FUSSBALL

Einstelliger Tabellenplatz im Visier

Red; 13.08.2019, 19:00 Uhr
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Bilder: Michael Kleinjung.
FUSSBALL

Einstelliger Tabellenplatz im Visier

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Red; 13.08.2019, 19:00 Uhr
Wiehl - Nach zwei Jahren mit Abstiegssorgen im Gepäck peilt Landesligist FV Wiehl die frühzeitige Sicherung des Klassenerhalts an - Kader wurde vergrößert - Wie wird der Abgang von Goalgetter Jan Peters aufgefangen?

Der FV Wiehl erlebte eine sportliche Achterbahnfahrt: Nach einem Fehlstart tauchte der Landesligist, der bereits in der Spielzeit 2017/2018 um den Klassenerhalt bangen musste, abermals in der Abstiegszone auf. Die Ausbeute lag nach dem elften Spieltag bei mageren acht Pünktchen. Eine herbe 1:5-Pleite beim FV Bad Honnef nahm die Vereinsführung zum Anlass, die Reißleine zu ziehen und Trainer Jan Kordt von seinen Aufgaben zu entbinden. Als Nachfolger wurde Wolfgang Martens installiert, der einst den SSV Bergneustadt in die Mittelrheinliga geführt hatte. Unter seiner Regie gelang die Wende: Der FV blieb in den restlichen Partien vor der Winterpause ungeschlagen und verbuchte in der Rückrunde 25 Zähler. Dies reichte aus, um frühzeitig für Planungssicherheit zu sorgen und im Schlussklassement Achter zu werden.

 

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Kommen und Gehen

 

Der Landesligist hat für alle Mannschaftsteile frisches Personal requiriert: Mit Eigengewächs Florent Ruhani sowie dem erfahrenen Sascha Nußbaum sind zwei neue Keeper mit dabei. Für die Innenverteidigung wurde Tim Heimbruch geholt. Der Abwehrspieler hat in der Vorbereitung bewiesen, dass er mit seiner Kopfballstärke und einem guten Stellungsspiel eine sinnvolle Ergänzung darstellt. Im Mittelfeldbereich versuchen Mathias Hartwig, Sebastian Schiepe, Pesan Younis und Ansgar Pflüger sich einen Stammplatz zu erkämpfen.

 

Pflüger hatte schon in der Vorsaison einige vielversprechende Auftritte bei den Senioren gezeigt. Hartwig bringt jede Menge höherklassige Erfahrung mit. Schiepe ist den Wiehlern kurzfristig ins Netz gegangen. Er spielte zuletzt für den hessischen Verbandsligisten FC Körle. Allerdings hat sich der 30-Jährige im Test gegen Kierspe das Schlüsselbein gebrochen und wurde operiert. Er kann frühestens im Herbst ins Geschehen eingreifen. Alexander Hettich, der nach seiner langen Fußballpause erst einmal wieder Fuß fassen muss und sich überdies im Training am Sprunggelenk verletzte, ist derzeit kein Thema.

 

„Er benötigt wie Pesan Younis noch Zeit und die werden wir ihnen geben“, erklärt Martens, der auch große Stücke auf die Everding-Zwillinge Jannis und Luca hält. Für den Angriff wurde Trian Vlachos zurückgelotst. Schmerzlich ist der Abgang von Goalgetter Jan Peters, der sich den Sportfreunden Siegen angeschlossen hat. David Jäckel und Simon Weber haben den Verein ebenfalls verlassen, während Radion Miller zur Kreisliga A-Reserve stößt. Die Verpflichtung von Christopher Heuckeroth hat sich derweil aus beruflichen Gründen zerschlagen. Er bleibt beim TV Hoffnungsthal. Jared Jörgens tritt fürs Erste kürzer.             

 

[Wolfgang Martens steht seit vergangenen November auf der Kommandobrücke.]

 

Die Mannschaft, Spielsystem, Taktik

 

Martens ist froh, dass das Aufgebot qualitativ und quantitativ aufgewertet werden konnte. „Wir verfügen mit unseren 25, 26 Mann über einen ausgeglichenen Kader. In der vergangenen Rückrunde hatten wir wegen der vielen Ausfälle manchmal Probleme.“ Geradezu luxuriös ist das Angebot im Tor, wo sich Julian Bauer, Florent Ruhani und Sascha Nußbaum um die Nummer eins streiten. „Ich bin begeistert, welche Kollegialität und welches Engagement die Torhüter an den Tag legen“, so Martens. Hinsichtlich der Besetzung der Viererkette und des Mittelfelds hat Martens verschiedene Optionen in der Hinterhand, zumal die meisten Akteure flexibel einsetzbar sind.

 

Unter Martens haben die Wiehler zu alter Defensivstabilität zurückgefunden, schnelles Umschalten und überfallartige Gegenattacken waren ein probates Mittel, um gegen Mannschaften, die auf Ballbesitz gesetzt haben, zum Erfolg zu kommen. Wenn Wiehl selbst zur Spielgestaltung gezwungen war - wie beispielsweise beim 2:5 gegen Flittard -, waren Defizite zu erkennen. „Wir müssen andere Lösungsmöglichkeiten finden, um den Gegnern wehzutun. Wir wollen keine Stagnation. Im Training haben wir bisher an den Themen Spielaufbau und Übergangsspiel gearbeitet. In den beiden letzten Wochen steht im Vordergrund, wie wir in vorderster Linie agieren und eine höhere Erfolgsquote im Abschluss erzielen“, gibt Martens zu Protokoll.

 

Dass der Weggang von Peters eine Lücke reißt, steht außer Frage. Schließlich waren die Treffer des Angreifers überlebensnotwendig. Martens ist jedoch optimistisch, den Verlust des 21-Jährigen kompensieren zu können. „Ein Stürmer kann nur so gut sein, wie er von seinen Mitspielern eingesetzt wird. Jan hatte seine Stärken im Eins-gegen-Eins und war prädestiniert für unser Konterspiel. Jetzt müssen wir unseren Matchplan anpassen und ich bin überzeugt, dass uns das gelingen wird.“

 

Trian Vlachos ist einer der Kandidaten für die zentrale Position in der Spitze, wobei der Coach dem Rückkehrer den Druck von Schultern nimmt. „Er hat hervorragende Laufwege und schafft Räume, wodurch wir hoffentlich aus dem Mittelfeld torgefährlicher werden. Aber man sollte Trian nicht an den Toren messen, die er im Pokal geschossen hat. In der Liga geht es anders zur Sache.“

 

Saisonziel, Einschätzungen zur Liga

 

Auf der Eichhardt geistert immer mal wieder das Wort „Mittelrheinliga“ herum, nach den Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre, in denen der Ligaverbleib lange Zeit auf der Kippe stand, ist Martens für solche Luftschlösser nicht zu haben. „Im Konzert der Großen können wir nicht mitmischen, aber wir möchten uns dahinter einordnen.“ Zu den „Großen“ zählt er die Absteiger aus der Mittelrheinliga („Wenn die Kader funktionieren, sehe ich Merten und Alfter ganz oben“), Viktoria Köln II, den SV Schlebusch und den FV Bonn-Endenich. Keinesfalls zu unterschätzen seien zudem die prominent besetzten Aufsteiger Spich, Porz und Worringen.

 

„Das Wichtigste ist, dass wir gut aus den Startlöchern kommen. Ich glaube nicht, dass so ein Kraftakt wie in der letzten Saison erneut möglich ist. Dafür ist die Klasse ist zu stark und zu ausgeglichen. Und Ausreißer nach unten gibt es auch nicht“, sagt Martens und sieht noch Steigerungspotenzial. „Jeder Spieler ist in der Lage, zuzulegen. Und das benötigen wir unbedingt, wenn wir einen einstelligen Tabellenplatz erreichen wollen.“

 

Zugänge

Florent Ruhani (eigene Jugend), Ansgar Pflüger (eigene Jugend), Luca Everding (eigene Jugend), Jannis Everding (eigene Jugend), Tim Heimbruch (Eintracht Hohkeppel), Trian Vlachos (TuS Marialinden), Mathias Hartwig (zuletzt Eintracht Hohkeppel), Sascha Nußbaum (zuletzt Eintracht Hohkeppel), Alexander Hettich (reaktiviert), Sebastian Schiepe (FC Körle), Pesan Yonis (zuletzt FC Hürth)

 

Abgänge

Jared Jörgens (eigene 3. Mannschaft), Jan Peters (Sportfreunde Siegen), David Jäckel (TV Hoffnungsthal), Simon Weber (Rot-Weiß Hünsborn), Radion Miller (eigene 2. Mannschaft)

 

[Das Trainerteam mit den Neuzugängen.]

 

Der Kader


Tor
Julian Bauer, Florent Ruhani, Sascha Nußbaum

Abwehr
Jonathan Noß, Waldemar Kilb, Alexander Tomm, Davin Dresbach, Kevin Derksen, Tim Heimbruch, Luca Everding


Mittelfeld
Kevin Ufer, Michael Möller, Kerem Kargin, Jordi Scherbaum, Vinzent Stoffel, Mathias Hartwig, Jannis Everding, Ansgar Pflüger, Christopher Lieblang, Sebastian Schiepe, Pesan Yonis

Angriff
Markus Wagner, Zudi Hajredini, Jan Derksen, Alexander Hettich, Trian Vlachos

Trainer
Wolfgang Martens


Co-Trainer
Jonathan Noß

Sportlicher Leiter

Ingo Haselbach

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