FUSSBALL

Erleichterung auf der Eichhardt: Wiehl macht Ligaverbleib perfekt

thg, lo; 25.05.2026, 19:00 Uhr
Fotos: Dietmar Scherbaum --- Yannik Clemens traf zur Wiehler Führung und dreht nach dem Tor jubelnd ab.
FUSSBALL

Erleichterung auf der Eichhardt: Wiehl macht Ligaverbleib perfekt

thg, lo; 25.05.2026, 19:00 Uhr
Oberberg - Mit dem Heimsieg gegen Flittard bringt der FV Wiehl den Klassenerhalt unter Dach und Fach - Nümbrecht trennt sich von Bad Honnef remis - Die Sparkasse Gummersbach präsentiert die Landesliga (AKTUALISIERT).

FV Wiehl -SpVg. Flittard 3:2 (2:0).

 

Der FV Wiehl ist auch in der nächsten Saison in der Landesliga vertreten. Mit dem 3:2-Erfolg gegen den Drittletzten aus Flittard beseitigte das Team von Coach Sascha Mühlmann die letzten Zweifel am Klassenerhalt. „Ein Riesenkompliment an euch und vielen Dank für euren Einsatz. Ihr habt euch das nächste Landesliga-Jahr verdient“, sagte der Trainer unmittelbar nach dem Abpfiff im Mannschaftskreis und vertiefte die Aussage kurz darauf. „Man kann es den Jungs gar nicht hoch genug anrechnen, dass wir drei Spieltage vor Schluss durch sind“, so Mühlmann mit Blick auf den Fehlstart in die Spielzeit mit sechs Niederlagen am Stück. „Jeder hat unglaublich viel Herz gezeigt und war bereit, die Knochen hinzuhalten“, lobte er die Moral seiner Schützlinge.

 

[Vinzent Stoffel rackerte unermüdlich und krönte seine Leistung mit dem sehenswerten 3:0.]  

 

Die hatten in der Anfangsphase allerdings große Probleme mit dem Gegner, der angesichts der Tabellensituation alles auf eine Karte setzen musste. FV-Keeper Maximilian Vollmer war einmal im bedrohten kurzen Eck zur Stelle (7.), nach 15 Minuten landete ein Lupfer von Adam Bouali knapp über dem Gehäuse. „Wir haben sehr nervös angefangen. Dabei lag der Druck gar nicht bei uns“, schilderte Mühlmann, der dann aber beobachten durfte, wie sich seine Equipe langsam reinarbeitete.

 

Und maximale Effektivität an den Tag legte: Flittard bot Justus Dabringhausen auf der rechten Seite zu viel Platz. Der wiedergenesene Außenstürmer bediente Yannik Clemens, der das 1:0 besorgte. Lediglich eine Minute später hatte Dabringhausen wieder bloß einen Gegenspieler vor sich. Er blieb zwar hängen, doch der Ball erreichte A-Junior Yasin Tarikus, der mit einem präzisen Flachschuss aus 25 Metern erhöhte. Für Flittard war der Doppelschlag ein Schock – und eine Antwort fanden die stark abstiegsbedrohten Gäste zunächst nicht. Etliche hohe Bälle flogen Richtung Wiehler Strafraum, klare Möglichkeiten ergaben sich für die Kölner jedoch nicht.

 

[Collins Ihekaire feierte nach überstandenem Muskelfaserriss ein gelungenes Comeback.]

 

Genauso ging es in der zweiten Halbzeit weiter. Das Spiel war von intensiven Zweikämpfen und vielen Unterbrechungen geprägt. Die hohen Temperaturen taten ihr Übriges, dass kein echter Spielfluss aufkommen sollte. Ein Geniestreich von Vinzent Stoffel brachte dann die Vorentscheidung. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld erkannte er, dass Torwart Jonas Winkens zu weit vor dem Kasten stand, und lupfte das Spielgerät aus rund 40 Metern ins Netz.

 

[Yasin Tarikus erzielte in dieser Szene das 2:0.]

 

Die Flittarder agierten anschließend mit dem Mute der Verzweiflung, während bei einigen Wiehler Akteuren die Akku-Lampen auf „Rot“ schalteten. Nach einem Missverständnis zwischen Louis Usko und Vollmer wusste sich der Schlussmann nur noch mit einem Foul zu helfen. Niklas Uhl machte es etwas spannender, ehe Wiehl ab der 88. Minute dezimiert war, weil es für Usko nicht weiterging und bereits fünfmal gewechselt worden war. Die Hausherren befanden sich danach ausschließlich im Verteidigungsmodus, das 3:2 nach einem Standard hatte aber keine negativen Auswirkungen mehr.                  

 

„Alles in allem war es ein verdienter Sieg“, resümierte Mühlmann das Hitzeduell. „Wir sind jetzt natürlich alle erleichtert und es freut mich für den Verein, dass wir es gepackt haben.“ Flittard steht hingegen mit dem Rücken zur Wand. Zwei Spieltage vor dem Ende beträgt der Rückstand zum rettenden Ufer fünf Punkte. Eine Rettung scheint nahezu ausgeschlossen. (lo)    

 

Tore

1:0 Yannik Clemens (29.), 2:0 Yasin Tarikus (30.), 3:0 Vinzent Stoffel (66.), 3:1 Niklas Uhl (79. Foulelfmeter), 3:2 Mate Milos (90.+5).

 

Besonderes Vorkommnis

Wiehl spielt nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Louis Usko in Unterzahl weiter, weil das Wechselkontingent ausgeschöpft war (88.).   

 

FV Wiehl

Maximilian Vollmer; Collins Ihekaire (62. Alexander Marks), Louis Usko, Bastian Schwarz, Ali Can Gültekin, Yekcan Yildirim (51. Gino Lanfranco), Yasin Tarikus (73. Thorben Riske), Vinzent Stoffel, Yannik Clemens (73. Elias Butzmuehlen), Justus Dabringhausen (57. Jan Peters), Florian Liebelt.

 

WERBUNG

SSV Homburg-Nümbrecht – FV Bad Honnef 3:3 (2:1).

 

 

[Es wurde mit harten Bandagen gekämpft.]

 

Die Nümbrechter erlebten ein Wechselbad der Gefühle. Schon 2:0 in Front, ließ das Team von Trainer Marcus Voike den Gegner auf 2:3 vorbeiziehen, bewies aber Moral und rettete noch einen Punkt. „Es war wichtig, Gesicht zu zeigen, vor allem bei der Hitze. Andere Mannschaften hätten sich dann abschießen lassen. Wir hätten sogar noch mehr Tore machen können“, war Voike mehr als zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, die einen perfekten Start ins Spiel erwischte.

 

 

Keine sechs Minuten waren absolviert, als Felix Sievers den Ball eroberte und auf der Außenbahn den schnellen Gegenzug vollzog. Seinen Querpass ins Zentrum verwandelte Ricardo Bauerfeind zur Führung. Die Nümbrechter blieben weiterhin engagiert und setzten den Gegner aggressiv unter Druck. In Minute 23 sollte die Masche Erfolg haben. Honnefs Torwart Nicolas Tischler zögerte zu lange mit dem Abspiel, Niklas Clemens fing den Ball ab und netzte zum 2:0 ein. Zwei von den Schiedsrichtern verordnete Trinkpausen während der ersten Hälfte schmeckten Voike aber nicht und beklagte, dass es seiner Elf den Rhythmus gekostet habe.

 

 

[Louis Usko musste kurz vor Schluss mit Leistenprobleme vom Platz, für Wiehl ging es anschließend in Unterzahl weiter.]

 

Und so kamen die Gäste nach einem Freistoß durch Nicholas Casper zum Anschlusstreffer (41.). Auch nach dem Seitenwechsel kassierten die Nümbrechter recht früh einen unnötigen Gegentreffer, als sie einen hohen Ball in den Sechzehner nicht geklärt bekamen und Markus Wiemer schließlich die Unordnung zum 2:2-Ausgleich nutzte. Die Hausherren ließen sich, auch angesichts des anstehenden Pokalhalbfinales, nicht hängen und suchten den Ausgleich. Felix Klein sorgte nach einer Balleroberung sehenswert für den Schlusspunkt, setzte mit einem Haken seinen Gegenspieler außer Gefecht und knallte den Ball unter die Querlatte. Die eingewechselten Kilian Seinsche und Caleb Murphy hatten sogar noch Gelegenheit auf mehr.

 

„Das war heute kein Sommerkick. Das Spiel hätte auch 6:5 für uns ausgehen können. Unter dem Strich hätte ich natürlich gerne die drei Punkte gehabt, aber das interessiert morgen niemanden mehr“, bilanzierte Voike. (thg)

 

Tore

1:0 Ricardo Bauerfeind (6.), 2:0 Niklas Clemens (23.), 2:1 Nicholas Caspar (41.), 2:2 Markus Wiemer (60.), 2:3 Timo Balte (67.), 3:3 Felix Klein (78.).

 

SSV Homburg-Nümbrecht

Matteo Tessarolo; Felix Adamietz, Sebastian Ramspott, Philipp Rüttgers, Lukas Grünberg (53. Dennis Kania), Ricardo Bauerfeind, Ritsuki Oyama (75. Joscha Trommler), Niklas Clemens (80. Caleb Murphy), Mouad Zaki (63. Marvin Hennecken), Felix Sievers (69. Kilian Seinsche), Felix Klein.

 

Tabelle und Ergebnisse Landesliga

BILDERGALERIE

WERBUNG