FUSSBALL

Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle bleiben im FVM die Ausnahme

Red; 17.09.2025, 12:55 Uhr
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Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle bleiben im FVM die Ausnahme

Red; 17.09.2025, 12:55 Uhr
Oberberg - DFB veröffentlichte zum elften Mal das „Lagebild Amateurfußball“ - FVM blickt auf die Statistiken am Mittelrhein – Stopp-Konzept hat sich nach Einschätzung des Verbands bewährt.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) veröffentlichte das 11. „Lagebild Amateurfußball". Seit der Saison 2014/15 lässt der DFB auf Grundlage des Spielberichts der Schiedsrichter jährlich ermitteln, wie es mit Blick auf Gewalt und Diskriminierung um die Lage des Amateurfußballs in Deutschland bestellt ist.

 

Ronny Zimmermann, 1. DFB-Vizepräsident Amateure und Leiter der AG Gewaltprävention, erklärt: „Die Richtung stimmt, die Anzahl der Vorfälle sinkt weiterhin, leider nur in kleinen Schritten. Deshalb dürfen wir alle im Fußball in unserem Wirken nicht nachlassen, um für einen respektvollen und freundlichen Umgang auf und neben dem Platz zu sorgen. Es bleibt dabei, jeder einzelne Vorfall ist einer zu viel. Wir möchten alle aufrufen, auch künftig Vorfälle zu melden, gerade bei Diskriminierungen.“

 

Im Gebiet des Fußballverbandes Mittelrhein haben in der vergangenen Saison über 62.000 Spiele stattgefunden. Aus der Saisonauswertung geht hervor, dass in diesem Zeitraum bei rund 360 Spielen ein Störungs- oder Diskriminierungsfall erfasst wurde. Das entspricht einer Quote von 0,59 Prozent. In 78 Fällen hat dies in Spielen am Mittelrhein zu einem Spielabbruch geführt.

 

Zur Auswertung

 

Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle werden im offiziellen Spielbericht über Eintragungen der Schiedsrichter gemeldet. Grundsätzlich kann die Statistik also nur abbilden, was im Spielbericht erfasst und wie eine Meldung abgegeben wurde.   „Wir als Verband bieten unterschiedlichste Maßnahmen zur Aufklärung, Prävention und Sensibilisierung an, um unsere Schiedsrichter*innen weiter dahinzubringen, die Meldung von Gewaltvorfällen auf den Fußballplätzen im Spielbericht vorzunehmen und damit mehr Vorfälle sichtbar zu machen“, erklärt Sandvoß. „Dann haben wir auch die Möglichkeit als Verband aktiv zu werden.”

 

„Die Statistik zeigt, dass sich die Zahl der Vorfälle im FVM-Gebiet auf einem gleichmäßigen Niveau wie in der vergangenen Saison befindet. Gleichwohl bewegt uns aber jeder einzelne Vorfall, denn hinter jedem Vorfall stehen auch Menschen, die unter dem Verhalten anderer Personen zu leiden haben“, erklärt Johanna Sandvoß, Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche Verantwortung, und betont: „Die vorliegenden Daten erlauben lediglich eine quantitative Betrachtung. Aussagen zur Intensität oder zum persönlichen Erleben sind damit nicht verbunden.“

 

„Gleichzeitig darf nicht vergessen werden, dass das, was auf den Fußballplätzen am Mittelrhein passiert, auch in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext zu sehen ist. Menschen kommen mit gewissen Energien und Emotionen auf den Fußballplatz. Die Verantwortung für ein gutes Miteinander tragen wir alle durch unser Verhalten und aktives Eingreifen. Leidenschaft und Emotionen sind erwünscht, Gewalt und Diskriminierung haben auf unseren Plätzen nichts zu suchen.“

 

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Erste Saison mit „Kapitänsregel" und „DFB-STOPP-Konzept“

 

Die abgelaufene Saison 2024/2025 war die erste, in der die Kapitänsregel sowie das DFB-STOPP-Konzept im gesamten deutschen Amateurfußball zur Anwendung gekommen sind. Sie sind als zentrale Maßnahmen zur Gewaltprävention an der Basis angekommen. „Die ersten Ergebnisse sind ermutigend. Die neuen Regelungen funktionieren und haben schon im ersten Jahr dazu beigetragen, das Miteinander auf dem Platz ein Stück zu verbessern und Eskalationen möglichst frühzeitig einzudämmen“, sagt Ronny Zimmermann, der im DFB-Präsidium die Verantwortung für das Schiedsrichterwesen trägt.

 

Auch FVM-Präsident Christos Katzidis befürwortet die Einführung der beiden Maßnahmen: „Mit dem Stopp-Konzept und der Kapitänsregelung haben wir in der vergangenen Saison die nächsten Schritte zur Stärkung des Fair-Play-Gedankens auf den Plätzen am Mittelrhein eingeführt. Beide Konzepte haben das Potenzial deeskalierend zu wirken und nachhaltig faires Verhalten auf den Plätzen zu unterstützen“.

 

Das Stopp-Konzept kam in 443 Spielen zur Anwendung. Über 98 Prozent dieser Spiele konnten regulär und demzufolge ohne einen Spielabbruch beendet werden. Nach nun einer gespielten Saison lässt sich festhalten, dass sowohl das DFB-Stopp-Konzept als auch der Kapitänsdialog flächendeckend umgesetzt werden und bereits eine hohe Akzeptanz bei allen Beteiligten haben.

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