FUSSBALL

Interne Lösung als Antwort auf den „Schock“

lo; 13.01.2026, 17:20 Uhr
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Interne Lösung als Antwort auf den „Schock“

lo; 13.01.2026, 17:20 Uhr
Nümbrecht - Nils Labitzke wird sein Engagement als Trainer des Kreisliga A-Tabellenführers TuS Homburg-Bröltal im Sommer beenden und eine Pause einlegen - Der aktuelle Coach der Frauenmannschaft, Mats Bollmann, tritt die Nachfolge an - Bastian Sellau bleibt als Spieler an Bord.

Beim Spitzenreiter der Kreisliga A, TuS Homburg-Bröltal, kommt es im Sommer zu einem Trainerwechsel. Mats Bollmann, aktueller Coach der Mittelrheinliga-Frauenmannschaft des THB, beerbt Nils Labitzke, der nach der Saison eine Pause einlegen wird. Dies bestätigte der sportliche Leiter Frank Sellau auf Nachfrage von OA. Bollmann wird die Geschicke beim Seniorenteam zusammen mit Maximilian Müller, Assistenzcoach bei den Frauen, leiten. Der spielende Co-Trainer der 1. Mannschaft, Bastian Sellau, bleibt dem Klub erhalten, macht aber ausschließlich als Spieler weiter.

 

[Foto: Dietmar Scherbaum --- Mats Bollmann wird im Sommer neuer Trainer der 1. Herrenmannschaft in Bröltal.]

 

Dass die beiden ihre Posten nach der laufenden Spielzeit zur Verfügung stellen werden, hatten sie bereits nach dem letzten Hinrundenspiel im Dezember verkündet, wie Frank Sellau erklärt. „Der Schock war natürlich erstmal groß“, hatte man nach Angaben des sportlichen Leiters nicht mit einer solchen Nachricht gerechnet.

 

Der Verein begann sofort mit der Suche nach einem Nachfolger, was sich jedoch laut Sellau schwierig gestaltete. Wenig später gab’s eine weitere Hiobsbotschaft zu verdauen, als Bollmann den Vorstand darüber unterrichtete, dass er das Traineramt bei der Frauenmannschaft nach dem Ende der Saison aus zeitlichen Gründen abzugeben gedenkt.

 

„Ich kann das absolut nachvollziehen, denn in der Mittelrheinliga zu trainieren, ist ein Riesenaufwand, allein von den Auswärtsfahrten her“, betont Sellau. Nachdem Bollmann seinen Entschluss - der schon vor der Entscheidung von Labitzke und Sellau feststand - mitgeteilt hatte, war aufseiten der THB-Verantwortlichen guter Rat teuer, schließlich galt es plötzlich, zwei sich abzeichnende Vakanzen zu klären. Mit der Idee, bei Bollmann wegen eines Engagements bei den Herren vorzufühlen, wurde die vertrackte Situation gelöst.

 

[Foto: Björn Loos --- Nils Labitzke legt nach der Saison eine Pause als Trainer ein.]

 

„Mats ist jetzt seit anderthalb Jahren bei uns und arbeitet unwahrscheinlich akribisch. Es lag daher nahe, ihn zu fragen, und er hat auch direkt gesagt, dass er sich das vorstellen kann. Ich glaube, dass er menschlich sehr gut zu der Truppe passt. Natürlich werden sich unter ihm ein paar Dinge ändern, aber er wird nicht alles komplett umschmeißen. Wir sind sehr froh, dass er im Sommer unsere 1. Mannschaft als Trainer übernimmt“, sagt Sellau. Momentan werden hinsichtlich der kommenden Saison die Spielergespräche geführt. „Da sieht es ebenfalls gut aus“, lässt der Bröltaler Sportchef durchblicken.

 

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Bollmann freut sich auf die künftige Herausforderung. „Ich bin dankbar, dass der Verein mir das Vertrauen schenkt. Die Mannschaft ist sehr homogen und ehrgeizig und trägt viel Potenzial in sich. Man kann erkennen, dass Nils und Basti einen Riesenjob abgeliefert haben“, meint der Übungsleiter, der sich bis zur „Übergabe“ in einem halben Jahr mit voller Kraft der Arbeit bei der Frauenmannschaft widmen will. „Es ist mir super schwergefallen, den Mädels zu sagen, dass ich nach der Saison nicht weitermachen werde, denn die Aufgabe macht mir unfassbar viel Spaß. Ich wollte mich allerdings regionaler orientieren, weil der Zeitaufwand in der Frauen-Mittelrheinliga für mich einfach zu hoch ist.“

 

[Foto: Björn Loos --- Bastian Sellau bleibt dem Verein als Spieler erhalten.]

 

Das Ziel ist der erneute Klassenerhalt in der höchsten Verbandsspielklasse. „Das werden wir auch schaffen, wenn die Mannschaft weiterhin so als Team auftritt wie bisher“, ist Bollmann überzeugt. Die „männliche Zunft“ will derweil die Spitzenposition in der bergischen Beletage so lange wie möglich verteidigen. Im Gegensatz zu den Konkurrenten können die Bröltaler, die in der Hinserie 13 von 15 Spielen gewonnen haben, befreit aufspielen. Der Aufstieg war weder Vorgabe noch ist er ein Muss.

 

Nils Labitzke arbeitet seit elf Jahren als Trainer in Bröltal. Nach drei Jahren als Reservecoach rückte er anschließend zur Erstvertretung auf und führte diese zusammen mit Bastian Sellau in die Kreisliga A. „Es gibt kein böses Blut oder irgendwelche Querelen. Für mich ist an der Zeit, eine Pause einzulegen, und vielleicht tut es der Mannschaft auch ganz gut, mal ein frisches Gesicht zu sehen“, erläutert Labitzke, der sich erfolgreich verabschieden möchte, die Lage jedoch realistisch einzuschätzen vermag. „Zurzeit stehen wir wie Persil am Himmel. Wir wissen aber, dass es eine Momentaufnahme ist und wir in der Hinrunde etwas überperformt haben. Unabhängig davon wollen wir versuchen, eine geile Rückrunde zu spielen.“

 

Wer auf Bollmann als Frauentrainer folgen wird, steht noch nicht fest. Hier will der Verein möglichst zeitnah eine Lösung präsentieren.

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