kommen“, berichtete Marienhagens Trainer Ingo Kippels, dessen Elf zunächst mit einem Lattentreffer von Fynn Herhaus scheiterte, aber durch einen Freistoß von Philipp Sulzer vor der Pause doch noch in Führung ging. Nach dem Seitenwechsel sorgte Frederik Schlütter per Eigentor für das 2:0, Christian Prinz schraubte das Ergebnis mit einem Doppelpack in die Höhe.  „In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel noch lange ausgeglichen gestaltet, aber nach dem Eigentor in der zweiten Halbzeit waren wir so gut wie tot“, bilanzierte Klaswippers Coach Marvin Briem.

 

Tore

1:0 Philipp Sulzer (31.), 2:0 Frederik Schlütter (51. Eigentor), 3:0 Christian Prinz (54.), 4:0 Christian Prinz (65.).

 

Tabelle und Ergebnisse Kreisliga A

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