FUSSBALL
Frielingsdorf und Wipperfürth sichern sich Derby-Dreier zum Auftakt
Oberberg - Im Duell der Aufsteiger feiert der VfR in Lindlar einen ungefährdeten Sieg - SVF schlägt die Hohkeppeler Reserve nach Rückstand (AKTUALISIERT).
Eintracht Hohkeppel II – SV Frielingsdorf 1:3 (1:2).
Die Frielingsdorfer haben das erste Derby der neuen Saison klar für sich entschieden. „Wir freuen uns, nach sechs Wochen Vorbereitung den ersten Dreier zu holen und dann auch noch im Gemeindederby gegen Hohkeppel. Das bedeutet allen, glaube ich, sehr viel“, war Frielingsdorfs Trainer Andy Dreiner mehr als zufrieden mit dem Saisonauftakt seiner Mannschaft. In der Auftaktviertelstunde sah man sich auf Frielingsdorfer Seite jedoch großem Druck ausgesetzt. Hohkeppel presste früh und die Gäste hatten zunächst Schwierigkeiten, sich zu befreien.
![]()
[In der Anfangsphase konnte Hohkeppels Trainer Jesse Muambay noch zufrieden sein. Per Elfmeter ging seine Elf in Führung.]
In Minute 16 schlug Hohkeppels Melih Özkan eine Hereingabe, die Frielingsdorfs Fabian Januszewski an die Hand prallte. Die Unparteiische entschied auf Strafstoß, den Noah Becker sicher zur Führung für die Eintracht verwandelte. Anschließend wendete sich das Blatt und die Gäste fanden den Faden. Nach 25 Minuten landete ein Abpraller vor den Füßen von Frielingsdorfs Jonathan Schmidt, dessen Schuss Mustafa Demirbag im letzten Moment vor der Linie rettete. In Minute 32 zeigten sich die Hohkeppeler nach einem Freistoß aus dem Spielfeldzentrum schläfrig, Justin Ufer schaltete am schnellsten und versenkte die Kugel zum Ausgleich. Acht Minuten später bereitete Ufer mit einem Dribbling vor, passte auf Leon Dema, der aus rund 14 Metern wuchtig zum 2:1 abschloss.
![]()
[Frielingsdorfs Coach Andy Dreiner hielt die Spannung seiner Mannschaft hoch. In der Schlussphase hätte der Gegner noch den Anschlusstreffer erzielen können.]
„Wir haben verdient geführt, weil wir gut gegen den Ball gearbeitet haben. Wir hatten gute Chancen und haben mit hohem Tempo den Elfmeter erzwungen. Nach der Pause war das Ziel, mehr Druck auf den Gegner aufzubauen, aber das hat nicht so optimal geklappt“, meinte Hohkeppels Trainer Jesse Muambay, dessen Elf gleich die nächste gefährliche Situation zu überstehen hatte. Nach einem Foul an Dema zirkelte Lorenzo Provenzano den fälligen Freistoß knapp am gegnerischen Tor vorbei (47.). Marvin Cortes setzte später einen Distanzschuss über die Querlatte (66.), ehe die Entscheidung fiel. Wieder war es Justin Ufer, der sich durch die Hohkeppeler Abwehr dribbelte und von der Grundlinie auf Dema zurücklegte. Der ehemalige Hohkeppeler schloss trocken flach ins kurze Eck ab und feierte den Siegtreffer anschließend ausgiebig (70.).
Die Hohkeppeler erhöhten nun das Risiko und wurden mit einer Ecke belohnt. Noah Becker schlug den Ball ins Zentrum, Kenneth Oligon flog aus dem Rückraum heran, doch seinen Kopfball entschärfte Frielingsdorfs Keeper Lukas Borkes per Glanzparade (75.). Lorenzo Provenzano (14.) und Januszewski nach einer Ecke (80.) hatten noch Gelegenheiten, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben. In der letzten Minute scheiterte der eingewechselte Vincent Diewerge noch an Hohkeppels Schlussmann Jan Lenau. „Wir hätten es zum Schluss früher beenden und ein zwei Tore mehr machen müssen. Klar, wenn Hohkeppel dann nach dem Eckball noch das 2:3 macht, dann brennt es hier nochmal und es fliegen lange Bälle in den Sechzehner. Aber dafür haben wir einen Torwart im Tor, der die Bälle hält. Am Ende ist es ein verdienter Sieg für uns. Wir sind glücklich und können den Tag genießen“, kommentierte Frielingsdorfs Coach Dreiner die Endphase des zweiten Durchgangs.
„Der Gegner hat seine beiden Konter in der zweiten Halbzeit reingemacht und damit war das Ergebnis auch verdient. Wir müssen zielstrebiger sein über die Außenpositionen, um da auch erfolgreich zu sein. Wir müssen gucken, dass wir uns deutlich steigern. Bei uns merkt man, dass die Abläufe noch nicht perfekt funktionieren. Daran müssen wir weiter arbeiten und Gas geben“, bilanzierte Eintrachts Trainer Muambay. (thg)
Tore
1:0 Noah Becker (16.), 1:1 Justin Ufer (32.), 1:2 Leon Dema (40.), 1:3 Leon Dema (70.).
Eintracht Hohkeppel II
Jan Lenau; Melih Özkan, Kenneth Eligon (84. Kordian Sicinski), Dave Famakinwa, Mustafa Demirbag, Luka Munetic (59. Nelly Megbe), Taha Taylan (84. Semi Paldir), Noah Becker, Ali Elyaqine (73. Danny Michel), Kaan Gözübüyük (59. Walter Famakinwa), Kai Hense.
SV Frielingsdorf
Lukas Borkes; Fabian Januszewski, Etienne Parmentier, Kevin Ufer, Jonathan Schmidt, Marvin Cortes (90.+1 Maurice Häger), Philipp Schmidt (68. Marvin Bieg), Lorenzo Provenzano, Frederik Orbach, Justin Ufer (84. Jannis Everding), Leon Dema (79. Vincent Diewerge).
TuS Lindlar – VfR Wipperfürth 0:4 (0:1).
Klare Sache für den VfR Wipperfürth im Aufsteiger-Lokal zum Auftakt der Spielzeit: Die Hansestädter feierten im Volksbank-Parkstadion einen ungefährdeten 4:0-Erfolg gegen einen harmlosen und defensiv anfälligen TuS Lindlar. „Ich bin froh, dass wir so gut in die Saison gestartet sind. Der Sieg geht auch in dieser Höhe in Ordnung, die Jungs haben abgeliefert. Wir hätten schon zur Pause deutlicher führen können. In der zweiten Halbzeit haben wir etwas defensiver gestanden und den Gegner gelockt, wobei die Räume schon in der ersten Hälfte da waren. Der Plan, noch mehr über die Außen in Tiefe zu kommen, ist dann auch aufgegangen“, lautete das Fazit von VfR-Trainer Norbert Scheider.
![]()
[Justin Ufer (rechts) steuerte einen Treffer zum Sieg der Frielingsdorfer bei und bereitete noch beide Tore von Leon Dema vor.]
Bereits nach zwei Minuten hatten die Gäste erstmals den Torschrei auf den Lippen, als Luis Zapp den mitgelaufenen Julian Dewald bediente und die TuS-Abwehr in höchster Bedrängnis klären konnte. Auch danach blieb Wipperfürth das spielbestimmende Team: Auf Vorlage von Dewald tankte sich Raul Yorganci an Keeper Simon Schreiner vorbei, doch sein Versuch aus spitzem Winkel ging daneben (7.). Wenig später brach abermals Zapp über links durch, Schreiner lenkte die Hereingabe ins Toraus (11.).
Als es gerade den Anschein hatte, dass Lindlar etwas mehr Kontrolle über das Spiel entwickeln würde, schaltete Wipperfürth nach einem langen Ball schnell um. Kirschsieper blieb im Zweikampf robust und legte quer auf Yorganci, der die Kugel zum 0:1 über die Linie schob. Die von vielen Ausfällen gebeutelten Gastgeber blieben derweil in der Offensive blass. Ein Freistoß von Monty Devern, den Torwart Phil Schmidt ohne größere Mühe wegfischte, bildete die einzig nennenswerte Szene (22.).
Kurz darauf hätte Kirschsieper das 0:2 erzielen müssen, nachdem er Felix Miebach den Ball geklaut hatte, allerdings im Eins-gegen-Eins an Schreiner scheiterte (24.). Nach einer weiteren Kombination von Yorganci und Kirschsieper verhinderte Lukas Dappen im letzten Moment einen Einschlag (28.). In der letzten Viertelstunde vor der Pause bekamen die Zuschauer schwer verdauliche Derbykost geboten. Wipperfürth leistete sich zu viele Ungenauigkeiten. Lindlar war im letzten Drittel zwar ansatzweise präsenter, an zündenden Ideen mangelte es jedoch gänzlich.
Angesichts des knappen Rückstands waren die Grün-Weißen noch im Spiel. Das sollte sich nach Wiederbeginn aber recht schnell ändern: Yorganci und Kirschsieper begruben mit einem Doppelschlag die Lindlarer Hoffnungen auf einen Heimerfolg zum Saisonauftakt, beide Assists lieferte Julian Dewald über die rechte Seite. „Wir sind eigentlich ganz gut aus der Halbzeit rausgekommen und hatten mehr Ballbesitz. Wipperfürth hat dann mit vielen langen Bällen über die Außen gearbeitet und das haben wir nicht gut verteidigt, weil wir keinen Druck aufgebaut haben, um diese Bälle zu verhindern“, schilderte Marcel Besgen vom TuS-Trainerteam. Insgesamt habe man es zu selten geschafft, eigene Ballbesitzphase zu kreieren. „Und dadurch hatten wir zu wenig Entlastung“, ergänzte Besgen.
Dem eingewechselten Tim Kemmerich gelang nach Vorarbeit von Enrico Meierle das 0:4. Zwischendurch verhinderte Schreiner mit einigen Paraden eine noch deutlichere Niederlage für die Hausherren. (lo)
Tore
0:1 Raul Yorganci (17.), 0:2 Raul Yorganci (58.), 0:3 Sam Kirschsieper (65.), 0:4 Tim Kemmerich (87.).
TuS Lindlar
Simon Schreiner; Lukas Dappen, Simon Kahm, Felix Miebach (83. Anno Tekotte), Gian Luca Wester, Simon Hoffmann, Monty Devern (83. Florian Skrzypczak), Tim Lamers, Kenan Sarvan, Felix Lamers (78. Rinor Latifi), Phillip Stein (67. Niko Schachow).
VfR Wipperfürth
Phil Schmidt; Enrico Meierle, Felix Schymatzek, Faruk Tokay, Eduard Koop (87. Tille Andres), Marlon Burger, Niklas Jung, Luis Zapp (73. Tim Kemmerich), Julian Dewald (87. Henrik Schmitz), Sam Kirschsieper (84. Luca Börsch), Raul Yorganci (76. Maximilian Müller).

BILDERGALERIE