FUSSBALL
Das dickste Brett gleich zum Saisonstart
Oberberg - Der FV Wiehl startet gegen den Aufstiegsfavoriten FV Bonn-Endenich in die neue Landesligaspielzeit - Dem SV Schönenbach und dem SSV Homburg-Nümbrecht stecken noch die Auswirkungen des Kreispokalspiels in den Gliedern.
Vorschau Landesliga (1. Spieltag)
FV Wiehl - FV Bonn-Endenich (Sonntag, 15:15 Uhr).
Es fehlen: Jordy Schurzmann, Paul Neuendorff, Marc Can Fotue Kamga, Toni Skoro, Justus Dabringhausen, Rene Gailowitz.
Zum Spiel: Gleich am ersten Spieltag steht der FV Wiehl vor der wohl größten sportlichen Hürde in dieser Saison. Der FV Bonn-Endenich macht seine Aufwartung und strebt mit Macht zurück in die Mittelrheinliga. Zu diesem Zweck wurde das schwarz-gelbe Ensemble mit unzähligen höherklassig erfahrenen Fußballern verstärkt. Unter anderem kamen Adis Omerbasic, Markus Wipperfürth und Robin Bird vom Regionalligisten Bonner SC. Zuletzt standen die Endenicher wegen der Verpflichtung des 35-jährigen Ex-Profis Peniel Mlapa in den Schlagzeilen.
„Endenich ist sicherlich das dickste Brett, was es in dieser Liga zu bohren gilt“, macht sich der Wiehler Coach Sascha Mühlmann nichts vor. Klar spekuliert er darauf, dass die Gäste nach dem personellen Schnitt im Sommer zum Saisonauftakt noch nicht eingespielt sind. „Wir müssen über 90 Minuten dagegenhalten und dann gucken wir, was Endenich uns anbietet und wie gefestigt sie schon sind“, erklärt Mühlmann.
Die Sommervorbereitung lief bei den Hausherren besser als im Vorjahr. Höhepunkt war der Gewinn des Sparkassen-Cups, wo man die Siegesserie des Lokalrivalen aus Nümbrecht brechen konnte. Als negativer Ausreißer erwies sich die Leistung beim FVM-Pokalaus gegen den Bezirksligisten Fortuna Bonn am vergangenen Wochenende. Die Wiehler verloren verdient mit 0:2, entwickelten in den 90 Minuten keinerlei Durchschlagskraft.
Vor diesem Hintergrund ist die Partie gegen Endenich zugleich auch die einfachste, denn: „Wir haben nichts zu verlieren. Jeder geht davon aus, dass wir gegen den Topfavoriten mit null Punkten starten“, so Mühlmann. Doch die Hoffnung auf einen unerwarteten Coup seiner Mannschaft ist vorhanden. „Dafür müssen die Jungs griffiger sein und sich mehr an den Matchplan halten. Wenn uns das gelingt, sind wir in keinem Spiel chancenlos“, erklärt der Coach. (lo)
SV Schönenbach – FV Bad Honnef (Sonntag, 16:30 Uhr).
Es fehlen: Niels Smuda, Elham Isakoski.
Einsatz fraglich: Sven Wurm.
Zum Spiel: Für die Schönenbacher ist nach dem Pokalaus am Mittwochabend gegen den SSV Nümbrecht Wunden lecken angesagt. 1:3 verlor das Team von Trainer Torsten Reisewitz in einer intensiven und von beiden Seiten teils ruppig geführten Begegnung und kassierte dabei zwei Platzverweise. „Das Spiel ist abgehakt. Wir müssen nach vorne gucken“, will Reisewitz sich nicht weiter mit dem Pokalkampf befassen. „Ein positiver Nebeneffekt ist, dass wir jetzt wissen, dass wir, auch in Unterzahl, 90 Minuten rennen können.“ Mehr als negativ ist die Verletzung von Niels Smuda. Eine Diagnose steht zwar noch aus, befürchtet wird jedoch ein Kreuzbandriss.
Die Schönenbacher gehen also bereits angeschlagen in den Saisonauftakt. Reisewitz ist sich sicher, dass die Aufgabe gegen Bad Honnef noch schwieriger werde als gegen Nümbrecht. „Das wird für uns ein Brett. Die defensive Stabilität muss stimmen. Honnef hat eine überragende Offensive. Für mich gehören die in diesem Jahr zu den Top-Drei Teams der Liga“, so der Coach. Gegen den SSV haben man in der Abwehr gut gestanden. „Wir haben gegen den Ball vieles richtig gemacht und in der ersten Halbzeit nur eineinhalb Torchancen zugelassen. Dafür, dass die Nümbrechter mit ihrer Startelf schon lange zusammenspielen und wir in den vergangenen Wochen kaum Möglichkeiten hatten uns einzuspielen, haben bei uns schon viele Rädchen gut ineinandergegriffen.“
Ungewöhnlich ist die Anstoßzeit um 16:30 Uhr. Die ist einer Veranstaltung im Umfeld geschuldet. Bei der „Treckerparty im Büsch“ findet ein Wettbewerb im Traktor-Pulling statt. Beworben wird das Spektakel als „das lauteste Wochenende im Bergischen Land“. „Laut zu sein hat uns gegen Nümbrecht gefehlt. Vielleicht tut es uns gut, dass es auf dem Platz etwas lauter wird. Gegen Nümbrecht haben wir uns nämlich ziemlich den Schneid abkaufen lassen.“ (thg)
SV Deutz 05 – SSV Homburg-Nümbrecht (Sonntag, 15:15 Uhr).
Es fehlen: Sebastian Ramspott, Niklas Goße, Tom Hillenbach.
Zum Spiel: Die Nümbrechter haben den Pokalfight am Mittwochabend im Gegensatz zu den Schönenbachern weitgehend unbeschadet überstanden. „Das Spiel war sehr intensiv. Wir haben extra die Jungs spielen lassen, die zweikampfstärker sind und das war die richtige Entscheidung. Es war ein tolles Spiel von uns. Ich hätte nicht gedacht, dass wir das nach der schwierigen Vorbereitung so hinkriegen“, zeigt sich SSV-Trainer Marcus Voike begeistert. Am Sonntag steht gleich der nächste Landesligaaufsteiger im Spielplan. Allerdings dürfte zu erwarten sein, dass es deutlich weniger emotional zu Werke gehen wird, als noch im Lokalkampf gegen Schönenbach.
Die Partie in Deutz ist der Auftakt einer Flut von Auswärtsspielen, die die Nümbrechter zu überstehen haben, ehe die heimische Platzanlage endlich fertiggestellt sein wird. Voraussichtlich bis Mitte Oktober wird die Nümbrechter Arena nicht zu bespielen sein. „Das wird wieder eine harte Saison für uns. Ich hoffe, dass wir die Euphorie der drei Siege, die wir in der vergangenen Woche erreicht haben, mitnehmen können. Mal sehen, wie die Jungs sich am Freitag fühlen und wer für das Spiel in Deutz fit ist“, so Voike, der sich angesichts des eng getakteten Spielplans noch nicht mit dem nächsten Gegner beschäftigt hat.
Voike hat für den Saisonauftakt eine bescheidene Zielsetzung ausgegeben. „Ich hoffe natürlich, dass wir die drei Punkte holen, aber wenn wir etwas Zählbares mitnehmen, dann können wir schon zufrieden sein. Man muss bedenken, dass wir in den vergangenen zwei Wochen nur zweimal auf einem Fußballplatz trainiert haben. Das Problem wird uns noch die nächsten Monate begleiten.“ (thg)